Mobilmachung: Kann diese Welt ohne fossile Treibstoffe überleben?

Wollen uns zurück zur Pferd-und-Wagen-Wirtschaft bringen: Öko-Terroristen. Bild: Kunstzirkus / pixelio.de

Ronald Stein
„Gott, gib mir die Gelassenheit, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann; den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann; und die Weisheit, den Unterschied zu erkennen“.
Dieses Gebet um Gelassenheit kam mir beim Verfassen dieses Beitrags in den Sinn, weil es ziemlich gut auf die heutigen Weltbürger übertragen werden kann, welche versuchen, die Führung in der Umweltbewegung zu übernehmen, bevor sie verstehen, wie komplex der Bereich Energie ist. Beschrieben wird das in dem Buch Energy Made Easy, worin auch beschrieben ist, welche Fortschritte Energie als Ganzes der Menschheit verschafft hat während der letzten Jahrhunderte.

Weil entwickelte Länder während der letzten Jahrhunderte viel erreicht haben, haben sie eine Verantwortung für den einzigen Planeten, auf dem wir derzeit leben. Verständlicherweise ist es nur schwer vorstellbar, dass die Milliarden Menschen in Entwicklungsländern, die so etwas wie die industrielle Revolution noch vor sich haben und die ohne alle Vorteile überleben müssen, die uns aufgrund der fossilen Treibstoffe zur Verfügung stehen, zum Lebensstil jener in den entwickelten Ländern beitragen.

Ja, es gibt Milliarden Menschen in Entwicklungsländern, die gegenwärtig in einer auf Pferd und Wagen basierenden low economy leben, welche die entwickelte Länder schon vor einem Jahrhundert hinter sich gelassen haben, nachdem zu Beginn desselben zunächst Automobile und dann auch Flugzeuge zu regulären gesellschaftlichen Errungenschaften wurden. Sie müssen der industriellen Revolution erst noch folgen, und ohne Öl und Gas dürften sie diese Gelegenheit niemals haben.

Es ist fast unmöglich zu verstehen, dass fast die Hälfte der Welt – über drei Milliarden Menschen – von weniger als 2,50 Dollar pro Tag leben. Mindestens 80% aller Menschen leben von weniger als 10 Dollar pro Tag. Heute gibt es in Südasien sowie Teilen von Europa, Afrika und Australien Familien, die versuchen, ihr Leben mit praktisch nichts zu fristen. So unfasslich das ist, es ist eine Binsenweisheit.

Kann irgendjemand begreifen, dass die Obdachlosen in Amerika ein besseres Leben haben als 80% der Menschheit?

Man stelle sich Familien vor, die in schmutzigen Hütten leben, ohne Zugang zu ärztlicher Nothilfe, einfach weil es diese Nothilfe nicht gibt. Ihr tägliches Leben ist trost- und hoffnungslos. Sie müssen mit ansehen, wie ihre Kinder, Freunde und Verwandten leiden und früh sterben aufgrund von Krankheiten oder Bedingungen, die heilbar/leicht zu beseitigen wären mittels Arzneien und Behandlungen, die durch den Verbrauch fossiler Treibstoffe erst möglich wurden.

Mit fossilen Treibstoffen können die Wenigen von uns in den entwickelten Ländern jetzt in schwierigen Umgebungen auf der ganzen Welt überleben, sogar in der Antarktis. Jedes Jahr fällen wir Wälder und zerstören andere Naturgebiete, treiben Spezies in kleinere Gebiete oder bringen sie in Gefahr wegen unseres Bedarfs, mehr Häuser zu bauen, um unsere wachsende Bevölkerung unterzubringen.

Heute wird projiziert, dass die gegenwärtige Weltbevölkerung von 7,7 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 auf 9,8 Milliarden steigen soll und 11,2 Milliarden im Jahre 2100. Wie viele Bäume werden noch fallen, wenn die unnatürliche Selektion seinen Tribut vom Planeten fordert? Heute gibt es in unterentwickelten Ländern, meistens in Ländern mit Energiearmut, 11 Millionen Todesopfer bei Kindern in jedem Jahr, und das hauptsächlich aus vermeidbaren Gründen.

Man stelle sich die zukünftigen Schrecknisse vor, die jenen widerfahren, die versuchen, in elender Armut zu überleben, falls wir den immer mehr werdenden Armen die Vorteile ärztlicher Versorgung, das Heizen ihrer Wohnungen und zahlreiche andere Entwicklungen vorenthalten, die durch fossile Treibstoffe erst möglich werden. Wie sollen jene Armen jemals den Lebensstil erreichen, dessen sich heute die Wenigen in den entwickelten Ländern erfreuen aufgrund all der Produkte, die wir mittels fossiler Treibstoffe herstellen?

Die Erde ist rund 4,5 Milliarden Jahre alt. Während unsere Vorfahren erst vor etwa sechs Millionen Jahren die Erdbühne betraten, entwickelte sich die moderne Form menschlichen Lebens erst vor rund 200.000 Jahren. Die Zivilisation, so wie wir sie kennen, ist erst rund 6000 Jahre alt, und die Industrialisierung setzte ernsthaft erst im 19. Jahrhundert ein.

Nomadenvölker, die tausende von Jahren vorherrschend waren, wurden angetrieben durch Pferde, Maultiere und Kamele aus dem Königreich der Tiere – eine echte Pferd-und-Wagen-Ökonomie.

Heute haben sich aus Pferd und Wagen Kraftfahrzeuge für den persönlichen und geschäftlichen Gebrauch entwickelt. Deren Zahl auf den Straßen der Welt wird gegenwärtig auf 1,2 Milliarden Fahrzeuge geschätzt mit Projektionen von 2 Milliarden bis zum Jahr 2035 und 2,5 Milliarden bis 2050.

Auch noch etwas Anderes betrachten wir als selbstverständlich: den Luftverkehr. Kann man sich vorstellen, heute nicht in der Lage zu sein, zu jedem beliebigen Ziel auf der Erde zu fliegen? Fluggesellschaften, die vor dem Jahr 1900 gar nicht existent waren, transportierten im Jahre 2017 über 4,1 Milliarden Passagiere rund um die Welt; projiziert werden bis zum Jahre 2036 7,8 Milliarden Passagiere.

Erst während der letzten paar Jahrhunderte hat jede entwickelte Nation sich eine Militärmacht zugelegt, welche heute aus Flugzeugen, Schiffen, Panzern und Truppen nebst der zugehörigen Infrastruktur besteht. Diese werden konstant um den Globus transportiert, ebenso wie eine Vielzahl von Infrastrukturen und Produkten, die in den Heimatländern ein komfortables Leben ermöglichen.

Entwickelte Länder, die wohlhabender sind und gesünder leben als Entwicklungsländer, sind abhängig geworden von den über 6000 Erzeugnissen, welche aus Petroleum hergestellt werden, darunter Heizöl und Stromerzeugung, Asphalt und Dünger, welcher der Landwirtschaft hilft, Milliarden zu ernähren und die Grundlage schaffen, um Chemikalien, Plastik und synthetische Materialien herzustellen, welche wir heute täglich bedenkenlos verwenden.

Interessanterweise sind die primären ökonomischen Gründe dafür, dass Ölraffinerien überhaupt existieren, NICHT der Luftverkehr, Diesel und Benzin für die heutige Militär- und Transportindustrie. Aus einem Barrel Öl [ca. 170 Liter] werden nur etwa zur Hälfte Treibstoffe hergestellt (hier). Der Rest geht in die Produktion der Chemikalien und Erzeugnisse, die Teil unseres täglichen Lebensstils sind. Jene Milliarden in den unterentwickelten Ländern mögen Treibstoffe für den Transport nicht benötigen, aber sie brauchen die andere Hälfte des Barrels Öl für die Tausende Produkte, welche den Lebensstil jener in den entwickelten Ländern so bereichert haben.

So starrköpfig die Führer der neuen Umweltbewegungen auch daherkommen – in gleichem Umfang ignorieren sie, was „Energie“ wirklich bedeutet und dass der wirkliche Grund dafür, dass fossile Treibstoffe integraler Bestandteil der Entwicklungsländer und unbedingt auch jenen Ländern zur Verfügung stellt werden müssen, die heute noch darauf verzichten müssen, der Komfort einer modernen Gesellschaft ist.

Autor: Ronald Stein is an engineer who, drawing upon 25 years of project management and business development experience, launched PTS Advance in 1995. He is an author, engineer, and energy expert who writes frequently on issues of energy and economics.

Link: https://www.cfact.org/2019/10/19/a-call-to-arms-can-this-world-survive-without-fossil-fuels/

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11 Kommentare

  1. Mich würde eher die Antwort auf die Frage interessieren, ob denn wirklich so viel fossiler Treibstoff sinnlos verschwendet werden muß.
    Mit wieviel weniger Verschwendung würde die Welt auskommen?

  2. Aktiver Klimaschutz?
    Nehmt den Klimaschützern endlich den Führerschein weg!
    Noch Fragen???

    Passant: „Ja! Warum passiert das nicht längst?“
    XR:“Hey… und wie sollen wir dann zu den Klimademos kommen?“
    🙂

  3. Vorallem weil es eine irgendwie gearteter Klimanotstand nicht gibt – wie kann es seine das Europa mit diesem Unsinn durchkommt Millionen von Menschen die nicht logisch nachdenken das diese Machenschaften nur einen Sinn haben die menschen dazu zu bringen sich selbst zum sklaven zu machen. Es gibt unmengen Webseiten wo diese CO2 Footprint propaganda ganz altäglich daherkommt und den Leuten erzählt wird sie könnten das Klima retten wenn sie nur was dafür tun – spricht auf alles verzichten was noch für Jahren völlig normal war. Eigentlich müsste man doch froh sein wenn man hört und darüber nachdenkt das es biologischer Unsinn ist – nein stattdessen sind die Leute empört das sie keiner Klimakatastrophe entgegen gehen. Ich wäre doch erleichtert wenn ich feststelle das CO2 steuer unlogisch ist.

    • Das einzige „Extrem-Wetter“, dass wir auf unserem Planeten haben, ist die EXTREME, absolut aussergewöhgnliche sowie unnatürliche RUHE!!!

      „Normal“ im Universum sind Planeten, die „wetterbedingt“ unbewohnbar sind!!… peilt aber auch kaum jemand.

  4. „die heute noch darauf verzichten müssen, der Komfort einer modernen Gesellschaft ist“
    Hört sich gut an, nur moderne Gesellschaften müssen ihre Mitgliederzahlen reduzieren. Und erst Recht die, die modern werden wollen.
    Desweiteren müssen moderne Gesellschaften es unterlassen intelligenzmäßig (genetisch verursacht) mieserable Typen ins Land zu lassen. Gleiches gilt für Typen, die Frauen brutal unterdrücken.

  5. @Joseph Hausmann,

    „China und jetzt auch Rußland engagieren sich zunehmend wirtschaftlich in Afrika – zum beiderseitigen Nutzen und ohne Gutmenschengesülze. “

    Ich schätze, dass da eher Eigeninteresse und Machtabsicherung der treibende Faktor sind.

    • Bitte! Steht nicht gut lesbar dabei „ohne Gutmenschengesülze“?
      Daß jemand auch „Eigeninteressen“ haben könnte ist für Gutmenschen bekanntlich verwerflich.
      „Unsere“ nichtsnutzigen „Entwicklungshelfer“ arbeiten natürlich für „Vergelt’s Gott!“ und ohne Vollkaskoso-Rückversicherung …

    • Sehr geehrter Herr Verdall,
      natürlich machen China und Rußland das aus Eigeninteresse. Das ist so, seit Menschen miteinander Handel betreiben. Handel wurde weder in der Urgesellschaft noch heute im Bio-Laden aus Mitleid mit dem Handelspartner gemacht, sondern aus Eigeninteresse. Nur die Gutmenschen im Allgemeinen und die Murksel-Regierung im Besonderen sind der Meinung, dass man nichts aus Eigeninteresse machen darf – also Handeln ja aber ohne Profit! D.h. aber, dass man systematisch gegen die eigenen Interessen handelt. Ein solcher Lebensentwurf muss scheitern und jede Form von Sozialismus ist auch gescheitert.
      MfG

  6. China und jetzt auch Rußland engagieren sich zunehmend wirtschaftlich in Afrika – zum beiderseitigen Nutzen und ohne Gutmenschengesülze. So wird ein Schuh draus.

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