Mann vs. Ball – die 5.

Der schwarze Ritter, aus die Ritter der Kokosnuss, Bild Monty Python

von Holger Douglas
Nein, es kommt zu keinem Berufungsverfahren in Sachen Michael Mann vs Tim Ball. Das lange Prozeß wird nicht in einer weiteren Runde fortgesetzt. Am 21. September lief die Einspruchsfrist beider Parteien ab

Folgt man lediglich Michael E. Mann, so stellt er sich als Gewinner dar. Verständlich. Das aber ist nur die eine Hälfte. Der Blick auf die andere Hälfte rückt das einseitige Bild wieder gerade.

Bleibt festzuhalten: Michael Mann konnte oder wollte keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen, der Verlauf der Erdtemperatur zeige ein ähnliches Bild wie ein Hockeyschläger: Eine lange Zeit etwa gleichbleibend, dann, sobald der Mensch mit seiner Industrie die Bühne betrete, schieße sie steil nach oben. Diese Kurve hatte sich als falsch erwiesen; sie gibt den realen Temperaturverlauf nicht wieder und unterschlägt eine Reihe von Temperatursprüngen wie die mittelalterliche Warmzeit.

Der Richter hatte es stattdessen satt, von Michael Mann immer wieder vertröstet zu werden und wies nach über acht Jahren Verhandlungsdauer die Klage ab. Es gab also kein Urteil!

Was bedeutet das Ergebnis? Tim Ball darf weiterhin sagen, Mann lügt, die Hockeystick-Geschichte ist falsch. Er darf außerdem sein respektloses Wortspiel weiter fortsetzen, Mann gehöre in das Staatsgefängnis von Pennsylvania. (»Mann should not be at Penn State but in a State Pen[itentiary].«)

Der Richter ist der Auffassung, dass die Verzögerungstaktik von Michael Mann nicht entschuldbar sei: »Der Anwalt von Dr. Mann behauptet, dass die Verspätung darauf zurückzuführen sei, dass er mit anderen Angelegenheiten beschäftigt war, aber die eidesstattlichen Beweise reichen bei weitem nicht aus, um dies zu belegen. Die eidesstattliche Versicherung von Jocelyn Molnar, die am 10. April 2019 eingereicht wurde, befasst sich lediglich mit den Angelegenheiten, an denen der Anwalt des Klägers zu verschiedenen Zeiten beteiligt war. Die eidesstattliche Versicherung verbindet diese anderen Dinge nicht mit der Verzögerung hier. Sie erklärt nicht die lange Verzögerung in den Jahren 2013 und 2014 und erklärt nicht ausreichend die Verzögerung ab Juli 2017. Die Beweise reichen bei weitem nicht aus, um eine Entschuldigung für die Verzögerung zu finden.«

In der Frage der Verzögerungen des Verfahrens konnten Mann und sein Anwalt erstaunlicherweise ganze Ordner voller Belege dem Gericht vorlegen, warum die Verspätungen sein mussten. Es waren sogar so viele, dass sich der Richter über den Umfang beschwerte. Zwei eidesstattliche Versicherungen hätten in dieser Frage ausgereicht, sagte er in seiner Entscheidung laut Protokoll des mündlichen Urteils. Er kann also Unterlagen vorlegen.

https://www.bccourts.ca/jdb-txt/sc/19/15/2019BCSC1580.htm

 

Der Richter rügt Manns Verzögerung und weist darauf hin, dass auch der Schaden für den Beklagten zu prüfen sei. Der werde durch »unangemessene Verzögerung beeinträchtigt«. Der Richter weiter: »Die Klägerin scheint sich damit begnügt zu haben, diese Angelegenheit einfach auf sich beruhen zu lassen.« Dementsprechend findet er die Verzögerung »unentschuldbar«.

»Darüber hinaus hat der Beklagte Beweise für tatsächliche Nachteile vorgelegt.« Der Angeklagte hatte drei Zeugen für seine Seite berufen. Doch, so der Richter weiter: »Diese Zeugen sind jetzt gestorben. Ein vierter Zeuge kann nicht mehr reisen. So stelle ich nicht nur fest, dass die Vermutung des Vorteils nicht widerlegt wurde, sondern auch, dass als Folge der Verzögerung ein tatsächlicher Schaden für den Angeklagten entstanden ist.«

Tim Ball durfte zwar auf Anraten seines Anwaltes keine Erklärung abgeben, gegenüber Tichys Einblick führte er dennoch aus:

»Die ursprüngliche Anklage lautete auf Verleumdung wegen meiner Kommentare bei einer öffentlichen Präsentation, wie Mann seinen »Hockeyschläger« kreierte.

Ich fasste es in einem Interview mit dem Kommentar zusammen, dass er im »Penn State« ist, aber er sollte im State Pen sein. Seine Anklage war, dass ich angedeutet habe, dass er ein Krimineller sei. Ich erklärte, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Behauptung gebe, dass menschliches CO2 einmal die globale Erwärmung und zweitens den Klimawandel verursacht. Ich glaube, dass seine Manipulation der Daten, der Missbrauch wissenschaftlicher Techniken und die irreführende Darstellung seiner Ergebnisse tatsächlich kriminell waren. Er kannte die Wahrheit und traf bewusste Entscheidungen, um das gewünschte Ergebnis in Form des Hockeyschlägers zu erzielen.«

»Das Gericht entschied, dass er keine Beweise für seine Anklage vorlegte. Es entschied auch, dass die Verzögerung unzumutbar war.«

»Die ursprüngliche Klage wurde im Jahr 2011 eingereicht. Die Frage ist, wie viel Zeit hat er gebraucht? Außerdem war die Verzögerung hauptsächlich seine Schuld. Wir hatten einen Gerichtstermin am 20. Februar 2017. Er hat ihn abgesagt.«

Ball und sein Anwalt werfen Mann vor, das Rechtssystem missbräuchlich zu nutzen, um Ball mit viel Zeit- und Kostenaufwand zu schaden.

Mann hatte möglicherweise auch darauf gesetzt, dass der heute 81-jährige Tim Ball das Ende des Prozesses nicht mehr erleben würde.

Dieses Video mit der Sichtweise von Dr. Tim Ball lohnt:

Da erinnert die Inszenierung des Erfinders des Klima-»Hockeysticks« als Opfer und das Beharren, er habe den Prozess nicht verloren, an ein skurriles Duell, das Filmgeschichte gemacht hat:

Im Film der »Ritter der Kokosnuss« der britischen Komikertruppe »Monty Python« kommt es zu einem Duell zwischen König Artus und einem Ritter in schwarzer Rüstung. König Artus schlägt ihm mit seinem Schwert den linken Arm ab. »Das ist nur ein Kratzer«, ruft der schwarze Ritter und kämpft entschieden weiter: »Ich bin unbesiegbar!« Ritter Artus schlägt ihm – zack – den anderen Arm ab, doch »der schwarze Ritter triumphiert immer!« Zackzack, beide Beine sind mit dem Schwert weggeschlagen. Der schwarze Ritter schlägt schließlich vor: »Also gut: Einigen wir uns auf unentschieden!«

 

In der kurzen und knappen Erklärung des Richters zur Einstellung des Verfahrens hat er Michael Mann die Kosten der Klage auferlegt, da die Klage abgewiesen wurde.

Währenddessen wendet sich Mann schnell modernen Themen zu und verkündet in einem Kommentar für Newsweek: »Greta Thunberg, nicht Donald J. Trump, ist der wahre Anführer der freien Welt.«

»Greta Thunberg hat innerhalb eines Jahres mehr Führungspotenzial gezeigt als der Präsident in seinem ganzen Leben.«

Der Professor lobt sogar ihr klares Verständnis (»clear-eye understanding«): »Der Führer der freien Welt saß einst im Oval Office. Jetzt steht sie umgeben von Tausenden ihrer Altersgenossen, fordert Action und kämpft für den Erhalt dieses Planeten für sich und zukünftige Generationen.«

Er schließt enthusiastisch: »Macht weiter, Kinder, und führt. Nichts weniger als die Zukunft unseres Planeten liegt in der Waagschale.«

 

https://www.newsweek.com/greta-thunberg-donald-trump-true-leadership-climate-change-free-world-1461147

Währenddessen schreiben 500 Klimawissenschaftler in einem Brief an die UN: Es gibt keine Klima-Krise.

»Die verbreiteten Klimamodelle, auf denen die internationale Politik derzeit beruht, sind für ihren Zweck ungeeignet. Deshalb ist es sowohl falsch als auch unklug, sich für die Verschwendung von Billionen auf Grundlage solcher unreifen Modelle einzusetzen. Die derzeitige Klimapolitik untergräbt sinnlos das Wirtschaftssystem und gefährdet Leben in Ländern, denen der Zugang zu erschwinglicher, kontinuierlicher elektrischer Energie verwehrt ist.«

https://www.technocracy.news/climate-scientists-write-to-un-there-is-no-climate-emergency/

 

Dagegen hat sich Petteri Taalas, Chef der Weltmeteorologen-Organisation WMO, gerade eine blutige Nase geholt: Er hatte in einem Interview mit einer finnischen Finanzzeitung vor einem »grünen Extremismus« gewarnt. Klimaexperten würden von grünen Extremisten angegriffen und aufgefordert, viel radikaler zu sein. »Sie sind Schwarzmaler und Extremisten; sie drohen.« Taalas forderte dazu auf, ein breiteres Meinungsspektrum zuzulassen und auch Experten kritisch herauszufordern.

Kurz darauf leistete Petterie Taalas in einer Erklärung Abbitte, dass seine Worte aus dem Zusammenhang gerissen seien: »Um einen globalen Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu stoppen, muss das Ziel verdreifacht werden. Und um den Anstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss er mit fünf multipliziert werden.«

Leichte Ratlosigkeit, wie das gehen solle, darf man heraushören: »Die Herausforderungen sind immens!« Taalas darf übrigens Chef der WMO bleiben.

https://public.wmo.int/en/media/news/statement-wmo-secretary-general-petteri-taalas

 

Schließlich: Aus der Antarktis werden gerade neue Rekorde vermeldet: minus 98,6 Grad! Neuer, weltweiter Kälterekord.

 

https://www.wetteronline.de/wetterticker/antarktis-fast-minus-100-grad-201909162858107

 

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24 Kommentare

  1. Also zwei Dinge die mich stören und in diesem Artikel völlig außer Acht gelassen werden:
    1.) Der Richter stellt in dem Prozess ganz klar fest, dass Mann und Ball unterschiedliche Meinungen zum Klimawandel vertreten und er diese im Prozess nicht behandeln wolle.
    Warum sollte er dann Daten von Mann fordern?
    2.) Hab ich das Paper von Mann gelesen und da schreibt er, dass die Daten aus div. Datenreihen stimmen und er diese mittels Hauptkomponentenanalyse ausgewertet hat.
    Also sind weder die Rohdaten von ihm, noch hat er einen eigenen Algorithmus benutzt.

    Übrigens hat Mann mittlerweile sogar ein Buch online gestellt, in dem er den gesamten Prozess der Auswertung beschreibt.

    Und in dem Fall ging es nicht um den Klimawandel, sondern um eine Verleumdungklage.

  2. Der Brief der 500 Klimawissenschaftler endet mit sechs Thesen zum Klimawandel:
    Die erste sagt: Die Erderwärmung wird durch natürliche und menschliche Faktoren verursacht.
    Die Herren und Frauen Wissenschaftler sind vorsichtig; besser Ende offen lassen: sie Verneinen nicht die Fähigkeit des Menschen zum Klimawandel.

    • Die 16jährige Greta Thunberg ist eine genetisch Hirngeschädigte. Desweiteren ist sie wie alle weiblichen Personen ihres Alters naturwissenschaftlich und ökonomisch ungebildet.
      Was den Typen Mann betrifft, so ist der längst wissenschaftlich widerlegt worden.

      Die Deutschen sollten sich mal mit den Typen an oberster Stelle Deutschlands nach 1918 befassen. Vielleicht wird dann klar wie das System mit der (Minderjährigen) Heranwachsenden funktioniert.
      Die (naturwissenschaftliche und ökonomische) Bildung der meisten Bundesbürger (oder Europäer) ist schlichtweg mies(erabel).

  3. „Schließlich: Aus der Antarktis werden gerade neue Rekorde vermeldet: minus 98,6 Grad! Neuer, weltweiter Kälterekord.“

    So neu ist der Rekord gar nicht. Sowohl die im Haupttext verlinkte Website als auch die Tagesschau geben das Datum der Messung mit 23. Juli 2004 an!

  4. „Bleibt festzuhalten: Michael Mann konnte oder wollte keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen, der Verlauf der Erdtemperatur zeige ein ähnliches Bild wie ein Hockeyschläger.“
    Das ist eine nachweisliche Lüge. Die Daten liegen schon lange öffentlich vor.
    Der Prozess hatte nichts mit den wissenschaftlichen Grundlagen zu tun, es war eine Beleidigungsklage.

      • Habe ich hier im letzten Beitrag zu Mann vs. Ball verlinkt.

        Ich werde jetzt nicht noch ein zweites Mal fünf Minuten googeln. Es ist irgendwie seltsam hier: Man kann den Leuten die Rohdaten zeigen, die Vorstellung, dass diese nicht verfügbar sind, verschwindet trotzdem nicht.
        Fakten haben gegen Fehlvorstellungen keine Chancen.

        • Der Punkt ist, dass die Rohdaten und die Programme nicht vollständig sind. Wenn Sie das nicht glauben versuchen Sie doch den hockey-stick daraus zu reproduzieren.

        • Da ich in der unteren Antwort kein Antwortfeld habe, hier:
          Nun, Ball hat erklärt, dass er einer Vertagung der Gerichtsverhandlung zugestimmt hatte mit der Bedingung alle Dokumente und Computercodes bis zum 20.2.2017 vorzulegen.

          Das und die Tatsache, dass Mann nicht gesagt hat, dass alles öffentlich ist impliziert ausreichend, dass konkrete Daten fehlen. Möglicherweise auch den MBH98 Source Code mit dem Manns Ergebnisse reproduziert werden können, die schon McIntyre angemahnt hatte. Details hier: https://climateaudit.org/2005/08/02/mbh98-source-code-status-report/

          • Das ist jetzt aber sehr schade. Wie sollen wir prüfen, ob ihre Behauptung, dass Daten fehlen, stimmt, wenn Sie nicht mal sagen können, was fehlt? Von einem kritisch denkenden Menschen hätte ich da jetzt mehr erwartet.

    • Na, Ursus; das ist aber dann höhere Dialektik.
      Ball unterstellt Mann, dass er die veröffentlichten Daten „homogenisiert, geglättet, nachinterpretiert“ usw.usw. hat und deswegen eher ins Gefängnis als an die Uni gehört. Seit 8 Jahren weigert sich Mann diesen Datenkosmetikprozess offenzulegen um seine Beleidigungsklage zu begründen. Der gute Mann hat aber leider, leider zu viel zu tun, um sich auf dieses Ansinnen einzulassen… tongue in cheek… Jetzt hat ein Richter dem einen kurzen Prozess gemacht und das ist gut so.

    • Die Daten, die vorliegen, zeigen keinen Hockeyschläger, sondern ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen. Für diese Fälschung ist er angegriffen worden und genau darum ging der Prozess. Jeder normale Mensch hätte jetzt seine Methode dargelegt, wie er zum Hockeystick gekommen ist. Mann seltsamerweise nicht.

  5. Glückwunsch an Dr. Ball! Die IPCC benützt doch die gleiche Taktik wie Mann. Auf das Verlangen nach Beweisen das das co2 verantwortlich sei für die Temperaturregelung auf der Erde, von tausenden Wissenschaftlern, verzögern die IPCC die Beweisführung einfach ins Unendliche. Wo sind die Richter, die das Verfahren Einstellen und die IPCC stilllegt? Selbst im letzten IPCC Report finde ich keine 15° oder 14° Basistemperatur wovon sie ausgehen um die 1,5° bis 2°C Erhöhung der Erdwärme zu berechnen. Vieleicht muss ich meine brille wechseln?
    https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/03/SR1.5-SPM_de_barrierefrei-2.pdf
    Dazu auch https://www.youtube.com/watch?v=CRuzgMF3tSI Scheint immer noch nach 4 Jahren aktuell zu sein. Danke EIKE.

    • Herr Finanzminister sagt Ihnen doch: es geht nicht um Grad, Celsius oder Fahrenheit oder Kelvin, sondern um Prozent! Das muss doch jeder Klimaleugner endlich mal begreifen!

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