Klima-Schmankerl: Stefan(ie) Rahmstorfs Weltrettungs-Schmuck

Die Vermarktung von parareligiöser Pseudowissenschaft nimmt zuzeiten groteske Formen an, wie das Beispiel des Schweizer Ufologen Erich von Däniken zeigt. Der Mann hat mit seinen Fantasien schon in den 1970ern Millionen-Bestseller verkauft. In den 90ern wollte er dann einen Ufo-Freizeitpark eröffnen, woraus aber nichts wurde.

Nun zeigten Stefan Rahmstorf et alumni vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK ja bereits, daß sie sich vor nichts ekeln. Ein seriöser Wissenschaftler hätte sich jedenfalls nicht mit Grethel Thunfisch und #Langstrecken-Luisa fotografieren lassen, weil die 16jährige Schwedin unwissenschaftliches Panik-Geschwätz verbreitet und peinlicherweise von einem umtriebigen PR-Profi (Renzhog) vermarktet wurde/ wird(?). Echte Professoren mit Forscher-Ethos würden solche Micky-Maus-Scharaden nicht mitmachen.

Nun wies uns ein gewitzter Leser darauf hin (Dank von mir), daß Rahmstorfs Tochter mit ihrem Vater sogenannte „CO2-Pins“ in ihrem Schmuckladen in Potsdam verkauft. Die beiden Klima-Geschäftsleute haben aus einer metrischen Tonne Metall die „Pins“ in unterschiedlichen Formen hergestellt. Wenn jemand so ein Schmuckstückchen kauft, erwerben die Rahmstorfs ein Emissions-Zertifikat auf dem EU-CO2-Markt für eine Tonne des tödlichen Giftgases. Das Zertifikat hat eine einzigartige Identifikationsnummer, die auf dem „Pin“ eingraviert ist und die man im Internet nachschauen kann.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schauen Sie doch einmal im Potsdamer Holländerviertel im Atelier Ô vorbei, wenn Sie in der Stadt sind. Die Puppenstube der Hohenzollern ist in jedem Fall eine Reise wert – und mit dem Kauf von Rahmstorfs CO2-Schmuck können Sie nicht nur ein „sichtbares persönliches Statement“ abgeben, sondern auch ganz praktisch „einen Schritt hin zum Stoppen der globalen Erwärmung“ machen. Ist das nicht toll? Zu den Preisen kann ich leider nichts sagen. Da der Schmuck aber sicher nicht für die Krankenschwester oder den Maurer angeboten wird, sondern für die besserverdienenden Sich-besser-Vorkommenden, dürfte er nicht billig sein. Allein die Mieten für Geschäftsräume in der Potsdamer Innenstadt sind so heftig, daß einiges herumkommen muß.

Als ich die Schmuck-Netzseite von Stefanie und Stefan Rahmstorf gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob die beiden sich selbst betrügen oder sich zynisch über die Mitglieder ihres eigenen Juste milieus lustig machen. Die Verkäufer müssen doch jedes Mal einen inneren Lachkrampf kriegen, wenn ein Besserverdiener mit Hang zur Weltrettung diesen teuren Quatsch kauft, dessen Gewinnsumme ohne Nutzen für die Natur in den Taschen von Rahmstorfs und anderen Profiteuren landet.