Wasser­knappheit? Wie die F.A.Z. ihren Ruf selbst zerstört

Bild 1. Droht der Metropolregion um Frankfurt wegen des Klimawandels eine Wasserknappheit? (Symbolbild: Autor)

Fred F. Mueller
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung war über Jahrzehnte stolz auf ihre Seriosität und die Ausgewogenheit ihrer Berichterstattung, weshalb sie lange mit dem Slogan warb: „Dahinter steckt stets ein kluger Kopf“. Doch diese Zeiten sind offensichtlich schon seit Jahren vorbei. Bei Teilen der Berichterstattung handelt es sich inzwischen um plumpen Meinungsjournalismus. Das wird in der Redaktion inzwischen als so selbstverständlich angesehen, dass man für derartige Beiträge sogar unter „F+“ in der Online-Ausgabe Bezahlung einfordert. Ein Beispiel.

Noch fließt Wasser aus dem Hahn“ lautete die Überschrift eines „F+“-Artikels der FAZ-Journalistin Mechthild Harting, der am 07.08.2019 an prominenter Stelle in der Online-Ausgabe der FAZ erschien. Wobei die Dachzeile „Klimawandel“ dem Leser sofort suggeriert, dass es sich auch hierbei schwerpunktmäßig um eine Folge des Klimawandels handelt. Denn dieser, so wird der FAZ-Redakteur Joachim Müller-Jung nicht müde zu betonen, bedroht nicht nur unsere Existenz, sondern sogar unseren Planeten als Ganzes.

Gefährdet der Klimawandel die Wasserversorgung der Metropolregion?

Liest man in die als „Lockspeise“ freigegebenen Zeilen hinein, so steht dort allerdings etwas ganz anderes: Grund für die befürchtete Wasserknappheit sind nämlich offenkundig andere Ursachen. Die Rhein-Main-Region wächst und damit eben auch ihr Bedarf an Wasser. Doch schon bevor das erwähnt wird, beginnt der zweite Satz schon wieder mit den Worten: „Mit Blick auf den Klimawandel…“ Erst danach wird darauf hingewiesen, dass die Zahl der Einwohner allein in den letzten fünf Jahren um rund 130.000 gewachsen ist und auch für die nächsten Jahre kräftiger Zuzug erwartet wird. Wenn dann noch hintereinander zwei trockene Sommer drohen, müsse man sich Sorgen um die Trinkwasserversorgung machen.

Oder liegt es eher an der Übernutzung der Wasservorräte?

Weiter unten erfährt man dann, dass die Trinkwasserversorgung der Region letztmals in den 90er Jahren an ihre Grenzen stieß, als starkes Bevölkerungswachstum und gleichzeitig mehrere trockene Sommer zusammenfielen. Seither war alles im Lot, selbst im extrem niederschlagsarmen Jahr 2003, als in Deutschland nur knapp über 600 mm/a Niederschlag fielen (statt der im Mittel üblichen 800 mm/a). Die jetzt geäußerten Befürchtungen haben daher damit zu tun, dass die Bevölkerung und damit ihr Verbrauch stark zugelegt haben. Dennoch wurde in diesem Zusammenhang der Klimawandel als Ursache für Wasserverknappung in den Vordergrund gerückt.

Die weitere Lektüre hinter der Bezahlschranke kann man sich nach dieser Einleitung schenken. Getreu der üblichen journalistischen Vorgehensweise, dass das Wesentliche eines Beitrags ganz vorne steht und man die hinteren Abschnitte je nach Platzbedarf getrost „abschneiden“ kann, braucht man sich den Rest nicht mehr anzutun und kann dadurch Geld sparen. Konfrontieren wir einfach das offensichtliche Hauptargument „Klimawandel“ mit den nachprüfbaren Fakten.

Der Klimatrend bringt….mehr Regen und mehr Wasser!

Die FAZ-Autorin Mechthild Harting ist offenkundig von der Korrektheit jedweder Klage, die von interessierter Seite mit dem Argument „Folge des Klimawandels“ vorgetragen wird, so überzeugt, dass sie die Pflicht jedes Journalisten – die sorgfältige, kritische und erforderlichenfalls investigative Überprüfung der Fakten – nicht mehr wahrnimmt. Hätte sie sich beispielsweise beim Umweltbundesamt umgesehen, so hätte sie sofort feststellen können, dass die Niederschläge in Deutschland in den Jahren seit 1881 keinesfalls zurückgegangen sind. Im Gegenteil, sie haben sogar deutlich zugelegt, wie die Trendlinie in Bild 2 zeigt.

Bild 2. Seit 1881 hat die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge um rund 9 % zugenommen und liegt jetzt bei etwa 800 mm/a (Grafik: UBA)

Ein einziger Blick hätte also genügt, um das „Klimawandel“-Argument als vorgeschoben zu erkennen. Das Klima wird in Deutschland seit 138 Jahren immer regnerischer. Was wir mit dem trockenen Jahr 2018 und den beiden Hitzewellen 2019 aktuell haben, ist dagegen Wetter. Und Wetter ist nun einmal instabil, chaotisch und nicht langfristig vorhersehbar. Das hat man schon in biblischen Zeiten erkannt, nachzulesen im Gleichnis von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren. Klima ist dagegen der langfristige statistische Trend über Zeiträume von mindestens 30 Jahren. Beides sollte nicht verwechselt werden. Ist das jetzt nur ein nebensächlicher Lapsus der Redaktion oder steckt mehr dahinter?

Auf dem Weg zum „Neuen Deutschland“ der Rhein-Main-Region?

Wer die FAZ regelmäßig liest, kann erkennen, dass sich in der Redaktion seit Jahren schleichend eine Tendenz ausgebreitet hat, die man als Meinungsjournalismus bezeichnen kann. Auch im „Neuen Deutschland“ der DDR durften in keinem nennenswerten Beitrag Hinweise auf die Überlegenheit und die Erfolge der kommunistischen Staatsdoktrin fehlen. Fakten, die diesem Weltbild nicht entsprachen, wurden entweder negiert oder so hingebogen, dass es zur vorgefassten Meinung passte.

Mit Blick auf das Klima ist bei der FAZ die gleiche Art von Meinungsjournalismus zu beobachten. Die Klimaentwicklung wird unter Wissenschaftlern durchaus unterschiedlich beurteilt, seitens der Redaktion werden aber fast nur solche Aussagen aufgegriffen, die in das aktuell vorherrschende Stimmungsbild passen. Man kann mit Fug und Recht von „Klima-Populismus“ der FAZ sprechen. Dass die Gegenargumente von teils namhaften Wissenschaftlern kommen, wird ignoriert. Stattdessen kommen sogar „Fridays for Future“ Youngster als Artikelautoren zu Wort.

Die anhand des hier besprochenen Artikels aufgezeigte ideologisch verfälschte Darstellung ist deshalb kein Lapsus, sondern hat Methode. Sie entspricht einer politisch-ideologischen Agenda der Blattmacher, die ihre Journalisten in dieser Richtung „motivieren“. Anders ausgedrückt: Die FAZ wandelt sich zusehends zu einem Agitprop-Organ der Verkünder der Klimaapokalypse. Und stuft so entstandene Beiträge zugleich als so wertvoll ein, dass man dafür eine Bezahlung erwartet.

Fred F. Mueller

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26 Kommentare

  1. Der letzte Satz/Gedanke dieses Artikels ist der Wesenslichste: die Meinungslenkung.

    Eine Meinungslenkung der Bevölkerung erfolgt durch die Medien. Meinungssteuerung ist offensichtlich ein Herrschaftsinstrument ohne das bestimmte Kreise nicht auskommen.
    Und dieses Lenkungssystem ist ausgefeilt: so werden die abenteuerlichsten Behauptungen und sogar glatte Lügen von bestimmter Seite veröffentlicht, aber Kommentare und Leserbriefe dazu dann entsprechend wegzensiert (sorry heiß ja auf Neudeutsch: „Moderation“) sofern sowas überhaupt noch möglich ist. Bei der FAZ sind Leserbriefe praktisch nicht mehr möglich. Bei der SZ (seit den Änderungen nach dem Fall Molath auch Alpenprawda genannt) nur noch in ver- und geschlossenen Chaträumen. Zensur von Lesermeinungen ist aber in allen bisher auflagenstarken Medien (Spiegel, WELT, ZEIT …) nachweisbar. Sicher ein Grund warum Printauflagen Schwindsucht haben und immer mehr Beitragszahler ARD & ZDF nicht mehr bezahlen. Und weshalb mit der Nazikeule auf die AfD eingeschlagen wird. Die hat nämlich die Beitragsfreiheit gegenüber ARD & ZDF im Programm. Offensichtlich brauchen bestimmte Kreise die ständige Falschmeldung wie „CO2 ist schädlich“ und „Klimakatastrophe“ …

    Dagegen wächst das Info-potential und die Info-Vielfalt im Internet. (Beispiele gefällig?)

    Aber ob das genügt?

    • Sehr geehrter Herr Wolff,
      danke für Ihren Link. Diese Webseite kannte ich nicht.
      Mir fiel darin auf: „Unserer Schätzung zufolge umfasst die Weltbevölkerung 7 669 109 078 Menschen Ende 2018. “
      Eines weiß ich, vom Studium und vom Leben. Wer bei 7 Milliarden auf 109 Tausend, 078 schätzt, der fantasiert.

  2. Von Journalisten darf man heutzutage keine Parteilosigkeit mehr erwarten. Was die FAZ betrifft, so ist die Auflage von 360 000 im Jahr 2011 auf jetzt 227 000 geschrumpft, wober die E-Auflage auf 50 000 gestiegen ist.

    Inzwischen schreiben die bzgl. Klima & Co ziemlich viel Müll und merken nicht, daß eine dumme Göre von 16 Jahren von Naturwissenschaften nun noch immer nur geringe Kenntnisse hat. Frauen sowieso. Die sind überwiegend weder geeignet Flugzeuge zu fliegen noch können die Mathe und Naturwissenschaften verstehen.

    „Die FAZ-Autorin Mechthild Harting“ gehört offensichtlich auch in den mehr als 95%-Frauenkreis, der naturwissenschaftlich-technisch komplett ungebildet ist.

    Und wer es genau wissen möchte, der sollte sich mal für die Kanzlerin und deren Dissertation und den Familienstand ihres „Doktorvaters“ interessieren.

  3. Nun ist in der Regel ja nicht so, das das Trinkwasser genau an der Stelle gewonnen wird, an der es abregnet. Wir haben noch einen eigenen Tiefbrunnen und pumpen aus etwa 25 m Tiefe. Aufgrund des geologisches Gutachtens war ersichtlich, dass eine durchgehende Lehmschicht eine quasi direkte Nachfüllung durch Regenwasser verhindert. Unser Wasser kommt also aus -zig Kilometer Entfernung.
    Als krassen Widerspruch jedoch empfinde ich die (hauptsächlich vom Erklärbären Lesch) wieder und wieder verkündete Erkenntnis, das warme Luft mehr Wasser speichern kann. Wo bleiben sie denn, die Niederschläge ? Drückt sich das nur in Starkregen aus ?(vulgo: Wolkenbruch). Widersprüche über Widersprüche

  4. Lieber Hr. Heinecke,
    besten Dank für die zusätzliche Recherche. Ich muss Ihnen aber widersprechen, wenn Sie mir eine „zweite Simplifizierung“ vorhalten. Im FAZ-Artikel wurde zweimal vom „Klimawandel“ ohne Erwähnung einer Sondersituation im Bereich des Flughafens Frankfurt geschrieben. Hätte die Journalistin korrekterweise diesen Bezug hergestellt, so wäre der Artikel für mich i.O. gewesen und mein Beitrag wäre nicht geschreiben worden. Hat sie aber nicht, sondern sie hat ausdrücklich und gleich zweimal ganz am Anfang „DEN Klimawandel“ ins Spiel gebracht. Das ist schlechter Journalismus, und genau das habe ich aufgespiesst. Ich kann in meinen Aussagen deshalb keine „Simplifizierung“ erkennen. Ihre beiden letzten Sätze werte ich in diesem Zusammenhang als Bestätigung meiner Position.
    Mfg

  5. @Admin
    Die Verlinkung im vorletzten Absatz („Fridays for Future“ Youngster als Artikelautoren) funktioniert offenbar nicht.

  6. Von Journalisten darf man heutzutage keine Parteilosigkeit mehr erwarten. Was die FAZ betrifft, so ist die Auflage von 360 000 im Jahr 2011 auf jetzt 227 000 geschrumpft, wober die E-Auflage auf 50 000 gestiegen ist.

    Inzwischen schreiben die bzgl. Klima & Co ziemlich viel Müll und merken nicht, daß eine dumme Göre von 16 Jahren von Naturwissenschaften nun noch immer nur geringe Kenntnisse hat. Frauen sowieso. Die sind überwiegend weder geeignet Flugzeuge zu fliegen noch können die Mathe und Naturwissenschaften verstehen.

    „Die FAZ-Autorin Mechthild Harting“ gehört offensichtlich auch in den mehr als 95%-Frauenkreis, der naturwissenschaftlich-technisch komplett ungebildet ist.

    In meiner math.-nat.-Klasse gab es nur ein Gymnasiastin. Physik, Mathe und Chemie war nix für das andere Geschlecht.

  7. Da hat die FAZ mal wieder vorbildlich simplifiziert, und Herr Fred Müller versucht das mit einer zweiten Simplifizierung zu widerlegen. Wie wäre es mit Recherche? Die Wassergewinnungsanlagen, aus denen der Großraum Frankfurt versorgt wird, befinden sich großteils im Bereich des Flughafens (www.hessenwasser.de). Wie man aus den Wetterdaten des Landesamtes für Umwelt in Hessen ablesen kann, haben sich die Niederschläge im Raum Frankfurt in der Tat nicht signifikant verändert; geht man aber ins Detail, dann sieht man: Die Wetterstation am Frankfurter Flughafen misst seit Jahren sinkende Niederschläge vor allem im Sommer (Trend seit 1936: von 228 mm auf 171 mm), Herbst und Winter ebenso leicht fallend, Frühling tendenziell gleich. Da im Sommer der Wasserverbrauch naturgemäß am höchsten ist (und die Temperaturen im Großraum Frankfurt – Hitzeinsel – markant angestiegen sind), klingt die Meldung bezüglich Wasserknappheit bei wachsender Bevölkerung nicht mehr völlig abwegig. Zumal der weniger werdende und zur falschen Zeit fallende Regen bei der enormen Versiegelung immer öfter den Bach runter gehen dürfte und weniger zur Grundwasserneubildung beiträgt. Der reflexartige Bezug zum Klimawandel in der FAZ ist billig. Das garantiert gerade bei Online-Artikeln eine hohe Reichweite dank Suchmaschinen-Optimierung. Hat aber mit Journalismus nicht(mehr) viel zu tun.

    • Ist Korinthenkacker auch schon Fäkalsprache? Dann bitte löschen. Aber ein paar zusätzliche Infos sind ja trotzdem noch zu lesen.

    • Ich habe mal schnell nachgeschaut und es ist schlicht falsch!

      Zitat Hessenwasser für die Wasserversorgung Frankfurts:
      „Derzeit werden 30 Wasserwerke und über 250 Brunnen in der ganzen Rhein-Main Region betrieben“ „1/3 der Wassergewinnung erfolgt über Vogelsberg“

      Weiterhin zu abnehmendem Regen über einer Messstelle, als ob das Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel hat. Man fängt doch nicht mit Schirmen Regenwasser auf, sondern pumpt es über Brunnen aus Grundwasserlager ab. Hierzu das Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie Zitat:

      „Einzelne Versorgungsengpässe im Sommer waren vor allem dem hohen Wasserbedarf geschuldet – nicht einer echten Wasserknappheit. Da kamen alle aus dem Urlaub und haben erst einmal ihren Rasen gewässert. Das gab die Infrastruktur einfach nicht her“

      „Trotz anhaltender Dürre müssen sich die Menschen in Hessen keine Sorgen um ihre Trinkwasserversorgung machen. Die Grundwasserstände lägen in den meisten Regionen des Landes derzeit noch immer auf dem Niveau der vergangenen Jahre oder leicht darüber“.

      • Ihr letztes Zitat ist vom Oktober 2018.
        Update Juni 2019:
        „Nachdem die Grundwasserstände und Quellschüttungen im letzten Jahr infolge der langen Trockenheit bis Ende November 2018 auf ein vielerorts deutlich unterdurchschnittliches Niveau gefallen sind, haben die Niederschläge des hydrologischen Winterhalbjahres (November 2018 – April 2019) vielerorts nur zu einer moderaten Erholung der Grundwasserverhältnisse geführt. Da die Defizite aus der lang andauernden Trockenperiode (Februar 2018 –November 2018) aber nur teilweise ausgeglichen werden konnten, war die Ausgangssituation für das aktuelle hydrologische Sommerhalbjahr (Mai 2019 – Oktober 2019) ungünstiger als im Vorjahr. In einigen Grundwassermessstellen sind die Grundwasserstände auch über das Winterhalbjahr weiter gefallen.
        […]
        In der Hessischen Rheinebene, Hessisches Ried, wurden Ende Juni überwiegend fallende Grundwasserstände beobachtet. Am Monatsende bewegten sich die Grundwasserstände auf einem überwiegend mittleren bis unterdurchschnittlichen Niveau. Sehr niedrige Grundwasserstände wurden nur vereinzelt registriert. Verbreitet lagen die Werte unter dem Niveau von Juni 2018.“

        Ich bin auch der Meinung, dass es weniger das Klima als vielmehr das Wetter 2018 / 2019 ist, das zur leicht angespannte Versogungslage in der Rhein/Main Region führte. Die Zuname der Einwohnerzahl um 5 Prozent seit 2010 allein kann die Zunahme des Wsserverbrauchs um 11 Proznet nicht erklären, wie uns Herr Mueller nahelegt (simplifiziert wie Herr Heinecke sagte).

        • Lieber Hr. Ketterer,
          danke für die zusätzliche Recherche. Zunächst freue ich mich, dass Sie der Kernaussage meines Beitrag – dass die Situation nicht am Klima liegt – zustimmen, indem Sie feststellen: „Die jetzt geäußerten Befürchtungen haben daher damit zu tun, dass die Bevölkerung und damit ihr Verbrauch stark zugelegt haben“.
          Nicht einverstanden bin ich jedoch mit Ihrer abschließenden Anmerkung: „Die Zuname der Einwohnerzahl um 5 Prozent seit 2010 allein kann die Zunahme des Wsserverbrauchs um 11 Proznet nicht erklären, wie uns Herr Mueller nahelegt (simplifiziert wie Herr Heinecke sagte)“.
          Damit, Hr. Ketterer, unterstellen Sie mir, dass ich einen linearen Zusammenhang zwischen Bevölkerung und Wasserverbrauch impliziert hätte. Wo, bitteschön, soll ich das behauptet haben? Ich habe von Bevölkerungswachstum und von Übernutzung der Ressourcen gesprochen, ohne zwischen beiden Faktoren einen irgendwie gearteten rechnerischen Bezug herzustellen. Schade, dass Sie nach dem kontruktiven Anfang Ihres Kommentars den positiven Eindruck durch eine solche unnötige und zudem unzutreffende Attacke wieder zunichtemachen.
          Mfg

    • Und jetzt habe ich mal Ihre Aussage bzgl der Niederschläge versucht nachzuvollziehen. Laut dwd wird in Frankfurt am Main erst seit 1949 das Wetter inkl. Niederschläge erfasst bzw seit 1993 automatisch. Können Sie mir Ihre Quelle mitteilen, da es dann offensichtlich Daten gibt die dem DWD nicht bekannt sind bzw diese nicht veröffentlicht werden.

      • 1.) Klimabetrachtungen werden über einen Zeitraum von 30 Jahren und nicht über einen Zeitraum von fast 140 Jahren gemacht. Es muss ja irgendein verbindlicher Betrachtungszeitraum festgelegt sein, um Veränderungen zu erkennen.
        2.) Im Diagramm ist eindeutig seit 20 Jahren eine fallende Tendenz zu sehen, auch ohne lineare Regression.
        3.) Seit über 25 Jahren bewirtschaften wir einen kleinen Garten. Jedes Jahr wird, Art wie auch Menge betreffend, dasselbe angepflanzt. Bis etwa 2005 reichte ein Wasserspeichervolumen von 1,4 m³ (Regenwasser) aus, um regenfreie Tage zu überbrücken. Seit 2005 trat immer häufiger der Fall auf, dass das nicht reichte. Seit 5 Jahren stehen Speicher mit einem Volumen von 3,4 m³ (auch nur durch Regenwasser befüllt) zur Verfügung. Bis vor zwei Jahren reichte das, seitdem wird der Abstand zwischen zwei Regentagen so groß, dass auch die 3,4m³ nicht reichen.
        3) Klimaänderung heißt nicht, dass die Jahresmenge des Niederschlages fallen muss, sondern dessen Verteilung über die Monate des Jahres ist viel aussagekräftiger. Es ist so, dass von Mai bis September die Niederschläge seit Jahren weniger werden (siehe Punkt 2).
        4) Das wird durch weitere Fakten belegt, die Elbe in DD erreicht mittlerweile jeden Sommer einen Tiefstand, der die Schifffahrt über Wochen einschränkt oder zum Erliegen bringt. da helfen auch keine Staustufen mehr.
        5) Seit mehreren Jahren nimmt der Borkenkäferbefall in der Sächsischen Schweiz massiv zu, mittlerweile gibt es großflächig abgestorbenen Wald. Das ist ein eindeutiges Zeichen von zunehmender Trockenheit, da Fichten Borkenkäfer in der Regel durch Harzproduktion abwehren können, die aber voraussetzt, das genügend Wasser im Boden vorhanden ist.

        Das Klimaelement Niederschlag verändert sich, mit allen Konsequenzen, die kausal mit der Menge und Verteilung des Niederschlages zu tun haben. Das abzustreiten, hat wenig mit wissenschaftlichen Journalismus zu tun.

          • „Danke Herr Schubert,
            Sie bringen es auf den Punkt.“

            Wenn der „Punkt“ Klimadödelpropaganda ist, auf jeden Fall!

        • Lieber Hr. Schubert,
          besten Dank für Ihre „Richtigstellung“. Sie haben damit das Umweltbundesamt (UBA) sowie die World Meteorological Organisation (WM0) als inkompetent entlarvt. Diese Leute sprechen doch im Zusammenhang mit dem Klima von folgendem: „Klima ist der mittlere Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet über einen LÄNGEREN Zeitraum. Als Zeitspanne empfiehlt die Weltorganisation für Meteorologie (WMO – World Meteorological Organization) MINDESTENS 30 Jahre, aber auch Betrachtungen über längere Zeiträume wie JAHRHUNDERTE und JAHRTAUSENDE sind bei der Erforschung des Klimas gebräuchlich“.

          Zu Ihrem Punkt 2: Zeiträume von 20 Jahren sind nach Ihrer eigenen Feststellung nicht relevant für Aussagen über Klima-Veränderungen. Das gleiche gilt auch für Ihre Feststellungen bezüglich Ihres privaten Gartens. Die WMO-Definition von „an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet“ wird vom IPCC selbst ständig ausgehebelt, indem von „globaler Erwärmung“ gesprochen wird. Wenn man es ganz genau nähme, müssten wir eigentlich jegliche Aussagen, die ganz Deutschland betreffen, schon als unzulässig definieren, vom Weltmaßstab ganz zu schweigen.
          Nehmen wir bezüglich Niederschlägen als regionale Hilfsgröße doch einmal die Wasserführung der Elbe bei Dresden. Die zehn niedrigsten Wasserführungen traten in folgenden Jahren auf: (jeweils Wasserführung in cbm/ sekunde)
          22,5
          09.01.1954

          31,0
          27.06.1934

          35,8
          15.08.1952

          35,8
          12.08.1947

          38,0
          15.12.1933

          42,0
          03.09.1935

          45,0
          25.08.1904

          46,0
          30.12.1908

          50,0
          26.01.1933

          50,8
          15.02.1874

          Kein einziger dieser extrem niedrigen Werte trat in den letzten 60 Jahren auf. Nach Ansicht des DWD haben wir ja in diesem Jahr einen besonders trockenen Sommer. Die Elbe hat das allerdings noch nicht mitbekommen, dort schwankte der Pegel innerhalb der letzten 30 Tage zwischen ca. 80 und 120 cbm/s, also meist mehr als das Doppelte der niedrigsten Werte aus den vergangenen beiden Jahrhunderten.
          Ich sehe keinerlei Grund, meine Feststellungen bezüglich der Klimaentwicklung der Niederschläge in Deutschland zu korrigieren. Ihr Garten und Ihr Wasserverbrauch sind Ihre Privatsache, das kann und werde ich nicht weiter kommentieren. Borkenkäferbefall ist bei Koniferen, die in ungeeigneten Regionen gepflanzt wurden, leider ein immer wiederkehrendes Problem, hat aber wie gesagt nicht mit dem Klima zu tun.
          Mfg

          • Dann nehmen Sie doch einmal den Wasserstand der Elbe bei Magdeburg, ein Pegel der den „hydrologischen Zustand“ Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts besser „integiert“. Diese hatte diesen Sommer den niedrigsten gemessenen Pegelwert. Zuvor wurden die niedrigsten Werte 2018 und 1934 gemessen.

            MfG
            Ketterer

        • sehr geehrter Herr Schubert
          Sie schreiben: „..Das Klimaelement Niederschlag verändert sich, mit allen Konsequenzen, die kausal mit der Menge und Verteilung des Niederschlages zu tun haben…“ Ich muss feststellen, Sie haben doch gar keinen Niederschlag Ihres Gartens gemessen,sondern nur den zunehmenden Wasserverbrauch für das Gießen. Der Grund könnte auch sein, dass ihr Gartenboden immer trockener wird. In allen Gemeinden, in denen gebaut wird, fällt automatisch der Grundwasserspiegel und die Böden trocknen aus. In unserem Baugebiet Wasserstall drang bei den ersten Häusern noch Wasser durch den Beton in die Keller ein. Nach 10 Jahren war das dann nicht mehr der Fall, einmal weil ständig das Baugebiet sich vergrößerte, aber auch, weil es Zeit braucht bis das einst reichlich vorhandene Wasser im Boden abgeführt ist. Die Bauern beklagen derzeit die Trockenheit ihrer Böden. Sie haben 50 Jahre lang ihre Wiesen- und Ackerböden trockengelegt und nun zeigen sich die Erfolge ihrer mühevollen Generationenarbeit.

          • Sehr geehrter herr Kowatsch,

            „Der Grund könnte auch sein, dass ihr Gartenboden immer trockener wird. “
            Nein, das ist nicht der Fall. Das Wohngebiet, in dem ich wohne, ist vor 30 Jahren erschlossen wurden. Seitdem hat sich weder die Bebauung, noch die Nutzung umliegender landwirtschaftlicher Nutzflächen oder anderer, auf die Wasserführung des Bodens auswirkende Eigenschaften, verändert. Sie werden sicherlich verstehen, dass ich hier im Forum keine weiteren, präziseren Angaben zu meinem Wohnort mache, das hat hier wahrlich niemanden etwas anzugehen.
            Der grundlegende Fehler in Herrn Muellers Beitrag ist die ausschließlich Betrachtung der Jahresniederschlagsmenge, die übrigens laut Diagramm seit 2000 fallend ist. Entscheidend für Trockenheit ist aber, bei gleicher Menge, auch die Verteilung. Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob die Niederschlagsmenge gleichmäßig verteilt übers Jahr oder gehäuft in einem kurzen Zeitraum fällt.

          • Lieber Hr. Schubert,
            es hat fast niemals eine „gleichmässige Verteilung des Niederschlags übers Jahr“ gegeben. Das gehört zum chaotischen Charakter des Phänomens „Wetter“. Deshalb wird ja auch Klima im Unterschied zum Wetter als mittlerer Zustand über lange Zeiträume von mindestens 30 Jahren definiert. Das ist kein „grundlegender Fehler“ von mir, sondern Ihr mangelndes Verständnis dafür, was Klima ist und wie es definiert wird. Denken Sie mal über das Gleichnis von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren nach. Und wie schon gesagt, auch 20 Jahre sind noch kein Klimatrend. 138 Jahre dagegen schon.
            Mfg

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