So heiß, dass man städtische Wärmeinseln vom Weltall aus sieht

Abkühlung während einer Hitzewelle? Garantiert nicht in Stadtzentren wie hier in Berlin. Bild: Jörn Schulz / pixelio.de

Jo Nova
Während der Hitzewellen im Juni in Europa hat die NASA den „Ökostress“ verschiedener Städte untersucht (hier).

Die Wärme der Rollbahnen des Flughafens Charles DeGaulle in Paris-Orly sind vom Weltall aus leicht erkennbar. (Ebenso wie alle anderen idealen Aufstell-Orte für Klimawandel-Thermometer). Die Rollbahnen des Flughafens Charles DeGaulle befinden sich (glaube ich) oben rechts auf der Wärmekarte.

Abbildung 1: Die Ökostress-Karte der NASA von Paris. Quelle: NASA/JPL-Caltech

Bitte um Handzeichen: Wer glaubt, dass die Thermometer im Jahre 1880 zu hohe Werte zeigten? Irgendwer?

Die Fotos wurden am frühen Morgen gemacht. Sie zeigen, wie es wegen des UHI in den Zentralbereichen einer jeden Stadt viel wärmer ist als in der umgebenden natürlichen Landschaft – eine Folge davon, dass Stadtflächen Wärme über den Tag speichern, die sie dann nur sehr langsam wieder abgeben.

Die Tatsache, dass die Temperatur am frühen Morgen 25 bis 30°C betragen hatte, zeigt, dass ein großer Teil der Wärme der Vortage gespeichert worden war von Oberflächen mit hoher Wärmekapazität (Asphalt, Beton und Gewässer). Diese Oberflächen waren nicht in der Lage, die Wärme bis zum nächsten Tag vollständig abzustrahlen. Die eingefangene Wärme resultierte an einigen Stellen in sogar noch höheren Mittagstemperaturen in den hohen 40-er Grad Celsius, als sich die Hitzewelle fortsetzte.

Zwar hatten all diese Wärmesenken die ganze Nacht Zeit, ihre Extra-Wärme loszuwerden, und doch strahlten sie immer noch – sogar noch am nächsten Tag zur Mittagszeit.

Abbildung 2: Ökostress-Wärmekarte von Rom. Quelle wie oben.

Nett, dass man die Flughäfen gekennzeichnet hat.

Hier noch die gleichen Karten von Mailand und Madrid:

Abbildung 3: Mailand, Ökostress-Wärmekarte. Quelle wie oben

Abbildung 4: Ökostress-Wärmekarte von Madrid. Quelle wie oben

Die COSTRESS-Sonde wurde im vorigen Sommer zur Weltraumstation geschossen und sammelte ihre ersten Daten schon wenige Tage nach der Installation. Das Instrument misst Variationen der Oberflächentemperatur bis auf wenige Zehntelgrad genau, und das mit beispiellosem Detailreichtum: Es kann Temperaturänderungen zu verschiedenen Tageszeiten auf Flächen von der Größe eines Football-Feldes erkennen. Diese Messungen helfen den Wissenschaftlern bei der Abschätzung des Wohlergehens von Pflanzen und Reaktionen auf Wasserknappheit, was ein Indikator für eine bevorstehende Dürre sein kann. Das Instrument kann auch zur Messung von Wärmetrends herangezogen werden, zum Aufspüren von Waldbränden und Steigerungen vulkanischer Aktivitäten.

Mehr zu ECOSTRESS findet man hier.

Link: http://joannenova.com.au/2019/08/we-can-see-the-urban-heat-islands-from-space/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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22 Kommentare

  1. Dies sind zwar schöne Bilder und schöne Namen „ECOSTRESS“. Man möchte aber gerne wissen, wie die Temperatur-Messungen erfolgen. Offensichtlich sind es IR-Messungen im atmosphärischen IR-Fenster 8-12 µm. Bei der Interpretation der Messungen als Oberflächen-Temperatur wird angenommen, dass atmosphärische IR-Quellen vernachlässigbar sind, d.h. Wolken und Aerosole. Mir ist auch unklar, wie die Emissivität der Oberfläche eingeht bzw. wie zwischen emittierter und reflektierter IR-Strahlung der Oberfläche unterschieden wird.

    • zu: atmosphärische IR-Quellen vernachlässigbar

      Transparent gegenüber behauptete TE-Strahlen.

      There, fixed it for you.

      P.S. ich würde nur das Sherlock Holmes Prinzip akzeptieren.

  2. Ich sage mal so: Dem Herzkranken oder gerade anderweitig Unpässlichen ist es egal, ob sein Kollaps durch die erhöhten Temp. einer Wärmeinsel ausgelößt wird oder weil ihn das Pflegepersonal zulange auf die Sonnenterasse gestellt hat….
    Es hilft ihm auch nicht, wenn Wissenschaftler den UHI *herausrechnen*. Er ist da, und er ist menschgemacht, die Temperhöhungen unter solchen Bedingungen sind meßbar und wirken. Manchmal sogar auf angenehme Art.

    Und jede Air- Condition in diesen Gebieten erhöht diesen Effekt; die der Innenluft der Gäude entzogenen Wärme wird draussen wieder abgegeben, um die Verlustleitung der Kühlgeräte erhöht.

    Selbst Diskussionen wie um den Standort der Meßsttion *Wärmerekord von Lingen* sind für den Allerwertesten. Es ist der Lauf der Dinge, dass sich Umgebungen verändern. Und wir leben in dieser Umgebung. Die Änderungen können natpürlichen Ursprungs sein, Erdrutsche, Überschwemmungen, durch Vulkanismus verursacht oder seit beginn des Holozäns durch den Menschen selbts.

    Denn das geht letztlich schon seit Jahrtausenden so, seit der Mensch immer großflächiger die Natur umgestaltet zum Nahrungs- und Ressourcenerwerb. Albedo, Microklima, Verdunstungsverhältnisse, Wasserabfluss… ändern sich. Damit fortschreitend auch das Regionalklima. Und bei der Größe der Ballungsräume mittlerweile darf man getrost annehmen, dass die Einflüsse auch überregional wirken.

    Falsch ist also nicht eine evtl. ungenügende rechnerische Kompensation von Wärmeinseleffekten oder deren Überkompensation. Falsch bleibt, zu glauben, als alleinigen Täter das Co2 dingfest gemacht zu haben. Und vor allem bleibt falsch, zu glauben, durch Co2- Besteuerung das *Klima retten* zu können.

    • Dann ist aber auch eindeutig klar, dass gegen die Zunahme der Wärme in den Wärmeinseln eine innerstädtische Begrünung, Aufforstung und das Pflanzen von Alleebäumen hilft. Wäre schon toll, wenn sich die Eike Leute dafür einsetzen würden.

  3. Rahmstorf meint,das die zusätzlichen Erwärmungen der Wärmeinseln rausgerechnet sind.
    Er hat aber nicht verraten wie?!Kann man das rausrechnen,wenn ja jede Wärmeinsel anders ist?

    • ich gehe mal davon aus, dass wenn, sie nur einen pauschalen „Korrekturfaktor“ genommen haben und das dann groß als fachlich geprüftes Herrausrechnen präsentieren, ohne nähere Einzelheiten

      • Liebe Herr Grabitz
        Es gibt in den DWD-Daten überhaupt keinen Korrekturfaktor. Dr. Mülller-Westermeier vom DWD teilte mir einst mit, man nehme die Temperaturen so wie sie sind und da käme nun mal eine Erwärmung heraus. Es sei nicht Aufgabe des DWD, diese Erwärmung zu erklären. Das war einmal, inzwischen erklärt die naturwissenschaftliche politische Führungsriege diese Erwärmung seit 1881 mit dem CO2-Treibhauseffekt. Anderereits läuft aber auch ein Untersuchungsprogramm in diversen Großstädten, um den UHI=Stand-Landeffekt zu ermitteln. Die größten Temperatur-Unterschiede soll es in Berlin gegeben haben. Da sollen an einem Sommerabend 16 C UHI-Temperaturunterschied gewesen sein. Leider weiß ich nichts näheres. Aber unser Detektiv Ketterer könnte vielleicht den bisherigen DWD-Untersuchungen auf die Spur kommen.

        • „Aber unser Detektiv Ketterer könnte vielleicht den bisherigen DWD-Untersuchungen auf die Spur kommen.“

          Ganz bestimmt!Er ist schon ganz „heiß“ drauf…

  4. Das Problem des UHI ist seit über 100 Jahren bekannt; doch der Begriff des Wärmeinseleffekts ist eigentlich umfassender, denn auch in der freien Landschaft kommt es, bedingt durch Nutzungsänderungen wie Meliorationen, Abholzungen oder Bodenverdichtungen, zu Erwärmungseffekten. Und dann sind da ja auch noch die Stromtrassen und die ausufernden Wind- und Solarparks. Meine Frage: Kann man vielleicht die erwärmende Wirkung der Wind- und Solarparks auch vom Weltall aus erkennen?

    • Guten Morgen Herr Kämpfe,

      Ich denke das wird bei den Windfängern und Solarparks schwierig, gerade bei morgentlichen Aufnahmen.
      Solarmodule selbst besitzen fast keine Wärmekapazität und weisen am Morgen die selben Abstrahlungswerte auf wie Pkw-frontscheiben wenn diese über Nacht im Freiem standen. Die Module liegen bei den Messwerten schon nach gut einer Stunde nach dem direkten Lichteinfall unter denen der unmittbaren Umgebung.
      Bei den WEA ist der Fall ja noch komplexer wegen Veränderung der Luftdurchmischung und Verdunstung.
      Hier wären vielleicht Luftaufnahmen bei landwirtschaftlicher Nutzung des Umfeldes hilfreich. Man könnte eventuell die Hauptwetterrichtung in einem Schlag gleicher Nutzung feststellen. Vielleicht sogar über Bodengutachten wenn man das über die Lebensdauer der WEA hinaus dokomentiert.

      Mit freundlichen Grüßen!
      Christian Möser
      Zimmerer

      • Danke Herr Möser,
        ja Sie haben Recht; Nachts und Morgens kann man bei den Paneelen keinen WI nachweisen; da sind sie kühler als die Umgebung; aber könnte es auch sein, dass es Aufnahmen vom Mittag oder Nachmittag gibt, wo sie bei Sonnenschein markant wärmer sind, als der gewachsene Boden und die Vegetation?. Während der UHI vor allem in den Nächten und gegen Morgen sichtbar ist, sind die Verhältnisse bei Solarpaneelen so, dass hier vor allem tagsüber Wärme eingetragen wird – und das, im Gegensatz zu Beton, Stein, Ziegel oder Asphalt, wegen der fehlenden, großen Wärmekapazität auch nur kurzfristig, dann aber sehr intensiv.

        • Auf jeden Fall wird es bei direkter Einstrahlung sichtbar.
          Nicht umsonst ist ein effizienter Kühlluftstrom wichtig da sonst der Wirkungsgrad der Paneele rapide abfällt. Da frage ich mich manchmal wie Platzierungen so zustande kommen. Auf Google Maps findet man über die Satellitenansicht oftmals sich ähnelnde Muster.
          Ich halte morgens nur deshalb die IR-kamera drauf weil ich sie mal vor 6 Uhr und Sonne warm ertappen will……

          Mit freundlichen Grüßen!
          Christian Möser
          Zimmerer

  5. Da wundert es nicht das die erhitzen naturfremden Gemüter diesen Inseln der Wärme entspringen.
    Einst war der Mensch, ein Kind der Tropen, glücklich über ein Klima welches ihm im kalten Norden das Leben erleichterte und man baute Wein bis nach Süd Schottland an. Heute verspüren diese Gemüter, dessen Nahrungsbeschaffung auf Einkaufstasche und EC- Karte gründen, die Sehnsucht nach der Kälte. Die Ergebnisse der Messungen am eigenen A…. suggerieren ihnen eine bevorstehende Katastrophe.
    Vielleicht könnte man ja auch nochmal Karten einstellen, welche großflächiger die kühlen Zonen der umliegenden frischen Landluft darstellen und man die Flächen in ihrer Ausdehnung in’s Verhältnis setzten kann.
    Dazu noch die Messstationen der Apokalypse markiert. Das wäre perfekt.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Christian Möser
    Zimmerer

  6. Hochinteressant. Danke für den Beitrag und insbesondere für die Wärmebilder. Man braucht wenig Phantasie, um zu verstehen, dass Temperaturmessungen in der Nähe dieser Siedlungsgebiete globale Temperaturtrends zwangsläufig verfälschen müssen.

      • Vielen Dank für diese uns (Kämpfe/Kowatsch/Leistenschneider) bestätigenden IR-Aufnahmen der Städte und Flughäfen aus dem Weltall. Mitzuwerwähnen ist stets, dass vor 100 Jahren die Flughäfen noch Naturlandschaft, manchmal gar Feuchtwiesen oder Wald waren. Egal wo immer auch die Wetterstation im Flughafenbereich nun platziert ist, – in Straubing soll sie auf dem Dach des Towers stehen- sie zeigt zu allen Jahreszeiten mehr Temperatur als der frühere ländiche und oftmals viel feuchtere Standort. Eine Zunahme des Flugverkehrs heißt grundsätzlich Zunahme der gemessenen Temperaturen. Jede Autobahnerweiterung und jede Bebauung in der Umgebung der Flughäfen trägt zur weiteren Erwärmung der Flughafenregion bei. Dass der gesamte Flughafenbereich vollkommen trockengelegt wurde, sei nur nebenbei erwähnt. Der DWD stufte seine Flughafenwetterstationen vor einigen Jahren als ländlich ein, weil sie angeblich „weitab von allen Wärmeinseln“ wären, so ein Schreiben des DWD an mich. Wahrscheinlich gilt diese DWD- Einteilung immer noch. Nun werden wohl wieder einige Kommentatoren der CO2-Glaubenskirche nach der Quantifizierung des zusätzlichen WI-effektes gegenüber einer Wetterstation vor 100 Jahren im damaligen Landschaftsbereich fragen und den Artikel ablehnen, weil die Quantifizierung nicht möglich ist. Aber unser großer und gut bezahlter Märchenerzähler Stefan Rahmstorff wird weiterhin behaupten dürfen, der menschenerzeugte WI-effekt (der Flughafenregion gegenüber der einstigen freien Landschaft) werde vom DWD herausgerechnet. Er ging bei seiner Aussage sogar noch weiter, grundsätzlich habe der DWD die WI-effekte bei allen Stationen herausgerechnet. Genauso dumm und falsch sind dann Behauptungen einiger Kommentare wie: früher habe es bereits Wärmeinseln gegeben und da habe sich nichts geändert. Dieser Artikel zeigt wenigstens deutlich, dass sich ständig, eigentlich täglich menschengemacht was ändert.
        Fazit: Klima ändert sich immer, seit 1881 wurde es wärmer. An der Erwärmung hat der Mensch seinen Anteil, der menschengemachte Anteil heißt WI-effekt und nicht CO2-Treibhauseffekt. Der behauptete Treibhauseffekt ist ein erfundenes Geschäftsmodell, so wie die Begriffe „Erbsünde“ und „Fegefeuer“ dem Ablaßhandel und dem Reichtum der Kirche dienten.

        • „Der behauptete Treibhauseffekt ist ein erfundenes Geschäftsmodell, so wie die Begriffe „Erbsünde“ und „Fegefeuer“ dem Ablaßhandel und dem Reichtum der Kirche dienten.“

          Kann man nicht oft genug sagen…

    • Charles de Gaulle befindet sich NO von Paris, der markierte im Süden ist Orly. Da hast sich vermutlich nur ein CdG zuviel in den Artikel gemogelt.

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