Ein Fall des Vergleichs von Äpfeln mit Mandarinen und Erdbeeren…

Töten natürlich keine Plastikentchen: Windräder! Bild: J. J. Dierks / pixelio.de

Juliet Walker
Die Opposition des ehemaligen Führers der Grünen in Australien Bob Brown gegen die geplante Errichtung eines Windparks auf Tasmanien wegen des Blutzolls unter Vögeln und sichtbarer Verschandelung der Landschaft wird hoffentlich einen Aspekt in den Mittelpunkt rücken, der standhaft und stur von den Mainstream-Medien ignoriert worden ist.

Trotz des wachsenden Widerstandes gegen Windparks auf der ganzen Welt seitens prominenter Umweltaktivisten, Naturschützer und besorgter Bürger glauben viele Menschen immer noch naiv an das simplistische Märchen der Vorteile von Windparks. Typisch für diese simple Denkweise, welche das Thema Klimawandel allgemein untermauert, ist, dass der operettenhafte Glorienschein um erneuerbare Energie niemals einer reifen, rationalen Diskussion darüber ausgesetzt worden ist, ob die Kosten – umweltlicher, ökonomischer und sozialer Art – die vermeintlichen Vorteile nicht weit überwiegen. Sicher ist Wind sauber und erneuerbar. Daraus folgt aber nicht, dass die industriellen Maschinen zum Abfangen des Windes ebenfalls sauber, erneuerbar oder in irgendeiner Weise ,gut‘ für die Umwelt oder die Menschen sind, weder allgemein noch an speziellen Orten. Zumindest sollten die Negativa genauso offen und ehrlich diskutiert werden wie es bei den Positiva der Fall ist.

Der öffentlich geäußerte Widerstand von Mr. Brown gegen den Windpark führte dazu, dass er von allen Seiten angegriffen wurde ob seiner scheinheiligen NIMBY*-Haltung angesichts seiner vorherigen Unterstützung für erneuerbare Energie und seiner vorherigen Proteste gegen die Adani-Kohlezeche. Die Wohlmeinenderen behaupteten, er sei einfach ,falsch informiert‘ und brachten online eine Flut schäbiger Argumente und Statistiken vor nebst Links zu ,wissenschaftlichen Studien‘, um die Windparks gegen das Argument des Massentodes der fliegenden Fauna zu verteidigen.

[*NIMBY = Not In My Back Yard = nicht vor meiner Haustür. Anm. d. Übers.]

Eine Studie, auf die immer wieder verwiesen wird, trägt den Titel [übersetzt] „Die Kosten fossiler Treibstoffe und von Kernkraft bzgl. Flora und Fauna“ [Original: The Avian and Wildlife Costs of Fossil Fuels and Nuclear Power], erschienen am 4. Dezember 2012 im Journal of Integrative Environmental Sciences (vol. 9, 255-278). Der Autor schreibt, dass „frühere Begutachtungen von 616 Studien zu Windenergie und Vogelsterben zu dem Ergebnis gekommen waren, dass jeder einzelne eine negative Verbindung zwischen Windenergie und der Natur ringsum zeichnet“ (Sovacool 2009). Er fährt dann fort, Windparks zu preisen, wendet dabei aber zutiefst betrügerische Logiken und Verfahren an. Die Studie vergleicht direkte Auswirkungen vor Ort (d. h. tatsächliche Todesfälle von Vögeln von Kollisionen mit Kühltürmen von Kernkraftwerken sowie Überland-Stromleitungen) PLUS die indirekten Todesfälle stromauf- und -abwärts durch den gesamten Kohle- und Uran-Treibstoffzyklus wie Bergbau, Zerstörung von Habitaten und Verbrennung. Folgerichtig berechnet die Studie 46.000 tote Vögel durch Windparks 2009 in den USA, 460.000 durch Kernkraftwerke und 24 Millionen durch fossile Kraftwerke! Das ist äquivalent zu einer Todesrate pro Gigawatt von jeweils 0,27; 0,6 und 9,4.

Nun könnte man argumentieren, dass die Auswirkungen der Treibstoff-Extraktion nicht für Windparks gelten, weil Wind der ,Treibstoff‘ ist. Aber die Studie versäumt es, die gesamte Palette bzgl. der Errichtung von Windturbinen und Windparks zu erfassen, als da wären Bergbau, Infrastruktur, Herstellung und Zerstörung von Habitaten. All dies hat genau wie Kohle und Kernkraft indirekte Auswirkungen auf Vögel. Eine Erweiterung von Windparks bedeutet, dass das Material für viele weitere Schlacht-Maschinen abgebaut werden muss, und viel mehr Landfläche wird zur Stromerzeugung verbraucht. Wegen der geringen Energiedichte von Windenergie ist ein Landverbrauch 40 bis 50 mal so groß wie der eines Kohlekraftwerkes und 90 bis 100 mal so groß wie der eines Gaskraftwerkes erforderlich.

In die Studie haben auch sämtliche vermeintliche Schäden der fossilen Treibstoffe bzgl. der höchst strittigen, unbewiesenen und schlecht definierten Auswirkungen auf den ,Klimawandel‘ Eingang gefunden:

Hinsichtlich fossil betriebener Kraftwerke stammen die bedeutendsten Todesfälle vom Klimawandel, welcher Wetterabläufe ändert und die Habitate zerstört, auf welche die Vögel angewiesen sind.

Das ist eine durch und durch ungestützte Behauptung. Tatsächlich heißt es im 5. IPCC-Zustandsbericht:

Es gibt SEHR GERINGES Vertrauen, dass das beobachtete Aussterben von Spezies der jüngsten Erwärmung zugeordnet werden kann, was dem SEHR GERINGEN Anteil von Aussterbefällen geschuldet ist, welche dem Klimawandel zugeschrieben werden sowie der DÜRFTIGEN NATUR der meisten Zuordnungen.

In der Studie heißt es weiter:

Zieht man die vom IPCC erwarteten mittelfristigen Szenarien des Klimawandels in Betracht, wird projiziert, dass 15% bis 37% aller Vogel-Spezies bis zum Jahr 2050 ausgestorben sein könnten. Auch diese Zahlen können vorsichtig quantifiziert werden zu 9,16 Todesfällen pro GWh durch Öl-, Erdgas- und Kohlekraftwerke.

Vorsichtig‘ tatsächlich. Falls beobachtete Aussterbefälle von Spezies nicht dem gegenwärtigen Klimawandel zugeordnet werden können, wie ist es dann möglich, zukünftige Aussterbe-Fälle einem schlecht definierten und unbewiesenen ,Klimawandel‘ zuzuordnen? Der Autor betont, dass „die Berechnung der Relation zwischen Vogeltod und Klimawandel zugegebenermaßen grob vereinfachend ist“. Unglücklicherweise ist dies jedoch nicht das, was die ideologisch blinden Leser aus dieser Studie mitnehmen. Die erstaunliche Zahl von 24 Millionen getöteten Vögeln, welche fossilen Treibstoffen in die Schuhe geschoben wird, ändert sich dramatisch, wenn der ,Klimawandel‘ aus der Gleichung genommen wird. Selbst wenn man den Bergbau auf das Schuldkonto der fossilen Treibstoffe, aber nicht auf das Schuldkonto von Windparks schreibt, dann erkennt man, dass Windparks eine höhere Todesrate aufweisen von 0,269 pro GWh im Vergleich zu 0,2 für Energie aus fossilen Treibstoffen.

Die Schlussfolgerung der Studie, wonach Windparks eine geringere Vogelsterblichkeit pro Gigawattstunde aufweisen als Energie aus Kohle oder Kernkraft, enthält eine weitere falsche Hypothese: „Der breitere Verbrauch von Windenergie kann Wildnis und Vögel retten, weil er diese schädlicheren Stromquellen ersetzt“. Dies leugnet den Umstand, dass alle Windparks Backup-Energie benötigen, welche gewöhnlich durch fossile Treibstoffe oder Kernkraft zur Verfügung gestellt wird. Die umweltlichen Auswirkungen ordentlich zu unterscheiden zwischen Windenergie und anderen Energiequellen ist vollkommen unaufrichtig. Tatsächlich zeigen jüngste Studien, dass die Nachfrage nach fossilen Treibstoffen zunimmt, wenn erneuerbare Energie ausgeweitet wird. Um fossile Energie und Kernkraft vollständig mit Wind- (und/oder Solar-)Parks zu ersetzen, bräuchte man Batterien, deren indirekte Auswirkungen ebenfalls Eingang finden müssten in die Berechnung der Auswirkungen des Treibstoff-Zyklus‘ auf Habitate, wenn man einen Äpfel-mit-Äpfeln-Vergleich vornehmen möchte.

James Hansen, einer der bekanntesten Alarmisten der globalen Erwärmung, stellte im Jahre 2016 fest:

Der Gedanke, dass erneuerbare Energien & Batterien allein alle benötigte Energie zur Verfügung stellen werden, ist phantastisch. Es ist auch ein grotesker Gedanke wegen der erschütternden Umweltverschmutzung durch Bergbau und Abraum-Lagerung, falls die gesamte Energie aus Erneuerbaren und Batterien gewonnen wird“.

Und schließlich fährt die Studie damit fort, das fadenscheinigste aller Argumente zu bringen: Erheblich mehr Vögel kommen zu Tode durch Überlandleitungen, Mobilfunk-Masten, Autos, Fenster in Gebäuden und Katzen. Die Folgerung: „Die Auswirkungen von Windturbinen sind daher vernachlässigbar im Vergleich zu anderen Ursachen der Vogelsterblichkeit“.

Dieses leere Argument wird von den Twitterern, den Aktivisten, Akademikern und den Medien online wieder und immer wieder wiederholt – aber dennoch ist die Schlussfolgerung eine aberwitzig unlogische Schlussfolgerung. Keine der anderen Ursachen von Vogelsterblichkeit verschwindet, egal welche Art Energie wir verbrauchen! Es ist unsinnig zu argumentieren, dass weil mehr Todesfälle schon jetzt verursacht werden durch andere Faktoren, die damit gar nicht im Zusammenhang stehen, sind zusätzliche Todesfälle inkonsequent, vor allem, wenn man die speziellen Vogelspezies im Blick hat, die von Windparks betroffen werden. Katzen töten keine Adler. Es ist so, als würden wir argumentieren, dass weil wir schon jetzt viele Fische fangen, es kein Thema ist, dass wir mehr Fische fangen im Großen Barriere-Riff. Weil es schon jetzt große umweltliche Auswirkungen gibt, ist es inkonsequent, anderswo zusätzliche Umweltauswirkungen mittels negativer Aktivitäten zu erzeugen. Lächerlich.

Zur Ehre des Autors muss gesagt werden, dass er ,eine Anzahl hervorstechender Begrenzungen der Studie‘ einräumt, wenn er schreibt, dass „die Rolle des Klimawandels bzgl. des Aussterbens von Vogelspezies‘ – obschon wirklich besorglich – nicht überzeugend ist und dass man daher dieser mit extremer Vorsicht entgegen gehen muss“. Er schreibt auch, dass „diese Ergebnisse keine Lizenz für Vögel tötende Windturbinen sind, für Windparks, die fahrlässig errichtet werden oder für Forschungen nach besseren Designs, die Windenergie weniger destruktiv machen bzgl. Wildnis und Habitate“.

Es ist eine Schande, dass jene Begrenzungen (und die große Anzahl von Studien, welche belegen, dass Windparks tatsächlich eine ernste Bedrohung für Vögel und Fledermäuse sind), von all Jenen ignoriert werden, die einer Agenda folgen, und dass zweifelhafte, nicht nachvollziehbare Berechnungen und kaum begründete Rechtfertigungen weiterhin Munition für zahllose Klimawandel-Aktivisten liefern als ,Beweis‘, dass Millionen durch Windparks getötete Vögel unbedeutend sind.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/07/23/a-case-of-comparing-apples-to-tangelos-and-strawberries/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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