Klima-Extremis­mus: Demokratie und Fortschritt stehen vor dem Aussterben

Wollen die chinesische Diktatur am liebsten ganz Europa überstülpen: Klima-Extremisten! Bild: Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Iain Martin, The Times
Klima-Aktivisten sind herrschsüchtige Extremisten, welche für sich in Anspruch nehmen, das Recht gepachtet zu haben, sogar ohne die Wähler zu befragen.
„Die Demokratie muss aufgegeben werden, um die Klima-Krise zu lösen“. Eine Elite-Regierung ist besser als Demokratie – zumindest wenn es der Welt gelingen soll, die akute Klima-Krise beizulegen. Das sagt Prof. Jørgen Randers. Vielen Klima-„Experten“ schwebt ein eindeutiges Modell vor: die Diktatur in China.

Extinction Rebellion hatte jüngst nichts Besseres zu tun als den Verkehr in Bristol zu blockieren als Teil ihres Planes, den Planeten zu retten. Allerdings stellt sich heraus, dass sehr Viele sich über Verkehrsstaus, verursacht durch Hippies und radikalisierte Jugendliche, schwer ärgern.

Ein Anrufer bei BBC Bristol behauptete, dass Ärzte ihm gesagt hätten, sofort zu seinem Vater zu kommen, weil dieser im Sterben liege, bevor es zu spät ist. Der Rückstau bedeutete, dass er nun tatsächlich zu spät kam.

Der Vorfall in Bristol ist ein weiterer Indikator dafür, dass der Streit über den Klimawandel rasch zu einer absteckenden Trennlinie wird in dem gefürchteten Kulturkampf in UK. Zusammen mit der nationalen Schlammschlacht um den Brexit kommt die Schlacht um die Umwelt als eine Teilung in Klassen, politische Haltungen und Stammeszugehörigkeit daher.

Jüngere Wähler neigen dazu, zutiefst besorgt zu sein ob der globalen Erwärmung. Sie machen für den Klimawandel die vermeintliche Selbst-Absorption einer verbrauchssüchtigen ältere Generation verantwortlich, die nichts anderes im Sinn hat als ein möglichst starkes BIP-Wachstum – viel stärker als der Planet verkraften kann. Die Radikalen wollen sofortige Maßnahmen gegen Autos, Flugzeuge und Gasöfen. Und sie sind felsenfest davon überzeugt, unanfechtbar recht zu haben.

Da gibt es aber einen Haken. Die Vorgänge der letzten Jahre belegen, dass die Belehrung vermeintlich minder bemittelter Zeitgenossen (nach Bildung und ökonomisch) durch rechthaberische Individuen der Mittelklasse nicht gut funktioniert. Widerstand und der Wunsch, scheinheiligen und tyrannisierenden Eliten einen Tritt zu versetzen, spielten eine nicht unerhebliche Rolle beim Ergebnis des Brexit-Referendums.

Werden die meisten Wähler begrüßen, was als Nächstes von der grünen Front kommt? Um das Versprechen der Regierung umzusetzen, bis zum Jahr 2050 Kohlenstoff-neutral zu werden, muss den Verbrauchern bald von ihren Oberen beigebracht werden, wie man effektiv Millionen von Gasöfen ersetzt, wie man obligatorische und unwirksame Induktionsherde in der Küche betreibt und dass man eine potentiell strafende Besteuerung von Petroleum und Flugreisen einführen muss.

Extiction Rebellion sagt, dass selbst das 2050-Ziel beklagenswert unzureichend ist. UK muss bis 2025 Kohlenstoff-neutral werden; Wirtschaftswachstum muss effektiv beendet werden, und die Massen-Blockade auf Straßen wird sich verstärken, bis sie bekommen, was sie haben wollen.

Schon jetzt überlastete Polizeikräfte sind zutiefst besorgt über die Protest-Pläne von Extinction Rebellion. Bristol vor ein paar Tagen war lediglich eine Mittsommer-Probe für viel umfangreichere Vor-Brexit-Proteste, die im Oktober geplant sind, warnte die Polizeiführung. The Times berichtet, dass die Polizei sich viel härtere Strafen für Wiederholungstäter wünscht.

Die Bedenken der Polizeidirektion reflektieren die Warnungen in einem Report mit der Bezeichnung Extremism Rebellion, veröffentlicht in dieser Woche von der Denkfabrik Policy Exchange. Die Autoren, von denen einer, nämlich Richard Walton, ein ehemaliger Leiter einer Polizei-Abteilung gegen Terrorismus ist, wurden dafür kritisiert, die Protestierer als radikale und extremistische Anarchisten bezeichnet zu haben, die wie wild darauf aus sind, die Demokratie zu beseitigen. Aber sie haben verdammt recht. Die Demokratie steht auf dem Spiel. Extinction Rebellion akzeptiert keine grundlegenden demokratischen Prinzipien und möchte das britische parlamentarische System abschaffen.

Dies wurde offensichtlich in einer bei oberflächlicher Betrachtung vernünftig klingenden Rede von Rupert Read. Der Philosoph wurde zum offiziellen Sprecher von ER, der in dieser Woche im Radio die Proteste verteidigte. Read hat es wiederholt nicht geschafft, ins Parlament gewählt zu werden. Kann es sein, dass es eine Verbindung gibt zwischen diesem Umstand und seinem Trachten nach Veränderung des politischen Systems, unter welchem er immer wieder gescheitert ist?

Extiction Rebellion ist nicht im Entferntesten anti-demokratisch, sondern man will einfach eine neue Art der Demokratie, sagte Read der BBC. Dies könnte verlockend klingen angesichts der Art und Weise, mit der die Brexit-Farce den Glauben an unsere Institutionen unterminiert hat. ER will eine Bürger-Versammlung – ein beruhigender Terminus – ins Leben rufen. Diese soll Ministern und Abgeordneten (den Abgeordneten, die wir wählen!) sagen, was sie tun sollen. „Ein Bürgerrat zu Klima und ökologischer Gerechtigkeit wird diesen gordischen Knoten durchschlagen“, sagt die Organisation. „Politikern wird Zugang zu öffentlichen Beurteilungen gegeben, die auf faire und informierte Art und Weise zustande gekommen waren“.

Das Modell ist in mehreren Ländern angewendet worden, um schwierige moralische Sackgassen aufzubrechen. Aber kein Land hat das Modell bei der Aufgabe angewendet – aus guten Gründen – dessen Wirtschaft und Gesellschaft umzumodeln und wirtschaftliches Wachstum zu beenden.

Die inhärenten Inkonsistenzen des Bürgerrats werden schnell schreiend hervortreten bei Anwendung auf die Wirtschaft. Was passiert, falls die für den Rat ausgewählten Bürger nicht genau dem folgen, was Extinction Rebellion will? ER sagte, dass dieser Klima-Notstand eine existenzielle Krise ist, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass die Blockaden aufhören, selbst wenn die Wähler in einer Folgewahl die Größe der Rechnung erkennen und diejenigen närrischen Abgeordneten hinauswerfen, welche die Kontrolle einem Bürgerrat übergeben hatten – vermutlich ins Leben gerufen unter einem Überwachungs-Komitee unter der Leitung von Rupert Read.

Es gibt einen fundamentalen demokratischen Einwand. Jeder, der danach trachtet, der Wirtschaft das zuzufügen, was Extinction Rebellion plant, sollte dies in ein Partei-Manifest gießen; es sollte hinterfragt werden von Medien und Wählern, von geeigneten Kandidaten vertreten werden, im Kampf gegen andere Parteien gewinnen, eine Regierung bilden, falls sie die Sitze bekommen und mittels Gesetzgebung und/oder Referendum das Ende der Ökonomie implementieren, wie wir sie kennen.

Kein Wunder, dass Extinction Rebellion das konventionelle Vorgehen scheut. Sie werden niemals der Gewinner sein. Während die Öffentlichkeit empfänglich ist für allgemeine Gedanken, den Planeten zu schützen, wird es niemals so etwas wie eine Mehrheit für eine Palette politischer Maßnahmen geben, die das Fliegen sowie wirtschaftliches Wachstum verbieten, wenn die Emissionen von UK drastisch gesunken sind und neue Ökonomien so viel mehr emittieren.

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Die ganze Story steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/climate-extremism-democracy-and-progress-are-facing-extinction/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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6 Kommentare

  1. L.Pietrusky – Die Warner nutzen zumeist Umweltverbrechen als Köder, ohne deren Ursachen zu suchen und entdecken in klimatischen Veränderungen z.B. „die existentielle Krise der Menschheit“. Dies erfolgt, ohne weitere akute Gefährdungen, deren Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadensumfänge auch nur anzurühren, was ihnen den Blick auf die wahrhaftigen Risiken ermöglichen würde. Der ER/XR-Vorschlag zur Verbesserung der Demokratie durch Bürger-Versammlungen, einen Bürgerrat zu Klima und ökologischer Gerechtigkeit, öffentliche und faire politische Entscheidungen klingen wohltuend. Dem widerspricht aber grundsätzlich, dass das Ziel durch Beendigung von wirtschaftlichem Wachstum und Versagtem Wohlstand für Milliarden Menschen erreichen werden soll. Spätfeudales Verwehren sozialer Freiheit wird weder persönliche Freiheit noch Demokratie ermöglichen, denn Mangel ist keine Voraussetzung für Freizeit, Bildung, Forschung, Kreativität, Entwicklung, Technologieschübe und freie Gesellschaften. Selbst Ökonomen akzeptierten längst und Klassiker gingen davon aus, was dem Normalbürger selbstverständlich ist, dass Wachstum der Moral nützt (https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/interview-wachstum-nuetzt-der-moral/1551590.html ). Wozu aber hilft der Hieb gegen China, der zwar „moderne“ wie die Klimahysterie daherkommt, aber ebenso unsinnig ist? Zweifelsfrei hängt die menschliche Entwicklung auch künftig vom Zustand der Ökosysteme ab. Weil es nicht nur bei uns, sondern auch in China (erst vor ca. 15 Jahren) bemerkt wurde, wie die Umweltbelastungen hohe Anteile des BIP verschlangen und krankmachen, wurde zunehmend reagiert und Umweltschutz sowie Luftreinhaltung, wie bereits die Aufforstung, in politischen Programmen verankert. In wenigen Jahren wurden dann hervorragende Ergebnisse erzielt. Wer seit Jahren China bereist, erlebte, dass die Luft zusehend sauberer wurde. Mit dem, seit 1978 weltweit größten Aufforstungsprogramm, ist parallel zur Chinesischen Mauer ein 4500 km langer Grüngürtel über 13 Provinzen angelegt. Hier wurden mehr als 66 Milliarden Bäume gepflanzt. Bis 2050 soll das Projekt mit 88 Milliarden Bäumen abgeschlossen sein. Während gem. UN-Statistiken die Waldflächen weltweit pro Jahr um fast 6,7 Millionen Hektar zurückgehen, entstehen alleine auf diese Weise in China jährlich vier Millionen Hektar Waldflächen (https://www.economist.com/international/2014/08/23/great-green-wall ).

  2. Wohin soll sich die Menschheit mit den Vorstellungen von Extinction Rebellion bewegen, im Vergleich zum Tierreich?
    Uns sind sie Primaten ja am ähnlichsten. Sie bewegen sich in Gruppen und Revierkämpfen mit anderen Gruppen. Fremde werden sellten akzeptiert, vor allem wenn es sich um die männlichen Artgenossen handelt. Innerhalb der Gruppen ist Gewalt und Repression je nach Art der Primaten recht unterschiedlich ausgeprägt. Da sie die Welt aber nicht zu ihrem Gunsten verändern können bleibt ihre Population an die Bedingungen der Umwelt angepasst.

    Etwas anders verhält es sich bei den Wölfen. Das Revierverhalten mag ähnlich sein doch haben sie sich mit ihrem Fortpflanzungsverhalten dem Wachstum des Rudels und der Überbeanspruchung der verfügbaren Ressoursen, eine Grenze gesetzt. So ordnen sie sich freiwillig den verfügbaren Ressoursen unter. Junge Wölfe suchen dann oft nach neuen Revieren, und die Expansion erfolgt begrenzt nach Verfügbarkeit von geeigneten Revieren.

    Dem Homo sapiens sapiens ist es gelungen die Welt zu seinem Gunsten zu verändern und zu nutzen und hat damit die Grenzen des Wachstums verschoben. Jetzt sollen wir nun aber zu Wölfen und Affen werden die sich global lieben und respektieren und der Natur um uns herum kein Haar krümmen und uns von den Dingen ernähren welche der „Garten Eden“ für uns nachwachsend bereit hält. Im Streit um den Apfel ist allerdings nur Platz für Adam und Eva, welche ihre Kinder zu geschlechtsverwirrten Veganern erziehen.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Christian Möser
    Zimmerer

  3. Wer kennt ein Land,wo „Demokratie“ eine politische Wirkung hat (Ansatzweise Schweiz).
    Normal ist:über 30% gehen nicht wählen(kein Angebot das man vertrauen kann),die die Wählen gehen wissen ca. 50% bis zur Wahlurne nicht wo sie das Kreuz machen sollen,ca. 30% wählen immer die gleiche Partei (egal warum) und 20% geben an bewusst zu wählen.
    Wer dazu „Demokratie“ sagt hat keine Ahnung.Die repräsentative Demokratie schließt Demokratie (Mitbestimmung)aus.Kandidaten können nicht abgewählt werden.
    Was wäre Demokratie:1.Es gibt nur Demokratie,wenn die gewählten Vertreter gekannt sind
    2.wenn sie Verantwortung übernehmen und haftbar gemacht werden können
    3.wenn „Fachkräfte“ mit Wissen und Erfahrung unabhängig ,nur der Gemeinschaft verpflichtet agieren,ohne riesen Gehälter!ohne Lobbyisten!
    4.Wenn die Gemeinschaft bei wichtigen Fragen aktiv mitwirkt und sich verbindlich einbringt
    5.Jeder muß sich mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen(das ist schwer)
    6.Nur die dringend notwendigen Bereiche müssen übergeordnet gelöst werden(Armee,Bildung,Infrastruktur usw)
    Die Demokratie ist die schwerste Art menschlicher Gesellschaft,wenn Demokratie wirken soll.

  4. Demokratie steht vor dem Aussterben? Das läuft doch schon so ab.

    „…denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit…“ sagte Angela Merkel am 16. Juni 2005 in Berlin und wurde danach zur Kanzlerin gewählt.

    Die PDF konnte man vor einigen Jahren hier finden:
    http://www.cdu.de/doc/pdf/05_06_16_Rede_Merkel_60_Jahre_CDU.pdf
    Aber jetzt ist die Seite gelöscht.

    Und am 03.02.2003 sagte Merkel bei einer Rede im Präsidium der CDU:
    “ Es ist Aufgabe der Politik, das Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung zu stärken.“

    Kein Wunder, was da heute abläuft.

    • Tja, die Menschen sind wie Schafe und die Polikiker wie Hunde.
      Die Schafe sehen in ihnen niemals eine ernsthafte Gefahr und deren bellen als Gefahrenabwehr nach außen gedeutet und verstärkt somit das Bedrohungsgefühl. Doch wehe dem Schäfer geht das Hundefutter aus, oder übersetzt den Politikern schwimmen die Felle weg.

      Mit freundlichen Grüßen!
      Christian Möser
      Zimmerer

  5. So weit weg vom chinesischen Politsystem sind wir in Deutschland schon gar nicht mehr. Deutschland wird regiert von einer kleinen Gruppe aus der Politik- und Wirtschaftselite. Die Interessen der Bürger spielen dabei keine Rolle. Es gibt niemand und auch keine Institution, der bzw. die die Bürgerinteressen vertritt. Das Parlament vertritt die Interessen der politischen Führung und ist nur noch eine scheindemokratische Institution, zumal die personelle Besetzung der Parlamente in Wirklichkeit von den Parteien bestimmt werden und nicht von den Wählern, wie viele Menschen bei uns immer noch glauben. Mit Demokratie, so wie sie in den Schulbüchern beschrieben ist, hat das alles gar nichts mehr zu tun. Reale Demokratie ist ein politisches System, was einer Gruppe nützt.

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