Wissenschaft als politische Orthodoxie

Globale Erwärmung: Nichts als eine Orthodoxie! Bild: ugub / pixelio.de

Peter Schwartz, Real Clear Politics
Es gibt eine intellektuelle Orthodoxie – uns aufgezwungen von der Linken und gestützt durch fast alle Nachrichten-Medien. Bestimmte Standpunkte sind verboten – sie werden nicht einfach als falsch betrachtet, sondern es ist nicht gestattet, sie überhaupt in Betracht zu ziehen.

Wir können diese Haltung bei unseren Kollegen ausmachen, wo Sprecher, welche linke Prämissen hinterfragen, zwangsweise zum Schweigen gebracht wurden. Aber es ist zutiefst verwurzelt in Diskussionen über globale Erwärmung, in der nicht-orthodoxe Ansichten genauso behandelt werden, wie es religiöse Zeloten mit jemandem machen, der biblische Dogmen hinterfragt. Ein markantes Beispiel hierfür ist eine Story auf der Titelseite der New York Times.

Die Schlagzeile der Print-Version lautet [übersetzt, ebenso wie alle anderen Schlagzeilen]: „Im Klimakampf will Trump die Wissenschaft verklagen“. Über der Fortsetzung des Artikels auf der nächsten Seite ist die Schlagzeile sogar noch schärfer: „…Bringt die Wissenschaft selbst vor Gericht!“. (Die Online-Schlagzeile ist nicht ganz so aggressiv: „Trump-Regierung verstärkt ihre Angriffe auf die Klimawissenschaft“.)

Im Artikel geht es um das, was die Zeitung den „Angriff auf die Wissenschaft“ seitens der Trump-Regierung nennt, welcher „genau die Wissenschaft unterminiert, auf der die Politik bzgl. Klimawandel beruht“. Was genau wird vorgeschlagen? „Der US Geological Survey … hat angeordnet, dass wissenschaftliche Einschätzungen nur aufgrund der von Computern erzeugten Klimamodelle vorgenommen werden dürfen, welche den Einfluss des Klimawandels bis 2040 anstatt bis zum Ende des Jahrhunderts projizieren, wie es bisher der Fall war“.

Als Konsequenz, so merkt der Reporter an, „werden Teile der Regierung nicht länger in der Lage sein, sich mit dem zu befassen, was Wissenschaftlern zufolge einer der dringendsten Aufgaben ist: über die zukünftigen Auswirkungen eines sich rapide erwärmenden Planeten zu berichten“.

Die Times beschreibt dies als ein Konflikt zwischen denen, die etwas über derartige zukünftige Auswirkungen erfahren wollen und denen, die das nicht wollen – ein Konflikt zwischen Kräften der Wissenschaft und Kräften der Anti-Wissenschaft.

Aber der Artikel selbst zitiert einen Sprecher, welcher die neue Politik erklärt: „Die vorherige Anwendung ungenauer Modellierungen, welche sich auf Worst-Case-Szenarien konzentriert, die nicht die Bedingungen der realen Welt reflektieren, müssen sorgfältig unter die Lupe genommen werden, und es muss genau überprüft werden, ob derartige Informationen als wissenschaftliche Grundlage dienen können für weit reichende Entscheidungen jetzt und in Zukunft“.

Das heißt, die veränderte Politik reflektiert nur einen Widerspruch zwischen der wissenschaftlichen Validität der Projektionen, die bis 80 Jahre in die Zukunft reichen. Die Befürworter der neuen Politik behaupten einfach, dass gegenwärtige Computermodelle ungenau sind – aber selbst dann lautet ihre Behauptung nur, dass die Modelle das Klima über das Jahr 2040 hinaus nicht zuverlässig prognostizieren können. Die Computer-Programmierung ist komplex, und sie wollen eine ehrliche Neu-Evaluierung derselben.

Warum gibt es dann aber keine Untersuchung dieser Behauptungen? Sollte der Reporter nicht die Computermodelle einmal unter die Lupe nehmen? Welche Hypothesen stellen sie auf? Wie sahen ihre Temperatur-Vorhersagen während der vergangenen Jahrzehnte im Vergleich zur wirklichen Temperatur aus? Gibt es glaubwürdige Einwände gegen die Programmierung? Nirgends in dem Artikel werden derartige Fragen aufgeworfen. Warum nicht?

Weil der Reporter wie viele andere, die vor der globalen Erwärmung warnen, dies nicht als Angelegenheit der Wissenschaft betrachten, wo Beweise objektiv gewichtet werden und Herausforderungen begrüßt und leidenschaftlich bearbeitet werden. Stattdessen ist das Ganze lediglich zu einer Angelegenheit des Glaubens geworden, dass die Regierung die habgierigen Ölunternehmen daran hindern muss, unseren Planeten zu zerstören. Es ist ein Glaube, der nicht hinterfragt werden darf und schwerer wiegt als der Glaube, dass die Regierung den Armen zu Wohlstand verhelfen muss.

Und falls jemand doch Fragen stellt – wie werden diese beantwortet? Nicht durch faktische Widerlegung, sondern durch höhnische Zurückweisung. Die Fragesteller müssen diffamiert und verunglimpft werden. Man muss sie als verblendete Feinde der Wissenschaft hinstellen, deren Standpunkte keinerlei Beachtung verdienen.

Das ist der Grund, warum Menschen, darunter namhafte Wissenschaftler, welche Einwände bzgl. globaler Erwärmung vorbringen, regelmäßig als „Klima-Leugner“ gebrandmarkt werden. Sie werden mit jenen in einen Topf geworfen, die leugnen, dass die Nazis Millionen Juden ermordet haben. Die Klimaskeptiker jedoch leugnen keine nachgewiesenen historischen Fakten, sondern die Interpretation bestimmter Fakten. Sie stellen in Frage, ob der heutige Temperaturanstieg um ~0,8°C über das Mittel des 20. Jahrhunderts eine Katastrophe für die Menschheit verkündet. Sie fragen, ob nicht auch andere Faktoren außer Kohlendioxid-Emissionen die Temperaturen signifikant beeinflussen. Sie fragen, ob die Beendigung unserer Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen vorteilhaft oder schädlich ist.

Es gibt praktisch keinerlei Recherchen seitens der Nachrichtenmedien hinsichtlich der Grundlage derartiger Fragen. Obwohl die Medien nur zu bereitwillig Plattformen für die grundlosesten Vermutungen bereitstellen – von der Behauptung, dass Impfstoffe Autismus hervorrufen, bis zu der Behauptung, dass genetisch veränderte Nahrungsmittel Krebs auslösen – gibt es keinerlei Raum für die Skeptiker einer katastrophalen Erwärmung. Alles, was sie uns liefern, ist eine entschiedene Verunglimpfung ihres Standpunktes.

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Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/peter-schwartz-science-as-political-orthodoxy/

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2 Kommentare

  1. Die freie Wissenschaft hat es nie gegeben. Ganz selten verfügte ein Forscher über Eigenmittel ,um seine Arbeit zu finanzieren.Viele mußten ihre Arbeit „verkaufen“ oder sind „untergegangen“. Wissenschaft lebt heute von öffentlichen Mitteln,die nur politisch motiviert vergeben werden.Auch private
    Geldgeber sind möglich,die auch deren Bedingungen erfüllen müssen.Die Macht der Medien ist auch hier wichtig,um alle „Zweifler“sofort zu bekämpfen.Gleich wird seine Glaubwürdigkeit
    bezweifelt,mögliche Fehler hochgespielt oder erfunden oder im Privaten etwas unterstellt,um ihn mundtot zu machen.

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