Der Klimasommer

Grünen Co-Vorstitzende Annalena Barbock, Bild Tagesthemen 13.6.19

von Frank Hennig
Es sommert beim Klima, Heißzeit ist In und Arbeitswissenschaftler sagen, hohe Temperaturen beeinträchtigen das Denken. Auf diese Weise kommen wohl manche Begriffe zum never-ending-Klimathema zustande. Ein großer Topf der Worthülsen, geschüttelt und gerührt.

Dieses schöne Wort wurde uns von Annalena Baerbock geschenkt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sprachen ist es im Deutschen problemlos möglich, Substantive zu kombinieren. Das ist oft sinnvoll, erspart es doch längere Formulierungen oder Umschreibungen. Es kann aber auch zu Irrtümern führen, denn ein Kreiskrankenhaus ist nicht rund, ein Kronzeuge trägt keine Krone und ein Zitronenfalter faltet keine Zitronen.

Was ist nun ein „Klimasommer“? Tauchen wir also tief in den Kübel politischer Sprachpanscherei ein und greifen zunächst den Sommer: Aha, eine Jahreszeit. Die wärmste, wo die Sonne am höchsten steht und die Tage am wärmsten sind. Sie dauert genau drei Monate und ist global verschieden. Wenn wir Sommer haben, ist in Australien Winter. Klingt seltsam, ist aber so.

Beim zweiten Griff halten wir das Klima in der Hand. Es entsteht aus der Kette Wetter → Witterung → Klima und ist eine Statistik von Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Sonnenscheindauer und Windaufkommen, ermittelt über mindestens 30 Jahre. Weiter kann man unterscheiden in Mikro-, Meso- und Makroklima, je nach räumlicher Dimension der Betrachtung.

Nun haben wir in jeder Hand ein Wort – „Klima“ und „Sommer“ und pappen das einfach zusammen, wie es Frau Baerbock getan hat. Fügt man die Begriffe aber anders  zusammen als sie es tat, erhält es einen Sinn:Sommerklima. Da erinnert sich jeder, wie das Wetter in seiner Region so im Durchschnitt in den letzten Jahrzehnten war. Der Grönländer stöhnt bei fünf Grad plus über die Hitze, während der Nordafrikaner in seinem Winterklima bei zehn Grad plus die Mütze aufsetzt und die dicken Stiefel anzieht.

Also, alles relativ mit dem jahreszeitlichen Klima. Aber was ist nun ein Klimasommer? Hat das Klima, also eine Wetterstatistik über eine längere Zeit, jetzt auch Jahreszeiten? Das könnte man so sehen, wenn man an die Warm- und Kaltzeiten der Erdgeschichte denkt und die heutige Zeit als Warmzeit interpretiert. Ein weiterer Wortsinn ergibt sich nicht.

Vermutlich meinte Frau Baerbock auch etwas anderes, als sie sich anmaßte, das Auftreten der Kanzlerin, immerhin der ersten Person im Staat, völlig taktlos einer laienmedizinischen Diagnose zu unterziehen und dies gleichzeitig politisch zu instrumentalisieren. Da hat Annalena wieder einen Baerbock geschossen, der ihrer Kanzlerinnenkanditatinneneignung (um wiederum ein zusammengesetztes Substantiv zu benutzen) schaden dürfte. Sie hat mit dem rhetorisch atemlos im Stil einer Singer-Nähmaschine ratternden Stakkato in gewohnt hoher Platitüdenfrequenz schlicht überzogen. Um meinerseits eine laienmedizinische Diagnose abzugeben, vermute ich bei ihr eine cerebrale kognitive Insuffizienz, hervorgerufen durch lokale Hyperthermie in der Cortex cerebri als Ursache.

Als Politiker*_In der ersten Reihe hätte ihr das nicht passieren dürfen. Eine nachgeschobene Entschuldigung ist kosmetischer Natur, spontane Sprache legt das Denken offen. Wechselweises Gift sprühen und Kreide fressen gehört allerdings zum Instrumentarium der Politiker und auch der Grünen.

Was wollte Frau Baerbock mit dem Begriff „Klimasommer“ nun transportieren? Sie meinte mit einiger Wahrscheinlichkeit einen Sommer, der infolge eines Klimawandels wärmer ist als vorherige und der entsprechende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat. Warum sagt sie das nicht? Weil Politikersprech sich zunehmend verschlagwortet und in Phrasen ergötzt. Unklare Sprache zeigt unklares Denken. Dies zeugt wiederum vom Elend unserer Eliten, dem Bildungselend.

Es gibt eine Vielzahl weiterer in dieser Weise unzulässig erfundener Begriffe, die zunehmend auch menschenfeindliche Assoziationen wecken. „Klimasünder“ und „Klimaleugner“ sind Menschenfeinde, „Klimaschädlinge“ sind offenbar nicht mal mehr Menschen. Am Klima kann man sich nicht „versündigen“, auch wenn manche pro Kopf mehr CO2ausstoßen als andere. Niemand leugnet den Klimawandel, es gibt nur verschiedene Ansichten zu den Ursachen. Und einen „Klimamanager“ kann es auch nicht geben, denn Management des Klimas würde gezielte Beeinflussung des Wetters bedeuten. Wenn Herr Rahmsdorf vom PIK nun meint, wir hätten die Kontrolle über das Klima verloren, bitte ich um die Angabe, wann und wie der Mensch diese Kontrolle schon jemals hatte.

 

Die Grünen in ihrer moralinsauren Abgehobenheit, die erntereife Felderzertrampeln oder dies gutheißen, scheinen von hohen Temperaturen deutlich beeinflusst, auch wenn sie derzeit wohl eher angesichts hoher Umfragewerte erregt zittern. Sie werden ihre ungedeckten Schecks auf die Zukunft noch einlösen müssen, wenn nach mehr als 14 Jahren Merkel die Scherben zusammengefegt werden. Egal, bei welcher Temperatur.

Der Beitrag erschien zuerst bei TE hier

 

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20 Kommentare

  1. Alle reden über das Klima und die Jugend geht auf die Straße. Keiner spricht jedoch über
    das Wirtschaftsklima und auf den Wirtschaftsnotstand auf den wir hinarbeiten.

  2. Fundstück von vor 4 Jahren. Deutliche Worte des Meteorologen! Eben Wettermann Donald Bäcker: „…der Rekord-Sommer bleibt wohl aus…“ Er hat sich auch schon einmal in ein paar Sätzen gegen die CO2 These gewandt. Es gibt sie noch, die Ungläubigen, die sich trauen. Wie lange noch?
    https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Meteorologe-findet-Diskussion-um-Klimaschutz-laecherlich-id32569342.html?fbclid=IwAR0JKed99U3vILrsTexzh0nST0hThnsW0x6T_ApR2ZooE-YcZ172RKQrMnc

    • dem verlinkten Artikel wurde schon ein Beipackzettel mitgegeben. Er sei aus 2015 und wissenschaftlich gesehen möglicherweise veraltet.

  3. Was soll man erwarten wenn man weiß,das Frau Baerbock nie gearbeitet hat. Polit-Wissenschaft(?!).Internationales Recht und
    Naturkatastrophen hat sie gelernt und dann nur Politik.
    Naturwissenschaften 0-Ahnung ,Wirtschaft 0-Ahnung,Gesellschaft
    0-Ahnung,Ökonomie 0-Ahnung.Wie alle Politiker kann diese Frau natürlich „alles“.Selbstüberschätzung ohne Skrupel ,Machtgier
    und Unverfrorenheit ersetzen die Unvermögen.Sie will ja nur die „Menschheit“retten.Ihre „Kirche „gibt Ihr die Macht ,wie alle Sekten.Den Sektenanhängern fehlt nicht das Hirn sie benutzen es nicht mehr.

  4. “ Es kann aber auch zu Irrtümern führen, denn ein Kreiskrankenhaus ist nicht rund, ein Kronzeuge trägt keine Krone und ein Zitronenfalter faltet keine Zitronen.“
    und die Volksvertreter*Innen ǘertreten nicht das Volk – wer den Spruch noch nicht kennt.

  5. Lets make (not only) America great again! –

    Mit Demokratie? -Aber nein, sowas gab es in Deutschland doch noch nie: 1 Million Mitbürger werden Parteimitglieder und ergreifen damit die Macht. Sie legen dem Wahlvolk alle 4 Jahre eine Liste von Interessenten aus ihren Reihen vor, die alle Schaltstellen des Landes besetzen werden. – Niemand hat doch etwas dagegen, oder?

    Mit Fachkunde? -Aber nein, Fachkunde würde doch nur stören. Das ist übrigens fest in der Verfassung verankert und alle halten sich eisern daran. – Niemand hat doch etwas dagegen, oder?

    Und Frau Barbock? – Sie verkörpert eine Lichtgestalt dieses Systems! – Wer könnte wohl bezweifeln, dass sie (bisher) wesentlich weniger Schaden angerichtet hat, als z. B. die liebe Frau Dr. Merkel mit ihrer Klima-, Energie- und Einwanderungspolitik. – Niemand hatte doch etwas dagegen, oder?

    Trump und Andere lachen weiter, wenn die Deutschen nun dabei sind, die liebe Frau Baerbock in den Sattel zu heben!

    But, relax and don`t get excited – einen weiteren Weltkrieg werden wir auf diese Weise nicht verlieren!, oder?

  6. In Abwandlung eines Zitats des unvergessenen Dieter Hildebrandt („Ihr glaubt es nicht, aber die werden wählen!“) kann man nur feststellen: „Ihr glaubt es nicht, aber die werden uns regieren!“

  7. Das Lieblingswort aller Gesinnungsethiker: „Wir brauchen…“ unbedingt den Durchbruch der künstlichen Intelligenz, da uns die natürliche sowohl in Berlin als auch in Brüssel verlorengegangen ist.
    Eine riesige Phalanx aus Dampfplauderern, Wortakrobaten und Sinnverbiegern fällt täglich über uns her, ohne dass wir uns wehren können. Deren Dominanz ist so groß, dass sogar ein Professor Meuthen den Heitmeyerschen Kampfbegriff der “ gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ in aller Öffentlichkeit postuliert.Mein armes Vaterland, was haben sie Dir angetan. Erst raubten sie Dir den Stolz, bald darauf die Identität und jetzt stehlen und verformen sie Dir Deine Sprache.

  8. Sie sollten schreiben, dass Klima aus 30 Jahren Wetter ermittelt und gemittelt wird. Für einen definierten, begrenzten Ort – nicht die Welt.

    • So ist es, und nicht anders.

      Leider hat das der Rat der Stadt Koeln nicht begriffen. Er hat den Klimanotstand beschlossen, was belegt, dass in Koeln ein offensichtlich irreversibler Bildungsnotstand herrscht.

  9. Um es selber beurteilen zu können hier das video und ihre Aussage:
    https://youtu.be/sT2kAnnsyx4

    „Auch bei der Bundeskanzlerin wird deutlich, dass dieser Klimasommer gesundheitliche Auswirkungen hat.“

    Wenn die Menschen wegen der Hitze zittern, fragt sich da nur noch, warum die Menschen in der Wüste so schnattern wie Frau Merkel? Die müßten ja vor zittern alle von den Kamelen runterfallen.
    Ich war auch schon in Afrika und da habe ich zumindest keine Menschen gesehen, die so zittern wie Frau Merkel.

  10. Frau Merkel ist übrigens nicht die erste Person im Staat. Über ihr sind 1. der Bundespräsident und 2. der Parlamentspräsident, also Steinmeier und Schäuble. Sie ist, was der sich historisch begründende Titel vergessen lässt, nur die Ministerpräsidenten.

  11. Nachdem heute in Köln der „Klimanotstand“ ausgerufen werden soll, ist es an der Zeit, bei den Politikern, ganz besonders bei den Grünen, und einigen Pseudowissenschaftlern, den Intelligenznotstand auszurufen.

    Beim ersteren gibt es so gut wie nichts zu tun, denn das Klima hat keine Not, beim letzteren wäre akute Hilfe dringend angebracht, damit sich der Intelligenznotstand, gekennzeichnet durch den Kontrollverlust über das Klima durch S. Rahmstorf und seiner wissenschaftlichen Beraterin Greta, nicht zur Volksseuche entwickelt.

    • Ich mache mir da echt noch viel mehr Sorgen, weil ich die Befürchtung habe, dass sie das wirklich ernst meinen. Es ist sehr schwer einzuschätzen, aber leider kann das Frau Baerbock tatsächlich auch so gedacht haben. Dass Frau Merkel wegen der Hitze zittert.
      Für mich wäre das eine Erleichterung oder Befreiung, wenn Sie zugeben würde, dass diese Aussage nur ein politisches Kalkül war, um Wähler zu generieren. Dann müssen die Grünen ihre Wähler wohl für Zombies ohne Hirn halten.

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