Die Bekenntnisse des Klimaforschers Hans von Storch (HvS)

Prof. Dr. Hans v. Storch Bild Wikipedia CC Flickr_-_europeanpeoplesparty_

Dr. Andreas Geisenheiner
Dank der Zeitschrift CICERO bot HvS mit „Das Reizklima“ in der Juni-Ausgabe seine Argumente zur Klimakontroverse und deutschen Energiewende dar. Er lehnte sich dabei weit aus dem Fenster seiner Mönchszelle auf der Klimafestung heraus und lieferte Bekenntnisse, Behauptungen, Schwachstellen und Auslassungen, bei denen es sich lohnt, nachzuhaken.

Beginnen wir mit seinen leicht zu identifizierenden Bekenntnissen in weitgehend wörtlicher Rede:

  • -die behauptete Klimakrise ist zur Allzweckwaffe verkommen, mit der -inzwischen ein regelrechter Kulturkampf geführt  wird
  • -dem Mainstream-Bemühen, alles an aktuellen Sachfragen, vom Plastikmüll bis zum Bienensterben, dem Klima-Framing zu unterwerfen
  • -keine belastbaren Hinweise auf verstärkte Extremwetter zu besitzen
  • -„Science is not settled“ da sind Hausaufgaben zu machen, zumindest für regionale Situationen
  • -der Rest der Welt wird der deutschen Vorreiterrolle nicht aus Idealismus folgen, sondern wenn, nur aus ökonomischen Gründen
  • -die Politisierung der Wissenschaften lässt sich empirisch belegen. Junge Klimawissenschaftler geben auf Befragung an, dass sie ihre Hauptaufgabe in der „Motivierung der Öffentlichkeit“ sehen. Die Frage ist, ob dieser gedient ist, wenn sie unter dem Banner vorgeblicher Objektivität bevormundet wird
  • -indem sich die Politik einer eigenen Gestaltungsverantwortung verweigert und gegenüber der Öffentlichkeit auf wissenschaftliche Vorgaben verweist, begibt sie sich auf das Terrain vermeintlicher Alternativlosigkeit. Das ist zutiefst undemokratisch

Mit letzterem Satz klagt HvS die weltweite Unfähigkeit von Politikern an, ihre Verantwortung wirklich wahrzunehmen- Ausnahmen bestätigen die Regel. Das Bundestagsmantra der 97%-Wissenschaft bestätigt die Malaise täglich.

Wo sind die Schwachstellen seiner  Argumentation?

Er schreibt „ die Wissenschaft bietet eine Erklärung für die beobachtbaren Klimaveränderungen an – , mit der auch künftige Entwicklungen beim Klima zumindest im Groben korrekt beschrieben werden.“

Wie passt eine monokausale Erklärung, die AGW-Hypothese, zusammen mit seiner Erkenntnis, dass es sich bei Klimaveränderungen um ein komplexes System handelt? Auf welcher Faktenlage redet er von „im groben korrekt“? Ist die Bandbreite der Klimasensitivitätsangaben von 0,5-4 °C korrekt genug, um daraus zu handeln?

HvS widerspricht sich selbst, wenn er die aktuell über 90-%-tige Zustimmung der Klimawissenschaftler zum menschgemachten Klimawandel anführt, um 2 Seiten später die Politisierung der nachwachsenden  Klimawissenschaftler empirisch zu belegen

In seiner Badewannen-Analogie will er erzählen, dass die bereits hochgefüllte CO2-Wanne sich mit jeder neu emittierten Tonne kumulierend füllt. Es ist die Vorhersage der im Gasmüll ertrinkenden Menschheit. Wie hoch kann denn die Wanne ansteigen, wenn sie  Überläufe im Sinne von Gleichgewichtsverschiebungen hat (hier und hier). Fördert CO2 nicht die Fotosynthese und den Pflanzen- und Algenwuchs? HvS sollte nicht blind auf den Zug der Schreckensszenarien aufspringen, wenn es plausible andere gibt.

Schlussendlich schließt sich HvS den ersehnten neuen Technologien an, die er mit dem Geld der „Reichen“ erschließen will. „Starten wir also damit, die Speicherung elektrischer Energie voranzubringen“ Lieber Klimaforscher HvS, seit der Erfindung des U-Bootes arbeiteten daran tausende von Batterieforschern und gegenwärtig wahrscheinlich einhunderttausend weltweit. Mit was wollen Sie denen noch in den „Hintern treten“ Nehmen Sie die naturgesetzlichen Grundlagen und deren Angaben über Machbarkeitsschranken zur Kenntnis (elektrochemische Spannungsreihe) und behalten Sie die Hoffnung auf Otto Hahn 2.0. Aber lassen sie vor allen dem halbreichen Teil der Bevölkerung die finanziellen Ressourcen zur hochwertigen Ausbildung des Nachwuchses!

Was verschweigt uns HvS? Seine Auslassungen:

Hvs erwähnt zwar den Kulturkampf um die „bessere Lebensweise“, verschweigt aber die bereits laufende  „GroßeTransformation“ der WBGU-Aktivisten um  Schellnhuber, Schneidewind und  Rockström. In  den Veröffentlichungen des WBGU und des Wuppertal-Instituts sind die politischen Maßnahmen detailliert beschrieben, die die  3. Stufe der Menschheitsentwicklung nach Steinzeit und Abschaffung der Sklaverei bewirken sollen. Kleiner geht es wohl nicht? Sie verkörpern sich in den Vorlagen des Klimaschutzgesetzes im Rat der (angeblich) alles wissenden Experten. Wissen Sie von all dem nichts, lieber HvS (hier)?

Was geschieht eigentlich mit der Wirtschaftsleistung in einer dekarbonisierten Welt oder im voranreitenden Deutschland? Bauen wir Windräder aus Bambusbüscheln oder brennen wir Zement mit nachwachsendem Holz? Wenn HvS auf den zu beweisenden  ökonomischen Vorteilen der deutschen Energiewende besteht, dann muss er erklären, wie er die mehrfachen Brennstoffkosten der Gaskraftwerke gegenüber den ach so schmutzigen Kohlekraftwerken kompensieren will. Mit den eindimensionalen Betrachtungen eines Klimaschützers geht das eben nicht.

Ein letzes, ironischerweise ganz Kleines,  zur Kunst des Verschweigens eines deutschen(!) Klimaforschers:

Was ist eigentlich mit der emissionsfreien Kernkraft, der höchstkonzentriertesten Energieform, die die Welt seit 70 Jahren wirklich bereichert hat? HvS, als auf diesem Felde völlig deutsch-politisch korrekter Mensch, widmet ihr kein Wort. Bei der angeblichen Größe seines Blickes ist diese Denkblockade unbegreiflich.

Dem CICERO sei Dank für soviel Aufhellung!

Nachtrag der Redaktion:

Hans v. Storch behauptete zudem, dass er zwei Tagungen von Klimaskeptikern in Deutschland besucht hätte und kommentierte die Veranstaltungen mit den Worten „Das Niveau war größtenteils katastrophal“ und „Ein wirkliches Interesse an einer Diskussion war nicht zu erkennen“.[22].

Da er nie auf EIKE Veranstaltungen angemeldet und auch nie gesichtet wurde, spricht v. Storch unzulässigerweise verallgemeinernd. Welche Veranstaltungen er gemeint hatte, sagte er nicht.

Umgekehrt darf festgestellt werden, dass v. Storch bei einer Veranstaltung  der Max-Plank Gesellschaft am 17.9.2009 in Berlin das Publikum mittels eines einfach erkennbaren Zirkelschlusses von der Richtigkeit der CO2 Hypothese zu überzeugen versuchte. Details dazu hier und hier

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22 Kommentare

  1. Lieber Klimaforscher Lüdecke, seit der Erfindung des U-Bootes arbeiteten daran tausende von Batterieforschern und gegenwärtig eher weltweit. Diese wissen sehr wohl wo es noch viel zu holen gibt; die Speicherkapazität wird nicht allein durch die elektrochemische Spannungsreihe beschränkt. Die aktuellen Erhöhungen werden fast nur durch Verbesserungen der speicherbaren Ladung pro Volumen-/Massenelement vorangetrieben. Außerdem gibt es Anwendungen (Stationärspeicher) bei denen nicht primär die Energiedichte ausschlaggebend ist. Es ist also noch einiges zu holen – auch und vor allem für den kommenden deutschen Ingenieursnachwuchs, wenn man über den Maschinenbau hinausblickt.

        • „bei Batterieprojekten gibt es vor Allem Subventionen „zu holen“.“
          Klaro, weil Batterien inzwischen nirgends mehr gebraucht werden.
          Dem hier wiedergegebenen Wortlaut von HvS kann ich vollkommen unterstützen. Daraus geht zunächst auch nicht hervor, dass er damit bezweckt die Tagesleistung eines AKW zu ersetzen.

          Wenn Sie sich überlegen, wie Elektroautos zukünftig geladen und weiterverwendet werden (ja, diese werden kommen – dazu hat die EU-Gesetzgebung vor über 10 Jahren den Weg geebnet), sieht man schnell, dass es viele Batterieprojekte die nächsten 15 Jahre geben wird. Zum einen durch günstige Second-Life- und Garantiezeit-Batterien. Beispiel: Die marginale deutsche EAuto-Flotte vom Stand: Ende 2018 erzeugt nach der Fahrzeugnutzung etwa 1000 MW im Second Life. Die Elektroauto-Neuwagenflotte 2019 wird etwa den gleichen Betrag nochmal geben (Annahme: nur gleichbleibende Verkaufszahlen und Batteriekapazitäten im 2 HJ).
          Zum anderen kann man mit dem Geld der „größten Batterie Europas“ gerade mal 10..15 km Höchstspannungsleitung auf Masten bringen. Bei Erdkabel nur ein Drittel davon. Zusätzlich gewinnt man jahrelange Diskussionen mit Anrainern mit unklarem Ausgang. Im Gegensatz dazu ist ein Batteriesystem, je nach Ressourcen, bei einem vorhandenen Kraftwerkstandort in 5 Jahren oder weniger am Netz und glättet Bedarf bzw. Angebot.

          Gerne können Sie mich über die Skalierbarkeit und Ressourcenaufwand von günstigen elektrochemischen Speicherkonzepten wie die Natrium-Ionen-Batterie oder andere nicht-elektrochemische Speicher aufklären, wenn Sie da näher an der Forschung und den bereits fertigen Produkten sind.

          • Herr Deutering, ob HvS verstanden hat, wovon er redet oder nicht, sei dahin gestellt. Sollten Batterien jemals „Bedarf bzw. Angebot glätten“, wie Sie schreiben, reicht die Leistung/Energieinhalt eines(!) KKW-Blockes mit 1GW bei Weitem nicht.
            Der Rest Ihrer Antwort ist inhaltsleer – tut mir leid für Sie.

      • „Merken Sie was?“

        Deutering will nichts „merken“.
        Deutering ist AGW- und Energiewendepropagandist!
        Wenn der was „merkt“, wird er überflüssig…

        • Lieber Herr Keks,

          leider warte ich auch noch auf eine Antwort im Thread „experimentelle Verifikation des Treibhauseffektes 5“. Irgenwie spüre ich auch wenig Wille und Motivation Ihrerseits zum „merken“, selbst wenn Sie die Rückstrahlung indirekt bereits erklärt hatten.

  2. H. v. Storch ist Mathematiker, aber kein Ökonom. Und deshalb kann er die „Denkfehler“ nicht erkennen.
    Wer kann denn beweisen, daß die vergangenen CO2-Emissionen etwas in der Temperatur der Atmosphäre verändert haben?
    Ich habe solch einen naturwissenschaftlichen Beweis noch nicht gelesen.

  3. Leider sehe ich die Welt seit etlichen Jahrzehnten nur aus der Froschperspektive eines Ingenieurs, der die fatale Aufgabe hatte, unter Respektierung der Naturgesetze aus Physik und Chemie, was „ärgerlicherweise“ nicht zu umgehen war, brauchbare Erzeugnisse zu machen. Daß die naturwissenschaftlich-technisch ungebildete politische Oberklasse (Namen schenk ich mir) keinerlei Bezug zur Praxis hat und darüber hinaus beratungsresistent ist, ist in der heutigen Zeit leider normal. Was aber nicht zu fassen ist, ist die Ignoranz und Arroganz von eigentlich naturwissenschaftlich gebildeten Menschen (auch hier schenke ich mir die Namen der herausragenden Koryphäen), die medien- und öffentlichkeitswirksam wider besseres Wissen als „Gefälligkeitswissenschaftler“ haltlose Theorien und Hysterie verbreiten.
    Wir eliminieren erst einmal alle konventionellen grundlastfähigen Energieerzeuger und wenn die weg sind, überlegen wir uns, woher nachts und bei Flaute der Strom, das Gas, das Wasser … herkommt. Erst einmal alles abschalten, dann werden wir ja sehen – es ist nicht zu glauben!!!

    • Es geht um die Zerstörung der westlichen kapitalistischen Gesellschaft. Da sind große Mengen verfügbarer Energie, funktionstaugliche Autos usw. nur hinderlich. Über die UNO soll ein Weltsozialismus anerzogen werden. Das Klima ist das Vehikel dazu.

  4. Zitat : Und Bildung gibt es in diesem Land schon lange keine mehr. Auch nicht bei Cicero.
    Das ist richtig und auch falsch. Es geht doch um Meinungsvielfalt, wo sich jeder normaler Mensch sich sein Bild macht. Denken, bzw nachdenken ist ja heutzutage eher Luxus geworden, leider . Also sind verschiedene Meinungen immer positiv zu bewerten. Manchmal stehen ja auch in den Mainstream Medien vernünftige Sachen drinnen . Also nicht alles über einen Kamm scheren ! 😉

    • Soll das ein Witz sein? Wie war das doch gleich mit den vernünftigen Sachen? Und weil Cicero ein Philosoph war, hat der natürlich nur „vernünftige Sachen“ erzählt. Aber der Cicero, den Sie meinen, erzählt also auch mal „vernünftige Sachen“ (??)

  5. „Es ist ein Kulturkampf, und nur ein Kulturkampf. Die Einen schaffen Wohlstand, die Anderen zerstören ihn.

    Momentan führen die Blöden dieses Land an. Die Verluste gehen bereits in die Milliarden. Und nein, Cicero ist kein intelligentes Blatt. Auch sie ernten was sie gesät haben.

    Und Bildung gibt es in diesem Land schon lange keine mehr. Auch nicht bei Cicero.“

    Kann man nur zustimmen.
    Leider!

  6. Der Professor hatte mich eine kurze Zeit lang hellhörig gemacht und dann enttäuscht. Ich bemerkte, dass er bei gleicher Fragestellung, je nach Fragendem, unterschiedliche Antworten gab. Danach habe ich ihn einfach ignoriert.

  7. Es geht ein sehr tiefer Riß durch diese Gesellschaft, der bereits bei den Weizsäckers zu erkennen war. Es ist ein Kulturkampf, und nur ein Kulturkampf. Die Einen schaffen Wohlstand, die Anderen zerstören ihn.

    Momentan führen die Blöden dieses Land an. Die Verluste gehen bereits in die Milliarden. Und nein, Cicero ist kein intelligentes Blatt. Auch sie ernten was sie gesät haben.

    Und Bildung gibt es in diesem Land schon lange keine mehr. Auch nicht bei Cicero.

    • Ja W´s Bruder Club of Rome Mitglied prangerte den Konsum als den Sargnagel der menschlichen Gesellschaft an. Wobei der COR schon viele dieser Nägel geschmiedet hat, die dann eher nur Schrottwert hatten. Da kommt so eine „Klimakrise“ gerade recht. Predigen doch deren Jünger Verzicht an allen Konsumfronten, möchten sie über Steuern Kaufkraft abschöpfen u. die bösen Produzenten des Blendwerkes (Autos, Reisen, Fleisch…) an den Kragen. Dazu kommen Verknappung u. Verteuerung von Energie in jeglicher Form, dem Lebenselixier des Menschen. Und was hat das mit Klimaschutz zu tun? Sehe ich genau so.

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