Bemerkungen zur Hitzewelle Ende Juni 2019

Hitze – schönes Wetter oder nicht? Bild: twinlili / pixelio.de

Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt
Ende Juni 2019 kam es in Mitteleuropa zu einer Hitzewelle, die hinsichtlich ihres Temperaturniveaus in mehrfacher Hinsicht rekordverdächtig sein dürfte. Mit diesem Beitrag soll aber gezeigt werden, dass das mit Sicherheit zu erwartende Geschrei der Klima-Alarmisten völlig gegenstandslos ist. Vielmehr besteht rein statistisch Anlass zu Hoffnung für alle, die kühles Sommerwetter lieben.

KÄMPFE (u. A. 2017) hatte schon vor längerer Zeit erläutert, dass es in Zeiten des Übergangs von einer Warm- zu einer Kaltzeit (und natürlich umgekehrt, aber das steht derzeit und wohl bis auf Weiteres nicht zur Debatte) die Temperaturextreme nach beiden Seiten außerordentlich starke Ausschläge zeigen, mit einem Wechsel der Extreme teils innerhalb nur weniger Tage.

Gleich vorweg: mit „Warm- bzw. Kaltzeit“ sind hier Klimafluktuationen gemeint. Mit Klimawandel hat das vordergründig wenig zu tun. Und ein Einzelereignis wie die aktuelle Hitzewelle ist auch keine Klimafluktuation, sondern schlicht und ergreifend Wetter.

Nun aber zu der Hitzewelle aus synoptischer Sicht. Im 850-hPa-Niveau (ca. 1500 m Höhe) werden Temperaturwerte teils über 25 Grad simuliert. Das dürfte ziemlich rekordverdächtig sein, denn in meiner über 40-jährigen Tätigkeit im synoptischen Dienst habe ich ein solches Temperaturniveau über Deutschland nicht erlebt (wobei man berücksichtigen muss, dass bzgl. Wetter der Terminus „seit Menschengedenken“ für die meisten Menschen in der Regel bedeutet „seit vorgestern“).

Es ist daher zu erwarten, dass in Deutschland reihenweise Hitzerekorde für die letzte Junidekade gebrochen werden. So große Hitze ist natürlich auch fast schon katastrophal, aber die Alarmisten schreien ja immer laut Hurra (wenngleich auch immer mit einer unerträglich scheinheiligen besorgten Miene), wenn das Wetter in ihrem Sinne großen Schaden mit sich bringt. Das Jahr 2003 ist hier unvergessen.

Betrachtet man sich die Verteilung im 850-hPa-Niveau um Ausschnitt Mitteleuropa, sieht alles natürlich sehr eindrucksvoll aus:

Abb. 1: Simulierte Temperatur- und Druckverteilung im 850-hPa-Niveau über Mitteleuropa für Mittwoch, den 26. Juni

(Bemerkung zu den dünnen weißen Linien: Sie zeigen keinen Luftdruck an, sondern geben an, wie hoch ein Wetterballon steigen muss, bevor der mit der Höhe ja abnehmende Luftdruck genau 850 hPa beträgt. Bei den Zahlenangaben ist die letzte Null weggelassen. So bedeutet „160“, dass der Luftdruck in genau 1600 m über NN 850 hPa beträgt. Die Linien gleichen exakt den Höhenlinien auf einer topographischen Landkarte. Der Fachausdruck für diese Höhenangaben lautet „Geopotential“)

Abb. 2: Simuliertes Geopotential im 500-hPa-Niveau (farbige Konturen) und Bodenluftdruck (dünne weiße Linien) über Mitteleuropa für den 26. Juni

Nun ist Mitteleuropa im synoptischen Scale ja ein ziemlich unbedeutender und kleiner Ort. Betrachtet man nämlich das Strömungs- und Temperaturbild auf der Nordhemisphäre, ergibt sich ein ganz anderes Bild:

Abb. 3: Wie Abb. 1, aber über der gesamten Nordhemisphäre
Abb. 4: Wie Abb. 2, aber über der gesamten Nordhemisphäre

[Alle Graphiken von wetterzentrale.de, GFS-Modell]

Hier sind mehrere Phänomene ebenso auffällig wie ungewöhnlich. Betrachten wir zunächst das 500-hPa-Niveau. Dort fällt die außerordentlich weit südliche Position des Höhenwirbels vor der Iberischen Halbinsel auf, welcher sich aus dem mäandrierenden Jet Stream gelöst hat (man kann es vereinfacht mit einer sich brechenden Brandungswelle an einem Strand vergleichen). Betrachtet man es aus Sicht von Rossby-Wellen, so heißt das, dass die Position eines Langwellentroges aufgegeben wird und der kurzwellige Trog, der das „Pech“ hatte, gerade zu diesem Zeitpunkt im Bereich dieser langen Welle gelegen zu haben, irgendwie sehen musste, wo er bleibt. Dieser Vorgang ist in der Westwindzone völlig normal und kommt jedes Jahr immer wieder vor. Die Synoptiker sprechen von einem „Abtropfen“.

Aus synoptischer Sicht ist ein solcher Vorgang aber immer sehr aufschlussreich. Der vom Wetter selbst gelieferte Hinweis, dass eine langwellige Trogposition aufgegeben wird, hat für Mitteleuropa fast immer gravierende Konsequenzen, wie weiter unten noch erläutert wird. Auch das Ausweichen eines solchen abgetropften Höhentiefs nach Süden ist gang und gäbe. Wenn einer davon – wie es diesmal der Fall ist – dabei besonders weit nach Süden reicht, liegt das natürlich noch in der Bandbreite derartiger Vorgänge. Aber die Konsequenzen für Mitteleuropa sind erheblich.

Auf der Vorderseite (der Ostflanke) des Gebildes setzt die übliche südliche Strömung nämlich nun ebenfalls besonders weit im Süden an. Nach Mitteleuropa wird also nicht nur an sich schon sehr warme Mittelmeerluft (subtropische Luft), sondern Luft aus der zentralen Sahara (tropische Festlandsluft) nach Norden gelenkt (Stichwort Advektion). Die geringe Abkühlung dieser Luftmasse in den bobennahen Luftschichten beim Überqueren des Mittelmeeres geht beim Überströmen der Alpen wieder verloren. Und das extrem hohe Temperaturniveau erklärt sich aus der Stärke dieser Südströmung, die für sommerliche Verhältnisse ebenfalls recht beachtlich ist.

Beim Betrachten der Abbildungen 3 und 4 fällt aber noch mehr auf. Zum Einen liegt das Höhentief in einer Position, in der sich normalerweise um diese Jahreszeit der absteigende Ast der Hadley-Zirkulation befindet (es handelt sich sozusagen um ein „Azoren-Tief“). Auf der Südseite des Wirbels wird ein Westwind induziert – mitten im Bereich der sonst üblichen Nordost-Passatwinde.

Zum Anderen fällt auf, wie klein das Gebiet der extremen Wärme im Maßstab der Nordhemisphäre ist. Da ja eine Klima-Erwärmung global ausfallen soll, ist es natürlich völlig abwegig, aus der Hitze bei uns, dem kleinen Mitteleuropa, gleich eine globale Erwärmung zu machen. Aber Alarmisten scheren sich eben nicht um irgendwelche Realitäten.

Ähnliche Vorgänge gibt es immer wieder, nur eben nicht immer bei uns. Erinnerlich ist vielleicht noch eine extreme Hitzewelle über Osteuropa im Sommer 2010, wobei Temperaturwerte über 20 Grad im 850-hPa-Niveau bis zum Nordkap (!) vorangekommen waren. Genaueres hierzu gibt es hier. Das es Hitzewellen immer wieder gibt, ebenso wie Kältewellen natürlich, dazu steht hier und hier mehr.

Einschub: In unseren werten Medien werden natürlich Wärme- und Hitzerekorde immer an die große Glocke gehängt. Die – wie es scheint – zumindest ebenso häufigen Kälterekorde (Kanada, Australien, Neuseeland) werden dagegen nie erwähnt. Hierzu sollte man immer wieder auf diesem Blog vorbeischauen (natürlich ein amerikanischer Blog), auf dem alle diese Kälterekorde genannt werden (wie jüngst Schneefälle im US-Bundesstaat Montana, die es dort auch in Höhenlagen seit Jahrzehnten um diese Jahreszeit nicht mehr gegeben hatte). Dann kann man vergleichen. Ende Einschub.

Blicken wir noch ein wenig auf die Statistik. Hier hat der Autor Jahrzehnte lange Erfahrung, ohne dass er aber die folgenden Angaben mit Zahlen belegen kann – es war einfach nicht abzusehen, wie sehr derartige Angaben gebraucht werden würden.

Wie schon in meinem Beitrag zu „Bauernregeln und Siebenschläfer“ beschrieben, gibt es Anfang Juli den sog. „meteorologischen Siebenschläfer“. Nun simulieren alle Modelle übereinstimmend seit mehreren Tagen, dass die Hitzewelle zum kommenden Wochenende zu Ende gehen soll. Das wäre also genau zum Zeitpunkt jenes „meteorologischen Siebenschläfers“ um den 5. Juli. Die Numerik deckt sich dabei mit den Erfahrungen des Autors, dass es im vorigen Jahrhundert vor kühlen Juli-Monaten im Monatsmittel fast immer Ende Juni zu einer Hitzewelle gekommen war, die eben genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende geht (die aber natürlich nicht ganz so extrem ausgefallen war wie in diesem Jahr). Das ist schon ein ziemlich starkes Indiz, wie sehr hier Numerik und Statistik zum gleichen Ergebnis kommen.

Gestützt wird das sogar noch durch einen dritten Umstand. Wie oben schon erwähnt, wird offenbar die Langwellenposition des Troges auf dem Atlantik aufgegeben. Dieser Langwellentrog lag mit kurzen Unterbrechungen mehrere Jahre lang auf dem Atlantik und hat uns sommers wie winters mit ewigen Südwestlagen beehrt. Im Sommer gab es dabei immer wieder Gewitter-Unwetter, im Winter permanent milde Luftmassen. Schon jetzt ist aber das im Vergleich zu den letzten Jahren signifikant höhere 500-hPa-Geopotential über dem Atlantik erkennbar – sonst wäre ja das Höhentief nicht „abgetropft“. Sollte sich tatsächlich zeigen, dass die Langwellenposition auf dem Atlantik bis auf Weiteres nicht mehr eingenommen wird, dann könnte man sogar eine Umstellung in noch größerem Maßstab vermuten. Hohes Geopotential über dem Atlantik bedeutet für Mitteleuropa immer eine westliche oder sogar nordwestliche Strömungskomponente.

Fazit: Damit sind nicht nur neue Hitzerekorde zu erwarten, sondern auch, dass es zumindest im Juli keine erneute Hitzewelle geben wird.

Schlussbemerkung: Sind Extreme (in beide Richtungen natürlich) nicht überhaupt normal? Gab oder gibt es irgendwann mal keine Extreme? Wäre das Fehlen jeglicher Extreme nicht das größte Extrem überhaupt?

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25 Kommentare

  1. Es wäre auch zu schön gewesen, wenn Hans-Dieter Schmidt Recht behalten hätte, dass eine weitere Hitzewelle im Juli unwahrscheinlich ist. Aber irren ist menschlich.

    Aber nun steht das nächste Hitzemonster vor der Türe, das uns wohl bis zum 27. oder 28.7. erhalten bleiben wird. Es ist einfach zum verücktwerden. Warum kann diese Monsterhitze nicht einfach in Afrika bleiben?
    Diese Hitzewellen, und die Zunahmen dieser sind für mich leider ein klares Indiz gegen die globale Abkühlung. Denn bei einer Abkühlung müssten auch Hitzewellen in Europa deutlich weniger werden. Oder wie ist infolge einer globalen Abkülung die Zunahme von Hitzeextremen in Deutschland und Mitteleuropa zu erklären?

  2. Leider sieht es nun nach dem amerikanischen Wettermodell nun so aus, als wenn großen Teilen Deutschlands ab 22.7. der nächste Hitze-GAU droht. DAss sich da noch etwas ändert und es nach unten geht, halte ich für unwahrscheinlich. Dann wäre auch die Aussage von Herrn Hans-Dieter Schmidt obsolet.

    Hoffen wir, dass der Kelch an uns vorbeigeht.
    Ansonsten wäre die ganze Siebenschläferregel für die Katz.

  3. 45,9 Grad : Hitzerekord in Frankreich

    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/frankreich-kaempft-mit-groesster-hitze-seit-wetteraufzeichnung-16259049.html

    #

    Hitzerekord gebrochen! Heißester Junitag aller Zeiten! In Deutschland
    Der alte Rekord aus dem Juni 1947, als es im baden-württembergischen Bühlertal 38,5 Grad hatte, ist damit nicht mehr aktuell!
    38,6 Grad am 26. Juni 2019 ist jetzt der bislang höchste Juniwert seit Beginn der Aufzeichnungen.

    https://www.wetter.com/news/40-grad-hitzewelle-im-ticker-knacken-wir-den-hitzerekord-im-juni_aid_5d12114ea5b4b90e2a789dd2.html

  4. Hätten wir die Sahara nicht in unmittelbarer Nähe, so hätten wir auch weniger Hitze. Es gibt Hitze und es gibt die Sahara Hitze.. Nord, West und Mitteleuropa ist auf externe Hitze Lieferanten angewiesen…von sich aus kann diese Landmasse keine Hitze erzeugen. Afrika und Osteuropa sind die Hitzelieferanten

  5. „Ende Juni 2019 kam es in Mitteleuropa zu einer Hitzewelle, die hinsichtlich ihres Temperaturniveaus in mehrfacher Hinsicht rekordverdächtig sein dürfte.“
    Man sollte das Ende der „Hitzewelle“ erst einmal abwarten, bevor man Schlüsse zieht. Alarmiert durch WetterOnline und andere Qualitätsmedien habe ich für den 25.6.2019 die Tages-Höchst-Temperaturen für München Stadt verfolgt. Zunächst war die Prognose 36 °C, diese wurde dann reduziert auf 34 °C, dann weiter auf 32 °C. Mein Außen-Thermometer erreichte 30°C.

  6. Danke für den guten Wetterbericht. Die derzeitige Hitzewelle Ende Juni empfinden wir in BaWü und wohl überall im Westen Deutschlands als nicht besonders heiß. Zudem hat es zwischendurch, z.b. am Wochenende immer wieder geregnet mit Tagestemperaturen um die 16 C. Ganz anderes verhalten sich die Temperaturen im Osten des Landes, die Wetterstationen werden reihenweise den wärmsten Juni seit Stationsbeginn melden, z.B. Berlin/Tempelhof, innerhalb der letzten 30 Jahre eh, aber auch wärmer als 1889 und wärmer als 1756. Womöglich wird es auch der wärmste DWD-Juni seit 1881. Und in vier Tagen, am 29.ten werden wir den Juni 2019 wieder als Beweis der gefährlichen CO2-Klimaerwärmung uns anhören müssen.

  7. Es ist doch Wetter !Und so leben die Menschen seit an beginn und mußten sich immer anpassen.Wenn sie nicht belogen werden haben sie auch jetzt eine Möglichkeit natürlich sich anzupassen.Gegen Sonne ist Schatten und gegen Trockenheit wässern.Hier sollten die riesen Mittel eingesetzt werden und nicht
    um das Klima (Statistik) ändern zu wollen.

  8. Ein wirklich klarer und eindrücklicher Bericht. Gut, daß der Autor „Klimafluktuationen“ dann doch eindeutig als „Wetter“ deklariert hat. Mir geht es auf den Geist, wenn man von „Klimaneutralität“, „Klimaschutz“, „Klimarettung“ schwätzt oder „bleiben Sie Klimaoptimist“ – so mir als „Klimaskeptiker“ bezeichneter, immerhin nicht „Klimaleugner“ entgegengehaltenen These auf einer kleineren grün angehauchten Gesellschaft: es goaht alles den Bach raa“…. („Kontrahentin“ etwa 78 Jahre alt, total grün. Ich bin sofort geflohen, andernfalls hätte ich noch diese Geburtstagsfeier stimmungsmäßig gemeuchelt.) Daher ist es auch, wenn mit „Klimafluktuationen“ schlicht und einfach Wetterereignisse gemeint sind: auch vom IPCC wird Wetter zurecht als chaotisches, nicht lineares, nicht vorhersagbares System bezeichnet, sehr ärgerlich, diese nicht zu vereinbarenden Akzidenzen mit dem Substantiv Klima verbunden zu sehen. Klima ist eine statistische Norm. Egal, was auch immer dieser verbal angehängt wird, es ist schlicht und einfach daneben, da diese Norm, im Gegensatz wie so erhellend hier bei Eike ausgeführt wurde, kein beeinflussbares System darstellt – nur: wer meint denn, daß Mensch Systeme wie Landmassen, Ozeane, Wetter … wirklich „nachhaltig“ beeinflussen könnte? Was ist denn allein in den 2 Weltkriegen, auch in den Jahren der Industrialisierung (19tes/20tes. Jahrhundert) – es seien nur genannt: Manchester/Liverpool, Glasgow, Ruhrgebiet, Polen, Oberschlesien, Nordfrankreich … – an ungeheuren Mengen an Schmutz, Staub, Ruß, Gasen etc. ausgestoßen worden! Und: leben wir noch als die Nachfahren dieser partiell wirklich bedauernswert geknechteten Menschen? Die Millionen von Toten gab es leider durch die verheerenden Kriege. Die heutigen, im Luxus – er sei ihnen gegönnt, kommt er doch von uns (ob sie das vergessen haben?) – aufgewachsenen, mit keinerlei alltäglicher beruflicher Realität konfrontierten jungen Menschen leiden offenbar unter der Not der Notlosigkeit und werden von einer institutionellen (Club of Rome, Rockefeller Foundation …IPCC, PIK), korrupten politischen und korrupten medialen gruen-rot-schwarz-sozialistischen Kamarilla/Kaste/Nomenklatura mittels abgeleiteter alttestamentarischer Kriterien auf die Große Transformation der bestehenden Gesellschaft vorbereitet – mittels Panik, Horror, Katastrophe, Untergang (Sodom und Gomorra), Schuld – Folge Hysterie – Erlösung über Reue und Ablass (CO2 Steuer – das erste Mal, daß der Staat auch die Luft zum Atmen, aber auch die des Ausatmens besteuern kann – hat es in bisherigen Diktaturen noch nicht gegeben!). Wir sind auf dem besten Weg. Wir schaffen das.

  9. Das Klima ist keine Klimaanlage!
    Die Erdkugel mit ihrem Klima ist keine Klimaanlage bei der man Temperaturen nach Wünschen einstellen kann. Man möchte ja anscheinend Klimawandel so weit kontrollieren, dass die Temperaturen immer optimal bleiben.
    Ich habe schon mal geschrieben, dass die Menschen seit Millionen Jahren mit kleinen Gruppen (Bevölkerungszahl minimal im Vergleich zu heute), weniger Intelligenz und ihren Steinwerkzeugen bei wildester Natur diese Klimaveränderungen überlebt haben.
    Wenn es in diesem Sommer etwas wärmer wird, dann schalte ich meine Klimaanlage eben ein und stelle es wieder auf einen erwünschten Wert ein.
    Das ist die ganze katastrophale Konsequenz des nicht kontrollierten Klimawandels. Wenn wir günstigere Strompreise hätten, dann könnte man das auch besser überstehen.
    Meine Güte ich kann mir das wirklich nicht mehr anschauen. Ich glaube jede Vernunft ist den Menschen abhanden gekommen.

    • „Ich glaube jede Vernunft ist den Menschen abhanden gekommen.“

      Nicht allen, Herr Salk.
      Ein paar haben die Tassen noch im Schrank…

      • ,, Ein paar haben die Tassen noch im Schrank“
        Aber leider werden das immer weniger, Die Medien prügeln uns diesen Müll Abend für Abend in die Hirne! Da braucht man viel Standfestigkeit.Bis jetzt hält meine Abwehr durch .

  10. Schöner Kommentar, allerdings muss es in der Einleitung 2019 und nicht 2018 heißen. Aber sonst sehr sachlich gemacht. Ich hoffe, Herr Dr. Schmidt behält recht mit seiner Aussage. Ein kühler Juli wäre auch für die Land- und Fortwirtschaft nach der Borkenkäferplage 2018 ein Segen. Von mir aus kann es im August so weitergehen. Ich erinnere mich an ein Stadtfest om Süden Deutschlands bei Freunden, dass am 01.07.2012 zu Ende ging. Davor gab es einige heiße Tage, am 30.6. dann 34° C und abends dann Sturm und der Wetterwechsel, der über längere Zeit anhielt.
    Übrigens, wen es mal interessiert, wie Anzahl der Hitzetage und Sommertage verfälscht werden, dem empfehle ich die Internetseite über das Stadtklima Stuttgart zu besuchen. Da haben die Monate in den Grafiken auf einmal 40 oder 41 Tage, da wird gezählt 27 warme und 14 heiße Tage. Aber guckt selbst.

    • @Franz Bauer, Sie haben recht mit Ihrer Aussage, dass bei Stadtklima Stuttgart die Monate mehr als 30 oder 31 Tage haben.

      • „Sie haben recht mit Ihrer Aussage, dass bei Stadtklima Stuttgart die Monate mehr als 30 oder 31 Tage haben.“

        Nein, davon ist dort nicht die Rede. Nur die Summe der „Heißen Tage“ (Tmax größer 30°C) und der Sommertage (Tmax größer 25°C) ist in warmen Monaten gößer als 30/31. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass jeder „heiße Tag“ auch ein Sommertag ist. Haben wir also 30 Sommertage und 18 Heiße Tage wie im August 2003 ist die Summe daraus 48; nur ist da eine Summenbildung nicht sinnvoll.
        MfG
        Ketterer

  11. Sehr gut erklärt vom Fachmann und für mich als Laien recht gut verständlich.
    Heute messen und simulieren die Wetterdienste der Welt auf unterschiedlichem hPa-Niveau Luftdruck,Temperaturen und Luftströmungen etc.und können im Ergebnis ihrer Berechnungen kurzfristige Voraussagen über das Wetter der nächsten 3 Tage für ein bestimmtes Gebiet ziemlich genau darstellen.
    So können wir uns auf kurzfristige Wetterereignisse vorbereiten und uns bedingt auch auf mögliche Gefahren einstellen sowie uns vor ihnen schützen. So gut es geht. Und das ist gut so. Noch vor einigen Jahrzehnten war das ganz anders und die Schäden in der Natur, aber auch die menschlichen Verluste bei Extremwetterereignissen nachweislich nicht minder höher. Im Gegenteil. So lehren es jedenfalls die Statistiken.U.a., weil es keine einigermaßen sichere Vorhersage durch Modellrechnungen für die nächsten Tage gab.
    Nun wird ja heutzutage nur noch Politik mit dem Wetter betrieben (Wetter wird oftmals durch Klima ersetzt!) und jegliche Verbreitung von Panik muss durch die Decke gehen, damit auch das letzte denkende Lebewesen als Mitläufer für den Kampf gegen die Klimakatastrophe gewonnen werden kann. Wir lernten noch in der Schule, wie sich ein Hoch-/Tiefdruckgebiet, eine Kalt-/Warmfront entwickelt. Was ist nur heute im Geographieunterricht los?
    Einige Beispiele, die ich in der Jahrhundertchronik 1900-1999 fand und die uns vermitteln, dass Wetterextreme (und wahrscheinlich so ähnliche Wetterlagen wie momentan über Deutschland und Mitteleuropa)überhaupt nicht „neu erfunden“ und dramatisiert werden müssen. Die chaotische Wetterküche lässt/ließ uns Menschen eh immer außen vor.

    Juni 1957
    plötzlich einsetzende extreme Hitzewelle, Hunderte Tote allein BRD,
    in Oberitalien, Südfrankreich und der Schweiz fünftägige, ununter-
    brochene sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen in weiten Gebieten,
    Flutwelle in der Poebene, Tote, viele Obdachlose.
    27.6. einer der schlimmsten Hurrikane in den USA

    Juli 1959
    „Jahrhundertsommer“ im nördlichen Mitteleuropa, Dürre, Trockenheit.
    Sintflut-Regenfälle in den Alpen, Erdrutsche, Überflutungen, Tausende
    Obdachlose.

    August 1959
    anhaltende Trockenheit, 15.8. bis 20.10. kein Regen in Nord-Deutschland,
    Trinkwasser wird knapp, zu wenig Milch, Butter wird teurer.
    13.8. sehr schwere Unwetter in Bayern und Österreich, Flüsse Pegel bis
    5 m über normal, Passau unter Wasser.

    September 1959
    Trinkwasser wird in Nord-Deutschland rationiert, oft nur noch per Tankwagen,
    50% der Ernte verdorrt, „Jahrhundertwein“.

    Quelle:http://old.wetterzentrale.de/cgi-bin/webbbs/wzconfig1.pl?noframes;read=93

    Unsere Vorfahren hatten es garantiert nicht leichter bei sogenannten extremen Wetterlagen. Im Gegenteil.Denke da auch immer mal zurück an die Worte von meiner Oma. Wie oft erzählte sie mir als Kind, dass sie ihr wichtiges Hab und Gut einpackte, wenn es los ging…
    Und dabei kannten nur die Wenigsten den damaligen CO² Gehalt in der Luft. Und seine „Weltuntergangsfolgen“ bei kontinuierlicher Erhöhung selbstverständlich auch nicht.

    • An das Jahr 1959 kann ich mich gut erinnern. Da war ich 10 Jahre alt und musste in der Landwirtschaft schon ordentlich mit zupacken. Es war so trocken, dass unsere ganze Runkelrüben-ernte auf einen kleinen hölzernen Düngewagen passte. Die Wiesen waren verdorrt. Mein Vater pachtete von einem inaktiven, weil alkoholisierten Kleinbauern eine kleine Wiese, auf der eine Quelle entsprang. Dort blieb das Gras zumindest grün. Aber die Wiese war zu klein. Um unsere Kühe nicht notschlachten zu müssen, hüteten wir sie schließlich (illegaler Weise) im Staatswald. Dort gab es an schattigen Wegrändern noch immer etwas grünes Gras. Wir und unser Vieh haben das Jahr mit vielen Opfern überlebt. Niemand kam allerdings auf die Idee, dieses für die Vorahnung einer Klimakatastrophe zu halten.

  12. Was meinen Sie genau mit Numerik und Statistik. Wenn Sie den Beweis antreten wollen, dass es sich bei der Hitzewelle um ganz normal Phänomene handelt, die Hitzewellen eben nicht vermehrt im Zuge des anthropogenen Klimawandels passieren, sollten Sie schon etwas genauer arbeiten. In diesem Fall sollten Sie die Extremwertstatistik verwenden. Interessant sind eben die „tails“ der Verteilungsfunktionen, d.h. trotz einer nur geringen Abweichung vom statistischen Mittel, sind die Wahrscheinlichkeiten der extremen Werte viel stärker davon betroffen.

    „Die Numerik deckt sich dabei mit den Erfahrungen des Autors, dass es im vorigen Jahrhundert vor kühlen Juli-Monaten im Monatsmittel fast immer Ende Juni zu einer Hitzewelle gekommen war, die eben genau zu diesem Zeitpunkt zu Ende geht (die aber natürlich nicht ganz so extrem ausgefallen war wie in diesem Jahr). Das ist schon ein ziemlich starkes Indiz, wie sehr hier Numerik und Statistik zum gleichen Ergebnis kommen.“ Es wäre schön, wenn Sie das auch belegen könnten.

  13. „Wäre das Fehlen jeglicher Extreme nicht das größte Extrem überhaupt?“

    Der Physiker blättert in den Annalen: Auf dem kleinen 29% Anteil des Festlandes feiert man aufregende Rekorde: 1978 in Xinjiang, China, +82,5 Grad C; 1983 an der Wostok Station, Antarktis, -89,2 Grad C. – Beruhigend ist dabei, dass an den 71 % der Ozeanfläche viele kleine Inseln verstreut sind, an deren Ufern es (vom Festland Wind geschützt) niemals kälter wird als -2 Grad C und auch nicht wärmer als +30 Grad C. – Die -2 Grad C sind bekanntlich eine Naturkonstante und an den +30Grad C sind keine gravierenden Änderungen in Sicht! – (Ach wie gut, dass niemand weiß, dass … CO2 klimaneutral ist.)

    • Wow, da hat einer aber ganz toll in Statistik aufgepasst. Selten einen derartigen Müll gelesen (entschuldigen Sie bitte diese drastische Form). Es tut einfach nur weh, einen derartigen Stuss zu lesen. Am besten mal ein vernünftiges Lehrbuch lesen…

      • Do not feed the troll – es gibt keinen „anthropogenen Klimawandel“, lediglich einen „Intelligenz-Wandel“, mit stark abwärtigem Trend, insbesondere im lange verblichenen „Land der Dichter und Denker“.

        • „Do not feed the troll – es gibt keinen „anthropogenen Klimawandel“, lediglich einen „Intelligenz-Wandel“, mit stark abwärtigem Trend, insbesondere im lange verblichenen „Land der Dichter und Denker“.“

          Leider 100% richtig!

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