Warum Ressourcen nicht “natürlich” sind und nie ausgehen

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Steve Goreham
In der vergangenen Woche hat der World Wildlife Fund den 10. Mai zum „Overshoot Day“ [Überschreitungstag] für Europa erklärt, dem Tag, an dem Europa seinen Teil der Erdressourcen für das Jahr verbraucht hat. Der WWF, die Vereinten Nationen und die Universitäten warnen weiterhin davor, dass die moderne Gesellschaft unsere natürlichen Ressourcen rapide erschöpft. Stattdessen zeigen Trends, dass die Ressourcen der Erde für alle praktischen Zwecke niemals zur Neige gehen werden.

Neuauflage mit freundlicher Genehmigung der Washington Times .

Der World Wildlife Fund bestimmt  den 1. August dieses Jahres als Earth Overshoot Day, an dem „die Gesellschaft mehr natürliche Ressourcen verwendet haben wird, als der Planet der Lage ist, in einem Zeitraum von 12 Monaten zu produzieren.“  WWF schätzt , dass der Overshoot Day für die Vereinigten Staaten bereits im März erreicht war, und warnt, dass die USA das Vierfache ihres Anteils an nachhaltigen globalen Ressourcen verbrauchen.

Overshoot Day ist eine Fortsetzung der langjährigen Ideologie, dass die Menschen zu viel von den Ressourcen der Erde verbrauchen. Der Umweltschützer David Suzuki sagte : „Wir leben in einer Welt endlicher Ressourcen. Obwohl die Erde manchmal ziemlich groß zu sein scheint, ist sie wirklich sehr klein – eine winzige blaue und grüne Oase des Lebens in einem kalten Universum.“

Margaret Beckett, britische Umweltministerin, wies 2006 darauf hin:„ Es ist eine schlimme und fesselnde Tatsache, dass seit der Mitte des 20ten Jahrhunderts, die Menschheit mehr natürliche Ressourcen verbraucht hat, als in aller bisherigen Geschichte der Menschheit.“

Die Preisentwicklung ist in der Regel ein guter Indikator für die Ressourcenknappheit. Die Weltbank unterhält eine Weltmarktdatenbank mit 41 Warenpreisen von 1960 bis heute. Die inflationsbereinigten Trends zeigen, dass die Lebensmittelpreise von 1960 bis 2015 gesunken sind, die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe und Industriemetalle unverändert blieben und die vom Ölpreis dominierten Energiepreise gestiegen sind. Die Rohstoffpreise schwanken von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stark, aber wir sehen keinen ansteigenden Preistrend, der auf eine Erschöpfung der Ressourcen hindeutet.

Das internationale Bestseller-Buch Limits to Growth aus dem Jahr 1972 prognostizierte, dass der Menschheit bis 2027 das Aluminium ausgehen würde, bis 2020 das Kupfer, bis 2001 das Gold, bis 2036 das Quecksilber, bis 2014 das Silber und bis 2022 das Zink. Keines dieser Metalle ist historisch gesehen knapp.

Die weltweite Produktion von Industriemetallen stieg von 1960 bis 2014 an. Das jährliche Produktionsniveau stieg an: Aluminium (996 Prozent), Kupfer (417 Prozent), Eisenerz (531 Prozent), Blei (343 Prozent), Nickel (455 Prozent), Zinn (66 Prozent) und Zink (348 Prozent). Gleichzeitig war der Realpreisindex für Industriemetalle der Weltbank für diese sieben Metalle unverändert und ging bis 2015 um etwas mehr als ein Prozent zurück. Die weltweiten Reserven für Kupfer, Eisenerz, Blei und Zink stehen in der Nähe von Allzeithochs. Die Preise steigen nicht wie von Pessimisten vorhergesagt.

„Natürliche Ressourcen“ ist eine irreführende Bezeichnung. Der Begriff „natürliche Ressourcen“ vermittelt die naive Vorstellung, dass Lebensmittel, Energie oder Materialien lediglich von einem Baum gepflückt oder von einem Feld oder Bach gesammelt werden können. Rohstoffe sind natürlich, aber Ressourcen werden vom Menschen aus Rohstoffen erzeugt.

Betrachten wir das Wunder der Kupferherstellung. Kupferhaltiges Gestein wird durch Explosionen zersplittert und dann auf riesige Lastwagen mit einer Transportlast von 240 Tonnen verladen. Jede Tonne Gestein enthält nur 13 Pfund Kupfer. Das Kupfererz durchläuft dann eine Reihe von Mahlmaschinen, die das Gestein zu einem feinen Pulver zermahlen. Als nächstes durchläuft das Pulver eine Flotationszelle, in der das Kupfer auf der Oberseite einer Lösung schwimmt und abgeschöpft wird, wobei 28 Prozent Kupferkonzentrat erzeugt werden. Als nächstes kommen drei verschiedene Öfen, die das Metall zu 98 Prozent Kupfer schmelzen. Schließlich wird die Elektrolyse in einer 800 m langen Fabrik zur Herstellung von Kupferbarren verwendet, die zu 99,99% aus Kupfer bestehen. Die fortschreitende Technologie produziert weiterhin hochwertiges Kupfer aus Erzen aus abnehmender Kupferkonzentration.

Aber gehen uns nicht die Rohstoffe für die Herstellung von Kupfer und anderen Rohstoffen aus? Die meisten Menschen wissen nicht, wie viele Rohstoffe auf unserem Planeten verfügbar sind. Der kanadische Geologe David Brooks schätzt, dass eine durchschnittliche Kubikmeile Erdkruste eine Milliarde Tonnen Aluminium (aus Bauxit), über 500 Millionen Tonnen Eisen, eine Million Tonnen Zink und 600.000 Tonnen Kupfer enthält.

Es gibt 57 Millionen solcher Quadratmeilen [mal 2,59 = qkm] Landoberfläche der Erde und fast das Dreifache dieser Fläche unter der Oberfläche der Ozeane. Natürlich ist mit der heutigen Technologie nur ein kleiner Teil der Metalle in der Erdkruste wirtschaftlich gewinnbar. Trotzdem ist der Rohstoffvorrat der Erde begrenzt, aber riesig.

Aber geht uns nicht die Kohlenwasserstoff-Energie aus? Im Jahr 1977 erzählte Präsident Jimmy Carter, der Nation: „der Weltölverbrauch steigt noch weiter. Wenn es möglich wäre, den Anstieg in den 1970er und 1980er Jahren aufrechtzuerhalten, werden wir bis Ende des nächsten Jahrzehnts alle nachgewiesenen Ölreserven auf der ganzen Welt aufbrauchen.

Präsident Carter und seine Berater haben sich geirrt. Erdölingenieure haben die Welt mit durch die technologischen Fortschritte des hydraulischen Brechens und des horizontalen Bohrens verändert. In 2008 betrug die tägliche Öl Produktion in USA mehr als 5 Millionen Barrel und das hat sich bis heute auf mehr als 12 Millionen Barrels verdoppelt. Auch die US-Erdgasproduktion hat sich im letzten Jahrzehnt verdoppelt.

Von 1980 bis 2017 stieg die weltweite Erdölförderung um mehr als 50%. Die weltweiten Rohölreserven stiegen jedoch um 150 Prozent von 27 auf 46 Jahre, und das bei höheren Förderraten. Dieselben Weltuntergangsprediger, die weiterhin die Erschöpfung der Ressourcen prognostizieren, waren sich sicher, dass wir vor einem Jahrzehnt den Höchststand ‚peak-oil‘ an Öl erreicht hatten.

Die Menschheit verfügt heute über den größten Ressourcenreichtum in der Geschichte. Der menschliche Einfallsreichtum bestimmt die Verfügbarkeit von Ressourcen, nicht die Menge an Früchten auf einem Baum oder die Anzahl der Steine auf dem Boden. Angetrieben von der Weiterentwicklung der menschlichen Technologie werden die Ressourcen der Erde für alle praktischen Zwecke niemals zur Neige gehen.

Steve Goreham ist Redner für Umwelt, Wirtschaft und öffentliche Ordnung und Autor des Buches Outside the Green Box: Rethinking Sustainable Development. [Außerhalb der grünen Schachtel: Nachhaltige Entwicklung neu denken.]

Gefunden auf WUWT vom 15.05.2019

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://wattsupwiththat.com/2019/05/15/why-resources-arent-natural-and-will-never-run-out/

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4 Kommentare

  1. Die Behauptung, dass alle Rohstoffe unendlich seien, ist mir doch ein wenig zu einfach. Mit diesem Argument unterstützen Sie auch entgegen Ihren Willen die Befürworter eines globalen Ausbaus von Solar- und Windenergie, was aber gerade wegen begrenzter Ressourcen nicht möglich ist. Photovoltaikkraftwerke mit hohem Wirkungsgrad benötigen für ihre Solarzellen u.a. Germanium und bezahlbare getriebelose WKA Neodym für ihre Supermagnete (mit Getriebe sind die häufig verschwiegenen Wartungskosten von bis zu 1 Millionen € pro Jahr und WKA zu hoch). Diese Elemente könnten aber schon nach 2030 knapp werden. Aber selbst beim Erdöl ist es zu einfach gedacht. Zwar ist der Peak Oil Zeitpunkt schon seit 1970 immer um 20 Jahre verschoben worden (da haben Sie Recht mit Ihren Behauptungen !) aber die Förderung von konventionellem Erdöl reicht nicht mehr aus. In zunehmenden Masse wird mit hohem Aufwand und hohen Kosten immer mehr unkonventionelles Erdöl gefördert (Venezuela, Kanada, Tiefsee = Meerestiefen über 800 m). Man ist nicht umsonst vielfach auf Erdgas umgestiegen, welches im Allgemeinen auch leichter zu fördern ist als Erdöl. Aber auch hier überlegt man mit Blick auf die Zukunft, an die gewaltigen Vorkommen von Methanhydrat (Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas) heranzukommen, die den Energiebedarf der Menschheit für 1000 Jahre garantieren könnten. Problem ist jedoch die sehr aufwendige und komplizierte Förderung von Methanhydrat, bei der China (im südchinesischen Meer) und Japan (vor seinen Küsten) eine Vorreiterrolle spielen. Wenn dabei jedoch etwas schief geht, werden gewaltige Mengen Methan in die Umwelt freigesetzt ! Dies ist zur Zeit noch das große Problem. Recht haben Sie allerdings bei Aluminium und Eisen bzw. Stahl, wo auch Recycling-Technologien (beim Stahl weltweit 30 % der Produktion) eine sowohl Ressourcen als auch Geld sparende Herstellung ermöglichen.

    • Zu obigem Artikel kann ich zwar auch eine Meinung haben, hier habe ich jedoch etwas übersetzt, was ein anderer geschrieben hat – s.o. – Zur Info für unsere Leser, bitte bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

      Zum einen denke ich, dass Sie mit Ihrer Argumentation nicht ganz unrecht haben.
      In einem Punkt allerdings, denke ich, wenn es sich nicht lohnen würde – die Schürfung / die Bohrung von Stoffen, die in der Erde zu finden sind, würde es keiner machen, oder die Preise so weit anheben, dass es sich lohnt – wenn die Nachfrage da ist und die Preise bezahlt werden.

      „… In zunehmenden Masse wird mit hohem Aufwand und hohen Kosten immer mehr unkonventionelles Erdöl gefördert“.
      Damit widersprechen Sie sich m.e. gleich selbst.

      Methanhydrat – bestimmt ist es nicht besonders gut, wenn das Methan sich mit der übrigen Atmosphäre vermengt. Allerdings ist es eh‘ nur in Spuren darin enthalten. Was soll das bewirken?

      • Aus 1 cbm Methanhydrat werden 164 cbm Methan freigesetzt (0,8 cbm sind Wasser). Hier kann ich außerdem Ihr Argument anführen, dass China und Japan sich nicht damit intensiv beschäftigen würden, wenn es sich nicht lohnen würde

  2. In meinem aktiven Leben als Industrieknecht hatte ich öfters das fragwürdige Vergnügen mich mit durchgegrünten Gymnasiallehrern über Fragen der Ökonomie und Ökologie auseinanderzusetzen. Es waren immer die gleichen Pappnasen, die ein grenzenloses Verkehrwachstum und gleichzeitig die Grenze wirtschaftlichen Wachstums postulierten. Beides ist falsch. In jedem realen Markt, also auch im Verkehrsmarkt, gibt es für jedes gegebene Szenario eine Wachstumsgrenze, und sei es nur die Zeit. Anders in der Ökonomie. Wenn sich der Mitteleinsatz zur Erzeugung einer Leistung verringert, spricht man auch von Wachstum selbst dann, wenn nicht mehr erzeugt wurde. Dieses Effizienzwachstum äußert sich dann in einer Kostensenkung, die der böse Kapitalist dann zur Gewinnmaximierung oder freundlicherweise einer Lohnerhöhung verwendet. Auch hier gilt der 2. Satz der Thermodynamik: von nix kommt nix,- aber das ist in ein öffentlich alimentiertes Hirn schwer reinzukriegen, so jedenfalls meine Erfahrung. Es sind dies die unsäglichen ceteris paribus Annahmen der LinksGrünen, die sie vergessen lässt, daß es so etwas wie Fortschritt gibt. Und Fortschritt bedeutet Wachstumsmöglichkeit. Deshalb sehe ich in dieser Gruppe die wirklichen Konservativen, denn sie wollen die Welt erhalten, so wie sie ist und dann gibt es natürlich eine Wachstumsgrenze. Die LinksGrünen gerieren sich als fortschrittlich, sie verkörpern aber das Gegenteil, sie sind fortschrittsfeindlich.

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