WELTWOCHE-Editorial*: Klimatisten – Der neue grüne Kommunismus.

Bildquellenangabe: olga meier-sander / pixelio.de

Von Roger Köppel (Red. WELTWOCHE Zürich)*
Wir haben in der letzten Ausgabe nachgewiesen, dass der sogenannte Klimaschutz nichts bringt. Das Klima muss nicht geschützt werden. Es hat sich immer geändert, seit Jahrmillionen, und es wird sich weiter ändern. Bis heute fehlt es an wissenschaftlichen Beweisen, dass der Mensch einen massgeblichen Einfluss auf den Klimawandel ausübt. Dass er einen Einfluss hat, ist unbestritten, wie gross aber dieser Einfluss ist, darüber gibt es keine gesicherte Theorie.

Dann die Zahlen: Die Schweizer produzieren rund ein Tausendstel des weltweiten menschengemachten CO2, nicht ein Zehntausendstel, wie ich letzte Woche, schwindlig ob all der Winzigkeiten, geschrieben habe. Mea maxima culpa!

Am Argument freilich ändert sich nicht das Geringste.

Die Menschen blasen weltweit rund 3 Prozent des Gesamt-CO2 in die Atmosphäre, die restlichen 97 Prozent kommen direkt aus der Natur, vor allem aus den Ozeanen. Die Schweiz produziert mit anderen Worten ein Nichts von 3 Hunderttausendstel des globalen Insgesamt-CO2.

Nun kann man sich natürlich der politischen Lebensaufgabe verschreiben, dass die Schweiz in einem einsamen Kraftakt ihr globales Nichts von drei Hunderttausendstel auf ein Übernichts von null Hunderttausendstel absenkt.

Erforderlich wäre ein revolutionärer Umbau unserer Wirtschaft, unserer Gesellschaft, unseres Lebens, damit wir das Globalnichts an CO2, das wir heute produzieren, künftig zu einem noch nichtigeren Nichts verringern, das ebenso nichts dem Klima brächte.

Keine besonders vernünftige, um nicht zu sagen: eine komplett verrückte Politik.

Je verrückter die Politik, desto gescheiter und intelligenter aber müssen die Theorien klingen, die zu ihrer Umsetzung bemüht werden.

Ich vergleiche die Klimaretter mit den Kommunisten. Die Kommunisten sahen sich als Rächer und Retter der angeblich unterdrückten Unterschicht. Die Klimatisten sind die Rächer und Retter des angeblich misshandelten Klimas, das sie zum Wohle der Menschheit gegen die Menschheit verteidigen müssen.

Die Kommunisten fühlten sich mit den höheren Wahrheiten der Geschichtsphilosophie im Bunde. Damit rechtfertigten sie alles, auch alle Gräueltaten. Sie hatten die Weltformel der Gesellschaft und der Wirtschaft geknackt. Sie handelten im Auftrag dessen, was sie als wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis empfanden. Nur Dumme oder Verbrecher konnten anderer Meinung sein.

Ähnlich selbstbewusst gehen die Klimatisten vor. Auch sie haben die objektive Weltformel entschlüsselt, glauben es zumindest, nämlich die Weltformel des Klimas. Wie die Kommunisten die Geschichte, so durchschauen die Klimaretter das Klima, ein hochkomplexes Multifaktorensystem demagogisch auf ein paar einprägsame Slogans eindampfend.

Für den Erfolg einer politischen Gruppierung ist allerdings die Benennung des Feindes erst der matchentscheidende Faktor. Die Nazis hatten den Rassenfeind, die Kommunisten hatten den Klassenfeind. Die Klimatisten haben den Klimafeind aggressiv im Visier: Es ist der Rindfleisch essende, Auto fahrende, Flugzeug fliegende und CO2-produzierende Individualist, der selbstbestimmte Mensch, vornehmlich Mann, vornehmlich weiss, denn gegen Migrationsbewegungen aus dem Süden haben die Klimatisten nichts, also der industrielle Nordmensch, der sich nicht ins Kollektiv, in die Kolchose einer von oben gelenkten CO2-neutralen Herde zwangseinweisen lassen will.

Die grünen Kommunisten können bei Wahlen gewinnen, aber wenn ihre Anliegen konkret und teuer werden, stimmen die Bürger in der direkten Demokratie meistens dagegen. Deshalb müssen die Grünen früher oder später, wenn sie ihre Ziele verwirklichen wollen, die Klimadiktatur einführen.

Kürzlich sagte mir jemand an einem Vortrag, ich sei verrückt, so etwas zu behaupten. Die Grünen, er sei selber einer, würden doch keine Diktatur anstreben. Sie seien nur dafür, dass auch das Klima in der direkten Demokratie seinen Fürsprecher bekomme.

Irrtum. Natürlich werden die Klimaretter bei der Diktatur landen. Das geht denknotwendig aus ihrem Staats- und Menschenbild hervor.

Die Demokratie beruht auf der Vorstellung des mündigen, vernunftbegabten Menschen, der selber am besten weiss, was für ihn gut ist. Der Staat ist ein notwendiges Übel. Sein Hauptzweck besteht darin, zu verhindern, dass die Starken die Schwachen erdrücken. Für den Demokraten muss der Staat den Menschen nicht zum Guten erziehen. Er muss nur dafür sorgen, dass nicht eine Machtgruppe den Staat missbraucht, um allen anderen ihre Vorstellung eines richtigen Lebens aufzuzwingen.

Die Grünen sehen es anders. Für sie ist der Staat ein Zwangsinstrument, um die von ihnen als richtig erkannte Lebensweise durchzupeitschen, sie bis in intimste Details zu regeln. Für sie ist die Essenz der Politik die Vorschrift, das Verbot.

Den Menschen halten sie für unmündig, für unfähig, selber zu erkennen, was gut für ihn ist. Sie glauben nicht daran, dass die Menschen von sich aus auf die grünen Verheissungen einsteigen und ihr zerstörerisches Verhalten freiwillig aufgeben. Deshalb muss der Mensch von oben erleuchtet, zu seinem Glück gezwungen werden.

Die grüne Intoleranz, ihre fiebrige Ungeduld, der grüne Hass auf Andersdenkende und Kritiker ist die Folge ihres Selbstbilds. Sie vertreten ja nicht irgendeine subjektive Meinung, sondern sie stehen für die Wahrheit, die sie über den niederen Meinungsstreit in Wissenschaft und Demokratie erhebt.

Weshalb eigentlich sind ausgerechnet die Klimaretter, sind die Grünen und Grünliberalen so heiss auf den EU-Rahmenvertrag? Weil sie erkannt haben, dass dieser Vertrag so undemokratisch ist wie sie selber.

Nur Leute, die dem Staat zu viel und den Menschen zu wenig zutrauen, sind für diesen EU-Rahmenvertrag. Sie sind fasziniert, beglückt von diesem Abkommen, das die EU mitsamt ihren Richtern als neuen Schweizer Gesetzgeber installiert über Volk, Kantonen und Parlamenten.

So etwas kann nur wünschen, wer dem demokratischen Souverän, wer den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes, misstraut, sie als Feind seiner politischen Ideen verachtet. So etwas kann nur gut finden, wer den Staat als überdemokratisches Machtmittel braucht, weil er keine Lust hat oder weil ihm die Kraft und die Argumente fehlen, eine Mehrheit von seiner Politik zu überzeugen.

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)*  Anmerkung der EIKE-Redaktion  :

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE Zürich : Klimatisten : Der neue grüne Kommunismus | Die Weltwoche, Nr. 17 (2019) | 25. April 2019 ; http://www.weltwoche.ch/

EIKE dankt der Redaktion der WELTWOCHE und dem Autor Roger Köppel für die Gestattung der ungekürzten Übernahme des Beitrages.

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24 Kommentare

  1. Warum die Kommunismus-Keule? Solche Angst vorm Kommunismus? Definiert Ihr Kommunismus falsch? Es ist doch eher so, dass die dereitige Entwicklung auf Faschismus rausläuft. Vernetzung von Wirtschafts-Oligarchie und Staat zur Beherrschung der Mehrheit. und das zukünftig mit Überwachung und paramilitärischen Strukturen.

    • Wird das im Kommunismus oder Sozialismus etwa anders gehandhabt? Der einzige Unterschied ist wohl daß hier die Elite nicht Superreich ist.

  2. Eins sollten wir sehen.
    Die Grünen wären ein Nichts ohne die wirksame Unterstützung der Medien, egal ob privat oder öffentlich-rechtlich.
    Das heißt, was die öffentlich-rechtlichen betrifft:
    Sie werden vom Parteikartell CDU-SPD und Anhängsel unterstützt.
    Und was die privaten Medien betrifft:
    Sucht mal in google, wer sind die Besitzer der größten US-Medien.
    Achtung!
    Ergebnis kann politisch unkorrekt sein.

  3. Es dürfte zutreffen, dass „Menschen weltweit rund 3 Prozent des Gesamt-CO2 in die Atmosphäre blasen.“
    Noch martialischer wird aber meistens gesagt, dass sie das böse CO2 „ausstoßen“.
    Doch wird davon nicht ein erheblicher Teil dem natürlichen CO2-Kreislauf zugeführt und bewirkt u.a. bessere Ernten und Begrünung der Wüstengebiete? Israel z.B. befürchtet, dadurch das Weltnaturerbe Negev-Wüste zu verlieren.

    Gibt es Erkenntnisse darüber, was von dem anthropogen emittierten CO2 in der Atmosphäre verbleibt und – wenn überhaupt möglich – Wetter und Klima beeinflussen könnte?

    • Es gibt keinen „natürlichen CO2-Kreislauf“. Die Natur entzieht vielmehr über die Jahre einen beträchtlichen Teil dieses Kohlenstoffes beispielsweise aus dem Wasser weil dieser als Baustoff für Schalentiere benötigt wird.

  4. Wer gestern Habeck bei Illner erlebt hat, weiß es jetzt hoffentlich. CO2 Steuer auf alles, dadurch wird alles teurer auch was nicht direkt besteuert wird. Und dann verteilt der Staat das eingenommene Geld nach seinem Gusto. Das müssen wir ganz schnell machen, weil so Habeck nur noch 4, 8 Jahre Zeit sind (rein zufällig Legislaturperioden??). Natürlich können die Grünen das am Besten. Mit Klima hat das gar nichts zu tun. Wie im Artikel von Dr.Ball steht: Vorwand für eine Umverteilung des Geldes u. damit verbundene Macht . Folgende einfache Punkte muss man erkennen:

    1. Wir müssen alles ändern
    2. Wir müssen für alles Regeln/ Verbote/ Kontrollen einführen
    3. Es gibt dazu keine Alternative, da sonst die Katastrophe/ Chaos droht
    4. Wer nicht für diese Punkte stimmt, ist der Gegner.
    5. Zur Umsetzung sind nahezu alle Mittel erlaubt (Lügen, Diffamieren ist erst der Anfang)

    Nun kann man das nennen, wie man will, Demokratie ist es nicht. Da stimme ich Hr. Köppel zu. Die Schablone ist nicht neu u. zieht sich durch die Geschichte.

    • Es wird hier immer gejammert, dass der kleine Mann durch den hohen Strompreis total benachteiligt wird. Und jetzt soll er durch eine „pro Kopf Ausschüttung“ einen Vorteil erlangen, und dann ist es auch wieder nicht recht. Soziales Jammern, von asozialem Handeln zu unterscheiden ist bei vielen hier nicht möglich und bei der CDU/CSU die systemimanente scheinheilige Praxis.

      • Sie glauben echt an eine *pro Kopf Ausschüttung*, bei der der *kleine Mann* netto was überbehält?

        Warum zum Teufel muss ich dem *kleinen Mann* erst etwas aufbürden, um es ihm dann angeblich wiederzugeben? Solchen Versprechungen stehe ich aus Erfahrung mehr als skeptisch gegenüber.

        Und überhaupt, Herr Tarantik, wie klein muss ihr Mann sein, dass er einen Vorteil erlangt, und wie groß ist dieser dann?

        • Warum muß man dem kleinen Mann, der rechtschaffen arbeitet immer höhere Steuern auf seinen Arbeitslohn aufbürden (Steuerprogression)? Warum ist der Höchststeuersatz so niedrig und beginnt so früh?

          • Auf Fragen mit Fragen zu antworten zeigt nur Eines: Sie möchten oder müssen sich um eine Antwort drücken.

            Wie klein muss denn der *kleine Mann* nun sein? Konkreter: Welche Verdienstgrenzen bzw. Belastungsgrenzen gedenkt man anzusetzen?

          • Klein (kleiner) ist jeder, der unter dem Durchschnittsverdienst liegt, groß (größer) ist jeder über dem Durchschnittsverdienst. Damit sollte klar sein, wer mehr und wer weniger steuerlich belastet werden sollte, wie linear oder progressiv ist ist eine wichtige Gestaltungsfrage, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass die jahrzehntelange kalte Progression zu einer wirklich vermeidbaren aber leider zunehmenden Ungerechtigkeit geführt hat. Sozial jammern, aber unsozial Handeln.

    • Im Kommunismus wird nur gesagt, euch gehört alles (vom Nichts). Der Masse wird vorgegaukelt, ihr gehöre alles, verwehrt aber jeglichen Zugriff, weil es die Experten sind, die sich alles unter den Nagel reißen. Die meinen es ja schließlich gut.

    • Ich nehme an, das Buch „Rote Lügen in grünem Gewand“ von Torsten Mann (2009) ist Ihnen nicht bekannt. Darin wird der kommunistische Hintergrund der grünen Öko-Bewegung und der Langzeitplan der ehemaligen Sowjets, an dem auch so bekannte Leute wie Jurij Sacharow mitgewirkt haben, recht detailliert beschrieben. Das Buch ist leider nur schwer antiquarisch zu kriegen, da wäre eine Neuausgabe recht hilfreich.

  5. Herr Müller danke -alles richtig!Die Enteignung der Arbeitenden und Produzierenden
    (auch die Besitzer der Produktionsmittel) läuft schon.Die Besitzverhältnisse kennt kaum einer.Alles ist verflochten. Auch die Grünen sind nur Vasallen der Mächtigen und drängen zur Macht.( Posten) Der Weltfeudalismus ( NWO) ist das Ziel.Deshalb müssen alle Staaten aufgelöst werden und unter den Finanzoligarchen neu aufgeteilt werden.( neuer Kolonialismus) Die EU als Bürokratenmonster unter der Privatbank EZB macht es vor.
    Das wissen die Britten und wollen raus.Es gab nie eine gerechte Demokratie.Ein Kreuz machen ist nicht Demokratie zumal alle Versprechen nach der Wahl unwichtig sind.(Lobbyismus)

  6. „Dass er einen Einfluss hat, ist unbestritten,…“

    Kann bitte mal jemand dem Klöppl beibiegen, daß das Blödsinn ist?!

    • Er meint: dass der Mensch einen Einfluss auf das Klima hat, nicht unbedingt das CO2.
      Sie sind doch auch sicher der Meinung, dass der Mensch einen Einfluss auf das Klima in einer Großstadt hat.

    • Kann jemand mal dem Keks beibringen, dass Blödsinn kein Argument ist und dass der Klöppl Köppel heißt?

    • @besso keks

      Das perfide an der Gehirnwäsche ist, sie funktioniert fast überall – man muß sein Gehirn schon gewaltig anstrengen, um in diese Fallen nicht hineinzutappen – aber wen interessiert schon Gehirnforschung?

    • Es ist, wie bei dem Unschuldigen, dem das Strick um den Hals gelegt wird, und dann zur Beschwichtigung sagt, er habe vielleicht doch etwas Schuld, um so zu einem langsamen Erhängen zu überreden. Jeder, der jetzt noch Zugeständnisse macht, hat nichts erkannt.

  7. Ich habe es schon mal geschrieben: Das Gespenst des Kommunismus im Zusammenhang mit den *klimatistischen Bestrebungen* an die Wand zu malen, ist m.M. nach unsinnig. Es lenkt sogar ab.

    Wenn sogar Blackrock in den Chor der Alarmisten einstimmt, sollte man das erkennen. Ja, wir gehen den Weg in eine unfreie Gesellschaft, vollkommen reglementierte. Aber nicht in den Kommunismus.
    Ja, wir werden NICHTS mehr besitzen. Wir werden ZUGETEILT bekommen. ALLES.
    Selbst der Unternehmer wird mit gemieteten Maschinen in gemieteten Fabriken produzieren. Er wird VERWALTER sein, im AUFTRAG seiner Besitzer handeln (müssen).
    Es werden feudalistische Strukturen entstehen. Im Gegensatz zu früheren Spielarten des Feudalismus wird der Feudalherr nicht *vor Ort* sein, vllt. nicht mal bekannt sein…

    • Ersetzen Sie das Wort Kommunismus mit Totalitarismus und der Schuh passt! Die Spielarten dieser ständigen Gefahr sind mannigfaltig, das Ergebnis für die Übertölpelten und Vergewaltigten aber immer circa das selbe.

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