Dänische Studie ignoriert den Infraschall von Windrädern

Dr. Joachim Schlüter
Der Skandal des bewussten Ignorierens von gesundheitlichen Schäden durch Windrad-Infraschall beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, eine dänische Studie schießt jetzt den Vogel ab.

Warum werden 1000 Bürgerinitiativen nicht gehört?

Seit Jahren beklagen viele Bürger und Bürgerinitiativen Gesundheitsschäden durch windrad-generierten Infraschall (IS). Alles nur Einbildung, schließlich gäbe es keinen wissenschaftlich anerkannten Beweis, haben Behörden sie beschieden. Der Gesetzgeber sei auch nicht verpflichtet, diesen Beweis zu liefern. Von den Profiteuren der Windkraft ist erst recht keine Hilfe zu erwarten. Die Energiewende sei schließlich auf den steten Zuwachs von WKAs angewiesen. So wundert es nicht, dass die Umweltbehörden fast aller Bundesländer in ihren Verlautbarungen nur den Bericht1 des Landesumweltamt Baden-Württembergs zitieren, in dem mittels manipulierter Messungen versucht wurde, die Unschädlichkeit des IS zu beweisen. In Deutschland ist jedenfalls kein politischer Wille zu erkennen, den Zusammenhang zwischen IS und Krankheit aufzuklären.

Die Welt erhoffte von einer dänischen Studie die Wahrheit zu erfahren

In Dänemark ist die Zahl der Windräder, bezogen auf Einwohnerzahl oder Landesfläche, größer als in Deutschland. Entsprechend größer ist dort das Konfliktpotential zwischen Nutznießern und Geschädigten der Windkraft. Veranlasst durch spektakuläre Vorfälle bei Mensch und Tier, hatte die dänische Regierung vor einigen Jahren zugesagt, mit einer epidemiologischen Studie prüfen zu lassen, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand der dänischen Bevölkerung und der von WKAs stammenden Schallimmission gäbe. Eine bessere Ausgangslage zur Datenerhebung wäre weltweit nicht zu finden gewesen: Unbehelligt vom Datenschutz konnten aus den zentralen dänischen Gesundheits- und Personenstandsregister in anonymisierter Form für ca. 500 000 Probanden die Krankheitsgeschichte, der Wohnort und die Aufenthaltsdauer im Bereich von Windrädern entnommen werden. Die notwendige Unabhängigkeit und Professionalität schien durch die Vergabe der Studie an das renommierte Kopenhagener Krebsforschungsinstitut gewährleistet. Die Ergebnisse, mit großer Spannung erwartet, wurden nach peer review in sechs Teilstudien2-7 veröffentlicht, die letzte vor einigen Wochen. Doch dann das Unfassbare:

Infraschall? Nie gehört

Als unabhängige Variable bei der Regressionsanalyse (Standardverfahren bei derartigen statistischen Untersuchungen) wurde für jeden Wohnsitz der A-bewertete Schalldruckpegel, der von allen Windrädern aus der Umgebung stammt, berechnet. Diese Bewertung bedingte eine untere Frequenzgrenze von 10 Hz und schloss damit den Bereich 0,5 bis 10 Hz aus, in dem das harmonische IS-Spektrum dreiflügeliger Windräder liegt. Es ist schon absurd, man vermutet, dass gerade dieses IS-Spektrum wahrnehmbar und die Ursache vieler Beschwerden sei, aber die Studie, die diese Vermutung bestätigen oder widerlegen soll, schließt diesen IS-Bereich aus. In allen Diskussionen um das Für und Wider der Windkraft steht IS ganz oben auf der Agenda, aber in der Kopenhagen-Studie wird dieser Begriff nicht ein einziges Mal erwähnt. Vergleichbar wäre eine Studie der Auffahrunfälle auf Autobahnen, die eine Beteiligung von Lastwagen nicht in Betracht ziehen würde.

Die Schallemission der Windräder hat zwei Komponenten, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Turbulenzen an den Flügelspitzen erzeugen ein kontinuierliches, vom IS- bis zum Hörbereich erstreckendes Spektrum, das als Rauschen (ähnlich dem eines Segelflugzeuges beim Landeanflug) im Umkreis von maximal 500 m hörbar ist. Die Amplitudenmodulation dieses Rauschens mit einer tiefen Frequenz wird als besonders belästigend empfunden. Die zweite Komponente entsteht bei der Passage der Flügel am Turmschaft. Sie besteht aus einem Drucksprung, der sich mit großer Regelmäßigkeit bei jeder dieser Passagen wiederholt. Diese zeitliche Folge lässt sich in ein aus ca. 9 Linien bestehendes Spektrum transformieren, dass harmonisches Spektrum genannt wird. Im vorliegenden Fall ist die Bezeichnung Signatur eines Windrades üblich. Diese Signaturen liegen im Frequenzbereich 0,5 bis 10 Hz, also im IS-Bereich, und sind aus bestimmten mathematischen Gründen noch im Abstand von 20 – 40 km vom Windrad nachweisbar. Seit Jahren besteht die experimentell begründete Vermutung, dass diese Signaturen extraaural (unter Umgehung der Hörsinns) wahrnehmbar und die Ursache der den Windrädern angelasteten Beschwerden seien.

Die A-Bewertung entwertet die Ergebnisse der dänischen Studie

Neben der unabhängigen Variablen, dem A-bewerteten Schalldruckpegel, wurde akribisch der Einfluss weiterer Größen, wie Alter, Geschlecht,  Bildung, Einkommen usw., untersucht. Der Ausschluss der Windrad-Signaturen aber wurde nicht erwähnt, geschweige denn begründet. Die Vernachlässigung der weitreichenden IS-Komponente führte dazu, dass positive Befunde, die eigentlich zum Windradschall korreliert waren, der Referenzmenge zugeordnet wurden. Durch diese Manipulation wurden die der Windkraft anzulastenden Schadensquoten verringert und fast zu Null gemacht. Auch fanden zahlreiche widersprüchliche Ergebnisse keine Erklärung. Abschließend wurde stets festgestellt, dass kein Zusammenhang zwischen Schalldruckpegel und Krankheit nachweisbar gewesen war, allerdings seien weitere Untersuchungen erforderlich. Ein Satz ähnlichen Inhalts beendete immer schon vergleichbare Pamphlete und vermutlich auch deren Gutachten. Er sichert die Autoren gegen den Vorwurf der wissenschaftlichen Unredlichkeit ab und verrät zugleich den Wunsch nach weiteren lukrativen Forschungsaufträgen.

Folgerungen

Es ist müßig, darüber zu streiten, ob in der dänischen Studie Korrelationen zum IS vorsätzlich nicht gesucht wurden oder ob unerwünschte Ergebnisse im Tresor verschwunden sind. Das aufzuklären ist Sache der dänischen Öffentlichkeit. Erschreckend ist, dass sich mühelos Wissenschaftler finden ließen, die bereit waren, an derart durchsichtigen Manipulationen mitzuwirken. Noch erschreckender die Vorstellung, dass wissenschaftliche Institutionen bereit sein könnten, jede politisch erwünschte Wahnvorstellung in den Status einer wissenschaftlich anerkannten Wahrheit zu befördern.

Die Bürger hierzulande aber sollten sich nicht länger der Illusion hingeben, dass eine Politik, die Kernkraft- und Kohleausstieg zum Staatsziel erklärt hat, jemals Forschungsvorhaben fördern würde, die den durch Windkraft Geschädigten Recht geben könnten.

Literatur

  1. Ratzel, U. et.al. 2016 Tieffrequente Geräusche inkl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen. LUBW- Bericht P9-028TG
  2. Poulsen, A.H. et.al. 2018 Short-term nighttime exposure to wind turbine noise and cardiovascular events. Environ Int 114:160-166
  3. Poulsen, A.H. et.al. 2018 Long-term exposure to wind turbine noise and risk for diabetes. Environ Res 165:40-45
  4. Poulsen, A.H. et.al. 2018Long term exposure to wind turbine noise and redemption of antihypertensive medication. Environ Int 121:207-215
  5. Poulsen, A.H. et.al. 2018 Pregnancy exposure to wind turbine noise and adverse birth outcomes. Environ Res 167:770-775
  6. Poulsen, A.H. et.al. 2019 Long-term exposure to wind turbine noise and risk for myocardial infarction and stroke. EHP 37004:1-10
  7. Poulsen, A.H. et.al. 2019 Impact of long-term exposure to wind turbine noise on redemption of sleep medication and antidepressants. EHP 37005:1-9
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14 Kommentare

    • Nein, da hier vertikal-läufer-typisch der gesammte Rotor sich um die Achse des Turms dreht und es so physikalisch bedingt nicht zu Luftwirbelschleppenabrissen (beim Vorbeischlag eines Flügels am Mast einer Anlage, wie bei den Horizontalläufern) kommen kann.

  1. Staatswissenschaft kann nur dem Staat dienen. Was wir brauchen ist langfristig eine drastische Verringerung des Staates um Faktor 10 bis 20. Kurzfristig sollten wir aber bürgerliche Wissenschaft aufbauen, die nicht auf den Staat angewiesen ist. Den Zweiflern sei eine Lektüre des Buches „The Economic Laws of Scientific Research“ ans Herz gelegt. Es wird also Zeit für Crowdfunding – laßt uns diese Untersuchungen selbst durchführen!

  2. Wirklich störend und gesundheitschädlich ist der Flugzeuglärm in Einflugschneisen und der Verkehrslärm an Hauptverkehrsstraßen. Die Anzahl der Betroffenen geht in die Millionen. Hier wird es Zeit endlich Abhilfe zu schaffen.

    • Nein, wirklich störend ist ein Windrad 24/7 in der Nachbarschaft, das sie dir mehr oder weniger überfallartig hinstellen können, und dir damit nicht nur die Lebensqualität, sondern auch den Wert deiner Immobilie halbieren. Die Anwesenheit des Flughafens war hingegen schon dem Großvater bekannt und oft sogar schon dessen Großvater.

    • Den Herrn Rudi Tarantik sollte keiner ernst nehmen. Der holt immer irgendwelche Standardklopfer aus dem Mülleimer und langweilt damit die Foren. Der Herr weiß nichts. Trollen kann er. Mehr nicht.

  3. Was hat das noch mit Wissenschaft zu tun. Wie kann so was durch ein peer review kommen? Es ist seit langem bekannt, wie Herr Schlüter ja auch ausführt, dass Windturbinen Infraschall im Bereich 0,5 – 10 Hz aussenden. Das Frequenzspektrum besteht aus der Grundfrequenz beim Durchgang eines Rotorblatts (d.h. Umdrehungsgeschwindigkeit mal drei) und den höheren Harmonischen, die ein Vielfaches der Grundfrequenz haben (z.B.: Journal of Sound and Vibration 388 (2017) 188–200). Eine resultierende Gesamtamplitude besteht aus der Summe der Einzelamplituden. Der Gesamtdruck ist ein Vielfaches dessen was Standardmethoden zeigen, die nicht genügend frequenzaufgelöst messen. Dieser hohe periodische Druck wird zu periodischen mechanischen Belastungen in Körpergeweben führen. Es ist ebenfalls seit längerem bekannt, dass Körperzellen diese Belastungen registrieren (mechano-sensing) und entsprechend Gegenreaktionen auslösen können. Das kann je nach genauer Exposition, individueller Veranlagung, etc. zu unterschiedlichsten Symptomen, ausgelöst durch Effekte an unterschiedlichen Geweben oder Organen, führen. Welche Langzeitfolgen sich daraus im Detail ergeben wird sich irgendwann zeigen. Da sich diese niederfrequenten Wellen nahezu ungestört über sehr große Distanzen ausbreiten, findet hier quasi eine Langzeitstudie an großen Teilen der Bevölkerung statt.
    Es ist schon erstaunlich, dass eine Technologie, die zu enormen Gesundheitsschäden führt, die eine Unzahl an Vögeln und Fledermäusen tötet, die laut einer neuen Studie in Deutschland pro Jahr mindestens 5% aller Insekten eliminiert, Wildtiere vertreibt, ganze Landschaften zerstört und dazu gesamt volkswirtschaftlich völliger Unsinn ist, als „grün“, sprich umweltfreundlich, angesehen wird. Da muss man schon entweder sehr skrupellos und von den Subventionen bzw. den lukrativen Posten profitieren oder völlig ungebildet sein.

  4. Bevor man sich weiter ereifert, sollte man herausbekommen, ob der fehlende Frequenzbreich überhaupt zum Zielbereich der Studie gehörte bzw. das Weglassen/nichtbetrachten durch die Aufgebnestellung der Studie abgedeckt ist.

    • „Bevor man sich weiter ereifert, sollte man herausbekommen, ob der fehlende Frequenzbreich überhaupt zum Zielbereich der Studie gehörte bzw. das Weglassen/nichtbetrachten durch die Aufgebnestellung der Studie abgedeckt ist.“

      Nein, muß man nicht, denn Studien haben alle wesentlichen Bereiche abzudecken. Und wenn es sich um Frequenzstudien handelt, sind alle Frequenzen zu berücksichtigen.
      Wenn allerdings Politik im Spiel ist, sind Manipulationen Standard. Man möchte ja den nächsten Auftrag von den Politikern bekommen … .
      Den nächsten „Klimarechner“ kriegen die Meteorologen ja bekanntlich von der Politik finanziert … .

  5. Nun, neu sind Manipulationen nicht. Zur Zeit der rot-grünen Regierung war das Ozon-Loch ein Superthema und eine renommierte deutsche Forschungsgesellschaft lieferte dazu Daten, die auf Weltraummessungen basierten. Laut einer Kontaktperson innerhalb der Gesellschaft klaffte allerdings eine Dokumentationslücke zwischen den Plänen für das Messgerät und den schließlich abgelieferten Messkurven. Weder der Bau des Gerätes noch die Rohdaten, aus denen die Messkurven erzeugt wurden, waren dokumentiert. Waren nur die für den offiziellen Forschungsauftrag notwendigen Dokumente erzeugt worden und der Rest ein Fake, die Daten, die zu teuren Gesetzen führten, eingeschlossen? Ehrlich gesagt glaube ich inzwischen immer stärker daran, dass die Wissenschaft häufiger und massiver betrügt als man allgemein glaubt.

  6. „(ähnlich dem eines Segelflugzeuges beim Landeanflug)“
    Das ist Unfug, denn Segelflugzeuge hört man nicht. Man hört nur was, wenn die Störklappen zur Erhöhung der Sinkgeschwindigkeit ausgefahren sind.

    Was die Rauschlärmschwankungen verursacht ist die Spiralform der rotierenden Unterdruckschläuche aufgrund der erzeugten Rotation der Luft am Blattende der Windmühlenflügel. Und da die Rotationsgeschwindigkeit nebst der Wanderungsgeschwindigkeit variabel ist (Windgeschwindigkeit nimmt mit der Höhe zu und damit sowohl Rotationsgeschwindigkeit als auch die Wanderungsgeschwindigkeit) entstehen Druck- und Lärmschwankungen im niedrigen Frequenzbereich unter 20 und sogar 1 Hertz. Das hängt natürlich auch von der Länge der Windmühlenflügel ab.
    Desweiteren hängt die Reichweite nicht nur von der Frequenz, sondern auch von der vertikalen Schichtung ab. Bei den meistens vorhandenen Bodeninversionen ab Abend bis zum mittleren Vormittag ist die Reichweite locker im 20 km Bereich, und zwar nur mit geringer Abnahme. Weshalb ja der „Knall“ von Krakatau im 19ten Jahrhundert in Berlin zweimal gemessen werden konnte.

    „Abschließend wurde stets festgestellt, dass kein Zusammenhang zwischen Schalldruckpegel und Krankheit nachweisbar gewesen war, allerdings seien weitere Untersuchungen erforderlich.“
    Es gibt schlichtweg keine Ärzte, die die entsprechende Fachausbildung haben, um das beurteilen zu können. Die lernen sowas nämlich nicht im Studium. Und später in den Krankenhäusern auch nicht. Außerdem haben Ärzte eine der mieserabelsten naturwissenschaftlichen Ausbildungen. Ich weiß das, denn ich habe in der Familie vier dieser Deppen. Ärztliche Behandlung nicht empfehlenswert.

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