Insekten­sterben und Energiewende – einige Anmer­kungen

Nicht Kolibri, sondern Insekt: Taubenschwänzchen im Anflug. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe
Mit dem fortschreitenden Frühling erwacht nun auch wieder die Insektenwelt. Seit etwa zwei Jahren ist das Insektensterben plötzlich ein gefragtes Thema – obwohl die dafür hauptsächlich verantwortlich gemachte Intensivierung der Landwirtschaft schon in den 1970er und 1980er Jahren weit fortgeschritten war. Vorgänge in der Natur sind meist sehr komplex und fast nie auf nur eine Ursache zurückzuführen. Die folgenden Ausführungen können die Thematik daher nur anreißen; doch weil in der Natur alles mit allem zusammenhängt, deuten sich nun unerwartete negative Auswirkungen der Energiewende auf die Insektenwelt an. Die Energiewende kostet nicht nur deutlich mehr als die ursprünglich versprochene Kugel Eis pro Haushalt, sie tötet auch Milliarden von Insekten.

Insekten – die große, unbekannte Gruppe im Tierreich

Es gibt zwar grobe Hinweise, aber keine flächendeckenden, eindeutigen Belege für ein Insektensterben in Deutschland, was auch mit der enormen Artenvielfalt und der Metamorphose der Insekten („Kerbtiere“) zu tun hat. Denn während in Deutschland nur etwa 100 Säugetier- und etwa 300 Vogelarten bekannt sind, wird die Anzahl der Insektenarten auf etwa 33.000 geschätzt (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, BfN). Hinzu kommt bei vielen Insektenarten die Metamorphose vom oft kaum sichtbaren Ei über verschiedenste, oft unscheinbare Larven- und Puppenstadien zum „fertigen“ sechsbeinigen Imago, welches meist, aber keinesfalls bei allen Arten, flugfähig ist, nicht selten aber nur wenige Stunden bis Tage nach seiner Fortpflanzung stirbt und daher nur schwer beobachtet werden kann. Die wichtigsten, auffälligsten Ordnungen der Insekten seien genannt: Käfer, Wanzen, Schaben, Schrecken, Schmetterlinge, Libellen, Hautflügler (Wespen, Bienen, Hummeln und Ameisen) sowie Zweiflügler (Fliegen und Mücken). Nur wenige Spezialisten sind in der Lage, diese aufzufinden und sicher zu bestimmen. Und öffentliche Forschungsgelder für Taxonomie (Artenforschung, Artenbeschreibung und Artenkatalogisierung) sind – im Gegensatz zu den üppig gestreuten Mitteln für die Erforschung der Klimaerwärmung, seit Jahrzehnten rückläufig. Deshalb helfen oft nur indirekte Hinweise weiter. So fanden Krefelder unbezahlte Forscher des Entomologischen Vereins zwischen 1989 und 2013 Rückgänge der in Fallen gefangenen Biomasse an Insekten um bis zu 80% (Quelle: Wikipedia). Auch wird oft argumentiert, die Windschutzscheiben der Autos seien früher viel stärker mit Insekten verschmutzt gewesen, doch die in den letzten Jahrzehnten stark verbesserte Aerodynamik der Fahrzeuge kann dazu führen, Kollisionen mit leichteren Insekten zu vermeiden. Der Spätsommer 2018 war reich an Wespen und Hornissen. Und im Herbst 2017 wurde über eine massive Spinnenplage berichtet – Spinnen sind keine Insekten, sie ernähren sich aber von diesen, was zumindest gegen ein flächendeckendes Insektensterben spricht.

Die Honigbiene – das fragwürdige Symbol des Insektensterbens

So, wie der Eisbär, welcher sich, ganz Wildtier, trotz der Eisschmelze in den letzten Jahrzehnten stark vermehrt hat, steht die Honigbiene für das aktuelle Insektensterben. Angeblich gibt es immer weniger der für die Bestäubung nützlichen Honigbienen. Leider werden bei solchen Behauptungen zwei wichtige Aspekte übersehen. Erstens ist die Biene die einzige domestizierte Insektenart (vom Seidenspinner abgesehen), sie ist also ein Haustier, welches vom Menschen gefördert wird und ohne diesen wesentlich seltener vorkommen würde. Ihre Bestäubungsleistung wird überschätzt, denn sie ist ein „Schönwetter-Flieger“ und startet erst ab etwa 10 Grad; während die oft vergessenen Hummeln auch bei tieferen Temperaturen fliegen. Und dass es in Deutschland mehr als 500 oft wenig erforschte Wildbienenarten gibt (Quelle: www.deutschland-summt.de) wird kaum erwähnt. Was den angeblich so dramatischen Rückgang der Bienenvölker angeht, so hilft ein Blick auf die veröffentlichten Zahlen des Deutschen Imkerbundes:

Abbildung 1: Entwicklung der Anzahl der Bienenvölker in Deutschland seit 1992. Nach einem Rückgang bis 2008 kam es wieder zu einem leichten Anstieg. Quelle: Deutscher Imkerbund

Imkerei ist heuer ein wenig einträgliches Geschäft und wird meist im Nebenerwerb, neuerdings zunehmend in den Städten, betrieben. Neben der viel gescholtenen, intensiven Landwirtschaft trugen auch der Parasitenbefall (Varroa-Milbe, Wachsmotte) sowie der Import von Honig zu den Problemen der Imkerei bei. Vorausgesetzt, es finden sich genug Enthusiasten, dürfte trotzdem der Fortbestand der Honigbiene in Deutschland nicht gefährdet sein; als Indikator für ein mögliches Insektensterben taugt die Honigbiene jedenfalls nicht.

Energiewende und Insektensterben

Die Anzeichen für ein Insektensterben häufen sich seit der beginnenden Umsetzung der Energiewende, also ab den 1990er Jahren. Das kann Zufall sein, doch viele Indizien deuten auf wesentliche Zusammenhänge hin. Da wäre zunächst der massive Anbau von „Energiepflanzen“ (vor allem Mais und Raps) zu nennen. Deren Anbau führte zu noch monotoneren Fruchtfolgen und ließ die Landschaft weiter verarmen; außerdem erfordert ihr Anbau besonders hohe Aufwendungen der mehr oder weniger umweltschädlichen und energieintensiven Agrochemikalien. Während die Maispflanze, von wenigen Schadinsekten einmal abgesehen, als Windbestäuber keinerlei Nahrung für Insekten bietet, zieht der Raps, meist Winterraps, auch nur während seiner etwa dreiwöchigen Blüte zahlreiche Insekten an.

Abbildung 2: Bis etwa 1990 wurde Raps im Thüringer Becken nur selten angebaut; seitdem uferte die Rapsnutzung für „Bio-Kraftstoffe“ aus, was auch die Böden ermüdet. Der schöne, gelbe Anblick zur Blütezeit täuscht – es handelt sich um eine industriell genutzte Monokultur mit jedoch nur bescheidener Energieausbeute. Und die Windräder (Bildhintergrund) stellen für alles, was fliegen kann, ein gefährliches Hindernis dar. Foto: Stefan Kämpfe

Hinzu kommen die tausenden Windräder, welche gerade unsere intensiv genutzten Agrarlandschaften endgültig in eine Industrielandschaft verwandelt haben. Bislang wurde deren Wirkung auf Insekten kaum beachtet – das ändert sich nun aber aus zwei Gründen. Denn außer der Ursachenforschung nach dem Insektensterben selbst fiel auf, dass viele Anlagen selbst bei idealen Windbedingungen ihre Nennleistung bei weitem nicht erreichten. Als Ursache kommt Insektenbelag auf den Rotorblättern in Betracht; Näheres dazu mit Bildbeispiel bei science sceptical hier. Weil sich die Rotorspitzen der Windräder mit mehreren einhundert Km/h drehen können, stellen sie eine gefährliche Falle nicht nur für Vögel und Fledermäuse, sondern eben auch für Insekten, dar. Diese Tatsache könnte mit erklären, warum gerade in intensiv genutzten Landschaftsräumen mehr oder weniger starke Rückgänge der Insektenpopulationen beobachtet werden. Nach eigenen, freilich unvollständigen Beobachtungen des Verfassers aus Mittelthüringen blieben größere, naturnahe, abwechslungsreiche, von Windkraftanlagen weitgehend freie Areale wie der Ettersberg, das Mittlere Ilmtal um Bad Berka oder die Muschelkalkhänge des Saaletals, bisher von massiven Rückgängen der Individuenzahlen verschont; in den Sommern 2017 und 2018 wurden selbst seltenere Arten wie der Schwalbenschwanz, Bläulinge, der Admiral sowie viele Bienen-, Wespen- und Schwebefliegenarten häufig gesehen.

Den Artenreichtum unserer Natur erhalten – aber wie?

Die viel verteufelte intensive Landwirtschaft wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auch ohne den Bio-Lifestyle wesentlich umweltfreundlicher werden und den Einsatz von Pestiziden stark senken, weil mit der fortschreitenden Automatisierung, gestützt auf GPS und automatisiertes Fahren mit quadratmetergenauer Analyse des Unkraut- und Schädlingsbefalls, nur noch an den wirklich befallenen Stellen eines Schlages Pestizide ausgebracht werden müssen. Die deutlich umweltfreundlichere, aber arbeitsintensive mechanische Unkrautbekämpfung wird dank Robotik wieder häufiger zum Einsatz kommen. Auch die leider in Deutschland nicht gern gesehene Gentechnik bietet viele Möglichkeiten zum Anbau schädlings- und dürreresistenter Sorten ohne oder mit nur geringem Pestizideinsatz. Auf die Artenvielfalt wird sich diese Entwicklung freilich nur dann positiv auswirken, wenn die Fruchtfolgen insgesamt abwechslungsreicher gestaltet werden und der auch ökonomisch unsinnige Anbau von Energiepflanzen (sie wandeln nur etwa 1% der einfallenden Solarenergie in Biomasse um, welche dann oft nur verlustreich zu Energielieferanten verarbeitet werden kann) gestoppt wird; Selbiges gilt für die Nutzung der Windenergie; welche schon heuer ein landschafts- und umweltverträgliches Maß weit überschritten hat. Und um die in vielen Teilen Deutschlands vorhandenen artenreichen Lebensräume wie Wälder, Gewässer, Halbtrockenrasen, Wiesen und Streuobstwiesen, besser miteinander zu verbinden, zum Beispiel über Feldhecken, Baumpflanzungen entlang der Feldwege oder breitere, naturnah belassene Feldraine, wären schon 1 bis kaum 2% der gegenwärtig intensiv bewirtschafteten Flächen völlig ausreichend – es würde dadurch vermutlich sogar zu höheren und stabileren Erträgen kommen, weil solche Pflanzungen das Kleinklima verbessern. Angesichts der vielen Milliarden, welche für die bis heute nicht richtig funktionierende Energiewende ausgegeben wurden, wären die finanziellen Mittel für eine bundesweite Biotop-Vernetzung gering und in jedem Fall eine sinnvolle Anlage. Im üppigen EU-Haushalt, der noch immer zu gut 40% aus Agrarsubventionen im weitesten Sinne besteht, fände sich ganz sicher etwas Geld für die Biotopvernetzung. Auch mittels einer naturnäheren Nutzung der in Deutschland zahlreich vorhandenen Klein- und Hausgärten ließe sich die Artenvielfalt fördern. Eine weitere Gefahr für nachtaktive Insekten sei noch erwähnt – die sehr üppige Beleuchtung unserer Siedlungen. Aber mit effektiverer Ausleuchtung und einer für Insekten weniger anziehenden Kunstlichtzusammensetzung lassen sich diese negativen Auswirkungen verringern.

Zusammenfassung: Das Insektensterben wurde bislang nicht ausreichend erforscht; unstrittig zeigt sich aber seit etwa 30 Jahren ein Rückgang der Insektenhäufigkeit in intensiv genutzten, strukturarmen Lebensräumen. Die Energiewende trägt, besonders in Form der Windenergienutzung und der Monokulturen für Energiepflanzen, zum Insektensterben bei. In Deutschland gibt es jedoch noch viele artenreiche Lebensräume, welche freilich besser miteinander vernetzt und vom weiteren Ausbau der Windkraft verschont werden müssen.

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

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29 Kommentare

  1. Entschuldigung, natürlich ist zweitausendsiebzehn gemeint. Okkupiert wurde Ostpreußen neunzehnhundertfünfundviwerzig. Ich schreibe die Jahreszahl deshalb so, weil mir die sprachlichen Verhunzungen auf den Geist gehen. Deutsch ins Grundgesetz ! Wir brauchen auch kein Doppelsprech, keinen Genderwahn, keine Sternchen und kein BinnenI . Nur mal so am Rande. Mit freundlichen Grüßen aus Mitteldeutschland verbleibt Wolfgang Germanus denn Ostdeutschland fängt östlich von Stettin und Görlitz an. Der Ort Deutsch-Mülmen liegt in Oberschlesien !

  2. Die Abbildung 2 scheint wohl irgendwie über Copy und Paste in den Artikel gerutscht sein. Ich möchte auch keine Lanze für Raps als Energiepflanze brechen. Nur ist ja ein Markenzeichen von EIKE sich an die Fakten zu halten. Darum ein paar nachfragen und Anmerkungen: Die Rapsnutzung ufert also aus? Was soll das denn bitte heißen? 30% 60% 100%? Und wie kann ein Boden ermüden? Das sollte doch mal ein Erklärungsversuch wert sein! Wieso soll ein schöner Anblick ein Gegensatz zu einer Nutzpflanze sein? Wieso ist industrielle Nutzung von Pflanzen ein Problem? Sieht das bei Holz genau so aus? Was ist denn mit Monokultur gemeint? Ist hier was anders wie bei Weizen Gerste Mais? Und ob 1000Liter Rapsöl vom Hektar eine bescheidene Energieausbeute ist, kann man auch so oder so sehen? Vielleicht mal die Vorteile von Raps: Die starken tiefen Wurzeln bringen Biomasse in den Acker fördern somit Mikroorganismen und Kleintiere. Die Fruchtfolge Getreide-Getreide-Raps fördert die Gesundheit des Bodens und die Pflanzen benötigen weniger Pflanzenschutz. usw. usw. Wieso also den Raps in ein schlechtes Licht rücken?

    • Ähnliche Begegnungen mit Insekten hätte Ihre Autoscheibe auch bei Fahrten über den Balkan. Dass sie in Deutschland heute meist insektenfrei bleibt, fiel mir schon vor rund 10 Jahren auf. Hier, wo ich lebe, um in Ihrer Sprache zu bleiben, in Mitteldeutschland, wurde ja auch schon vor 1990 in der Landwirtschaft auf relativ großen Flächen gewirtschaftet. Es gab aber noch viele Insekten. Nach der Wende nahmen die Größen der Schläge dann noch einmal deutlich zu, Feldraine und Büsche verschwanden. Und wenn Sie mal von oben z.B. in ein grünes Getreidefeld schauen, sehen sie dort normalerweise den nackten Boden, aber keinen Halm Unkraut, keine kleine Blüte. Da ist nichts, wovon ein Insekt leben könnte, und genau so will der Bauer das haben. Wir brauchen ganz offensichtlich den schon von Heinz Sielmann vorgeschlagenen Biotopverbund. Die Flächen dazu hätten wir, wen wir uns durchringen könnten, weniger Bioethanol und Biogas aus Nahrungs- oder Futterpflanzen zu produzieren.

      Ein bedeutender Gefährder der Insektenpopulationen in Deutschland sind die Windparks. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, ermittelte, dass jährlich rund 24.000 t Insekten durch deren Rotoren fliegen, 1.200 t davon gelingt das nicht erfolgreich, was inzwischen die Stabilität der Population gefährdet.
      https://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-32941/#/gallery/33841

      Und da Sie Russland ansprechen, so ist das Land eine Chance für deutsche Bauern, die ja hierzulande und im übertragenen Sinne fast wie die Insekten sterben. Einer der größten Milchbauern und – verarbeiter in Russland ist ein Deutscher. Er bewirtschaftet inzwischen rund 200.000 ha. Hier ein Videobericht:
      https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/doku-deutscher-bauer-produziert-fuer-putin-542287
      Wenn man hierzulande mehr die Politik Bismarcks zu schätzen wüsste, denn als treuer Vasall der USA zu agieren, würde man die nachbarschaftlichen Verhältnisse zu Russland pflegen und Chancen für Deutschland eröffnen statt Hass zu verbreiten und Handel zu blockieren.

    • @Johannes Steudter
      Für Sie als „Rapsliebhaber“ folgende Fakten:
      1. Raps wird stark gedüngt.
      2. Raps benötigt als Kohlpflanze ein feucht-kühles Klima, welches eher an den Meeresküsten herrscht. Das Bild entstand aber im Thüringer Becken, wo weniger Regen fällt, als in Teilen der Ukraine – für Rapsanbau absolut ungeeignet.
      3. Als Kohlpflanze stellen sich beim Raps zahlreiche Krankheiten und Schädlinge ein, wie etwa die Kohlhernie. Deshalb ist eine vier- bis fünfjährige Anbaupause in der Fruchtfolge dringend ratsam.
      4. Nichts spricht gegen einen Rapsanbau für Rapsöl als Nahrungsmittel – kann bei richtiger Sorte und Verarbeitung sehr hochwertig sein. Aber als „Energieträger“ ist das total ineffizient – erstens, weil Pflanzen generell nur etwa 1% der Sonnenenergie in Biomasse umwandeln, und dann ist auch noch der Ertrag geringer als beim Getreide; es wird auch nur ein ganz geringer Teil der Pflanze, nämlich die Körner, zur Energiegewinnung genutzt. Betrachtet man den gesamten Produktionsprozess von der Bodenvorbereitung bis zum fertig aufbereiteten Rapsöl, so kommt kaum mehr als die gesamte, eingesetzte Primärenergie raus; in schlechten Jahren wie 2018 gar weniger. Herr Trittin und der Acker als Bohrloch des 21.Jahrhunderts lassen grüßen!

  3. Als ich Neunzehnhundertsiebzehn im nördlich okkupierten Teil Ostreußens war, fiel mir die außerordentlich große Insektenvielfalt auf. Meine Frontscheibe war häufig mit Insektenleichen verklebt. Auf dem Weg nach Insterburg prasselten mir Maikäfer in solchen Massen auf die Scheiben, daß ich innehielt. Cirka 70 % aller landwirtschaftlichen Flächen liegen brach und verbuschen. Sogenannte Investoren, angeblich aus Moskau, halten auf besten Böden Weidetiere. Kaufen kann ein europäischer, ein deutscher Bauer gleich gar nicht, diese Flächen nicht. Land erobert man mit dem Pflug und nicht mit dem Schwert. Unsere Forscher täten gut daran dem Rückgang der Insektenpopulationen auf den Grund zu gehen ! Erst jetzt nach steigen der Temperaturen werden meine Weiderinder wieder von Plagegeistern heimgesucht und können sich derer kaum erwehren. Glyphosat steht im Verdacht krebserregend für den Menschen zu sein. Ob es auch insektentötend ist müßte doch erforscht werden können. Solange dieser Verdacht nicht ausgeräumt ist, sollte auch der klügste Bauer dessen Nutzung unterlassen. Dann braucht man nicht auf ein Verbot zu warten. Zu beschönigen ist im Moment nichts.

    • Neunzehnhundertsiebzehn, das ist ne Weile her….
      Mal genauer gefragt, wer hatte zu dieser Zeit den nördlichen Teil Ostpreussens okkupiert?
      Und ich gratuliere zu Ihrer robusten Gesundheit, so an die 120 Jahre wird nicht jeder….

      • Wie kommen Sie auf 120-jahre??? Nach meinen Berechnungen müsste der gute Herr Eisenberg 102-Jahre alt sein! Aber immer noch eine stattliche Leistung!

        • In jedem Fall hatte sein Automobil eine nahezu senkrecht montierte Frontscheibe, was bei dem halsbrecherischen Tempo auf den damaligen ostpreußischen Autobahnen zu einem Massenmord unter den Fluginsekten geführt haben dürfte. Schon neunzehnhundertsiebzehn kursierten im Netz alarmistische Berichte über das große Maikäfersterben in Ostpreußen. Fake News !

        • Bleibt doch mal bei der Sache. Mein indischer TATA, gebaut in Thailand, hat 2012 € 9.500 gekostet und ist ein sehr modernes Fahrzeug mit einen 2,4 l 140 PS Peugeot-Diesel ohne jeden überflüssigen Elektronik-Schnick-Schnack. Mit einer amerikanischen Wohnkabine für zwei Personen für € 3.000 auf der 2m langen Pritsche gerade noch bezahlbar für einen Rentner mit € 840 Rente. Man kann eben immer nur so hoch scheißen wie der Arsch gewachsen ist. MfG wG

      • Auch 1917 hatten die Russen Teile von Ostpreussen zeitweise okkupiert und Siedlungen niedergebrannt. Heute fühlen sich die russischen Bewohner eher als Deutsche denn als Russen. Von Königsberg bis Eydtkau sind es einige hundert Kilometer, dann kommt erstmal Litauen und Weißrussland, nach Moskau sind es tausend Kilometer, dort ist Russland bis an den Ural oder Südrussland bis zum Vorland des Kaukasus. Freundliche Menschen leben dort, abgesehen von ein paar Spinnern; wie bei uns auch.

  4. Den sog. Ökologen und Windmühleninitiatoren geht es nur um eines: Das Geld der Bürger und die Wiedereinführung des totalitären Systems „DDR“-2,0. Merkel war und ist überzeugte Kommunistin. In ihrem Elternhaus gingen die verbrecherischen SED-Bonzen ein und aus. Und sie selbst umschlich während ihrer Zeit in Ost-Berlin das Haus von Robert Havemann, der dort im „Hausarrest“ saß.
    Und was natürlich nie publiziert wird: Die Kasners durften jederzeit die „DDR“ verlassen, auch gen Westen. Ob sie es getan haben ist eine andere Frage.

    • Meinen Sie wirklich, dass Sie mit derartigen Beiträgen EIKE einen guten Dienst erweisen?

      Ich bin grundsätzlich für Meinungsfreiheit und kein Freund politischer Korrektheit, finde aber, dass EIKE hier eine extrem hohe Toleranzschwelle beweist. Ich würde es jedenfalls als angenehm empfinden, wenn Kommentare erkennbar oberhalb des Stammtischniveaus angesiedelt wären.

  5. Sehr informativer Artikel, der meine Zustimmung in fast allen Punkten findet.

    Einzig die Feststellung, die Bestäubungsleistung der Honigbienen würde überschätzt, ist unrichtig. Diese Feststellung mag zwar beim Direktvergleich von Einzel-Individuen der Hummel bzw. der Honigbiene stimmen, aber die Flugstärke und Kälteresistenz der Hummel *reißt* es, besonders im Frühjahr, *nicht raus*.
    Begründung:
    Bei den Hummeln überwintern nur Einzelindividuen, die Königinnen. Sie beginnen jetzt, ein Volk aufzubauen, welches am Ende des Sommers um die 200 Individuen haben wird. Hummeln, die wir jetzt fliegen sehen, sind Königinnen!
    Honigbienen überwintern aber als ganzes Volk, welches zum Zeitpunkt des ersten Ausfluges um die 10000 Individuen zählen sollte, gut geführt zur Obstblüte evtl. schon 20 000 hat.
    Der zweite Punkt, ein sehr wichtiger, aber den meisten nicht bekannt, ist die *Blütenstetigkeit* der Honigbiene, die die Hummel nicht hat. Blütenstetigkeit bedeutet, die Biene sammelt an derselben Pflanzenart weiter, mit der sie begonnen hat. Sie fliegt nicht von der Kirsche zum Apfel, sondern sammelt weiter Kirsche. Sie fliegt nicht von der Rosskastanie zum Raps, sondern sammelt entweder im Raps oder in der Kastanie.
    Das ist für eine effektive Bestäubung äusserst wichtig, denn was soll die Apfelblüte mit Kirschpollen? Hinzu kommt, dass die Biene die Infomation über ergiebige Trachtquellen im Stock weitergibt und damit größere Volksteile an derselben Pflanzenart sammeln.
    Analysen der *Pollenhöschen* von Hummeln ergaben, dass max. 50% der Pollen von derselben Pflanzenart stammen, bei der Honigbiene sind es 97% (es irrt die Biene wohl ab und an auch…).
    Für die Obstbestäubung im Frühjahr gibt es zur Honigbiene keinen guten Ersatz, da kann man die Biene gar nicht *überschätzen*.
    Das heisst nicht, dass die Hummel(arten) vernachlässigbar wären. Rotklee z. B. ist nahezu nur durch Hummeln bestäubbar.
    Nahrungskonkurrenz zur Hummel tritt bei den Honigbienen eher nicht auf, beide sind Generalisten, die Hummel kann noch mehr Nahrungsquellen nutzen wie die Biene (s. o.).
    Nahrungskonkurrenz der Honigbiene kann auftreten an armen Standorten zu Wildbienenarten, die auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind. Bei fehlender Massentracht *nimmt die Biene alles* (Generalist), die Spezialisten haben dann evtl. das Nachsehen.
    Allerdings wird der Imker solche Standorte eher meiden, die Relevanz dürfte also nicht allzu groß sein, auch wenn ich dieses Argument *kontra Honigbiene* oft höre von Dunkelgrünen.

  6. in einer der letzten Ausgabe der Zeitschrift der „Falke“ wurde berichtet,daß durch das gute Wetter -äh Klimakatastrophe- das Angebot an Insekten „ungewöhnlich“ hoch gewesen sei und davon die Vögel profitiert haben.Wie passt das mit dem politisch korrektem Alarmismus zusammen ?Auch in meiner Heimatzeitung wurde berichtet,daß die Mauersegler in unserem Ort im letzten Sommer viel Nachwuchs -von den angeblich- nicht mehr vorhandenen Insekten hatten.Wem soll-muß-darf man denn noch glauben ?

    • Sehr geehrter Herr Lerche,
      das Thema ist – wie im Beitrag angerissen, sehr komplex. Es ist auf jeden Fall richtig, dass sehr intensiv bewirtschaftete Bereiche vom Insektensterben betroffen sind – besonders da, wo viele Windräder stehen und viele Verkehrswege verlaufen. Aber es scheint, besonders nach meinen eigenen Beobachtungen, in vielfältigen Landschaftsräumen möglicherweise sogar eine leichte Populationserholung zu geben; auch in diesem Frühjahr sind aktuell viele Schmetterlinge zu beobachten.

  7. In der alten BRD setzte das Insektensterben 2 Jahrzehnte früher, also vor Jahren ein. Da ich seit meiner Geburt im selben Umkreis lebe, bemerkte ich ab 1970 den drastischen Rückgang an Schmetterlingen, Kartoffelkäfern und vor allem Maikäfern, und zwar Schmetterlinge in den Wiesen hinter unserem Haus, Kartoffelkäfer an den Kartoffelpflanzen im Garten und Maikäfer an denselben Buchen, wo sie ab 1955 bis 1960 Anfang Mai zuhauf auf den Blättern saßen. Etwa 1980 verschwanden diese drei Arten allmählich. Der Sommerflieder war bis 1970 dicke voll mit allen Schmetterlingsarten, danach kam die Verarmung der Arten. Überelbt hat ausgerechnet der Kohlweißling, der von uns Menschen als einzige Art direkt bekämpft wurde. Es handelt sich bei Schmetterlingen in meinem Beobachtungs-Umkreis also um kein allgemeines Sterben, sondern nur um die Begrenzung auf wenige Arten. Da es bei der Säugetierart Fledermäuse ähnlich ist, hier nehmen in meinem Umkreis seit 20 Jahren die Zwergfledermäuse und Wasserfledermäuse eher zu, vor 100 Jahren war die Hufeinsennase im Ostalbkreis die häufigste Art, könnten auch andere Gründe mitspielen. Vielleicht eine vorschnelle Schlußfolgerung, dass die Ausräumung der Landschaft, die industrielle Bauernwirtschaft, die Montonisierung daran schuld habe. Vor gut drei Jahrzehnten habe ich in mehreren Artikeln in unseren Tageszeitungen und den Zeitschriften der Naturschutzverbände auf das Artensterben hingewiesen mit der Überzeugung, dass die West-Deutschen nach irgendeiner Art DIN-Norm, die nach meiner Überzeugung alle in den Köpfen haben, die deutsche Landschaft kopfgesteuert monotonisieren. Die Eintönigkeit wäre dann das Endergebnis, eben eine deutsche Landschaft nach DIN-Norm. Heute bin ich mir nicht mehr sicher. Besagtes gilt wohl nur für unsere Städte und Siedlungen, die einem ständigen Modetrend unterliegen wie die Mode selbst und alle folgen unbewußt dem DIN-Trend. Das Insektensterben könnte aber auch ein allgemeinder Trend der Schöpfung sein, dass regelmäßig ein Artenwandel stattfindet, abwechselnd in die Breite der Arten und dann wieder in die Begrenztheit, mit der Vermehrung anpassungsfähriger Arten. Bei den Spinnen beobachten wir seit 25 Jahren bei uns die enorme Zunahme an Zecken. Heuer bereits Ende März, vor 30 Jahren nur im Sommer. Vor gut 50 Jahren kannte ich diese Gattung überhaupt nicht und mir war auch der Begriff „Zecke“ unbekannt. Die Natur wandelt sich immer, genauso wie das Klima und folgt eigenen Abläufen. Nur schade, dass bei den Insekten, die herrlich bunte Vielfalt der Schmetterlinge verschwindet. Osterluzeifalter, Kaisermantel, Admiral, Segelfalter, Schwalbenschwanz und Landkärtchen. Muß das sein? „Schmetterlinge, so können wir sie retten“, war eine breite Naturschutz-Aktion, die wir Naturschützer im Ostalbkreis in den 80-ern gestartet haben. Ohne jeden Erfolg. Wir konnten die damalige Vielfalt nicht retten. Arten gehen, neue Arten kommen, vielleicht ist das auch der normale Kreislauf der Schöpfung. Vielleicht erleben wir auch wieder die Rückkehr des Landkärtchens und der Hufeinsennase

  8. Was hier nicht erwähnt wird ist die zunehmende Flächenversiegelung vor allem durch Wohnungsbau und sogenannte Gewerbeparks, die in den letzte Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Man nimmt den Insekten einfach immer mehr des benötigten „Lebensraums“! Das Problem wird sich in den nächsten Jahren verschärfen durch den weiter ungebremsten Zustrom von Migranten!

    • Sehr geehrter Herr Fuchs,
      das ist prinzipiell richtig; denken Sie auch an die riesigen Solarparks in der Landschaft. Gegenüber den Problemen mit den Windrädern ist es allerdings weniger bedeutend.

  9. Es wird viel über die Krefelder Studie geredet, aber niemand scheint sie zu lesen. Abgesehen von systematischen Schwächen und der Provenienz (die Autoren nennen sich selbst Umweltaktivisten) ist es das Messergebnis selbst, dass Fragen aufwirft. Zweidrittel des Rückgangs fallen auf die ersten beiden der insgesamt fast 30 Beobachtungsjahre. Nachtigall ick hör dir trapsen! Dann folgt im Mittelteil eine langsame Abnahme und in den letzten rund 10 Jahren sogar wieder eine Zunahme der Insektenmasse. Aus dieser Datenlage eine dramatische Entwicklung abzuleiten ist höchst fragwürdig. Besonders der Startpunkt auf einem herausragenden all time high, sieht für mich schwer nach Manipulation aus.

    • Diese Kritik an dieser Arbeit ist zu schwach. Für mich ist diese Arbeit unethisch. Es wurden so große Fallen aufgestellt, dass die toten Insekten in Kilogramm gewogen wurden! Wenn ich es richtig verstanden haben, haben die Behörden nach 2 – 3 Jahren verlangt den Standort zu verlassen, weil die Messmethode selbst zum Artensterben geführt hat. Diese Art von Umweltforschung gehört unter Strafe gestellt! Und genau so ein üble Sache wird mit permanenten Überschriften „75 % Insekten-Sterben in 25 Jahren“ durch die Republik getragen.

  10. Die Klimawende ist mit den heute bekannten technischen Mitteln
    so nicht machbar.Alle Energieerzeugung hat da,wo sie rational
    und ökonomisch einsetzbar sind ,seine Berechtigung.Die Anstrengungen in Richtung Atomstrom sind sicherlich weit unzureichend. Die Vermeidung von Atommüll muss ausgeschöpft werden.Natürlich auch die Sicherheit.Hier könnte gerade Deutschland mit den Erfahrungen wichtig sein.

  11. ergänzend noch diese Meldung aus der „TLZ“ vom 26.März 2019: „Windräder töten täglich Milliarden von Insekten – Artenschützer Görner aus Jena durch Raumfahrtforschung bestätigt“
    Nach den Erkenntnissen des DLR verenden täglich 5 bis 6 Milliarden Insekten an den Rotoren, denn sie nutzen auch höhere Luftschichten zur Migration. Der Artenforscher hatte schon 2015/16 vor dem massiven Ausbau der Windenergie aus Artenschutzgründen gewarnt; da war das Insektensterben noch kein Thema in den Medien.

  12. Auch wird oft argumentiert, die Windschutzscheiben der Autos seien früher viel stärker mit Insekten verschmutzt gewesen, doch die in den letzten Jahrzehnten stark verbesserte Aerodynamik der Fahrzeuge kann dazu führen, Kollisionen mit leichteren Insekten zu vermeiden.

    Noch vor wenigen Jahren war die Windschutzscheibe meines Wagens nach 150km Autobahnfahrt im Sommer voller Insektenleichen. Dieses Problem hat sich drastisch vermindert. Mein Wagen ist 17Jahre alt und an der Aerodynamik hat sich nicht das Geringste verändert!

  13. Die angeblich umweltfreundliche Bio-Landwirtschaft ist durch ihren wesentlich höheren Flächenbedarf von 25-40% ebenfalls kontraproduktiv, wie bei NOVO hervorragend dargelegt wird:
    https://tinyurl.com/y6ns3aya
    Also alles, was die grünlinken Öko-Diktatoren sich im Namen des Umwelt- und „Klimaschutzes“ so ausdenken, hat genau den gegenteiligen, umweltzerstörenden Effekt:
    – Biomasse bedingt insektenfeindliche Monokulturen
    – Windräder sind rabiate Tierschredder, bedingen die Zerstörung von CO2-bindenden Wäldern und gefährden die menschliche Gesundheit
    – Solarfarmen überdecken qkm-weise potentiell insektenfreundliches Gelände
    – Für Pumpspeicher werden ganze Bergkuppen abgesägt
    – Nach „Dienstende“ stellen Wind- und PV-Anlagen eine riesige nicht mehr recycelbare Sondermülldeponie dar
    Mit fällt nichts, aber auch gar nichts ein, was an diesem Energiewende-Gewürge irgendeinen Sinn ergäbe.

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