Es klingt widersinnig, aber Fukushima, Tschernobyl und Three Mile Island (USA) zeigen, warum Kernkraft inhärent sicher ist.

Viel sicherer als allgemein befürchtet: Kernkraft! Hier das Bild vom Kernkraftwerk Neckarwestheim von Markus Lorch / pixelio.de

Forbes, Michael Shellenberger
Nachdem ein Tsunami das Kernkraftwerk Daiichi in Japan vor nunmehr auf den Tag genau 8 Jahren heimgesucht hatte, was zur Schmelze von drei Reaktoren führte, glauben Viele, dass es dadurch zu einer Katastrophe bzgl. der öffentlichen Gesundheit kommen würde.

„Bis jetzt sind fast eine Million Menschen an Gründen verstorben, die mit der Tschernobyl-Katastrophe zusammenhängen“, schrieb Helen Caldicott, eine Ärztin in Australien, in der New York Times. Fukushima „könnte hinsichtlich der Folgen noch weit über Tschernobyl hinausgehen“.

Viele Pro-Kernkraft-Menschen sind zu der Ansicht gekommen, dass der Unfall ein Beweis dafür war, dass die am meisten im Einsatz stehende Form eines Kernreaktors, der durch Wasser gekühlt wird, krachend gescheitert ist. Sie riefen nach einem radikal anderen Reaktortyp, um die Technologie „inhärent sicher“ zu machen.

Aber heute, acht Jahre nach Fukushima, zeigen sämtliche verfügbaren Studien und Statistiken, dass Caldicotts Schätzung der Anzahl der Todesopfer um eine Million zu hoch lag. Die Strahlung von Tschernobyl wird, wenn es hoch kommt, vielleicht 200 Menschen töten, aber die Strahlung aus Fukushima und Three Mile Island wird Null Menschen töten.

Mit anderen Worten, die Hauptlektion aus den beiden schlimmsten Kernkraft-Unfällen der letzten Zeit lautet, dass Kernenergie schon immer inhärent sicher war.

Die Wahrheit hinsichtlich der Sicherheit von Kernkraft ist so schockierend, dass es sich lohnt, die schlimmsten Unfälle näher zu betrachten. Beginnen wollen wir mit dem Schlimmsten des Schlimmen: Tschernobyl.

Das Kernkraftwerk liegt in der Ukraine, welche 1986 noch Bestandteil der Sowjetunion war. Die Operatoren verloren die Kontrolle über ein nicht autorisiertes Experiment, wodurch der Reaktor in Brand geriet. Es gab keinen Dom, um kontaminiertes Gas aufzuhalten, und durch das Feuer verteilten sich radioaktive Partikel auf der ganzen Welt. Viele folgerten daraus, dass Tschernobyl nicht nur der schlimmste Nuklear-Unfall der Geschichte war, sondern auch der schlimmstmögliche aller Nuklear-Unfälle.

28 Feuerwehrleute waren bei dem Versuch ums Leben gekommen, das Feuer in Tschernobyl zu löschen. Jedes einzelne dieser Todesopfer ist tragisch, aber man sollte es in der richtigen Perspektive betrachten. Im Jahre 2018 sind in den USA 86 Feuerwehrleute im Einsatz umgekommen (hier), und während der Terrorangriffe am 11. September 2001 waren es 343 Feuerwehrleute.

Den UN zufolge sind seit dem Unfall in Tschernobyl 19 der Ersthilfe Leistenden gestorben, und zwar aus „verschiedenen Gründen“, darunter Tuberkulose, Leber-Zirrhose, Herzanfälle und Traumata. Die UN folgerten, dass „Strahlung als Todesursache weniger deutlich geworden ist“.

Und wie ist das mit Krebs? Bis zum Jahr 2065 mag es 16.000 Fälle von Schilddrüsenkrebs geben; bis heute sind es 6000. Da die Todesrate bei dieser Krebsart lediglich 1 Prozent beträgt – die Behandlung ist recht einfach – können etwa 160 Todesfälle erwartet werden.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO behauptet auf ihrer Website, dass der Tschernobyl-Unfall zu 4000 Fällen vorzeitigen Todes führen könnte, aber Dr. Geraldine Thomas zufolge, welche die Gewebe-Bank von Tschernobyl ins Leben rief und verwaltet, beruht diese Zahl auf einem sich inzwischen als falsch erwiesen habenden Verfahren.

„Dieses Verfahren beruht auf der Extrapolation von Todesfällen durch Strahlung“, erklärte sie. Das Verfahren geht davon aus, dass es keinen Grenzwert gibt, unterhalb dessen Strahlung sicher ist. Aber diese Hypothese ist während der letzten Jahrzehnte längst diskreditiert worden, und zwar durch Daten aus allen möglichen Quellen.

Unterstützung für den Gedanken, dass Strahlung auf geringem Niveau harmlos ist, erwächst aus der Tatsache, dass Menschen, die an Orten mit hoher natürlicher Hintergrundstrahlung leben, einige der niedrigsten Krebsraten in den USA aufweisen.

Sogar relativ hohe Strahlendosen richten weitaus weniger Schaden an als die meisten Menschen denken. Sorgfältige, umfangreiche und langzeitliche Studien an Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind ein sehr überzeugender Beweis dafür.

Die Krebsrate der Überlebenden war lediglich 10 Prozent höher, und die meisten Überlebenden sind nie an Krebs erkrankt. Selbst jene, die einer Dosis ausgesetzt waren, die 1000 mal höher war als der heute gesetzte Sicherheits-Grenzwert, wiesen eine um nur 16 Monate kürzere Lebenszeit auf.

Aber hat die japanische Regierung nicht kürzlich die Familie eines Mitarbeiters von Fukushima finanziell entschädigt aufgrund dessen Behauptung, dass sein Krebs dem Unfall geschuldet war?

Ja, hat sie, aber nur aus eindeutig politischen Gründen, und zwar auf der Grundlage der auf Konsens basierenden und Konflikte vermeidenden japanischen Politik und um die Schuld zu mindern, die politische Führer gegenüber Mitarbeitern und Anwohnern von Fukushima fühlen.

Dass die Krebserkrankung des Mitarbeiters dem Fukushima-Unglück geschuldet war, ist höchst unwahrscheinlich, weil – noch einmal – die Strahlendosis, welcher der Mitarbeiter ausgesetzt war, weitaus geringer war als es bei den Überlebenden der Atombombenabwürfe der Fall war. Diese wiesen etwas höhere Krebsraten auf.

Was ist mit Three Mile Island?* Nach dem Unfall im Jahre 1979 wurde das Time Magazine mit einem Deckblatt geziert, auf welchem über einem Bild des Kraftwerkes in glühenden Lettern „Nuclear Nightmare“ [nuklearer Albtraum] geschrieben stand. Albtraum? Wohl mehr ein Traum. Bei welcher anderen industriellen Technologie komm in einem katastrophalen Unfall kein einziger Mensch ums Leben?

Man erinnere sich an den Brand auf der Ölplattform Deepwater Horizon, bei dem 11 Menschen zu Tode kamen. Vier Monate später explodierte eine Erdgas-Pipeline unmittelbar südlich von San Francisco und tötete 8 Menschen, die in ihren Betten schliefen. Und das nur innerhalb eines Jahres, nämlich 2010.

Der schlimmste Unfall aller Zeiten bzgl. Energieerzeugung war im Jahre 1975 der Bruch eines Staudammes in China. Dabei waren zwischen 170.000 und 230.000 Menschen umgekommen.

[*Siehe die Anmerkung des Übersetzers am Ende dieses Beitrags!]

Die schlimmsten Unfälle bzgl. Kernkraft zeigen, dass die Technologie immer sicher war, und zwar aus dem gleichen inhärenten Grund dafür, warum nur so geringe Auswirkungen auf die Umwelt zu verzeichnen waren: Dieser Grund ist die hohe Energiedichte des Treibstoffes.

Kernspaltung zur Erzeugung von Wärme anstatt chemische Fesseln durch Feuer zu trennen erfordert nur winzige Mengen Treibstoff. Eine einzige Getränkedose voller Uran kann genügend Energie für ein gesamtes High Energy-Leben enthalten.

Wenn es zum Schlimmsten kommt und der Treibstoff schmilzt, dann ist die Anzahl der freiwerdenden Teilchen unbedeutend im Vergleich sowohl zu Explosionen fossiler Treibstoffe als auch zu täglichen Emissionen aus Heizen von Häusern, Autos und Kraftwerken, wodurch pro Jahr etwa 7 Millionen Menschen umkommen.

Dank der inhärenten Sicherheit von Kernkraft zeigen grundlegende wissenschaftliche Forschungen, dass durch Kernkraft bis heute mindestens zwei Millionen Todesfälle verhindert werden konnten infolge der Vermeidung, Biomasse und fossile Treibstoffe zu verbrennen. Der Ersatz oder der Nicht-Bau von Kernkraftwerken führt folglich zu mehr Todesfällen.

In dieser Hinsicht resultierte aus Fukushima tatsächlich eine Katastrophe bzgl. der menschlichen Gesundheit. Nur dass diese Katastrophe nicht verursacht worden ist durch die winzigen Strahlenmengen, die dabei freigesetzt worden waren.

Erzeugung von Angst und Panik

Die japanische Regierung hat nach Ansicht der Tschernobyl-Expertin Geraldine Thomas und anderer Strahlungsexperten zu der weit verbreiteten Ansicht beigetragen, dass Strahlung ein super-gefährliches Gift ist, und zwar weil sie die Rückkehr der Anwohner nach dem Unfall verboten hat und weil die Strahlung im Boden und im Wasser auf ein völlig unnötig niedriges Niveau reduziert worden ist.

Das Problem begann mit einer völlig übertriebenen Evakuierung. 60.000 Menschen wurden evakuiert, aber nur 30.000 sind zurückgekehrt. Während ein gewisses Ausmaß an Evakuierung gerechtfertigt gewesen sein mag, gab es niemals Gründe für eine derartig umfangreiche und langfristige Evakuierung.

Etwa 2000 Menschen kamen im Zuge der Evakuierungen ums Leben, während Andere – aus ihrer Heimat gerissen – unter Einsamkeit, Depressionen, Selbstmordgefahr, Mobbing an Schulen und Angst litten.

„Im Nachhinein können wir sagen, dass die Evakuierung ein Fehler war“, sagte Philipp Thomas, Professor für Risiko-Management an der University of Bristol und Leiter eines neuen Forschungsprojektes bzgl. Kernkraft-Unfällen. „Wir hätten empfohlen, niemanden zu evakuieren“.

Hinter der Evakuierung steckte die seitens der Regierung massiv übertriebene Säuberung des Bodens. Um ein Gefühl dafür zu vermitteln, welches Ausmaß diese Übertreibung hatte, bedenke man, dass das Colorado-Plateau aus natürlichen Gründen mehr Radioaktivität aufweist als die meisten Gebiete um Fukushima nach dem Unfall.

„Es gibt Gebiete auf der Welt, die noch viel radioaktiver sind als Colorado und deren Bewohner keine gesteigerten Krebsraten aufweisen“, erläutert Dr. Thomas. Und während das Strahlungsniveau in Fukushima rasch abnimmt, „bleibt die Lebenserwartung in jenen Gebieten hoch, weil die Strahlung nicht Folge einer Kontaminierung ist, sondern es sich um natürliche Hintergrund-Strahlung handelt“.

Selbst Bewohner von Gebieten mit der höchsten Kontaminierung wurden nicht durch die Strahlung geschädigt, wie aus einer umfassenden Studie an fast 8000 Bewohnern während der zwei bis drei Jahre nach dem Unfall hervorgeht.

Im Jahre 2017, als ich zum zweiten Mal nach Fukushima gereist bin, habe ich die Fassung verloren. Hungrig und müde wegen der Zeitverschiebung musste ich das lächerliche und teure Abtragen des fruchtbaren Bodens mit ansehen, welche in grüne Plastiktüten gefüllt wurde. Ich nahm einen Wissenschaftler am Umweltministerium ins Kreuzverhör.

Warum zerstören sie den wertvollen Ackerboden, um ein Strahlungsniveau zu reduzieren, dass schon jetzt weit unterhalb aller schädigenden Grenzen liegt? Warum gibt die Regierung Milliarden aus, um Gleiches mit dem Wasser in der Umgebung des Kraftwerkes zu tun? Gab es denn niemanden in Japan, der wenigstens etwas wusste über den medizinischen Einsatz von Strahlung?

Zunächst reagierte der regierungsamtliche Wissenschaftler mit der offiziellen Linie – sie beseitigen den Boden, um die Strahlung durch den Unfall zu entfernen.

Ich beschloss, intensiver nachzufragen und wiederholte meine Frage. Mein Dolmetscher sagte mir, dass der Experte meine Frage nicht verstanden hätte. Also redete ich mit ihm künftig über den Dolmetscher.

Dann sagte der Wissenschaftler wieder etwas, und ich konnte an seinem Tonfall schon erkennen, dass er etwas Anderes sagte. „Jeder Wissenschaftler und Strahlungsexperte der Welt, der hierher kommt, sagt das Gleiche. Wir wissen, dass die Reduktion des Strahlungsniveaus völlig unnötig ist. Wir machen es aber trotzdem, weil die Leute wollen, dass wir es tun“.

Die Wahrheit des Ganzen ist eingeräumt, und die Spannung zwischen uns war gebrochen. „Arigato gozaimasu!“ sagte ich, dankbar für die Ehrlichkeit des Mannes.

Sein Gesicht war traurig, als er die Lage erklärte, aber er war auch ruhiger. Die Manie hinter seinem Beharren, dass die „kontaminierte“ Erde zu „reinigen“ verlangt worden wäre, war verschwunden.

Und ich war nicht mehr erzürnt, nur erleichtert. Ich verstand sein Dilemma. Er hatte das offizielle Dogma nur deswegen wiederholt, weil sein Job und in größerem Umfang Kultur und Politik dies verlangten. Und es spiegelte den Umgang mit Strahlungsängsten seitens von Wissenschaftlern und Politikern, nicht nur in Japan.

Es gibt keinen Beweis dafür, dass geringe Strahlungsdosen die Menschen schädigen, aber anstatt deutlich darüber zu werden, haben Wissenschaftler in der Vergangenheit oftmals die Wahrheit verschleiert in einem fehlgeleiteten Befolgen des Vorsorgeprinzips. Dies führte jedoch dazu, dass das weit verbreitete Missverständnis bzgl. Strahlung sich verewigte.

Wir wissen auch, dass wenn Gesellschaften nicht die Kernkraft nutzen, sie zumeist fossile Treibstoffe verbrauchen, nicht Erneuerbare. Nach Fukushima hat Japan seine Kernkraftwerke abgeschaltet – und die Luftverschmutzung zeigte eine drastische Zunahme.

Die größten Verlierer sind wie immer die Verwundbarsten: jene mit Atemwegs-Erkrankungen, Kinder, Ältere, Kranke und Arme, welche überwiegend in den schmutzigsten Gebieten von Städten leben.

Klar ist auch, dass Menschen ihre Ängste vor anderen Dingen auf Nuklearunfälle projizieren. Wir wissen aus tief gehenden Forschungen während der siebziger Jahre, dass junge Menschen zu Anfang jenes Jahrzehnts die Ängste vor Atombomben auf Kernkraftwerke übertrugen. Kernkraftwerke werden als kleine Bomben wahrgenommen, und Nuklearunfälle werden als kleine Atomexplosionen betrachtet, vollständig mit Fallout und der Bedrohung durch Kontaminierung.

Es ist unmöglich, die panische Überreaktion aufgrund von Fukushima nicht als teilweise ausgelöst anzusehen durch den Horror von 15.875 Toten und weiteren 2533 Vermissten nach dem Tsunami. Der Soziologe Kyle Cleveland argumentierte überzeugend, dass Fukushima eine „moralische Panik“ auslöste und dass die Panik motiviert war durch den Wunsch der japanischen Nachrichtenmedien, sich an einer industriellen und technischen Elite zu rächen, welche als rücksichtslos, arrogant und korrupt empfunden werden.

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Die ganze Story steht hier.

Michael Shellenberger, President, Environmental Progress. Time Magazine “Hero of the Environment.”

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/03/12/it-sounds-crazy-but-fukushima-chernobyl-and-three-mile-island-show-why-nuclear-is-inherently-safe/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Anmerkung des Übersetzers zu dem Unfall in Three Mile Island: Dieser fiel gerade in die Zeit seines Aufenthaltes in den USA. Wohnort war das Dorf Brodheadsville in Pennsylvania. Das liegt nahe der Stadt Allentown, Google findet es sicher.

In der lokalen Zeitung, dem Pocono Record, war der Unfall überhaupt kein Thema! Im Beitrag erwähnt wird das Time Magazine, aber niemandem fiel es ein, diese Zeitschrift zu kaufen. In den Fernsehnachrichten gab es eine kurze Meldung über ein Brand in dem Kraftwerk, aber die Familie, bei der ich zur Untermiete wohnte, war völlig unbeeindruckt, denn ein Feuer gab es fast jeden Tag irgendwo. Erst in Briefen von Bekannten aus Deutschland wurde ich darauf aufmerksam, in denen ich besorgt gefragt wurde, ob es mir gut gehe. Damals gab es noch keine E-Mails und Internet, und Briefe waren etwa 1 Woche unterwegs.

Ich habe mich dann unter den Nachbarn etwas umgehört, aber niemanden schien das zu interessieren. Zu jener Zeit gab es gerade Unruhen unter Lastwagenfahrern (Trucker), und einer meiner Nachbarn, der mit einem riesigen Lastwagen Bier transportierte, konnte es sich nicht leisten, an einem Streik für bessere Bedingungen teilzunehmen. Aber er hatte Angst – in Amerika wird ja sehr schnell geschossen, wenn einem irgendetwas nicht passt.

In der Grundschule in Brodheadsville (Polk Elementary, kann heute anders heißen) war das Ganze ebenfalls kein Thema, obwohl es doch vermeintlich um die Zukunft der Kinder ging. Und so weiter, und so fort. Von Panik nicht die geringste Spur – offenbar ganz anders als im weit entfernten Deutschland, wo ob des Unfalls mächtig Panik geschürt worden war. – Chris Frey, Übersetzer

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37 Kommentare

  1. Hallo ihr Lieben!
    Ich bin etwas schockiert was in diesem Artikel zusammengetragen wurde und warum der Unfall von Tschernobyl so glimpflich dargestellt wird. Die Sperrzone Tschernobyl und der Radius des Radioökologischen Schutzgebietes in Weißrussland beträgt mehrere tausend Hektar. Jeder von uns der im Wohlstand lebt möchte dort nicht mehr wohnen. Selbst das angeblich nicht so schlimme Schilddrüsenkrebs möchte von uns sicher keiner durch Strahlung provozieren. Es macht in diesem Artikel den Eindruck als wären gerade mal 20 Feuerwehrleute und 19 Ersthelfer gestorben. Dazu sind auch die Dacharbeiter, Hubschrauberpilot, die schaulustigen Menschen auf der Brücke und einige Wissenschaftler sind definitiv gestorben. Warum wird der Unfall von Tschernobyl mit dem Terroranschlag vom 11. September verglichen? Wir könnten genau so gut ein Vergleich mit Verkehrsunfällen machen. Ausserdem sollte man sich auch vor Augen halten, dass es in der damaligen Sowjetunion passiert ist. Der Vorfall wurde erst verschleiert und wahrscheinlich wurden auch Todesfälle vertuscht. Die Zahlen der Opfer sind nur geschätzt. Es gibt keine verlässlichen Dokumentationen. Verschleierungen waren in der Sowjetunion an der Tagesordnung. Man sollte also sehr vorsichtig mit den Zahlen von damals umgehen. Der Tod durch Strahlung ist immens Schmerzvoll. Es ähnelt oft eines langsamen Verbrennens bei vollem Bewustsein. Die Haut stirbt ab und wird schwarz. Im Vergleich bekommt man bei Verbrennungen durch Feuer selten etwas mit weil die Opfer oft vorher bewusstlos werden (Rauchvergiftung, Sauerstoffmangel, Hitze). Ausserdem ist es auch nicht gerade schön wenn die armen Menschen dort Fehlgeburten oder missgebildete Kinder gebären und nicht mal Geld haben um sie zu pflegen und ihre Kinder weggeben müssen. Was passiert mit den strahlenden Ruinen von Tschnobyl und Fokushima? Der neu gebaute Sarkopharg ist ausgelegt für gerade mal 100 Jahre und kostete 2,1 Milliarden Dollar. Unsere nächsten Generationen werden also noch viel Spaß an der strahlenden Ruine haben. Die strahlen ja noch so einige Jahrhunderte weiter. Das gleiche Problem in Fukushima. Es ist gerade mal 250 km von der Millionenstadt Tokio entfernt. Den Fisch aus dem Meer vor Fukushima will auch keiner mehr essen. Sicherlich ist es keine Lösung weiter auf fossile Brennstoffe auszuweichen. Es muss mit Hochdruck an Alternativen gearbeitet werden. Die Rechnung kommt am Ende so oder so zum kleinen Mann. Ob wir jetzt für den Atommüll, den Sarkopharg in Tschernobyl oder für die erneuerbare Energie zahlen. Das sollte klar sein.

    Liebe Grüße
    Jens Hansen

  2. Die Gefährlichkeit von Radioaktivität gehört zum Allgemeinwissen. Beim ersten Atombombenversuch in einer amerikanischen Wüste wurden Landser nach dem Abwurf in die verseuchte Zone geschickt. Die schrecklichen Schicksale sind dokumentiert.

    Die null Toten durch die Reaktorunfälle in Fukushima sind nicht plausibel, da es beim Noträumkommando in den ersten Tagen Pannen gab. Ich erinnere mich an zwei Mitarbeiter, denen in der zerstörten Reaktorzone hochradioaktive Brühe in die Stiefel gelaufen ist, während die Leute sich ansonsten durch Spezialanzüge bestens geschützt nur Sekunden und Minuten in hochradioaktiven Bereichen aufhalten durften. In Japan werden aus Mentalitätsgründen schlimme Nachrichten noch eher verschwiegen, als man es bei uns versuchen würde. Die Opferbereitschaft der Japaner in solchen Fällen ist Legende.

    Minder relevant ist auch, bei Schilddrüsenkrebs auf die relativ guten Heilungschancen zu verweisen. Auch eine perfekte Beschränkung auf die Schilddrüse ist eine verwegene Annahme. Krebs kann steuen. Die Heilungschancen hängen zuvorderst davon ab, wie gut die medizinische Versorgung ist, und ob die Kapazitäten für eine potentiell sehr große Zahl von Patienten ausreichend sind. Allein die Diagnose Krebs ist schlimm genug. Dies erfordert Einfühlungsvermögen in die Ängste und Befürchtungen der Betroffenen.

    Ich gehe aufgrund von Veröffentlichungen davon aus, dass Kernkraft so sicher gemacht werden kann, dass katastrophale Unfälle aus naturgesetzlichen und konstruktiven Gründen in Zukunft ausgeschlossen werden können. Das erlaubt aber keine Beschwichtigungen der Folgen von geschehenen Katastrophen und den allgemeinen Gefahren im Umgang mit radioaktiven Stoffen.

    • Das Allgemeinwissen sagt aus, dass das Leben gefährlich ist und immer mit dem Tod beendet wird. Ob man man nächste Sekunde als Beute gerissen wird, vom Virus befallen wird oder vom Auto überfahren wird, alles ist gefährlich. Und wenn Sie den Artikel wirklich gelesen haben, haben Sie gelernt, dass die weitaus meisten Opfer die Grüne Energie beim Staudammbruch gefordert hat.

      Die preiswerte Energie durch AKWs hat dazu beigetragen, dass das Lebensniveau gestiegen ist, damit die Lebenserwartung und die Kindersterblichkeit ist zurückgegangen. Ob nun 2 Arbeiter in Fukuschima gestorben sind oder nicht, ändert nicht diese Tatsache. Lesen Sie Statistiken über Betriebsunfälle, es sind nicht die Einzigen.
      Tschernobyl war Ergebnis kommunistischer Schlamperei und wird sich nicht wiederholen, eine tsunamisichere Notstromversorgung ist auch kein Problem.
      Das Problem ist dass der Westen so mit Angst über die Strahlung, die es in der Natur auch reichlich gibt, manipuliert wird.

      • Der größte, gleichzeitig objektive und subjektive Betrachtungsfehler ist wohl der, dass man nur die Todesopfer zählt.

        Die tatsächlichen Körper- und Sachschäden/Verluste sowie die anschließenden Umstände, ggf. langfristige Beeinträchtigungen verschiedenster Art können in gänzlich anderen Größenordungen liegen.

        Wenig Verständis habe ich für eine Gegenüberstellung mit anderen Risiken, bei denen es nicht um ein Entweder-Oder sondern die Multiplikation geht. Die Chance gefressen zu werden steigt, wenn es Löwen UND Krokodile gibt.

        Auch wenig pfiffig ist, in einen Kommentar gleich das ganze Thema zu packen als ob dies mit drei Absätzen zu erschlagen wäre. Insofern ist (m)eine Antwort auf einen bestimmten Artikel ebensowenig als Gesamtentscheidung zu werten. Ich möchte deshalb auch nicht opportunistisch gelesen werden.

  3. Der Tschernobyl-Unfall bei ca. 140 Personen unter den Aufräumarbeitern mit Strahlenkrankheit 28 Personen das Leben gekostet, also 28 Opfer durch die Strahlung, was das besondere Risiko eines KKW’s ist.
    Die 4000 von der WHO angebenen Todesopfer sind virtelle Opfer (virtuell bedeutet „die gibt’s nicht“, ist das Gegenteil von real), berechnet aus der Zusatzstrahlendosis, welche die Leute dort in der Gegend zusätzlich durch den Unfall erhalten haben.
    Wenn man diese Rechenprozedur auf die Zusatzstrahlendosis anwendet, welche die Menschen der Erde durch ihre Flugreisen zusätzlich erhalten, dann ergeben sich damit jedes Jahr zusätzlich 5000 Todesopfer, natürlich ebenfalls virtuell.

    Wenn man diese Rechenprozedur noch auf die Zusatzstrahlendosis anwendet, die Patienten durch Röntgen und CT erhalten, dann ergeben sich noch viel größere Zahlen virtueller Strahlenopfer.
    Alle diese Berechnungen sind unsinnig, dienen nur dem Erhalt der Strahlenangst.

  4. Auch wenn ich für Kernkraft bin, denke ich, man sollte mit dem Begriff inhärent sicher vorsichtig umgehen. Wirklich inhärent sicher sind die KKWs, die derzeit in Betrieb sind, nicht.

    • @Frieder Ermel
      „Auch wenn ich für Kernkraft bin, denke ich, man sollte mit dem Begriff inhärent sicher vorsichtig umgehen. Wirklich inhärent sicher sind die KKWs, die derzeit in Betrieb sind, nicht.“

      Der Autor hat mit den Erfahrungen aus mehr als 50 Jahren darauf verwiesen, dass der Begriff „inhärent sicher“ nichts über das sehr sehr kleine Risiko einer Schädigung an Leib und Leben aussagt!!!! – Der Begriff wird daher leider sowohl von Gegnern der Kernenergie, als auch sogar von den Verkäufern bestimmter Kraftwerkstypen missbraucht.

      Trotzdem sind die mit „inhärenter Sicherheit“ beschriebenen Eigenschaften durchaus wichtig für den Kapitalschutz der Betreiber von Kernkraftwerken. – Auch wenn in „Three Mile Island“ kein Mensch geschädigt wurde, war der Verlust von einigen Milliarden Dollar durchaus „unangenehm“!

    • Man kann dieser Meinung sein. Aber alle INES 7 zeigen doch, dass Inhärenz vorhanden ist, so lange nicht zusätzliche Fehler durch das Personal auftreten.

  5. Lese eben, dass Greta Thunberg auf Twitter Kernkraft als klimaneutrale Energiequelle unterstützt. Das wird die Grünen Khmer in Deutschland freuen.

  6. „Die Operatoren verloren die Kontrolle über ein nicht autorisiertes Experiment, wodurch der Reaktor in Brand geriet.“

    Was für eine dreiste Lüge. Dass die Quelle solch eine Aussage macht und der Übersetzer solch offensichtliche Falschaussage nicht korrigiert, ist entweder ein Beweis für die Inkompetenz der Quelle und Übersetzer oder schlichtweg Propaganda.

    Der Unfall ereignete sich bei einem Routinecheck der Kraftwerksanlage, die von der Aufsicht genehmigt/gefordert wurde.

    • Im Prinzip wurscht, jedenfalls kein Grund so rumzufeilschen.
      Die Katastrophe ereignete sich bei einem unter der Leitung von Anatoli Stepanowitsch Djatlow durchgeführten Versuch, der einen vollständigen Ausfall der externen Stromversorgung des Kernreaktors simulieren sollte. Dieser Versuch sollte den Nachweis erbringen, dass in der Anlage selbst durch den Nachlauf der Hauptturbine genügend elektrische Energie produziert wird, um die bei einem Stromausfall weiterhin benötigten Kühlsysteme bis zum Anlaufen der Dieselgeneratoren versorgen zu können.
      Als Hauptursachen für die Katastrophe gelten erstens die bauartbedingten Eigenschaften des graphit-moderierten Kernreaktors (Typ RBMK-1000), der im niedrigen Leistungsbereich instabiles Verhalten zeigt, und zweitens schwerwiegende Verstöße der Operatoren gegen geltende Sicherheitsvorschriften während des Versuches, insbesondere der Betrieb des Reaktors in diesem instabilen Leistungsbereich.

      • Sehr geehrter Herr Schrage,

        Sie sollten sich minimal informieren, bevor Sie solche Parolen schreiben. Hier ein Zitat aus Wiki, eine bestimmt nicht Kernkraft-freundliche Quelle:

        „Nach Sicherheitsvorschriften hätte der Versuch eigentlich bereits vor der kommerziellen Inbetriebnahme im Dezember 1983 durchgeführt werden sollen. Doch waren die finanziellen Anreize für die Projektleiter für die rechtzeitige Inbetriebnahme so hoch, dass dieser eigentlich erforderliche Sicherheitstest erst nachträglich durchgeführt wurde.“
        So etwas kann man kommunistische Schlamperei nennen, nur in de Ex-UdSSR möglich.

        • @Andreas Demmig: Suchen Sie sich eine aus. In keiner einzigen, vernünftigen Quelle ist jemals von einem „nicht autorisierten Experiment“ die Rede. Ich empfehle das Buch „Atom“ von Stephanie Cooke. Sehr lesenswert. Leider aus Papier. 😉
          @Peter Georgiev: Ich bin bestens informiert, und Ihre Aussage bestätigt meine Aussage. Es war kein unautorisiertes Experiment. Es war ein Standard-Sicherheitstest. Etwas, was auch heutzutage noch jedes Atomkraftwerk durchführt. Dass es verspätet durchgeführt wurde, ändert nichts an der Tatsache, dass der Autor der Quelle entweder keine Ahnung oder gelogen hat.

          • Sehr geehrter Herr Schrage,
            ich habe das von Ihnen empfohlene Buch recherchiert. Auf Amazon findet man auch einige wenige Beurteilungen dazu.
            Das eine offensichtliche „Atomkraft-Gegnerin“ so schreibt, ist ihr gutes Recht. Allein in den „Blick ins Buch“ Seiten sind jedoch schon Fehler zu finden.
            Ich persönlich habe Kernkraft im Studium gehabt (Da gab es noch keine Grünen) und schätze eher die hier bei Eike (rechte Spalte) beworbenen Bücher von Herrn Dr. Hinsch, ein Praktiker mit Erfahrung.
            Kennen Sie seine Bücher?

          • Ich glaube, wir können es uns einfach machen und müssen nicht groß über Buchliteratur diskutieren. Passierte der Unfall von Tschernobyl durch ein „nicht autorisiertes Experiment“ oder nicht? Meinen Informationen nach passierte es wie bei Wikipedia beschrieben. Der Unfall passierte während eines geläufigen Sicherheitscheck (sicherlich mit verursacht durch fehlerhafte Bedienung), doch definitiv kein „Experiment“.

    • Ursächlich für den Unfall war die Einstellung der Herstellung von Plutonium für Kernwaffen:

      Der Reaktorbrennstoff wurde danach (das Militär war offenbar nicht mehr zuständig) derart verändert, dass er seine ursprüngliche „inhärente Sicherheit“ verlor; eine Eigenschaft die bewirkt, dass unbeabsichtigte Leistungs- und Temperaturerhöhungen ohne einen Eingriff die Kettenreaktion beenden.

      Erst als Folge dieser gravierenden Verletzung einer der Grundregeln der Kerntechnik wurde eine Brennstoffexplosion überhaupt erst möglich.- Ein ebenfalls dilettantischer Versuch brachte dann den Reaktor in einen Zustand, in dem schließlich die Betätigung der Abschaltstäbe die Explosion und den nachfolgenden Graphitbrand auslöste.

      Nach dem Unfall wurde diese (für jeden (!!!) Kerntechniker unverständliche) Konstruktionsänderung bei den übrigen Kraftwerken dieses Typs unverzüglich korrigiert. Die verbleibenden gravierenden Sicherheitsmängel der „Miitärtechnik Tschernobyl“ sind allerdings nicht heilbar!

      • Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass man die automatische Notabschaltung deaktiviert hatte, weil man sich das mühselige Wiederanfahren des Reaktors ersparen wollte.

        • Leider hätte auch die „automatische Abschaltung“ die Abschaltung durch Brennstoffexplosion lediglich zu einem anderen Zeitpunkt als der manuelle Versuch ausgelöst. –

      • Es ist viel einfacher erklärbar Herr Wolff. Der Reaktor konnte mit abgeschalteten Not-Aus System betrieben werden, dass allein ist eine Ungeheuerlichkeit, die nur in einem Land nach 70 Jahre Kommunismus möglich ist. Das Experiment im kritischen Bereich wurde auch mit abgeschalteten Notaus Modus durchgeführt, um keine Zeit zu verlieren, falls das Sicherheitsystem den Reaktor im kritischen Zustand automatisch abschaltet, bevor dieser hoch geht.

        Wie soll man das beschreiben?: auf einer entsicherten Atombombe sitzen und mit dem Zünder Russisch Roulette spielen kommt dem wohl am nächsten. Es war kein Zufall, es müsste so kommen. Wir wissen nicht, wie oft davor woanders doch noch beizeiten der der
        Rote Knopf erwischt wurde. Und wenn man dort paar Sekunden schneller manuell abgeschaltet hätte, wäre es woanders passiert.

        Schuld war der Gesellschaftsverfall nach 70 Jahre Kommunismus. Nicht die Atomkraft.

        • Lieber HerrGeorgiev,,

          der Unfall in Tschernobyl hat viele Facetten! Am Unfalltag wurde eine Besprechung im Kernforschungszentrum in Karlruhe unterbrochen: „Kennt sich von Euch jemand aus mit Graphitbränden?“ – Leider Fehlanzeige!

          Kriegsschiffe mit Kernergieantrieb verfügen über einen Gefechtsschalter, der die Sicherheitsfunktionen in diesem Fall abschaltet. Dampf ist dann überlebenswichtig! – Die sorgfältige Marine testet auch diese Betriebsweise regelmäßig

          Nach Mitwirkung an der Aufklärung tragen aus meiner Sich die Hauptschuld Apparatschiks in Moskau.

          • Lieber Herr Wolf,
            Ich habe an der TU Dresden manuell einen Mini-Reaktor (AKR1, jetzt AKR2) bis zum Auslösen des Not-aus gesteuert. Es wurde uns immer wieder eingetrichtert, dass vor jedem Start die Zuverlässigkeit dieses Systems überprüft werden muss.

            Auf Kriegsschiffen herrschen andere Prioritäten. Ich traue mir zu, einen Reaktor ohne Notaus manuell steuern zu können, man muss nur ein Auge auf die Kettenreaktion haben und weit vom kritischen Bereich bleiben.

            Aber einen Reaktor von der Grösse von Tschernobyl ohne Notaus im kritischen Bereich zu fahren ist mit einem Atombombentest gleichzusetzen.

            Letzte Woche hatte ein ausgewiesener Experte für Reaktorsicherheit, Manfred Haferburg hier ein Artikel über Fukuschima veröffentlicht. Dort habe ich ein wenig ausführlicher über Tschernobyl und Kommunismus geschrieben, und meine Einschätzung würde von Herrn Haferburg bestätigt…

          • @Peter Georgiev,

            „Aber einen Reaktor von der Grösse von Tschernobyl ohne Notaus im kritischen Bereich zu fahren ist mit einem Atombombentest gleichzusetzen.“

            Lieber Herr Georgiev,

            das ist zweifellos richtig, obwohl die Wirkung selbst der Brennstoffexplosion im „Teufelsloch“ (Tschernobyl) noch sehr, sehr weit von der einer sehr „kleinen“ Atombombe entfernt bleibt! Insoweit stimmt Ihr Vergleich nicht.

            Auch das „Not aus“ (alle Neutronen Absorberstäbe werden von unten in den Kern eingeführt) hätte aus den folgendem Gründen den Unfall nicht verhindern können:

            Die Erhöhung der Anreicherung des Brennstoffes hatte bewirkt, dass der sog. „Leistungs Koeffizient“ der Reaktivität bei einer signifikanten Abweichung vom Normalzustand positiv werden konnte. (Dann kann die Leistung bis zur Abschaltung der Kettenreaktion durch Explosion des Brennstoffes ansteigen! Eine solche Konstruktion verletzt eine der wichtigsten Regeln der Kerntechnik!!!!)

            Nach Abtrennung vom Netz und entsprechender Reduktion der Leistung verschob der Xenon Anstieg die Leistung in den oberen Teil des Reaktors. Der im weiteren Verlauf erforderliche Versuch, den Reaktor durch Einfahren der Absorber Stäbe abzuschalten, bewirkte das Gegenteil. Die Maßnahme reduzierte nämlich den Dampfblasen Gehalt oben, die Leistung dort stieg und der Unfall lief wie bekannt ab!

          • Hallo Herr Wolff,

            Sie vertreten die ofizielle Version. Sie beinhaltet volgende annahmen:

            a) Der Russe (stellvertretend für alle Nationen der UdSSR) ist zu blöd ein Notaus zu berechnen, das zuferlässige den reaktor mit seinen Besonderheiten abwürgt.
            b) Das manuelle Aus erfolgte beim Erreichen der Gefahrengrenze und wirkte wie ein Notaus.

            Beides ist falsch.
            zu a) Mann sollte den Russen schon das rechnen zutrauen können, immerhen sind sie als einzige in der Lage, die ISS zuverlässig zu versotgen.

            zu b) Wenn man als Russe in der späten UdSSR den Befehl bekommt, pünktlich das Experiment abzuschließen, dann drückt man nicht den Roten Knopf wenn das Wasser bis zu Brust geht (wie beim Notaus), selbst nicht bis zum Hals, sondern erst wenn man unter Wasser ist und keine Luft mehr bekommt.

            Aus meiner Sicht hat der Reaktor schon begonnen zu brennen als man endlich stoppen wollte. Ob dann für Sekundenbruchteile die Kettenreaktion beschleunigt wurde, ist unerheblich, der Reaktor wäre so oder so hochgegangen, aufgrund der viel zu späten Abschaltung. Die automatische Abschaltung hätte das Unglück zu 100% verhindert.

            Allein die Tatsache, dass das Notaus deaktiviert werden konnte sagt alles. Man war nach 70 Jahre Kommunismus immer darauf gefasst, dass man die Grenzen des Erlaubten und Vernünftige auf Befehl überschreiten muss und hat sich konstruktiv darauf vorbereitet.

            Ich glaube sogar, dass es wiederholt passiert ist, dass ein Reaktor im Grenzbereich ohne Notaus (mit Notaus geht es nicht, dann wäre er schon aus), nur dass man bis Tschernobyl beizeiten noch den Roten Knopf gefunden hat. Bei diesen Zusatnd der Gesellschaft war es nur eine Frage wann und wo ein Reaktor hochgeht, nicht mehr ob.

    • Sehr geehrter Herr Rico Schrage,

      Sie liegen mit Ihren Ausführungen total daneben. Mit einer deutschen Delegation war 10 Jahre nach dem missglückten Experiment im Reaktor. Dort wurden wir von den Ingenieuren genau unterrichtet, dass das Experiment mit gesamtem Lastabwurf dazu dienen sollte, zu erproben, ob die Massenträgheit der herunterlaufenden Generatoren für die Versorgung des Kühlkreislaufs herangezogen werden kann. Ziel war, die Anzahl der Notstromaggregate auf eines zu reduzieren. Die Katastrophe begann nach dem Experiment, als man Kiew nicht wieder als Verbraucher ans Netz bekamm, weil die Leitungsschalter aufgrund der Stromspitze wieder öffneten. Genau diesen Punkt hatte man nicht berücksichtigt, als das Experiment gestartet und alle Sicherheitsvorkehrungen und Warnsysteme außer Betrieb gesetzt wurden.

      Es ist mir schleierhaft, was sie mit Ihrer geistigen Erfindung eines anderen Geschehens bewirken wollen.

  7. „Aber hat die japanische Regierung nicht kürzlich die Familie eines Mitarbeiters von Fukushima finanziell entschädigt aufgrund dessen Behauptung, dass sein Krebs dem Unfall geschuldet war?
    Ja, hat sie, aber nur aus eindeutig politischen Gründen, und zwar auf der Grundlage der auf Konsens basierenden und Konflikte vermeidenden japanischen Politik und um die Schuld zu mindern, die politische Führer gegenüber Mitarbeitern und Anwohnern von Fukushima fühlen.“
    Das sagt eine ganze Menge aus. Wundere mich nur ein bisschen, dass die ÖR dies nicht ausgeschlachtet haben. Der „verkehrt“ eingebaute Dampftrockner wurde genüsslich, mir fällt nichts anderes ein, ausgeschlachtet. Damals habe ich mich darüber amüsiert. Musste aber sehr schnell das Kalkül dahinter erkennen.
    Die Evakuierungen halte ich in beiden Fällen für richtig. Die schrittweise Aufhebung hätte schneller erfolgen müssen. Und dabei hätte die Annahme des Angebots der Amerikaner sicher hilfreich sein können.
    Schweden ist von Tschernobyl unvergleichlich stärker als Deutschland betroffen worden. Der Umgang damit war aber angemessen. UND DEUTSCHLAND mit der Dr.PHYSIK?

  8. Es ist nicht sehr hilfreich die Opferzahlen kleinzureden.
    „Unabhängige Forscher errechneten im vergangenen Juni höchstens 2.500 Fälle und maximal 1.300 Todesopfer“ https://www.zeit.de/wissen/2016-03/fukushima-atomkatastrophe-jahrestag
    Es fehlt der Atomenergie jede Wirts haftlichkeit „Allein der neue Sarkophag kostet rund 1,5 Milliarden Euro, das Gesamtprojekt beziffert die EBRD mit 2,1 Milliarden Euro. Zu den zehn größten Geldgebern gehören bis heute trotz des Kriegs in der Ostukraine neben der Bank (498 Millionen Euro) selbst, der Europäischen Union (431,6 Millionen), den USA (329,5 Millionen), Frankreich (114,9 Millionen) und Deutschland (106,1 Millionen) auch die Ukraine (64,1 Millionen) selbst und Russland (70,3 Millionen).“ https://m.tagesspiegel.de/politik/nuklearkatastrophe-vor-30-jahren-tschernobyl-kostet-und-toetet-bis-heute/13500054.html

    • Es ist nicht sehr hilfreich die Opferzahlen kleinzureden.

      Niemand redet die Opferzahlen klein. Offiziell können Sie sie im UNSCEAR Bericht dazu nachlesen.

    • „„Unabhängige Forscher errechneten im vergangenen Juni höchstens 2.500 Fälle und maximal 1.300 Todesopfer““

      Ja, und sowas von „unabhängig“…
      „Höchstens 2500, „maximal“ 1300: Da ist höchstens das Gehirn unabhängig von der Logik. Aber das trifft ja auf alles zu, was aus der Ökodeppenecke kommt…

      Die richtige Zahl ist „Null“

  9. Und was ist mit dem Abfall? Für den gibt es noch immer keinen Vorschlag für ein Endlager.
    Meine Vermutung ist, dass der als strategische Waffe gehortet wird. (Wage nicht mein Land durch eine schmutzige Bombe zu verseuchen, sonst geht es deiner Bevölkerung ebenso)
    Demokratisch gewählte POlitiker gehen durch eine „Negativ Auslese“, schreibt Hans-Hermann Hoppe in dem Buch „Der Wettbewerb der Gauner“

    • Das ist eine Frage des Willens. „Abgebrannte“ Brennstäbe sind aufzubereiten und nicht in Castoren zu lagern. Die ODL in Gorleben erreicht trotz großer Mengen radioaktiven Materials keine Grenzwerte.

    • Sehr geehrter Herr Willi Kuchling,

      die nuklearen „Abfälle“ können selbst wenn der Brennstoff noch „100%“ beträgt, unmöglich als Waffe genutzt werden, dazu ist die Konzentration viel zu niedrig.
      Neueste Technologien nutzen den nuklearen Brennstoff inzwischen zu fast 100% aus, sodass nur unwesentlich strahlende „Abfälle“ übrig bleiben.

      Aber selbst bei den Kernkraft-Technologien, die wir noch in Deutschland haben, ist die Gefährdung geringer, als das es unsere unwissenden Mainstreammedien weismachen wollen.

      Auf Eike finden Sie viele Informationen dazu, mit Quellenangaben, damit Sie sich auch selbst ein Bild davon machen können.

  10. Hier ist auch der Platz, nochmal auf Das Kobalt-60 Ereignis von Taiwan — hinzuweisen, über welches EIKE ausführlich berichtet hat.

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