Geschenk von oben : Der Klimawandel bietet Behörden neue Eingriffsmöglichkeiten ; Sozialistische Politiker und NGOs sind begeistert.

Silvio Borner; Foto WELTWOCHE

Von Silvio Borner (Red. WELTWOCHE)*
Die politische und die mediale Welt scheint besonders in der reichen Schweiz von einer Klimahysterie beherrscht zu werden. Wie konnte es so weit kommen? Ausschliessen können wir eine Spontanbewegung von unten, haben doch die Jugendlichen den langen Sommer sehr genossen. Wenn sie nun im Winter gegen die Erwärmung protestieren, beruht das primär auf dem «Stupsen» von grün-roten Lehrern, Jungsozialisten und NGOs.

Wahltaktisch geschickt hat der Basler Grosse Rat zudem zur Freude der Jugendlichen auf der Tribüne über Klimanotstand und Klimanotfall debattiert. Und aus Schulklassen tönt es: Maturareise per Bahn statt per Flugzeug.

Der Druck kommt von oben, und zwar von ganz oben, nämlich von der Uno, die seit Jahren den grossen Herausforderungen für die Zukunft der Weltbevölkerung hilf- und tatenlos gegenübersteht. Seien es Kriege, Machtkämpfe, Terror, Unterdrückung, Verfolgung, Korruption – Erfolge fehlen. Das gilt auch mit Blick auf die Bevölkerungsexplosion. Die Anzahl Füsse ist mindestens so wichtig wie der Fussabdruck. Da kommt der Klimawandel wie gerufen. Er ist ein echt globales Phänomen und eine erstklassige Gelegenheit für die Uno, sich weiter in Richtung Weltregierung vorzuarbeiten.

Jetzt kann man das sündhafte Atmosphärengift CO2 vor alle anderen Krisen, von Armut bis Krieg, setzen. CO2 ist wie die radioaktive Strahlung weder sichtbar noch riechbar und eignet sich bestens als Sündenbock für quasireligiöse Kampagnen. Das Höllen-Desaster liegt nicht im Jenseits, sondern im Diesseits des nächsten Jahrhunderts. Das Ziel, die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, kann nämlich erst im 22. Jahrhundert erreicht werden – oder eben nicht. Die Rettung des Planeten, bezogen auf eine, politisch betrachtet, sehr ferne Zukunft, verleitet zu Jahrhundertfehlern.

Jahrhundertchance

Das völlig unverbindliche und wirkungslose Pariser Abkommen wird so zum irdischen Wunder erklärt, das der Uno eine Art Weltherrschaft und den nationalen Regierungen Vollzugsgewalt verspricht. Dabei könnte man das viel nüchterner sehen. Sollte die Temperatur tatsächlich empfindlich steigen, kämen unvergleichlich billigere Methoden zur Klimasteuerung in Betracht, beispielsweise künstlich erzeugte Wolken. Jetzt einen Klimanotstand für das 21. Jahrhundert auszurufen und die Welt in ein Energiedesaster zu stürzen, ist nicht nur hysterisch, sondern zynisch. Der Klimaprophet Professor Thomas Stocker verkündet die radikale Beseitigung von CO2-Emissionen auch gleich noch als Jahrhundertchance für die Wirtschaft.

Mit einigen Ausnahmen machen die meisten Länder schuldbewusst bis freudig mit. Indien und China dürfen ihren Ausstoss noch bis 2030 vergrössern. Den ärmsten Entwicklungsländern werden jährlich hundert Milliarden Dollar Abgeltung versprochen. Die Amerikaner sind schon offiziell ausgestiegen, und die Australier gehen eigene Wege. Aber warum ist man gerade in der Schweiz so eifrig bei der Sache?

Die Antwort: Für marktfeindliche Gruppen wie linke oder grüne Parteien sowie NGOs ist das ein Geschenk – nicht vom Himmel, aber immerhin von der Uno. All die gleichgefärbten Bürokraten der internationalen Organisationen verbünden sich mit ihren Kollegen in Bundesämtern. Hinzu gesellen sich kollektivistisch gesinnte Mitläufer aus dem Bürgertum. Heute haben es die Öko-Sozialisten viel leichter als früher, weil es ja um die Existenz unserer Kinder und Enkel geht und wir uns schuldbewusst geben können, ohne den Preis bezahlen zu müssen. Ein vom Parlament kürzlich abgelehnter unsinniger Schweizer Alleingang in weltrekordverdächtig hoher CO2-Besteuerung wird jetzt mit dem Support der einmal mehr kippenden FDP wiederbelebt. Lenkungsabgaben werden als Zukunftsinvestition begrüsst, dabei werden sie irgendwann in Subventionen für Sonderinteressen umgemünzt. Das Forcieren von Solar- und Windenergie sowie der Nuklearausstieg fördern in diesem Jahrhundert paradoxerweise das Gas.

Schon die sozialistische Planwirtschaft hatte gerade bei Menschen mit höherer Bildung viele Anhänger. Erst das Versagen bei der Umsetzung und der Niedergang nach zwei bis drei Generationen führten zur Abkehr davon. So weit ist es heute im modernen Öko-Sozialismus noch nicht, zumal staatliche Bürokratien und wissenschaftliche Propaganda die Medien und die Volksstimmung dominieren. Anzeichen der Ernüchterung gibt es jedoch. Im Musterland für opferbereite Klimahysterie hat das Berner Stimmvolk kürzlich ein unsoziales und ineffizientes Energiepaket abgelehnt. Wenn Wunschträume sich als falsch erweisen und die Portemonnaies der breiten Bevölkerung leeren, sind Illusionen schnell vom Tisch, allerdings sind die Täter dann auch schon von der Bühne verschwunden.

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)**  Anmerkung der EIKE-Redaktion: Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE Zürich : Geschenk von oben | Die Weltwoche, Nr. 9 (2019) | 22. Februar 2019 ; http://www.weltwoche.ch/

EIKE dankt der Redaktion der WELTWOCHE und dem Autor Silvio Borner für die Gestattung der ungekürzten Übernahme des Beitrages. Silvio Bornerist Mitglied im Carnot-Cournot-Netzwerk, einem Interdisziplinären Think Tank für Politikberatung in Technik und Wirtschaft  [http://www.c-c-netzwerk.ch/].

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3 Kommentare

  1. Tja- wo wächst der Fisch am schnellsten? „Im Rucksack des Sportfischers“

    Wo wächst die Erderwärmung zur Katastrophe/ Heißzeit / Gluterde etc. : „In den Hirnen ilosionierter Idioten oder skrupelloser Betrüger mit Dollarzeichen in den Augen“

    Und auch intelligente Zeitgenossen lassen sich mittels Grundlagenverfälschung in´s Boxhorn jagen und fragen ernsthaft wo im Himmel die Buden stehen……

    Mit freundlichen Grüßen!

    Christian Möser

    Zimmerer

  2. Es gibt böse Tatsachen,  die auch existieren, wenn man die Schule schwänzt:

    z.B. daß ein Mol Gass 22,4 l hat . Man muss also nur das Molekulargewicht als Summe der Atomgewichte zusammenrechnen und durch 22,4 teilen. Und schon hat man das spezifische Gewicht eines Gases unter Normalbedingungen in Gramm pro Liter.

    Das spezifische Gewicht von Luftgemisch steht in der Wiki. Wasserdampf ist leichter als Luft (und steigt deshalb auf bis es durch adiabatische Abkühlung kondensiert und Wolken bildet),  CO2 etwas schwerer,  nur zu 0,037 bis 0,039% in der Luft enthalten, steigt nicht freiwillig auf, verteilt sich etwas durch Vermischung, wird aber in den Oceanen aufgelöst.

    Die Oceane binden das meiste CO2, weltweit wesentlich mehr als in der Luft ist. Bei niedrigen Temperaturen wird mehr CO2 im Meer gelöst, bei höheren Temperaturen weniger gelöst. Was dort nicht gelöst werden kann, wird in die Athmosphäre abgegeben. Der Anteil in der Lufthülle ist also ein Maß für die natürliche CO2-Produktion durch die Natur (über 90% vom CO2 entstehen natürlich) und die Temperatur der Oceane. Der CO2-gehalt folgt der Temperaturerhöhung – Er ist nicht die Ursache, sondern die Folge der Wassertemperatur (die sich durch Sonneneinwirkung ändern kann).  Ursache und Wirkung sollte man nicht verwechseln.

    Ein Einfluß der Menschen auf den Klimawandel kann deshalb ausgeschlossen werden,  da spielt es nicht mal eine Rolle, daß die deutsche Industrie weltweit nach China, Indien und den USA erst an sechster Stelle, also unter „ferner liefen“, rangiert. Es gibt für Deutschland überhaupt keinen Grund einer Klima-Kirche in irgendeiner Form positiv gegenüber zu stehen! Sowas ist nur ein Zeichen mangelnden Wissens und geistiger Armut.

    Greta Thunbergs Eltern verwechseln Ursache und Wirkung in ihrem kürzlich gedruckten Buch. Hier dokumentiert:

    https://schluesselkindblog.com/2019/03/04/die-maechte-hinter-greta-thunberg

    Gretas Eltern profitieren von Gretas geschickt gesteuerten Aufrufen aber auch durch den Kursanstieg von etlichen Aktienpaketen die sie managen. Schade, daß unsere Politiker zu wenig Schulwissen haben. Oder zu wenig Character. Oder sich zu wenig sachkundig machen.

     

    Sollen wir sowas weiter wählen?

    Sollen wir Dummen weiter soviel Macht zugestehen?

    Sollen wir Menschen die uns für dumm verkaufen weiter soviel Macht zugestehen?

  3. zu: opferbereite Klimahysterie

    Als es mal Geld & Ansehen gab für jede erschlagene Giftschlange (um Todesfällen vorzubeugen) haben Züchter damit begonnen sich das Geld im eigenen Stall zu züchten.
    Aber außer den Begriff Diäten+Auslagen können die Obtertanen nix denken, schon garnicht mit deren NullSubstanz an Bildung u. Erfahrung.

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