Der Aufstieg von Fake-Wissenschaft

Matt Ridley
Vorbemerkung des Übersetzers
: In diesem Beitrag geht es dem Autor Matt Ridley um Fake-Wissenschaft in allen Wissenschaftsbereichen, nicht um Klimawissenschaft. Der Beitrag ist daher gekürzt und teilweise abschnittsweise zusammengefasst. Die Parallele zur heutigen „Klimawissenschaft“ ist aber so augenfällig, dass der Beitrag hier trotzdem übersetzt wird. – Chris Frey, Übersetzer

Zeitungen, Politiker und Interessengruppen haben sich seit Jahrzehnten von einer Vorhersage der Apokalypse ohne Übergang zur nächsten bewegt. Zunehmend wird es in einem mit Alarm übersättigten Markt notwendig, die Angsterzeugung immer weiter zu steigern. Manchmal konnten nicht einmal die hanebüchensten Lügen die Angstmache stoppen.

Pseudowissenschaft ist auf dem Vormarsch – und die Medien fahren voll darauf ab

H. L. Mencken schrieb einmal: „Das einzige Ziel praktischer Politik ist es, die Bevölkerung alarmiert zu halten (und sie damit für jede Führung in Sicherheit anfällig zu machen), und zwar mittels einer endlosen Aneinanderreihung von schrecklichen Gespenstern – die allesamt imaginär sind“. Zeitungen, Politiker und Interessengruppen haben sich seit Jahrzehnten von einer Vorhersage der Apokalypse ohne Übergang zur nächsten bewegt (Kernkraft, saurer Regen, die Ozonschicht, Rinderwahnsinn, Nanotechnologie, genetisch modifiziertes Getreide, das Jahrtausend-Problem, …) ohne dass sie jemals darauf gewartet haben, ob die Wirklichkeit sie bestätigte oder widerlegte.

In einem Alarm-übersättigten Markt wird es immer dringlicher, die Angstmache immer weiter zu steigern. Immer mehr Schlagzeilen zu medizinischer oder umweltlicher Panik basieren auf veröffentlichten wissenschaftlichen Studien, die wenig mehr als Lügen und mit einem Mäntelchen statistischer Tricksereien verkleidet sind. Nicht einmal die Bloßstellung eklatantester Lügen kann diesem Treiben Einhalt gebieten. Dr. Andrew Wakefield wurde vom General Medical Council im Jahre 2010 abgestraft, nachdem man herausgefunden hatte, dass die in seiner in Lancet 1998 veröffentlichten Studie aufgestellte Behauptung, eine Verbindung gefunden zu haben zwischen einem MMR-Impfstoff und Autismus, reiner Betrug war. [MMR = Measles, Mumps und Rubella = Masern, Mumps und Röteln. Quelle. Anm. d. Übers.] Und doch ist Wakefield heute ein gefeierter Anti-Impf-Aktivist in den USA, der seine schon lange kranke Ehefrau verlassen hat, um sich dem Supermodel Elle Macpherson zuzuwenden. Kampagnen gegen Impfungen sind ein lukratives Geschäft.

Im Folgenden führt Matt Ridley eine Fülle weiterer Beispiele aus vielen Bereichen der Wissenschaft an, bei der sich die Autoren von Studien, die sich als reiner Betrug und Unsinn herausgestellt haben, immer noch hoher Beliebtheit erfreuen bzw. hoch gestellte Persönlichkeiten sind. Die Bloßstellung derartiger Betrügereien ist von den Medien fast durchweg ignoriert worden.

Er führt Beispiele von Chemikalien an, vom Insektensterben, Glyphosat und so weiter. Ganz zuletzt, aber mehr am Rande, kommt er auch auf Klima-Alarmisten zu sprechen. Die letzten Absätze seines Beitrags werden daher wieder übersetzt. – Anm. d. Übers.]

Allem gemeinsam ist der bedeutende Hintergrund von all dem: riesige Geldsummen und Macht stehen auf dem Spiel. Nehmen wir beispielsweise die rasch um die Welt fliegende Behauptung der linksgerichteten politischen Denkfabrik Institute for Public Policy Research (IPPR), der zufolge „seit dem Jahr 2005 die Anzahl von Überschwemmungen weltweit um das 15-fache zugenommen haben“. Natürlich fand das sofort Eingang bei Roger Harrabin von der BBC mit dem üblichen Tenor, dass wir alle dem Untergang geweiht sind.

Das war eine ocean-going, weapons-grade, château-bottled Lüge. Es gab keine Zunahme von Überschwemmungen seit 2005, geschweige denn eine solche um das 15-fache. Als man das IPPR zur Rede stellte, machte dieses einen „Schreibfehler“ geltend; sie meinten ab 1950. Nun, das ist auch Unsinn. Das IPCC wertet regelmäßig Daten bzgl. Überschwemmungen aus und sagt, dass es keinen Trend finden kann: „Insgesamt gibt es im globalen Maßstab weiterhin keine Hinweise und daher auch nur geringes Vertrauen hinsichtlich der Anzeichen eines Trends bzgl. Größenordnung und/oder Häufigkeit von Überschwemmungen“.

Glücklicherweise nannte das IPPR eine Quelle für seine absurde Behauptung, nämlich eine ,GMO-Analyse von EM-DAT 2018′. Paul Homewood, ein Privatmann, der regelmäßig Klima-Alarmisten beim Namen nennt, erklärte in einem Blog, was das bedeutete. EM-DAT ist eine Datenbasis von Katastrophen, welche als Quelle vollkommen wertlos ist für eine solche Behauptung, weil ausschließlich sehr geringe Katastrophen erfasst sind wie Verkehrsunfälle, und auch das nur für die letzten Jahre. Es gibt hier nicht die Spur eines Trends.

GMO ist eine große, in Boston ansässige Vermögensverwaltungs-Firma, dessen Gründer und Eigentümer Jeremy Grantham rein zufällig – welche Überraschung! – auch der Finanzier des IPPR ist.

Früher wären investigative Journalisten sofort angesichts derartiger haarsträubender Ereignisse zur Stelle gewesen: Ein Milliardär finanziert eine Interessengruppe, welche eine Presseerklärung veröffentlicht, in der der Milliardär als Quelle einer Super-Fake-Wissenschaft genannt wird, welche aber dennoch verstärkt wird, um der Interessengruppe zu helfen, noch mehr Geld locker zu machen. Aber das Budget von Journalisten ist zusammen gestrichen worden, und es ist viel einfacher, den Inhalt von Presseerklärungen nachzuplappern.

Einige Menschen sind willens, Übertreibungen und Fehler zu verzeihen, wenn diese nur der guten Sache dienen, wie etwa Bedenken hinsichtlich Plastikmüll oder Klimawandel. Das ist aber eine riskante Strategie, weil sie dazu führt, dass auch wirklichen Beweisen für irgendetwas nicht mehr geglaubt wird.

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Der ganze Beitrag steht hier.

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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7 Kommentare

  1. @Heinrich Heinecke:
    „Welche Absicht sollte dahinter stehen?“
    Da den Menschen Angst vor der angeblichen „Klimakatastrophe“ gemacht wird, sind sie bereit sehr viel Geld in Form von CO2-Steuer und höherer Strompreise zu bezahlen. Außerdem verschrotten sie bereitwillig ihr funktionierendes Auto um sich dann ein angeblich klimaschonendes E-Auto zu kaufen.
    Gerne werden auch absurd niedrige CO2 Grenzwerte der EU für Autos mit Verbrennungsmotoren akzeptiert (z.B. 95 g/km ab 2020). Es geht ja schließlich um die Rettung der Welt oder wie A. M. sagte, darum „die Schöpfung zu bewahren“.
    Ist das nicht das perfekte Geschäftsmodell?
    Es gibt aber sicher noch viele andere Absichten, die hinter der Erfindung des menschengemachten Klimawandels stecken (z.B. sozialistische Umverteilung).
    Wenn man sich für das Thema interessiert und die Wahrheit finden WILL, dann findet man sie auch. Es ist noch gar nicht so lange her, als ich ebenfalls noch so dachte wie Sie („wie soll so eine Verschwörung nur möglich sein?“). Wenn man das Grundprinzip mal verstanden hat fallen die Puzzleteile wie von alleine an die richtige Stelle, auch zu anderen Themen (wie z.B. NOx).
    Angenehmer ist es aber auf jeden Fall die Mainstream Meinung zu vertreten. In Diskussionen mit anderen Menschen bekommt man viel Gegenwind und erntet Unverständnis, wenn man den „menschengemachten Klimawandel“ anzweifelt.

  2. Herr Beck,

    “ Impfungen sind vor allem ein lukratives Geschäft für die Pharma-Riesen.“

    Soetwas wird in der heutigen Zeit immer behauptet.  Sicher verdienen die auch daran, aber nehmen Sie mal DDR-Zeiten.  Da waren alle zu vielen Impfungen verpflichtet. Das abzulehnen, war nicht erlaubt. Mit dem „lukrativen Geschäft“ hat das dort garantiert nicht funktioniert. Es waren dagegen nur Kosten. Schon damals war bekann, dass es bei manchen zu anderen Krankheiten kommen kann. Das war genetisch verursacht. Es waren aber nur sehr wenige, wo soetwas passiert ist. Heute würde man das statistisch irgendwie rumdrehen. Das läuft dann so wie bei einer Krebserkrankung, was ich mal vor vielen Jahren irgendwo gelesen hatte. Mal bloß so vorgerechnet: das Krebsrisiko wäre bei irgendetwas angeblich um 30% gestiegen. So stand es in der Zeitung. Dann hatte ich mal die Studie gefunden. In der Statistik standen etwa 500 Personen, die untersucht wurden. 10 hatten bereits Krebs und 3 Personen bekamen innerhalb der Untersuchungszeit auch Krebs. Erst 10 Kranke und dann noch 3 dazu, ergibt eine Erhöhung des Krebsrisikos um 30%. Dass die anderen 487 keinen Krebs bekamen wurde weggelassen. Was die wirklichen Ursachen waren wurde nicht untersucht. So läuft heute Statistik.

    Ich kenne nur einen einzigen, bei dem damals eine Impfung zu einer krankheit geführt hat. Den habe ich jedoch erst nach 32 Jahren kennengelernt.  Der konnte sich nicht zu 100% so richtig bewegen. Jetzt geht es ihm besser. Es war schon früher bekannt, dass das bei dieser speziellen Impfung passieren könnte. Bei allen anderen, die ich im Leben gesehen habe, gab es nie so ein Problem. Im Gegenteil, denen haben alle Impfungen geholfen.

  3. Lieber Hr. Heinecke,

    der Nachweis, dass die heutige Klimawissenschaft auf systematischer Fehlinterpretation unzureichender Datenerhebungen beruht (was gleichbedeutend ist mit mangelnder Wissenschaftlichkeit), ist auf mehreren Gebieten leicht zu führen. Zuallererst daran, dass man bis heute den Einfluss von Wolken nicht einmal annähernd berechnen kann (ich weiss, es gibt Leute, die behaupten, ihre Modelle könnten das, aber das würde voraussetzen, dass weltweite und sehr dichte Messnetze für die Erhebung solcher Daten vorhanden wären, UND DAS IST NICHT DER FALL). Dann die unwahre Behauptung von der angeblichen Meeresversauerung, die genausowenig stimmt wie die vom angeblichen Waldsterben, die Lügen über das Aussterben der Eisbären usw. usw.

    Ausserdem: Sie ignorieren die zahlreichen Fälle, in denen Wissenschaftler, die nicht mit der Meute heulen wollten, gemobbt, in ihrer Karriere behindert oder von Fördergeldern abgeschnitten wurden. So beispielsweise auch Hr. Limburg von EIKE, dem man mit geradezu kriminellen Methoden die Promotion verwehrt hat.

    Ein weiteres Beispiel für heutige Fake-Wissenschaften ist die Epidemiologie. In den kürzlichen Diskussionen im Fernsehen haben sich insbesondere Journalistinnen gebrüstet, auch hier gelte „Science is settled“, es gebe 70.000 wissenschaftliche Arbeiten dazu, dass NO2 selbst in geringen Dosen für den Menschen schädlich sei, und der „Dr. aus dem Sauerland“ (Prof. em. Köhler) habe nur eine unwissenschaftliche Privatmeinung. Dass man in den USA ganz andere Ansichten dazu hat und dass die Fachleute des Ausschusses für Innenraumrichtwerte beim UBA selbst die geltenden 60 myg/cbm für harmlso halten, wird von den Medien weitgehend ignoriert. Wissenschaft by (Fernseh)-Journalismus ist die heutige Situation. Die heutige Epidemiologie ist mit Blick auf Abgase flächendeckend so korrupt, das ihre Ergebnisse vor nicht allzulanger Zeit von Statistikfachleuten als „Unstatistik des Monats“ gebrandmarkt wurde.

    Mfg

     

  4. Ihre Thesen wären selbst dann zu hinterfragen, wenn es eine staatlich lamentierte Klimawissenschaft gäbe. Tatsächlich ist Klimaforschung interdisziplinär, geforscht wird über das Klima, seine Vergangenheit, seine Veränderungen und mögliche Entwicklungen in der Zukunft mit ganz unterschiedlichen Ansätzen rund um den Globus. Die Regierungen dieser Welt müssten sich also im Geheimen darauf verständigt haben, überall Forschungsgelder nur noch an Institute und/oder Wissenschaftler zu  vergeben, die die (fehlerhafte) Theorie einer vom Menschen mit verursachten Klimaveränderung durch ihre Arbeiten untermauern. Wie sollte eine solche globale Manipulation funktionieren? Welche Absicht sollte dahinter stehen? Selbst an diesen zwei einfachen Fragen scheitert jeder Versuch, die Theorie einer globalen Klimaverschwörung glaubhaft zu machen.

    Womit ich nicht behaupten will, dass es in der Wissenschaft keine Fehler und Missverständnisse, keine Manipulationen, Abhängigkeiten und Eitelkeiten gibt. Die gibt es, und voran kommt die Wissenschaft ja vor allem durch Fehler. Die bessere Theorie schlägt die gute. Die bessere habe ich hier (bei Eike) noch nicht gefunden.

    PS: In vielen Beiträgen hier auf Eike nimmt man die Mittelalterliche Warmzeit gerne als Referenz dafür, dass Klimawandel gänzlich natürlich ist. Diese Warmzeit ist aber auch nichts anderes als eine Theorie der hier so gerne und oft verrissenen Klima-Wissenschaft, über die eifrig gestritten wird.

    • Da liegen Sie völlig falsch.Das behauptet Kollege Rahmstorf auch immer wieder, hat aber gleichzeitig kein Problem damit den warmen lokalen Sommer 18 dem weltweiten Klimawandel (früher mal AGW) anzudichten. Gucken Sie einfach mal bei die Kalte Sonne unter diesem link nach. Die MWP ist inzwischen weltweit belegt.

  5. Leider sind aber Schäden durch Impfungnen belegt. Unabhängig von Wakefields Manipulationen, es gibt andere, seriöse Untersuchungen, z.B. von Hans Tolzin, die Impfungen sehr kritisch sehen. Und das wohl begründet. Impfungen sind vor allem ein lukratives Geschäft für die Pharma-Riesen.

  6. In den 1990er Jahren habe ich mir ein Buch gekauft:

    Brian H. Kaye „Kriminaltechnik – Mit der Wissenschaft auf Verbrecherjagd“

    Darin gibt es den Abschnitt „10.10. Betrug in der Wissenschaft“. In diesem Kapitel sind einige wissenschaftlice Betrugsfälle beschrieben. Am Ende des Kapitels kann man lesen:

    „Die landläufige Meinung unter Wissenschaftlern ist, dass es in dem Maße, wie der Wettbewerb um Fördermittel härter wird und der Druck zur Veröffentlichungen von Arbeiten wächst, es wahrscheinlich ist, dass die Häufigkeit von Betrugsfällen in der wissenschaftlichen Welt zunimmt, von denen einige durchaus ernste Auswirkungen auf die Allgemeinheit haben könnten.“

    Das erinnert mich auch an die Studie aus dem Jahr 2002, wo Schellnhuber als Autor mit angegeben ist. Damals hieß es, dass es keine Klimaerwärmung gibt, es gibt nur den Wärmeinseleffekt. Zwei Jahre später hat er es rumgedreht, weil es Millionen Fördermittel vom Staat, also vom Steuerzahler, und vom Bischofsverband gab.

    2007 hat sich ein Klimaforscher aus den USA in einem Interview im Focus auch entschuldigt, weil es die Klimaerwärmung nicht gibt. Die ist dadurch entstanden, dass zuerst immer die Temperatur früh am Morgen gemessen wurde. Dann hat man das Messverfahren umgestellt und ie Temperatur nachmittags gemessen. So wurde es plötzlich viel wärmer, aber nur in der Statistik. Dieses Blatt aus dem Focus habe ich noch in meinem Archiv liegen. Allerdings ist das durch die fürchterlich vielen aus Zeitschriften heraus gerissenen Seiten ein ziemlich großer Papierhaufen. Weil ich diese Stelle vor einigen Jahren nochmal entdeckt hatte, habe ich es nicht vergessen.

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