12. IKEK am 23. und 24.11.18 Helmut Alt – Energiewende zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Prof. Dr. Helmut Alt auf der 12.IKEK, Bild EIKE

Der ausgewiesene Experte für Starkstrom- Elektrotechnik Prof. Dr. Helmut Alt über die Illusionen der Betreiber der „Energiewende“ und die Falschinformationen mit denen sie das unwissende Publikum täuschen.

Prof. Dr. Helmut Alt hat eine Berufsausbildung zum Facharbeiter als Elektromechaniker bei der Elektromaschinenfabrik Garbe & Lahmeyer absolviert, an FH und der RWTH Aachen Elektrotechnik und Reaktortechnik studiert und war in der Stromversorgung zuletzt 34 Jahre beim RWE, dort als Ingenieur für Netzplanung der BV Düren und Leiter der Abteilung Verträge und Tarife, tätig. Er ist seit 1972 Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der FH Aachen.

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Video des Vortrages von Helmut Alt anlässlich der 12. IKEK am 23. und 24.11.18 in München

 

Zu Beginn seiner Ausführungen beziffert Alt die Kosten der Merkelschen Energiewende auf etwa 25 Milliarden Euro jährlich zu Lasten aller Stromverbraucher. Daher erscheine die Kritik dieser Politik angesichts unserer Probleme, die schärfer würden, sinnvoll. Er pflichtete dem EIKE-Präsidenten Holger Thuss bei, dass es ein Wissensvermittlungs-Problem gäbe.

Der Grund dafür sei ein „Grünes“ Zeitgeistproblem unserer Gesellschaft, das sich seit 1968 zunehmend verschärfe. Der Referent rechnete vor, aus welchen Anteilen sich die Stromkosten zusammensetzen. Es seien die Kosten für die Energieanlagen, den Brennstoff und den Betrieb der Kraftwerke. Erhöhe sich der Strompreis, müssten sich auch die Kosten für die Industrieprodukte erhöhen. Also für Brötchen, Autos, Maschinen, schlicht für alles. Es gebe aber einen weltweiten Wettbewerb der Produktionsstandorte.

Die „grünen“ Produktionsmethoden seien in Deutschland nicht machbar, da unser Land zu wenig Wasserkraft, Sonne und Wind habe. Deutschland habe nicht wie die Schweiz oder Norwegen eine gebirgige Topografie, die z.B. Wasserkraft leicht nutzbar mache. Der Plan, norwegischen Strom einzukaufen, sei nur eine Journalistenidee. Praktisch sähe es so aus, dass die Norweger über die Niederlande tagsüber teuren Strom lieferten; nachts hingegen bezögen sie dann billigen deutschen Braunkohlestrom, mit dem sie ihre Land dann mit Strom versorgen und trotzdem die Wasserspeicher wieder auffüllten. „Elektrischer Strom ist das Blut der Wirtschaft“, meinte Prof. Alt. Je mehr Nutzer an eine Hauptleitung angeschlos- sen seien, desto günstiger würde die klassische Energieerzeugung wegen der Synergieeffekte und günstigen Gleichzeitigkeitsausgleich.

Ein großes Problem der aktuellen Energiewende sei die Stabilität des Stromnetzes in Deutschland. Das Kriterium für die Stabilität sei der sogenannte Frequenzverlauf. Unser Netz arbeite mit 50 Hertz Wechselstrom, wobei Ab- weichungen von 0,05 Hertz tolerabel seien. Durch die Einspeisung von Strom, der aktuell zu 30% durch Sonne und Wind erzeugt werde, gebe es aber mittlerweile zu viele Extreme. Daher seien immer häufiger Regelungs-Ein- griffe durch die Leitstelle erforderlich. Am Muttertag 2016 beispielsweise entstanden rund 92 Millionen Euro an Kosten für die Erhaltung der Netzstabilität durch ans Ausland teuer verschenkten Überschussstrom.

Diese teuren Überschuss-Stromlieferungen kämen aber wesentlich aus erneuerbaren Energien. Die Erfahrung zeige auch, dass Windstille nicht nur Deutschland allein, sondern zum fast denselben Zeitpunkt auch die Nachbarn beträfe. Liefere Deutschland an windreichen Tagen Strom ins Ausland, würden die Betreiber der Anlagen zwar etwa 16 Cent pro kWh erhalten, aber nur Erträge von etwa 5 Cent/kWh bis hin zu negativen Werten erzielten. Ein weiteres Problem der Energiewende sei die Notwendigkeit einer doppelten Infrastruktur. Neben den alten Kraftwerken würde ein neuer Park von Anlagen mit gleicher Leistung errichtet. Die alte Infrastruktur kann aber nicht abgebaut werden, da man sie für den häufigen Fall, dass eine „Dunkelflaute“ herrsche, noch weiter benötige.

Man habe also nun sowohl „Gürtel und Hosenträger“, um die Hose zu halten. Auch die Kosten für den Verbraucher würden immer höher. Nur in Dänemark müssten die Kunden ähnlich viel zah- len wie in Deutschland. Wegen der Energiewende koste eine Kilowattstunde in Deutschland derzeit rund 30 Cent. Darin enthalten seien rund 15 Cent für Steuern und Abgaben. Die EEG-Abgabe sollte laut dem alten grünen Um- weltminister Trittin nur den Gegenwert „von einer Kugel Eis“ im Monat haben. Heute seien es aber 6,8 Cent pro Kilowattstunde, was sich für eine Familie zu rund 330 Euro im Jahr summiere. Dieser Aspekt sei völlig missachtet worden. Übrigens sei nur der Privathaushalt stark mit den EEG-Kosten belastet, die energieintensive Industrie sei aus notwendigen Wettbewerbsgründen weitgehend befreit, so dass sich die Umlage für alle Nichtbefreiten ent- sprechend erhöht. Bezüglich der weltweiten Kohlendioxidproduktion sei die deutsche Energiewende völlig bedeutungslos.

Da unser Land sowieso nur für etwa 2% des CO2-Eintrages verantwortlich sei, sei es völlig gleich, was wir täten und was nicht. Wir retteten dadurch nicht die Welt. Zum Schluss ging der Referent auf die zurzeit stark beworbenen E-Autos ein. Diese könne man in der Masse nur nachts aufladen; für das Laden am Tage benötige man bei größer werdender Zahl der E-Autos weitere erhebliche Investitionen zur Verstärkung der Netze auf allen Spannungsebenen.

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11 Kommentare

  1. Guten Abend,

    Vom Unsinn und den horrenden Kosten wurde schon viel geschrieben aber der Betrug geht noch viel weiter.

    Ein ehemaliger Klassenkamerad arbeitet in der Netzversorgung in leitender Position- tja sicher soll’s noch sein….

    Ein anderer Bekannter (Elektronik Ingenieur) begann eine Nachricht mit den Worten: „ich habe jahrelang in der Branche gearbeitet und weiß mehr als mir lieb ist…..“ er arbeitete bei dem Anschluss und der Steuerung von Windkraft und Solaranlagen mit.

    Seinen folgenden Worten zufolge können fast alle WKA und neuerdings auch moderne Solaranlagen strom nach Bedarf zur Erhaltung der Netzstabilität bei bedarf auch verbrennen und das in erheblichem Umfang. Selbst live beobachtet- nacht’s windstill (selbst an Bäumen auf höchstem Hügel der Gegend bewegt sich kein Blatt) / eine Gruppe WKA in unmittelbarer Nähe kräftig am wirbeln. Bin hin und der infraschall war deutlich wie bei windstärke 6.

    Dazu noch Anlagen neben gelben schildern ohne Klassifizierungsangaben (wie bei gasleitungen üblich und Vorschrift) aber mit offensichtlichen Abgasrohr und wärmetauscheraufbauten und und und es ist eine Matrix die uns umgibt….

    Mit freundlichen Grüßen!

    Christian Möser

    Zimmerer

    •  
      Hallo Herr Christian Möser,
      Sie wissen doch bestimmt mit welchem Forschertrieb so mancher Wissenschaftler unterwegs ist.
      Ihre eigenen Beobachtungen und Erzählungen von Bekannten kann ich persönlich bestätigen.
      Hier im Block klingt ja des öfteren das Lied an,dass Geld in die verkehrten Taschen fließt.Das ist aber dem Finanzsystem geschuldet.Nicht den EE-Anlagen.Herr Prof.Alt kann ja nicht alles so deutlich erzählen,wie er es gerne erzählen würde.Aber wie er es erzählt,ist eine mutige Gradwanderung.Man muss nur genau zuhören.
       

      • Vor Jahren habe ich mich schonmal zu weit aus dem Fenster gelehnt und wurde aus dem „Verkehr gezogen “

        Ich war 2008 schonmal bei Herrn Limburg daheim und hatte eine Verabredung mit Herrn Bachmann zu der es nicht kam da ich ein par Stunden zuvor ne Komainfusion auf „P“ erhielt

        Es wurde was mit selbst- und Fremdgefährdung draus gemacht….

        Die eigenen Erkenntnisse gehen noch ein gutes Stück weiter und nicht sinnvoll an dieser Stelle (da droht wieder ein Fenster zu weit offen zu stehen)

        Mit freundlichen Grüßen!

        Christian Möser

        Zimmerer

        •  
          Es ist richtig von Ihnen das Kind beim Namen zu nennen.man nannte so was Zivilcourage.
          Jemand, der diesen Weg einmal konsequent durchlebt hat,weiß um was es in der Demokratie geht.
          Passend zum Artikel gibt es ein tägliches Phänomen im europäischen Verbundnetz.
          Bis 2017 passierte es nur einmal am Tag um 6 Uhr morgens.Aktuell um 6Uhr und um 7 Uhr.(nur werktags)
          Da ändert sich die Netzfrequenz um 100 mHz.aktuelle Netzfrequenz für Jedermann
          Wenn sie dann nachfragen,warum das notwendig ist,bekommen Sie Antworten von aller größter Schönheit.Die lustigste Antwort bezog sich auf die fürsorglichen Handelsleute auf der Strombörse:
          Lieber etwas zu viel,damit sich niemand beschwert!!!
          Die richtige Antwort ist aber nicht dabei.
          Und dann muss man die Finger von der Tastatur lassen oder es kommt wie Sie es beschrieben haben.

           

  2.  
    Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für die anschauliche Beschreibung unseres Verbundnetzes.
    Diese Zusammenhänge sollten unbedingt in unseren Schulen behandelt werden.Damit die jungen Menschen wissen,was über ihre Köpfe hinweg zerstört werden soll.
     

  3. Aus meiner Erinnerung ist folgendes zu ergänzen: Als es um 1960 darum ging, den schnell steigenden Stromverbrauch in Süddeutschland zu decken, standen 2 Varianten zur Diskussion:

    (1.) Mit preiswerter australischer Steinkohle an der Küste betriebene Kohlekraftwerke  liefern den Strom über Leitungen, oder (2.) Kernkraftwerke liefern vor Ort. – Die Lieferung über Leitung wäre (auch oberirdisch) exorbitant teurer gewesen, so dass – vehement unterstützt durch die Politik – für Kernenergie entschieden wurde.

    Ein Rückfall der Politik vernichtet die Kernkraftwerke, weil Kardinal Marx das für Teufelszeug hält, und will nun unterirdisch die Leitungen verstecken, die dann – schlecht ausgelastet – „Kohlestrom“ transportieren müssen, wenn der Wind auch in Bayern nicht weht. (Gaskraftwerke in Bayern würden allerdings die CO2 Freisetzung zum Wohle der Flora wesentlich kostengünstiger erhöhen!)

     

      • Während ihrer 11 jährigem Tätigkeit im Zentralinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR für Physikalische Chemie war Frau Dr. Merkel mit Ihre Arbeit für den „Freien“ Deutschen Gewerkschaftsbund offenbar derart ausgelastet, so dass ihr keine Zeit blieb, in der Wissenschaft Spuren zu hinterlassen!

  4. “ Die Erfahrung zeige auch, dass Windstille nicht nur Deutschland allein, sondern zum fast denselben Zeitpunkt auch die Nachbarn beträfe.“

    Hochdruckgebiete sind  nun einmal extrem groß. Und da ist insbesondere im Sommer die Windgeschwindigkeit gering. Die Druckdifferenzen zwischen dem Zentrum des Hochs und dem Tief sind am geringsten und die Entfernungen am höchsten. Woher sollen das auch die Deppen aus der grünen Kaste wissen? Obwohl die Grüne Dr. Verlinden das alles genau wissen müßte.

    Aber irgendwie haben die gelernt sauber wissenschaftlich zu arbeiten.

    Da labert diese Tussi das Folgende daher: „Doch die energetische Modernisierung von Gebäuden kommt in Deutschland seit Jahren nur schleppend voran, Wärme und Kälte aus Erneuerbaren Energien stagnieren auf niedrigem Niveau.“

    Wüßte zu gerne wie man im Winter bei Nacht und Windstille mit den sog. „Erneuerbaren Energien“ (die gibt es ja nicht!) Wärme erzeugen kann. Zur Zeit (14 Uhr, brträgt die Windgeschwindigkeit bis 280 m gerade malö 2,5 m/s. Windstromproduktion also in und um Hamburg = NULL. Und die Solarstrahlung beträgt 400 Watt pro m². Gigantisch was da an Strom erzeugt werden kann, bei wolkenlosem Himmel.

    Die Bürger sind nun einmal dumm und bleiben es.

  5. Prof. Dr. Helmut Alt hat eine Berufsausbildung zum Facharbeiter als Elektromechaniker bei der Elektromaschinenfabrik Garbe & Lahmeyer absolviert, an FH und der RWTH Aachen Elektrotechnik und Reaktortechnik studiert und war in der Stromversorgung zuletzt 34 Jahre beim RWE, dort als Ingenieur für Netzplanung der BV Düren und Leiter der Abteilung Verträge und Tarife, tätig. Er ist seit 1972 Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der FH Aachen.

    Sein Grüner Gegenspieler, ebenfalls aus dem Westen NRW stellt sich wie folgt da:

    Oliver Krischer

    Krischer wuchs in Heimbach (Eifel) auf. Nach Abitur und Zivildienst studierte er Biologie an der RWTH Aachen. Nach eigenen Angaben erreichte er dort keinen Abschluss. Von 1997 bis 2002 war er Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Michaele Hustedt. Von 2002 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landtagsfraktion NRW der Grünen im Bereich Energie, Landwirtschaft und Landesplanung.

    Für den ist die „Energiewende“ samt Kohleausstieg gar kein Problem. Wer hat das Ohr von Medien und Politik? Der ahnungslose grüne Spinner. Krischer ist Stammgast beim WDR, Prof. Alt, den gibt es im WDR – Ökouniversum nicht! Wir schaffen das…

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