Der Januar kennt keine Klimaer­wärmung: Der Hochwinter­monat wird seit über 30 Jahren wieder kälter

Götterdämmerung für die „Klimaerwärmung“: Am 21. Jan. 2019 wurden bei Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge -18,6 °C gemessen. Foto: Stefan Kämpfe

Stefan Kämpfe, Josef Kowatsch
Der Januar 2019 überraschte uns bisweilen mit klirrender Kälte und einem Wintereinbruch mitten im Winter, Realitäten, die es angesichts des Glaubens-modells „Klimaerwärmungskatastrophe“ eigentlich nicht mehr geben sollte.

Der Januar 2019 zeigte sich in Mittel- und Süddeutschland als kalter Wintermonat. In den Alpen und im Vorland sogar mit reichlich Schnee, wobei die Mediensondermeldungen mit „Schneechaos“ mal wieder übertrieben waren. Es war halt ein Wintereinbruch mitten im Winter. Der DWD gibt den Monat mit 0,6°C für ganz Deutschland an, damit fast gleich wie der 30-jährige Schnitt von 1981–2010.

In weiten Teilen Süddeutschlands war der Januar jedoch kälter. (BaWü hatte – 0,3°C, Bayern gar – 0,9°C) und damit deutlich unter dem Vergleichsschnitt. Im Norddeutschen Tiefland fiel dieser Januar generell milder aus, z.B. Helgoland mit + 4,5°C gute 2 K über dem eigenen Stationsschnitt. Spätestens angesichts dieser Tatsache wird klar, dass die überall fast gleich hohe CO2-Konzentration von mehr als 405 ppm diese gravierenden Temperaturunterschiede nicht erklären kann.

Wir fragen uns natürlich, wo sich dieser Januar 2019 im langen Geschehen Deutschlands einreiht und wie sich der Monat über einen längeren Zeitraum entwickelt hat. Aus unseren Vorartikeln über die anderen Monate weiß der Leser bereits, dass die Temperatur Deutschlands im letzten Jahrhundert in Form einer sinusähnlichen Schwingung verläuft mit Wellenbergen und Wellentälern. Wir wählen als Betrachtungszeitraum die letzten 120 Jahre, weil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Kleine Eiszeit erst zu Ende ging und sich das heutige Temperaturniveau in Mitteleuropa einstellte. Einzuwenden wäre natürlich, dass um 1900 ein ganz anderes Deutschland mit anderen Grenzen bestand und die Wetterstationen an ganz anderen Plätzen mit ganz anderen, nämlich viel kälteren Umgebungsbedingungen standen wie heute. Beim Monat Januar ergeben die vom Deutschen Wetterdienst aneinandergereihten jährlichen Durchschnitte so aus:

Grafik 1: Die letzten 122 Januarmonate zeigen das gewohnte Bild. Warme Jahrzehnte wechseln sich mit den kalten ab, wir haben zwei Wärmeberge und 1 Wellental. Extrem kalt waren die Januare 1940 und 1942, während sehr milde Januare außer in den 1970er bis 2000er Jahren auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehäuft auftraten – ein eindeutiger, signifikanter Erwärmungstrend blieb über diesen langen Betrachtungszeitraum bislang aus.

Auch wenn die polynome Trendlinie den Anfang und das Ende überbetont, zeigt sie uns doch sehr gut den Verlauf. Das Wellental und damit die Kältedepression begann unmittelbar vor 1930 und endete abrupt 1974 und 75 mit zwei warmen Januarjahren hintereinander und der Ausbildung eines neuen Plateaus, auf dem wir uns derzeit befinden. Auffallend ist, dass es seitdem keine extrem kalten Januare mehr gibt wie zu Kriegszeiten. Heizen wir die kalten Nächte einfach raus aus unseren Städten?

Der ganze Betrachtungszeitraum befindet sich innerhalb der Industrialisierung mit einem CO2-Anstieg in der Atmosphäre. Angeblich soll dieser Anstieg zu einer Erwärmungskatastrophe führen, so die Glaubensüberzeugung der Angsttrompeter-Wissenschaftler. Aus der Grafik 1 erkennt jeder, dass der Januar keinesfalls diesem vereinten Orakel folgt.

Wir fragen uns nun: Wie entwickelt sich der Monat ab dem Temperatursprung 1974, als er das heutige Temperaturplateau in Deutschland erreicht hat. Wir nähern uns der Antwort mit der nächsten Grafik, gezeichnet nach den Originaldaten des Deutschen Wetterdienstes.

Grafik 2: 1974/75 erreichte der Januar mit einem Temperatursprung ein höheres Wärmeniveau, ein Plateau, das seitdem anhält. Drei Januare waren zu Beginn der Grafik nochmals besonders kalt, deshalb der leichte Anstieg der Trendlinie.

Man kann aber auch feststellen: Seit 1974 hat sich laut linearer Trendlinie der Januar nicht mehr signifikant erwärmt. Trotz intensiver Kohlendioxidzunahme in diesen viereinhalb Jahrzehnten hat das angebliche Treibhausgas CO2 in Deutschland keine Erwärmung mehr bewirkt. Eine Tatsache, die einmal mehr zeigt, dass dieses für das Leben auf der Erde notwendige und saubere Gas kaum oder nichts erwärmen kann. Auch misslingt jeder Nachweisversuch. Der Januar 2019 war zudem leicht unter der Trendlinie.

Der Mensch wirkt mit bei der Klimaveränderung durch Wärmeinseleffekte (WI). Klima verändert sich immer aus vielerlei Gründen. Von Interesse wäre der Temperaturverlauf ohne die wärmenden menschlichen Veränderungen bei den Stationen. In diesen mehr als vier Jahrzehnten hat sich Deutschland in die einst freie Fläche hinein erweitert, derzeit um 70 Hektar täglich und innerhalb der Städte und Gemeinden werden Baulücken weiter geschlossen, damit die Flächenerweiterung ins Umland –eigentlich eine Naturzerstörung – rein statistisch geringer ausfällt, was die Politik uns dann wieder als Naturschutz andrehen will. Im Winter wärmt zusätzlich die Abwärme der Industrie, der Haushalte und des Verkehrs, die Siedlungen und deren näheres Umfeld auf. Im Umland heizen „Biogas“-, Solar- und Windkraftanlagen ebenfalls. Insgesamt sind die WI- Effekte nach unseren bisherigen Untersuchungen im Winter aber etwas geringer als in den Frühjahrs- und Sommermonaten.

Kurzum, bei den Messstationen des DWD hat der Wärmeeintrag, bedingt durch die Bebauungsveränderungen zugenommen und die Thermometer der Stationen messen diese Zusatzwärme aus den sich vergrößernden Wärmeinseln mit. Natürlich gibt es auch Stationen mit geringen wärmenden Veränderungen. Eine solche wäre in Amtsberg-Dittersdorf südlich von Chemnitz, deren Temperaturverlauf wir in der Grafik 3 wiedergeben.

Grafik 3: Die Wetterstation in einem Vorort von Amtsberg, am Fuße des Erzgebirges zeigt seit 1974 keinerlei Januarerwärmung.

Ergebnis: Der Januar zeigt in Amtsberg am Fuße des Erzgebirges keinerlei Erwärmung und ganz außerhalb der Ansiedlung, also in der freien unbebauten Landschaft bestimmt auch nicht. Seit 1974 hält der Januar trotz CO2-Zunahme in Deutschland sein Niveau.

Selbst auf der Zugspitze wurde der Januar nicht wärmer, obwohl auf Deutschlands höchstem Berg die Bebauung und der Tourismus in diesem Zeitraum wesentlich zugenommen haben. Aber unabhängig davon auch der Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre. Das Thermometer der Wetterstation lässt sich davon nicht beeinflussen.

Abb. 4: Die Wetterstation Zugspitze zeigt keinerlei Januarerwärmung, seit dieser Monat durch einen Temperatursprung auf das heutige Temperaturplateau gehoben wurde

Wohin geht der Januartrend?

Die letzten drei Jahrzehnte: Aus diesem Grunde betrachten wir nun die Temperaturentwicklung seit 1988 anhand der Originaldaten des Deutschen Wetterdienstes.

Grafik 5: Der Januar wird kälter in Deutschland. Bereits seit über 30 Jahren wird es trotz der 2 warmen Januarmonate der Jahre 2007 und 2008 laut DWD-Trendlinie sichtbar kälter. Allerdings ist dieser Trend in Richtung Abkühlung wegen der enormen Streuung der Einzelwerte (noch) nicht signifikant.

Ergebnis: Die Januartemperaturen des Deutschen Wetterdienstes zeigen in den letzten 30 Jahren eine leichte Abkühlung und das trotz weiter zunehmender CO2-Konzentrationen überall auf der Welt. Abkühlung ist das Gegenteil von Erwärmung. Ob der Abkühlungstrend sich fortsetzen wird? Wir wagen keine Prognose. Aber: Ein Wonnemonat Januar oder gar eine bevorstehende Erwärmungskatastrophe mitten im Winter ist überhaupt nicht in Sicht. Die Trendlinie lässt eher gegenteiliges vermuten. Das Klimamonitoring des DWD zusammen mit den zwei Umweltministerien Bayerns und Baden-Württembergs im Herbst 2016 war ein Treffen der Märchenerzähler, genauso wie das Falschorakel eines Mojib Latif, dass Deutschland keine Winter mehr erleben wird. Oft argumentiert die meist nicht naturwissenschaftlich ausgebildete Führungsriege des DWD gegen die eigenen Daten. Wie lange werden sich das die Fachleute in der 2.ten Reihe des DWD und all die Stationsleiter außerhalb der Städte noch gefallen lassen müssen? Wohl alle der weit über 2000 Wetterstationen in Deutschland dürften einen mehr oder weniger fallenden Trend seit 1988 haben. Als Beispiel wählen wir den Hohenpeißenberg aus.

Grafik 6: Ländliche Stationen zeigen deutlich einen kälter werdenden Januar seit 1988

In Stadtnähe wirkt sofort die Wärmeinsel Großstadt auf die Messstation.

Grafik 7: Die WI-ärmere Station Gießen erwärmte sich seit 45 Jahren im Januar kaum; Frankfurt/Main hingegen merklich. Die Qualität der DWD-Daten ist jedoch oft so mangelhaft (Stationsverlagerungen, Wechsel der Messverfahren), dass die Ergebnisse nur bedingt interpretiert werden können. WI-Effekte sind außerdem sehr verschieden; sie hängen stark von Großwetterlage, Besonnung und eventuellen Stau- oder Föhneffekten ab; tendenziell sind sie bei klarem, windschwachem Wetter am stärksten.

Ist vielleicht Deutschland eine Ausnahme oder gar ein Sonderfall? Wird nur bei uns der Januar kälter? Wir werfen einen Blick in die USA, zur Dale-Enterprise Weather Station in Virginia, der ältesten Wetterstation in diesem Bundesstaat. Die Station hat den Vorteil, dass sie noch ländlicher und noch einen Tick wärmeinselärmer ist als deutsche Stationen. Das Wetterhäuschen steht unverändert bei einer einsamen Farm.

Grafik 8: Ähnlich wie in Deutschland, kühlte sich das WI-belastete Washington D.C. kaum, das ländlichere Dale Enterprise, westlich der Bundeshauptstadt in den Ausläufern der Appalachen gelegen, stärker ab.

Virginia befindet sich in einer zwar auch gemäßigten, aber zu viel stärkeren Schwankungen neigenden Klimazone als Deutschland, zwar ist der Januar dort ähnlich kalt im Durchschnitt wie bei uns, aber die einzelnen Jahre entsprechen sich nicht. So war der Januar 2017 in Deutschland kalt und in Virginia eher warm. Umso erstaunlicher ist der gleichartig fallende Trendlinienverlauf über die jüngste Klimavergleichseinheit. Auch in Ostasien finden sich immer wieder Stationen ohne Januar-Erwärmung; abschließend zwei Beispiele aus Ostasien:

Grafik 9: Keinerlei Januar-Erwärmung im kältesten, dauerhaft normal besiedelten Ort der Welt, Oimjakon/Ostsibirien.
Grafik 10: Im ehemaligen Winter-Olympiaort Sapporo wurde der Januar minimal kälter.

Fazit: Gerade der Monat Januar zeigt, dass Kohlendioxid keine oder fast gar keine Wirkung auf den Temperaturverlauf haben kann. Sogar stark Wärmeinsel-geprägte Orte wie Frankfurt zeigen eine – wenn auch kleinere – Temperaturabnahme.

Die Kohlendioxidzunahme hat in den letzten 30 Jahren beim Januar keine Erwärmung bewirkt, für die leichte Abkühlung gibt es hingegen viele Gründe.

Die ständige Zunahme der Wärmeinseleffekte sind der einzige menschengemachte Temperaturtreiber. Eine Einwirkung mittels CO2 gibt es nicht, das zeigen alle wissenschaftlich sauber durchgeführten Versuche.

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8 Kommentare

  1. CO2 steht der Sonne nicht im Weg. Der allergrößte Teil der Sonnenstrahlung liegt in einem Bandenbereich, in dem Co2 nicht aktiv ist. Die größten Absorptionsbande liegen jedoch in einem Bereich der Wärmestrahlung, die von der Erde kommt.

    Wer weiß denn ob es nicht noch wärmer wäre ohne CO2 derzeit?

    Jeder Klimawissenschaftler, jeder Physiker, jeder, der in der Lage ist, das Konzept von Strahlungsabsorption von Molekülen zu verstehen….

  2. Bei etwas genauer Betrachtung der Grafik eins ist mir folgende Unstimmigket aufgefallen. Zunächst einmal ist die blaue Flatterlinie ein Streckenzug, dessen Knoten den Daten des Deutschen Wetterdienstes entnommen sind, soweit ich stichpunktartig überprüfen konnte, korrekt. Die Knoten hätte man nebenbei wie in den letzten drei Grafiken in die Darstellung aufnehmen können. Dazu ist eine „polynome Trendlinie“ eingezeichnet (Sie meinen wohl polynomial). Es wird eingeräumt, dass diese „den Anfang und das Ende überbetont“. Mit dieser Aussage kann ich nichts anfangen, „überbetont“ kann zuviel und zu wenig bedeuten. In den DWD Daten findet man auch die Zehnjahresmittel und kann sich aus diesen eine eigene Linie bilden. Diese zeigt etwas völlig anderes an als die polynome Trendlinie. Beispielsweise ist die Trendlinie zu Beginn im Jahre 1898 deutlich im positiven Bereich. Fakt ist jedoch: Die Zehnjahresmittel waren um diese Zeit immer negativ. Auch der weitere Verlauf der Trendlinie ist nicht im Einklang mit den 10-Jahresmitteln. Um diese Unstimmigkeit aufzulösen, habe ich eine Bitte an die Herren Kämpfe-Kowatsch. Können Sie uns sagen, wie Ihre „polynome Trendlinie“ definiert ist?

  3. Wetterleute im TV sagten neulich, der Januar sei zu warm gewesen.
    Im Vergleich zu was zu warm, sagten sie natürlich nicht.

  4. Hallo,

    laut DWD werden für die Zeitreihen und Durchschnitte nur die Stationen auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik hrangezogen. Wer hat nun Recht, der Autor des Artikels oder der DWD?

    • Wie will der DWD denn dann Recht haben für eine globale Angelegenheit Herr Rolle? Und sofern man den CO2 Messwerten glauben schenken mag, dürfte es ja in Teilen der USA derzeit garnicht so kalt sein.

      Wärme kommt von Sonne. Steht dieser Materie wie beispielsweise CO2 dazwischen wird es kälter. Siehe die jahreszeitlichen Erscheinungen Frühling Sommer Herbst und Winter! Abhängig von der Durchdringungstiefe der Atmosphäre gibt es Temperatur zu niedrigeren Werten. Wer weiß denn ob es nicht noch wärmer wäre ohne CO2 derzeit?

      • Ich muss meine Frage präzisieren. Bei EIKE habe ich wiederholt gelesen, die Messdaten des DWD für Deutschland seit 1881 sollen nicht mit der heutigen Situation vergleichbar sein, da früher Stationen einflossen, die heute nicht mehr auf deutschem Gebiet liegen. Der DWD behauptet diese nicht mehr auf deutschem Gebiet liegenden Stationen würden nicht in den zurückliegenden Zeitreihen berücksichtigt. Was stimmt nun?

        • Lieber Herr Rolle.

          Sollte das so sein, dann könnten wir überhaupt keine Temperaturen seit 1881 vergleichen. Die Fläche der Bundesrepublik ist um ein Drittel kleiner als das Kaiserreich, nach dem Kriege wurde hier allmählich ein neues Meßnetz für das heutige Gebiet eingrichtet, bereits vorhandene Stationen wurden unter gleichem Namen verlegt und gänzlich neue sind in großer Anzahl dazugekommen und ergeben den heutigen Schnitt. Angesichts dieser ständigen Ortsumgebungsveränderungen und der Einrichtung eines neues Verteilernetztes mit inzwischen geänderten Vorschriften für die Tageserfassung und für ein anderes Gebiet kann man überhaupt keine Temperaturen seit 1881 aufzeichnen. Und darauf wollten wir mit unserem Text bei der Januargrafik nach den DWD-Daten hinweisen.

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