Energie­wende: Auf zum Endsieg über die Kohle?

Fred F. Mueller
Im Kampf gegen den angeblichen Klimakiller Kohle bringt die Bundesregierung sogar den Einsatz von Panzern ins Spiel: Einer Meldung bei Spiegel Online (SPON) zufolge soll als Ausgleich für die vorzeitige Stilllegung der Kohlekraft im Osten – möglichst schon bis Ende April – ein sogenanntes Maßnahmengesetz beschlossen werden, um dem erwarteten Widerstand in den betroffenen Regionen entgegenzuwirken. Zu dem Maßnahmenpaket gehören auch rund 5000 neue Behördenstellen, darunter zwei Fachschulen für den Zoll, sowie – ein neuer Standort für Panzer in der Lausitz. Doch in der Industrie, die um ihre Energieversorgung bangt, regt sich inzwischen Widerstand.

Wenn man sich die aktuelle Energiepolitik in Deutschland ansieht, bekommt man nur noch das Grausen. Getrieben durch das mediale Trommelfeuer über die „näher kommende Klimakatastrophe“ scheint die Bundesregierung wild entschlossen zu sein, in Sachen „Energiewende“ jetzt mit der Brechstange zur Sache zu gehen. Es gibt keinerlei Anzeichen mehr für eine auch halbwegs durchdachte Strategie, welche die langfristige Versorgung des Landes mit sicherer und bezahlbarer Energie sicherstellen könnte. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass die Stilllegung der restlichen Kernkraftwerke bis 2022 ja auch noch ansteht, will man inzwischen auch die Kohlekraftwerke so schnell wie möglich herunterfahren. Ungeachtet der Versorgungslage scheint die einzige Richtschnur von Fr. Merkel zu sein, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2030 auf einen Zielwert von 563 Mio. Tonnen herunterzuknüppeln, siehe Bild 2.

Die Konsequenzen für das eigene Volk scheinen dabei lediglich mit Blick auf die Aussichten für die nächsten Wahlen zu interessieren. Deshalb schnürt Berlin gerade ein ganzes Bündel von Maßnahmen zusammen, um den Strukturwandel in den betroffenen Regionen finanziell so abzufedern, dass sich nicht zu viele Wähler von den Regierungsparteien abwenden. Dabei schont man vor allem den Osten der Republik: Laut der erwähnten SPON-Meldung werde erwogen, die dortigen Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2022 ganz oder weitgehend unangetastet zu lassen. Getrieben durch die Angstszenarien der Klimabewegung werfen die Regierungsparteien jegliche volkswirtschaftliche Vernunft über Bord. Stattdessen missbraucht die Politik die Gelder des Steuerzahlers als Trostpflästerchen für die selbst verursachten Arbeitsplatzverluste.

Unruhe bei der Industrie…

Inzwischen entsteht für die Klimaretter im Bundeskanzleramt jedoch eine anscheinend so nicht erwartete neue Baustelle, denn bei der deutschen Industrie beginnt sich Unruhe breitzumachen. Einem kürzlichen Beitrag bei der FAZ zufolge beginnen immer mehr Unternehmen sich wegen der rapiden Zunahme von Ausfällen bei der Stromversorgung zu beschweren. Um diese Probleme vor der Bevölkerung zu verstecken, sorgt die Politik dafür, dass diese Schwierigkeiten vor allem industrielle Großverbraucher betreffen, während der Fernseher bei Otto Normalverbraucher weiterhin ungestört seine bunten Erheiterungsbildchen liefert. Den im Dezember 2018 bei etlichen Industriefirmen steigenden Stresspegel beschreibt ein FAZ-Artikel des Journalisten A. Mihm sehr anschaulich wie folgt:

In einer Handvoll großer Industriebetriebe ist dagegen von vorweihnachtlicher Fröhlichkeit keine Spur. Der Stresspegel ist beachtlich gestiegen, seitdem die Netzbetreiber kurzfristig angekündigt haben, den Strom abzuschalten. Denn in Deutschland gibt es an diesem Mittag zu wenig Elektrizität. Später wird bei Netzbetreibern von einem „Prognosefehler bei den erneuerbaren Energien aufgrund einer seinerzeit komplexen Wetterlage“ die Rede sein. Die Sonne scheint nicht so intensiv, wie noch am Vortag geplant und erwartet war. Kurz nach 12.00 Uhr jedenfalls ist die „Minutenreserve“ der Pumpspeicherkraftwerke verbraucht, aus dem Ausland lässt sich auch nicht mehr Strom ziehen. Jetzt werden Großverbraucher wie Aluminiumhütten, Walzwerke (Bild 3) und Gießereien abgeschaltet. Und zwar deutschlandweit – alle, die verfügbar sind.“

Inzwischen sind solche Abschaltungen so häufig geworden, dass den Firmenchefs trotz entsprechender Vereinbarungen der Geduldsfaden zu reißen beginnt. Allein der Neusser Alu-Hersteller Hydro Aluminium musste im vergangenen Jahr 78 Abschaltungen hinnehmen.

wegen immer häufigerer Stromausfälle…

Zwar haben die betroffenen Großverbraucher mit den Versorgern Vereinbarungen, welche Kompensationen vorsehen, jedoch ist hierfür eine Vorwarnzeit von 15 Minuten einzuhalten. Doch selbst diese wird immer häufiger nicht eingehalten. So z.B. am 14, Dezember, als im deutschen Netz aufgrund einer „deutlichen“ Fehlprognose bei der Solarstromerzeugung rund 2.500 MW fehlten. Das entspricht der Kapazität von zwei großen Kernkraftwerken oder drei Steinkohlekraftwerken. Das Problem rührt daher, dass Stromlieferungen in aller Regel lange vorab bestellt werden. Die Kraftwerksbetreiber haben „Fahrpläne“, die sie unter anderem auch nutzen, um in den Lücken ihre Anlagen für Wartungsarbeiten abzuschalten. Bei größeren Prognoseabweichungen kann es dann im Netz eng werden. Allein bei Hochnebellagen kann die Abweichung bei der Solarstromprognose vom Vortag 8.000 MW erreichen. Das entspricht fast schon der Leistung der in Deutschland noch vorhandenen Kernkraftwerke. Reichen in solchen Fällen auch die Notreserven nicht mehr aus, so kommt es auch zu ungeplanten Stromabschaltungen. Wenn diese die Unternehmen unvorbereitet treffen, kann es zu erheblichen Ausfällen und Schäden an Anlagen kommen. Schon bei kleineren Stromunterbrechungen können die verketteten Abläufe moderner Fabriken so komplett zum Stillstand bringen, dass die Wiederaufnahme des Betriebs etliche Stunden dauert. Und gerade für solche ungeplanten Ausfälle zahlen die Versorger maximal lediglich 5.000 € Schadenersatz. Oft weniger als ein Prozent oder gar ein Promille der eingetretenen Verluste.

sowie starken Preiserhöhungen

Als weitere Sorge der produzierenden Unternehmen kommen noch die ständig steigenden Energiekosten hinzu. Wenn günstige Kern- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, muss bei den unvermeidlichen Ausfällen der „erneuerbaren“ auf deutlich teurere Alternativen wie Gas oder Öl zurückgegriffen werden. Das schlägt unweigerlich auf den Strompreis durch. Einem Artikel der „Welt“ zufolge ist zu erwarten, dass der geplante Kohleausstieg den Großhandelspreis für Strom um mindestens 30 Prozent oder sogar 50 Prozent erhöhen wird. Dies würde die internationale Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Branchen akut bedrohen. Immer mehr Betriebe sehen sich inzwischen existenziell gefährdet. Betroffen sind nicht nur Hütten- und Schmelzwerke für Alu, Stahl oder Kupfer, sondern immer mehr Branchen wie Gießereien, Schmieden, Hersteller von Glas und Papier, Zementwerke, die chemische Industrie sowie erhebliche Teile der Zulieferer für Kfz-Hersteller und den Maschinenbau mit zusammen Hunderttausenden von Beschäftigten. Entsprechende Rufe aus Branchen wie der Metallindustrie oder der chemischen Industrie werden deshalb immer drängender.

Das Problem liegt an der Unzuverlässigkeit von Wind und Sonne

Die entscheidende Erbkrankheit bei den wichtigsten „erneuerbaren“ Stromlieferenten Wind und Sonne ist ihre völlige Abhängigkeit von den Launen des Wettergotts. Während die Sonne schon vom Grundsatz her nur am Tage scheint, erfolgt die Stromlieferung auch beim Wind nur in Form erratischer Spitzen, Bild 5. Zwar behauptet die Branche mit dem Argument „Irgendwo weht immer Wind“, dass sich dies über große Flächen hinweg ausgleiche, doch beweisen die Tatsachen, dass man diese Zweckbehauptung getrost ins Reich der Märchen und Sagen verweisen kann, siehe Bild 6. Unsere moderne Zivilisation braucht jedoch Strom genau dann, wenn er benötigt wird, und genau das können Wind und Sonne weder einzeln noch gemeinsam, wie der Vergleich von Wind und Sonne zum Bedarf im Juli 2018 anschaulich beweist, Bild 7. Schon beim jetzigen Ausbaustand gibt es täglich riesige Schwankungen zwischen „erneuerbarer“ Produktion und dem aktuellen Bedarf des Landes, weshalb ständig ein quasi vollständiger Park an zuverlässig lieferfähigen Kraftwerken vorgehalten werden muss. Da diese wegen des Vorrangs der „erneuerbaren“ Erzeuger immer weniger genutzt werden können, verteuert sich ihre Produktion, was den Strompreis zusätzlich in die Höhe treibt. Lösungen für dieses Problem sind nicht in Sicht, da bis heute keine auch nur annähernd leistungsfähigen und kostenmäßig vertretbaren Möglichkeiten zur Speicherung von größeren Stromüberschüssen zur Verfügung stehen.

Schwankungen gefährden das Netz zusätzlich

Zusätzliche Gefahren drohen unseren Netzen durch weitere Einflüsse, die sich aus der heutigen europäischen Strommarktregulierung ergeben. Früher lag die regionale Stromversorgung – Kraftwerke und Leitungen – weitgehend in den Händen von Versorgern wie z.B. RWE, EnBW oder kleineren Regionalgesellschaften. Diese waren für die Versorgungssicherheit verantwortlich und verfügten über alle hierfür nötigen Ressourcen in einer Hand. Deshalb konnten sie ihre Kraftwerke „analog“ sowie im Verbund fahren. Die Produktion der einzelnen Kraftwerke wurde kontinuierlich an den sich ändernden Bedarf angepasst. Erst bei Bedarf wurden zusätzliche Kraftwerke zu- oder abgeschaltet. Heute müssen Kraftwerksbetreiber dagegen ihre Produktion in Zeit-Leistungs-Paketen an zentralen europäischen Strombörsen vermarkten. Für den Kraftwerker bedeutet dies z.B., dass er am Tag X von 09:00 bis 10:00 Uhr eine kontinuierliche Leistung von 850 MW zu liefern hat, während für die darauffolgende Stunde lediglich ein Vertrag über 600 MW abgeschlossen werden konnte.

Solche Leistungssprünge kann ein Kraftwerk mit seinen riesigen Einrichtungen nicht im Millisekundenbereich vollziehen. Das wäre so, als ob man einen Ozeandampfer um die Wendebojen in einen Speedboat-Parcours hetzen wollte. Zu- und Abschalten können zudem nicht immer exakt zeitsynchron erfolgen, weshalb es heute zur vollen Stunde typischerweise zu kurzen, aber heftigen Störimpulsen kommen kann. Diese lassen sich mit heutiger Technik zwar beherrschen, dies belastet jedoch die Sicherheitseinrichtungen. Auf diese Zusammenhänge machte der Blackout-Experte H. Saurugg in einem Interview mit dem österreichischen „Standard“ aufmerksam. Kommt es darüber hinaus zu Fehlfunktionen wie am Donnerstag, dem 10. Januar 2019, als ein Datenfehler an einem Netzregler im Gebiet der deutschen TenneT auftrat, dann kann es kritisch werden. An diesem Tag sank die Netzfrequenz bis auf den kritischen Wert von 49,8 Hz, ab dem dann die Schutzmechanismen im Netz einsetzen, was zumindest regional zu Lastabwürfen führen kann.

Dieser vornehm-harmlos klingende Begriff bedeutet im Prinzip nichts anders als Stromausfall bzw. Blackout. Eine besondere Störquelle sind in diesem Zusammenhang auch die heute immer größeren Windparks mit teils etlichen Dutzend Turbinen, die beispielsweise aus Gründen des Natur- oder Anwohnerschutzes synchron ein- oder abgeschaltet werden. Da die entsprechenden Leistungen immer weiter steigen, wächst die Beanspruchung der Sicherheitseinrichtungen. Je mehr Wind- und Solaranlagen heute im Rahmen der „Energiewende“ hinzugebaut werden, desto kritischer wird die Situation. Irgendwann kommt der Zusammenbruch, und je später, desto schlimmer. Eine 80- oder gar 95prozentige Versorgung mit Wind- und Solarkraftwerken wird sich deshalb nicht realisieren lassen.

Quellen:

[SPON] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kohlegipfel-im-kanzleramt-insider-berichten-die-wichtigsten-ergebnisse-a-1248308.html#js-article-comments-box-pager

[FAZ] https://edition.faz.net/faz-edition/wirtschaft/2019-01-12/0ef138ca4a91f74600c9c37e8a8d9a2d/

[WELT] https://www.welt.de/wirtschaft/article187124628/Energiewende-Industrie-fordert-Super-Cap-gegen-Kosten-des-Kohleausstiegs.html

[VCI] https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/wettbewerbsfaehigkeit-industrie-beim-kohleausstieg-sichern-kanzleramtstreffen-sollte-kompensation-fuer-hoehere-strompreise-diskutieren.jsp

[STAN] https://mobil.derstandard.at/2000096185439/Europas-Stromnetz-stand-am-Rande-des-Totalausfalls?ref=rec

[QUAS] http://www.volker-quaschning.de/datserv/windinst/index.php

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16 Kommentare

  1. Ich verstehe nicht, wo hier das Problem ist? Die DDR konnte auch „wunderbar“ mit 49 Hz wirtschaften. Alle die Menschen die verfügbar waren, auch die Angestellten, mußten mit in die Produktion (Kohlebunker etc.), um die Republik zu retten. So etwas wünsche ich mir wieder für die jetzigen „Gutgläubigen“, damit diese wieder vom Arbeiten zum Denken finden! Ansonsten ist diese Bundesrepublik nicht mehr zu retten. Ach nein, da wären ja noch die Franzosen, die gemeinsam mit den Chinesen demnächst ein sehr großes AKW in GB bauen, vielleicht helfen die uns weiter?

  2. Das CO2 ist gestern Abend  auf dem Hinterhof wieder auf 1300 ppm angestiegen. Auf der Straße lag es  abends nur bei 600 ppm. Vormittags sind die Werte geringer. In der Athmosphäre ist garantiert das CO2 auch angestiegen. Die Temperatur ist nachts auf minus 6 Grad  gesunken.  Die Wasserdampfwolken am Himmel waren alle weg. Man konnte wieder Sterne sehen. Was ist denn nun mit dem Treibhauseffekt? CO2 war genug da. Da muss man es umformulieren in CO2-Treibhauseffektleugner. Es gibt keinen CO2-Treibhauseffekt … aber dann gibt es keine Subventionen vom Steuerzahler und Millionen an Spenden.

  3. @Jürgen Wur

    100% Zustimmung! Aber dieses Grundübel existiert leider schon seit den Tagen, als die folgende, resignierte Feststellung die Runde machte:

    „Das ist das ganze Dilemma: Dass die Dummen so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel!“

    Heute möchte man ergänzen: „… und die Fähigen so feige!“ Der Blackout wird kommen! Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern nur noch, wann!

    Es sei an den Bericht erinnert, (ich kann momentan leider die Quelle nicht verlinken), der objektiv die dramatischen Folgen eines tatsächlichen landesweiten Blackouts aufgelistet hat: Ein fatales Szenario – auch mit Toten – das einer Naturkatastrophe gleichkommt, nur diesmal menschengemacht.

    Ich erinnere mich aber an die Details, dass es ohne Strom eben auch an keiner Tankstelle mehr Sprit gibt und die meisten Notstromaggregate in den Kliniken höchstens wenige Stunden liefern können. Vom Ausfall sämtlicher Sicherheits-Technik als willkomene Einladung an die O.K. ganz zu schweigen…

  4. Wir leben in einer klassischen Planwirtschaft. Obwohl alle die Auswirkungen zu spüren bekommen und es fast keinen planwirtschaftsfreien Bereich mehr gibt, glaubt es keiner, selbst die glühendsten Verehrer der Planwirtschaft glauben immer noch, wir würden in einem ausbeuterischen Kapitalismus leben. Erst wenn die Stromabschaltungen in der Küchensteckdose ankommen, erst dann werden vielleicht einige nachdenklicher. Das wird aber die gesinnungsethische Nomenklatur kalt lassen, denn sie hat für das hohe Gut der Gleichheit gesorgt: Der Strom ist bei allen ausgegangen. Die Freiheit der Bürger ist dann schon längst ausgegangen.

    • Da gab es zu DDR-Zeiten einen Witz:

      „Können Sie mir bitte den Kapitalismus erklären? “
      „Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. “
      „Und wie ist es mit dem Sozialismus? “
      „Da ist es genau umgekehrt! “

      Das hat heute nichts mehr mit Planwirtschaft und Demokratie zu tun. Das ist nur noch Diktatur über Umwege.

       

  5. Ja, ja der Herr Mihm. Zwei/drei Tage später schrieb er einen Kommentar, oben rechts auf de ersten Seite, und warnte, wie früher schon, vor dem bösen CO2. Die FAZ und die insofern zuständige Redaktion hat doch seit Jahren genau das berichtet, warum Deutschland jetzt vor dem Exodus energiereiche Industrie steht: Manmade climate change. Sie ist ebenfalls mit allen anderen Leitmedien für diese abstrusen Schüler Demos verantwortlich. Wie war denn das früher und was wurde aus diesen Aufmärschen? Wenn sie diesen Propagandisten zur Rettung der Welt oder zumindest der Mutter Natur/Erde weiter folgen, was zu erwarten ist bei dieser umfassenden Indoktrination in den Schulen und Medien (Herrn Mihm sei Dank!), sollten sie sich jetzt schon mit der Herstellung von Handkarren befassen.

    In den USA und Kanada ist es jetzt das 5. Mal und besonders saukalt. Die Niagara-Fälle sind eingefroren, es ist kalt bis Florida runter. Wobei das dicke Ende – mit einer Bombe verglichen – noch kommen soll/wird. Es wird wärmer, WEIL es kälter wird. Dann ist es doch suppertoll, wenn es jetzt so richtig schön kalt wird. Dann schaffen wir das global! mit den plus 2 Grad Kelvin, bis 2050 schon oder früher.  Ich hoffe, Sie haben schon den Eimer Wasser rausgestellt, um sich damit beim Rausgehen abzukühlen.

     

    • Hallo Herr Strasser, die kompetenteste Institution ist die ENTSO-E.

      Der Link zu deren Pressemitteilung vom 16.01.2019: https://www.entsoe.eu/news/2019/01/16/frequency-drop-in-continental-europe/

      Oder hier, Swissgrid, praktisch wortgleiche Pressemitteilung vom 17.01.2019: https://www.swissgrid.ch/en/home/about-us/newsroom/newsfeed/20190117-01.html

      Auffällig ist, dass am 10.01.2019 um ca. 21 Uhr der Import nach Frankreich um 2.000 MW einbrach.

      Ein solches Leistungsdefizit korrespondiert mit einem Frequenzrückgang in Höhe von etwa 130 mHz. Angenommen, die Istfrequenz wäre zum fraglichen Zeitpunkt nicht ungewöhnliche 30 oder 40 mHz unter der Sollfrequenz gewesen, dann hätte der Leistungsausfall zu einem Frequenzrückgang auf knapp über 49,8 Hertz geführt, der ersten von fünf Stufen der Maßnahmen, um Schwarzfall zu vermeiden.

      Unklar ist das gesamte Drumherum um diesen Leistungsausfall. Warten wir die Untersuchungen der ENTSO-E ab.

      Mit Zwangsstilllegung der deutschen Kernkraftwerke bis Ende 2022 und der Zwangsstilllegung von Braun- und Kohlekraftwerken bald darauf wird es elektrizitätswirtschaftlich noch sehr spannend im europäischen Elektrizitätsnetz werden.

      • Eine gute Übersicht der Pressemitteilungen und ein Versuch der Ursachenforschung ist bei Saurugg zu finden. Kurzgesagt ist eine Überlagerung von verschiedenen Ursachen wahrscheinlich: typische stündliche marktinduzierte Regelabweichung (bereits), (kleine) Kraftwerksausfälle in F und ES, Datenfehler bei TenneT. Ggf. kann auch der Streik bei den konventionellen Kraftwerken in F damit zu tun gehabt haben.

        Der 10. Januar 2019 sieht im Stromnetz interessant aus. Spanien hat an dem Tag ab 5:00 früh kontinuierlich 2,4 GW nach Frankreich gepumpt, bzw. größtenteils von Portugal durchgereicht. Bei der stündlichen Darstellung der Energieflüsse ist um 21:00 (UTC+1) folgende Situation aufgetreten (stündliche Werte):

        Zurückfahren der Hydrospeicher in Portugal von 1,6 GW auf 0,5 GW (von 20 auf 21 Uhr), bei gleicher Last.
        Abfall des Flusses von Portugal nach Spanien von +3,19 GW nach 0,98 GW.
        Abfall des Flusses von Spanien nach Frankreich von +2,19 GW  nach -1,93 GW.
        Anstieg des Flusses von Deutschland nach Frankreich von +0,45 GW nach +1,25 GW.
        Anstieg des Flusses von Belgien nach Frankreich von +0,7 GW nach +1,88 GW.
        Einbruch der summierten Importe in Frankreich von +2,2 GW auf 0 (viertelstündliche Werte).
        Es scheint in der fraglichen Stunde ein Wechsel der französischen Importe von Spanien nach Deutschland/Belgien stattgefunden zu haben.

        Die jeweiligen 10- bzw. 15-minütigen Winderzeugungssummen der entsprechenden Länder (Windenergiequoten: ES 25% , PRT 17%, F 3%) waren um 21:00 plus minus 100 MW konstant. Die Lastprofile in den Ländern gleichen denen am Vortag und auch denen der typischen Abendspitze.

        • Bei den Lastflüssen zwischen den einzelnen Ländern sollte bedacht sein, dass es im Wesentlichen um kurz- und langfristige Handelsgeschäfte geht.

          Streiks in französischen Kraftwerken waren nicht die Ursache des schnellen Frequenzrückganges am 10.01.2019, was daran zu erkennen ist, dass um ca. 21 Uhr nicht die Kraftwerksleistung in Frankreich zurückging, sondern der französische Importsaldo um 2.000 MW sank. Frankreichs Austauschleistung liegt zwischen 12.000 MW im Export und fast ebensoviel im Import. Auf den Webseiten des französischen Übertragungsnetzbetreibers RTE ist das sehr schön zu verfolgen.

          Der Ablauf am 10.01.2019 bedeutet eine Bilanzstörung außerhalb von Frankreich, entweder eine echte Störung mit Einspeiseausfall oder ein Fehler im Rahmen von Handelsgeschäften.

          Nach spontanen Frequenzänderungen mit mehr als 100 mHz erfolgt bei der ENTSO-E immer eine Untersuchung des Geschehens. Warten wir die Ergebnisse ab.

  6. nun haben wir auch schon das Niveau der DDR in ihrer Endphase erreicht,wo bei Strommangel auch die Industrie statt der Haushalte abgeschaltet wurden,um die Werktätigen ruhigzustellen.In der Anfangsphase des „Sozialistischen Aufbaus“war es eben anders rum.Heute gilt nun auch die Parole:früher standen wir vor einem Abgrund,heute sind wir einen großen Schritt weiter.!Ich habe schon eine kleine Notstromkapazität,werde sie aber noch etwas ausbauen müssen.Es kann ja im Winter auch noch unerwartet kalt werden und Schnee fallen-trotz oder wegen Herrn Lativ.

  7. Mit einem rectzeitigen Blackout hätten wir die heutigen Probleme nicht und die Strompreise wären deutlich günstiger.

    So verläßt sich der deutsche „Vollversorgtbürger“ darauf, dass „Die da Oben“ schon alles überblicken.

    leider ohne zu hinterfragen wie Soziologen, Psychologen, Theologen, Theaterwissenschaftler und Studienabbrecher komplexe technische, wissenschaftliche Zusammenhänge begreifen können sollen.

  8. Der gestrige Schülerstreik „Fridays for future“ hat zwar nichts direkt mit dem Thema Kohleausstieg zu tun. Ich möchte aber anmerken, dass ich für die Zukunft der deutschen Schüler sowieso schwarz sehe. Der Industriestandort Deutschland verschwindet langsam. Googeln Sie mal nach „China Fridays for future“. Ich glaube in 20 Jahren wird man es sich gerade noch ein „Smart-Phone“ aus China leisten können. Mit dem kann man sich dann Urlaubsreisen vorgaukeln lassen.

    • das ist die Frage , ob wir uns in 20 Jahren die billigen Produkte aus China noch leisten können. Denn die Chinesen werden auch bald mehr verdienen und wir werden die Armen sein.

       

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