Hansens Prophe­zeiungen aus dem Jahr 1988 wieder­belebt

Werden die Alarmisten wohl nie mitbekommen: Woher der Wind weht bzgl. ihrer Prophezeiungen! Bild: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de

Willis Eschenbach
Aus der Tweetosphäre sandte mir jemand den Link zu dem ehrwürdigen Klimawissenschaftler James Hansen und seiner Aussage vor dem US-Senat im Jahre 1988. Mit dem Zusatz: „Hier steht, was uns der NASA-Wissenschaftler James Hansen schon vor 30 Jahren gesagt hat. Es hat sich als zutreffend erwiesen“.
Ich dachte … wie bitte? Kann das stimmen?

Das folgende Bild zeigt Seine Höchste Rechtschaffenheit Dr. James „Death Train“ Hansen bei seiner Verhaftung wegen zivilen Ungehorsams als Unterstützung für Klima-Alarmismus…

Ich muss zugeben, dass ich selbst schuldig bin, und zwar ob der Schadenfreude, die ich empfunden habe, weil er von einem Polizeibeamten namens Green abgeführt worden ist…

Wie auch immer, ich möchte den Sermon aus der eben erwähnten Epistel von St. James an die Senatoren (hier) als Aufhänger für diesen Beitrag benutzen. Ich nenne nur die relevanten Abschnitte und möchte mit seiner Temperaturvorhersage anfangen:

Abbildung 1: Original-Bildunterschrift: Abbildung 3. Jährliche mittlere globale Lufttemperatur, berechnet für die Spurengas-Szenarien A, B und C. (Szenario A nimmt weiter wie seit 20 Jahren steigende Emissionen, Szenario B friert die Emissionen auf dem jetzigen Stand ein, Szenario C zeigt drastisch reduzierte Emissionen von 1990 bis 2000). Der schattierte Bereich repräsentiert eine Schätzung der globalen Temperatur während des Höhepunktes der gegenwärtigen und von früheren Interglazial-Perioden, jeweils etwa vor 6000 und 120.000 Jahren vor heute. Der Nullpunkt der Messungen ist das Mittel des Zeitraumes 1951 bis 1980, der Nullpunkt für das Modell ist das Mittel des Kontroll-Laufes.

Mich interessierte „Szenario A“, also Hansens Definition zufolge das, was passieren würde bei „fortgesetzten Zunahme-Raten von Spurengas-Emissionen von der Größenordnung der letzten 20 Jahre, also etwa 1,5% pro Jahr“.

Um zu sehen, wie sich Szenario A im Zeitraum nach 1987 darstellt, nach dem Zeitpunkt also, zu dem Hansens Messwerte endeten, betrachtete ich die Rate der Zunahme von CO2-Emissionen seit 1987. Diese Graphik zeigt Abbildung 2:

Abbildung 2: Jährliche Zunahme der CO2-Emissionen in Prozent

Dies zeigt, dass Hansens Schätzungen zukünftiger CO2-Emissionen ziemlich genau waren, obwohl in Wirklichkeit die Zunahme noch um ~25% HÖHER war als Hansen geschätzt hatte. Als Folge davon sollte seine Computer-Schätzung für Szenario A noch ein wenig mehr Erwärmung gezeigt haben als oben in Abbildung 1 gezeigt.

Als Nächstes digitalisierte ich Hansens Graphik, um sie mit der Realität vergleichen zu können. Zunächst zeigte ich, was in Hansens Graphik gelistet ist als „Beobachtungen“. Ich habe seine Beobachtungen verglichen mit dem Festland-Ozean-Temperaturindex des GISS (GISS LOTI) und den Datensätzen der globalen Temperatur vom HadCRUT.

Abbildung 3: Die als „Beobachtungen“ markierte Linie in Hansens Abbildung 1 oben zusammen mit aktuellen Temperatur-Schätzungen. Alle Daten dargestellt als Anomalien im Vergleich zum Mittel von 1951 bis 1980.

Nun gut. Wir haben also festgestellt:

Hansens Schätzung von „Szenario A“ hinsichtlich der Zunahme von CO2-Emissionen war gut, wenn auch etwas zu niedrig, und

Hansens historische Temperatur-Beobachtungen stimmen ziemlich gut mit aktuellen Schätzungen überein.

Angesichts des Umstandes, dass er in dieser Hinsicht ziemlich akkurat gelegen hatte, wenngleich auch etwas zu niedrig bzgl. CO2-Emissionen … wie hat sich die Prophezeiung bei Szenario A entwickelt?

Nun … nicht so gut:

Abbildung 4: Die in Hansens Graphik oben als „Beobachtungen“ bezeichnete Linie zusammen mit seiner Szenario A-Schätzung im Vergleich zu aktuellen Temperatur-Schätzungen. Alle gemessenen Daten sind als Anomalie vom Mittel der Jahre 1951 bis 1980 dargestellt.

Ich habe also dem Twitterer gegenüber, der gesagt hatte, dass Hansens Prophezeiung „sich als zutreffend erwiesen haben“, diese ziemlich substantielle Abweichung zur Sprache gebracht, also die prophezeite Erwärmung, die doppelt so stark ausfallen sollte wie in Wirklichkeit eingetreten.

Seine Antwort?

Er erwiderte, dass sich Hansens Prophezeiung in der Tat als genau erwiesen hat – er hätte lediglich den falschen Wert für die Klimasensitivität angesetzt: „Die einzige Diskrepanz in Hansens Arbeit 1988 war seine Schätzung der Klimasensitivität. Wendet man die besten gegenwärtigen Schätzungen an, erweist sich seine Arbeit als perfekt eingetroffen“.

Ich mag diesen Passus über die „besten gegenwärtigen Schätzungen“ der Klimasensitivität – hier sind gegenwärtige Schätzungen aus meinem Beitrag The Picasso Problem [auf Deutsch beim EIKE hier] …

Abbildung 5: Änderungen über die Zeit der Schätzung des Klima-Sensitivitäts-Parameters „lambda“. „∆T2x(°C)” ist die erwartete Temperaturänderung in Grad Celsius bei einer Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehaltes, von welcher man annimmt, dass sie das Forcing um 3,7 W/m² verstärken wird. Mit den Abkürzungen FAR, SAR, TAR, AR4, AR5 sind die fünf Zustandsberichte des IPCC gemeint, welche eine Zustandsbeschreibung des Status‘ der Klimawissenschaft zum jeweiligen Zeitpunkt der Berichte sind. Rote Punkte zeigen die aktuellsten individuellen Schätzungen der Klimasensitivität.

Während ich dem Twitterer Null Punkte hinsichtlich Genauigkeit gebe, muss ich ihm applaudieren für seine schiere Dreistigkeit und Vorstellungskraft. Er ist ein perfektes Beispiel, warum es so schwer ist, Klima-Alarmisten von irgendetwas zu überzeugen – weil für sie alles eine Bestätigung ihrer Gedanken ist. Egal ob es zu warm oder zu kalt ist, ob es zu viel oder zu wenig Schnee gibt oder milde Winter bzw. eisige Winter – für die Alarmisten sind all dies klare und offensichtliche Anzeichen des drohenden Thermageddons, wie es in den Offenbarungen von St. James of Hansen verkündet sind.

Link: https://wattsupwiththat.com/2019/01/06/hansens-1988-predictions-redux/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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4 Kommentare

  1. Irgendwie scheint der Glaube an etwas mit Liebe zu tun zu haben.

    Ja wenn der Grünling Mutter Erde so sehr liebt  dann verteidigt er auch jeden vermeintlichen Angriff mit dem letzten Tropfen Blut bis zum allerletzten Atemzug.

    Ja da setzt der Verstand schonmal aus und auch das ist wissenschaftlich nicht erklärbar- menschliche Emotionen.

    Wir sollten „Mister Spok“ zu Rate ziehen!!!

    Mit freundlichen Grüßen!

    Christian Möser

    Zimmerer

  2. Seine Antwort?

    Er erwiderte, dass sich Hansens Prophezeiung in der Tat als genau erwiesen hat – er hätte lediglich den falschen Wert für die Klimasensitivität angesetzt: „Die einzige Diskrepanz in Hansens Arbeit 1988 war seine Schätzung der Klimasensitivität. Wendet man die besten gegenwärtigen Schätzungen an, erweist sich seine Arbeit als perfekt eingetroffen“.

    Klasse, die „Schätzung“ war nur falsch. Man muss also nur die (im nachhinein!) richtige Schätzung nehmen und alles ist in Ordnung. „Klimawissenschaft“ als Wettstreit der Würfelspieler wer die beste „Schätzung“ würfelt. Aber Hauptsache wir „dekarbonisieren“ die Gesellschaft, koste es was es wolle. Wir schaffen das.

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