Vom Winde verweht? Eine Studie stellt den Rückgang der Windstärke seit 1979 fest

Das Team – dem auch Forscher der Purdue University  angehörten, [… eine US-amerikanische Universität in West Lafayette, die 1869 gegründet wurde] untersuchte die Änderungen der Windgeschwindigkeiten an der Oberfläche von 1979 bis 2016.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Oberflächenwindgeschwindigkeiten in den letzten vier Jahrzehnten in den meisten Regionen der nördlichen Hemisphäre zurückgegangen sind„, schreiben die Autoren der Studie in einem Bericht von Greentech Media vom Mittwoch.

Rund 30 Prozent der Standorte in Nordamerika verzeichneten einen Rückgang der verfügbaren Windstärke in Nabenhöhe um 30 Prozent oder mehr. Die Standorte in Europa waren sogar mehr betroffen, wo etwa 40 Prozent einen ähnlichen Rückgang verzeichneten. In Asien war der Rückgang noch deutlicher, dort verzeichneten rund 80 Prozent der Standorte auf dem Kontinent einen Rückgang von 30 Prozent.

Es ist nicht klar, was hinter der Abnahme des Windes in der nördlichen Hemisphäre steckt. Dr. Gang Huang, ein korrespondierender Autor der Studie, teilte Greentech Media mit, dass sie derzeit eine Folgestudie durchführen, um mögliche Ursachen zu ermitteln.

Huang vermutete, dass Änderungen der Oberflächenbeschaffenheit – wie die schnelle Expansion von Städten in Entwicklungsländern – möglicherweise die Geschwindigkeiten der Winde über Land beeinflussen könnte. Jedoch ist das nur eine der Annahmen. Es wurde auch vorhergesagt, dass der Anstieg der Kohlendioxidemissionen die Windkraft verringert. [… keine Zunahme der Stürme?]

Eine andere Ursache könnte der Ausbau der Windkraftanlagen selbst sein. Eine im November veröffentlichte Studie ergab, dass Windparks hinter anderen WKAs ihre Stromerzeugung reduzierten. Dieser „Wake-Effekt“ [… im Kielwasser…], so die Studie, reduziert die Windgeschwindigkeit und beeinflusst die WKAs dahinter. Das Forschungsteam der Chinesischen Akademie der Wissenschaften fand heraus, dass der dramatischste Rückgang der Windenergie in China tendenziell auftrat, „dort, wo mehrere riesige kommerzielle Windparks errichtet wurden.“

Andere Experten warnen jedoch davor, Schlussfolgerungen für Investitionen daraus zu ziehen.

„Wir müssen diese Studien mit einer gewissen Skepsis und unter gebührendem Respekt betrachten. Vielleicht ist es wahr, aber hätte dies auch Auswirkungen auf die Branche? Ich weiß es nicht “, sagte Shashi Barla, Analyst bei Wood Mackenzie Power & Renewables. Barla fügte hinzu, dass ein Rückgang der Windenergie durch Fortschritte in der Windkraftanlagentechnologie ausgeglichen werden könnte.

Geoffrey Taunton-Collins, leitender Analyst bei dem Spezialversicherer für erneuerbare Energien GCube:

„Es sollte insbesondere für betriebliche Windparks von Belang sein, deren Finanzen auf Ressourcenschätzungen basieren, die die zukünftigen Windgeschwindigkeiten nicht beeinträchtigen.“ 

Andere Studien haben zu ähnlichen Ergebnissen geführt, die basieren jedoch auf einer schlechten Methodik, behauptet Taunton-Collins. Einige Forscher hätten beispielsweise Windgeschwindigkeiten 10 Meter über dem Boden gemessen und diese dann um einen konstanten Faktor auf 100 Meter skaliert.

„Wenn Windgeschwindigkeiten von 10 Metern für Nabenhöhen von 100 Metern repräsentativ wären, wäre es nicht notwendig, Masten mit Windmessern zu errichten, um Berichte zur Ressourcenbewertung zu erstellen“.

Unabhängig davon, ob sich die Windenergie-Industrie in den Vereinigten Staaten verändert, wird davon ausgegangen, dass die Windenergie einen wachsenden Teil im Energiemix des Landes ausmachen wird. Landesregierungen im ganzen Land erhöhen weiter den Ausbau erneuerbarer Energien, wobei die Windenergie bereits eine bedeutende Präsenz in Staaten des Mittleren Westens erreicht hat.

Auch unter der Trump-Regierung wird die Entwicklung der Windenergie maßgeblich unterstützt. Das Innenministerium gab eine Offshore-Windauktion im Wert von 405 Millionen US-Dollar bekannt, welche alle bisherigen Rekorde übertraf .

Gefunden auf The Daily Caller vom 27.12.2018

Übersetzt durch Andreas Demmig

https://dailycaller.com/2018/12/27/study-wind-power-declining/