Kernkraft und Arbeit

von Dr. Klaus-Dieter Humpich
Kernkraftwerke erzeugen nicht nur elektrische Energie, sondern bieten auch — meist überdurchschnittlich bezahlte — Arbeitsplätze. Dies ist der breiten Öffentlichkeit nicht so bewußt, weshalb viele „Ökos“ kopfschüttelnd vor Bürgern stehen, die sich für den Erhalt „ihres Reaktors“ (z. B. Fessenheim) einsetzen oder sich gar um ein „atomares Endlager“ (Schweden, Finnland) bewerben. Es erscheint daher sinnvoll, dieser Frage mal etwas näher nachzugehen.

Wo sind die Arbeitsplätze?

Weltweit gibt es verschiedenste Studien zu dieser Fragestellung. Die Beantwortung ist nicht ganz einfach. Irgendwie muß man in komplexen und zudem noch international verknüpften Volkswirtschaft, die unzähligen Arbeitsverhältnisse aufdröseln. Um eine Systematik in die Angelegenheit zu bringen, unterscheidet man grundsätzlich drei Bereiche:

  • Direkte Arbeitsplätze sind noch am leichtesten zu erfassen. Das sind die unmittelbar in einem Kernkraftwerk tätigen Menschen oder die auf der Baustelle beim Neubau oder Abriss arbeiten. Analoges gilt für die Herstellung von Brennelementen oder die Lagerung und Behandlung von Abfällen.
  • Indirekte Arbeitsplätze. Hier wird die Sache schon komplizierter und undurchsichtiger: Beim Bau eines Kernkraftwerkes werden z. B. große Mengen Zement und Betonstahl benötigt. Dies sind handelsübliche Produkte. Die Hersteller arbeiten deshalb nicht nur für Kernkraftwerke. In der Praxis ist es damit gar nicht so einfach, die für ein bestimmtes Objekt notwendigen indirekten oder zugelieferten Arbeitsstunden zu ermitteln.
  • Induzierte Arbeitsplätze. Das sind die Arbeitsplätze, die ganz besonders die Gemeinden am Standort einer kerntechnischen Anlage interessieren. Die Menschen, die in einem Kernkraftwerk arbeiten, geben einen großen Teil ihres Einkommens auch vor Ort aus: Sie kaufen in den lokalen Geschäften ein, bauen sich ein Häuschen oder wohnen im Hotel, wenn sie als Monteure im Kraftwerk (zeitweise) beschäftigt sind. Diese „Kaufkraft“ schafft zusätzliche Arbeitsplätze, die nur über Statistiken umzurechnen sind — ein breites Betätigungsfeld für Volkswirtschaftler.

All diese Arbeitsplätze fallen lokal, regional, national und international an. Wo sie anfallen, hängt vor allem vom Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft ab. In Deutschland konnte man einst alles von der letzten Schraube bis zur kompletten Dampfturbine „zu Hause“ kaufen. In Rußland oder China ist das durchaus heute noch nicht der Fall. Viele Komponenten müssen noch im Ausland zugekauft oder zumindest gegen Lizenzgebühren „nachgebaut“ werden. Dies gilt natürlich auch in umgekehrter Richtung: Baut man keine Kernkraftwerke mehr, muß man sich nicht wundern, warum beispielsweise der eigene Turbinenbau verschwindet. Diese Tatsache haben viele Gewerkschaftsfunktionäre und Kombinatsleiter in Deutschland offensichtlich völlig unterschätzt.

Man kann all diese Zusammenhänge in herrliche Computermodelle stecken und tolle Bilder — für welchen Zweck auch immer — damit erzeugen. Wie so oft im Leben, hilft einem aber eine einfache qualitative Überlegung weiter: Die Kosten des einen — und Kernkraftwerke sind bekanntlich richtig teuer — sind immer auch der Umsatz der anderen. Dies ist ein maßgeblicher Grund, warum z. B. Großbritannien massiv neue Kernkraftwerke bauen will. Wohlstand fällt nicht vom Himmel. Auch die schicke Bibliothek, das Schwimmbad und letztendlich sogar der „Biobäcker“ müssen erstmal finanziert werden. Wie man sieht, sind schon viele „Dörfler“ weiter und sehen ein Kernkraftwerk deshalb nicht (mehr) als Bedrohung, sondern als Chance zur Entwicklung.

Das Zeitdauer-Problem

Bei Kernkraftwerken unterscheidet man vier Lebensphasen: Bau, Betrieb, Rückbau und Endlagerung. Die Bauzeit wird international in die zwei Phasen „Baustellenvorbereitung“ und „Errichtung“ (ab dem ersten Beton für die Grundplatte bis zur Übergabe) mit jeweils fünf Jahren angesetzt. Die Betriebszeit mit 50 Jahren. Der Rückbau ebenfalls in zwei Phasen von je fünf Jahren (nuklearer Teil und konventioneller Abriß). Für die Endlagerung 40 Jahre (Zwischenlagerung, Verpackung und sicherer Einschluß der Abfälle). Dies sind Mittelwerte, die sich aus der bisherigen weltweiten Erfahrung gebildet haben. Im Einzelfall können sich erhebliche Abweichungen ergeben. Zukünftig sind Veränderungen angesagt: So wird bei der Betriebsdauer für neue Kraftwerke bereits von 60 bis 80 Jahren ausgegangen. Entsprechend würden sich die Zahlen für die Beschäftigten verschieben.

Der Praktiker liebt Kennzahlen, mit deren Hilfe er grobe Überschlagsrechnungen ausführen kann. Dies wird — im Zeitalter der Computermodelle — (zumindest) für Plausibilitätskontrollen immer wichtiger. So wird z. B. im „Kleingedruckten“ für die direkte Beschäftigung eine Fehlerbandbreite von ± 10%, bei der indirekten Beschäftigung von ± 20% und bei der induzierten Beschäftigung von ± 30% angegeben. Ganz schlimm wird es, wenn Politiker Vergleichsstudien für unterschiedliche Energiesysteme in Auftrag geben. Solche „Vergleichsabschätzungen“ weisen aus Erfahrung Abweichungen von ± 50% auf.

Diese Bandbreiten sind nicht verwunderlich. Beruhen doch alle Daten auf Statistiken aus der Vergangenheit. Neben Fehlern bei der Datenerfassung ergeben sich immer Veränderungen aus technologischen Gründen über so lange Zeiträume (10+50+10+40=110 Jahre). Ganz besonders mit Vorsicht zu genießen, sind die Daten zu den induzierten Arbeitsplätzen. Hier erfolgt die Verknüpfung mit den direkten und indirekten Arbeitsplätzen über das Einkommen bzw. die Preise. Wer aber wieviel, für was, in einer Gesellschaft ausgibt, ist äußerst variabel. Bei so langen Betrachtungszeiträumen sind sogar Systembrüche (z. B. DDR in BRD) nicht auszuschließen.

Ein paar Anhaltswerte

Die USA betreiben über 100 Reaktoren, haben bereits mehrere abgerissen und verfügen vor allen Dingen über einen kompletten Brennstoffkreislauf, vom Uranbergwerk bis zur Endlagerung. Sie verfügen damit über ausreichend Daten. Allerdings ist dabei der Zeitraum von mehreren Jahrzehnten (Technologiesprünge, Inflationsraten usw.) zu beachten. Um die Werte für Überschlagsrechnungen besser handhabbar zu machen, wurden sie als Mannjahre pro 1000 MWel (MJ) normiert. Mannjahre ist dabei ein in der Industrie geläufiger Begriff: Es werden eigentlich die angefallenen Arbeitsstunden registriert und anschließend durch die zulässigen Jahresarbeitszeiten (Feiertage, Urlaub etc.) geteilt. Auf die Bauzeit entfallen 12 000 MJ, auf den Betrieb 30 000 MJ, auf den Rückbau 5000 MJ und auf die „Endlagerung“ 3000 MJ. In der Summe also 50 000 MJ an direkt angestellten Arbeitskräften. Hinzu kommen noch einmal die gleiche Anzahl in der Zulieferindustrie. Insgesamt sind damit 100 000 Mannjahre pro GWel über den Lebenszyklus eines Kernkraftwerks in den USA nötig. Diese induzieren noch weitere Arbeitsplätze, sodaß die Statistiker auf über 400 Millionen Arbeitsstunden für jeden Reaktor (mit 1000 MWel ) in der Volkswirtschaft kommen.

Statistische Auswertungen in Korea und Frankreich kommen zu ähnlichen Ergebnissen. So sind für den Bau von Reaktoren der II. Generation in Frankreich 26 600 MJ, in Korea 28 300 MJ und in den USA 24 473 Mannjahre auf den Baustellen und in der Zulieferindustrie pro installiertem GWelangefallen. Wen wundert es da, daß in Frankreich und den USA kaum jemand auf den „Industriezweig Kerntechnik“ verzichten mag? Ganz im Gegenteil: Man will in beiden Ländern neue Kernkraftwerke bauen.

Noch ein weiterer Gesichtspunkt mag verdeutlichen, warum in immer mehr Gemeinden in den USA inzwischen Bürgerinitiativen für den Weiterbetrieb „ihres“ Kernkraftwerks kämpfen: Im Jahr 2013 arbeiteten 62 170 Angestellte in den 104 Kernkraftwerken in den USA. Das macht im Mittel 598 Beschäftigte pro Kraftwerk (Bandbreite zwischen 400 bis 700) mit einem Durchschnittseinkommen von 95 000 US$ pro Jahr (von der Küchenfee bis über den Direktor gemittelt). Neben den Steuerausfällen reißt der Kaufkraftverlust eine Gemeinde nach der Abschaltung schnell in den wirtschaftlichen Abgrund.

Wenn man schon mal mit Zahlenspielereien beschäftigt ist, kann man auch ruhig mal die Betrachtungen andersherum anstellen: Ein Leichtwasserreaktor benötigt etwa 185 to Natururan jährlich (pro 1000 MWel ) für seine Stromerzeugung. Wenn man die Weltdaten (384 GW und 65 000 Minenarbeiter) nimmt, ergibt das etwa 170 Angestellte im Uranbergbau und weitere 100 Angestellte in der Brennstoffherstellung (Konversion, Anreicherung und Brennelementfertigung). Jedenfalls unter 300 Angestellte für die gesamte Brennstoffversorgung. Man vergleiche diese Produktivität mal mit der Förderung und dem Transport von Steinkohle für den Betrieb eines gleich großen Kohlekraftwerks. Auch hier wieder eine Antwort, warum China, Indien — und selbst die USA — gar nicht auf Kohlekraftwerke verzichten können. Geschehe die Umstellung etwa innerhalb nur eines Jahrzehntes, wären die sozialen Verwerfungen unvorstellbar.

Oder noch einmal die Zahlen von weiter oben andersherum: Für die Erzeugung von 4000 KWh elektrischer Energie in einem Kernkraftwerk — die auch noch jederzeit auf Wunsch verfügbar sind — benötigt man nur etwa eine Arbeitsstunde über den gesamten Lebenszyklus gerechnet. Auch dies eine Antwort, warum die Energiewende nur ein Hirngespinst sein kann.

Schlusswort

Wer bisher immer noch glaubt, die „Anti-Atom-Bewegung“ besteht aus verhuschten Theaterwissenschaftlerinnen, die ganz, ganz viel Angst vor Strahlung haben oder sonstigen Menschen, die sich echt dolle Sorgen um die Welt und die Wale machen, ist ein Narr. Überwiegend handelt es sich bei den Verantwortlichen in den einschlägigen Parteien um marxistisch geschulte Kader, die sich ganz bewußt die Kernenergie als Angriffsobjekt auf diese Gesellschaftsordnung ausgesucht haben. Erst Ausstieg aus der Kernenergie, dann Ausstieg aus der Kohle und parallel Angriff auf die Autoindustrie. Verbündet mit Schlangenölverkäufern, die sich auf Kosten von Kleinrentnern und Kleinverdienern .(ständig steigende Stromrechnungen und gesperrte Anschlüsse!) gierig die Taschen füllen. Getreu dem Grundsatz aller Sozialisten: Erst mal die Probleme schaffen, die man anschließend vorgibt zu lösen. Von Venezuela lernen, heißt Untergang lernen. Dunkle Aussichten für Michel, es sei denn, er kriegt doch noch die Kurve an der Wahlurne.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors hier.

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20 Kommentare

  1. „Kein Ökonom läßt eine Fabrik bauen, die nicht in der Lage das gewünschte Produkt zu einem Preis herzustellen, der unter dem der Konkurrenzfabriken liegt.“

    Hm, ja – es sei denn, seine Amigos im Parlament machen ein Gesetz, was den Konsumenten zwingt sein teuereres Produkt zu kaufen. So geht das heutzutage…

  2. Folgende e-mail habe ich dem WDR zugestellt:

     

    Sehr geehrte Damen und Herrn,

     

    mit Erstaunen (um es höflich zu formulieren) habe ich den einseitigen Bericht über das Kernkraftwerk Tihange vom 15/11/2018 verfolgt. Kritisiert wurde dass die Bundesregierung nicht weiter die Stilllegung der Anlage fordert obschon die „Experten“ die Sicherheit weiter in Frage stellen. Als Expertin kam alleine Ilse Tweer zu Wort, eine Gutachterin die explizit von Kernkraftgegnern bemüht wird und seit 1986 in allen ihren Gutachten Kritik an Atomanlagen geäußert hat. Verschwiegen wurde hingegen dass die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK), die die Bundesregierung berät, am Montag den 09/07/2017 einen 19-seitigen Bericht zu den Meilern vorlegte. Darin heißt es, es sei plausibel, dass die Risse während der Herstellung entstanden seien und es sei nicht erkennbar, dass die Risse durch den Betrieb der Reaktoren zugenommen hätten. Für den Fall von erhöhtem Innendruck gebe es ausreichende Reserven gegen einen Kollaps. Erst darauf hin ist die Bundesregierung von der Forderung nach einer Schließung der Anlagen abgerückt. Diese Zusammenhänge wurden aber in ihrem Beitrag mit keinem Wort erwähnt.

    In meinen Augen ist das Gesinnungsjournalismus und mit dem gesetzlichen Auftrag der GEZ-Medien unvereinbar.

    Diese Form des Lückenjournalismus ist aber durchgängig in allen Berichten des WDR in Sachen Energiepolitik zu erkennen.

    Die Glaubwürdigkeit der GEZ Medien wird dadurch weiter ausgehöhlt und das wird sich langfristig als eine Belastung der Demokratie erweisen.

    Auf Lückenmedien kann keine Demokratie aufbauen!

     

    MfG

    Gerald Pesch

  3. Kernkraftwerke sind SEHR teuer, das ist richtig. Der Grund liegt in den unsinnigen Strahlenschutzmaßnahmen, die wegen unsinniger Gesetze gemacht worden sind („jedes Becquerel ist eines zu viel“).

    LNT und ALARA sind der folgenreichste wissenschaftliche Irrtum der Neuzeit, so sagte Prof. Walinder, und das ist nachvollziehbar. Herr Humpich hat schon viel dazu gesagt, hier auf EIKE und bei NukeKlaus — danke dafür. Nur private Medien wie diese schreiben dazu, die anderen Medien schweigen dazu, aus Angst oder aus Unwissenheit, das weiß ich nicht.

    • Kernkraftwerke sind sehr teuer, weil sie natürlich so sicher gebaut werden müssen, damit nicht noch einmal ein totaler Vertrauensverlust entsteht wie durch die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Sollte auch nur ein einziges mal noch ein Reaktor „abrupt kaputt“ gehen, ist es das Ende der gesamten Kernkraftideen. Unklar ist allerdings, warum Großprojekte grundsätzlich teurer werden. Liegt es an der flapsigen Planung und Ausführug oder mehr am Korruptionsfaktor oder Sonstiges. Diese Ursachen sollten genauer untersucht werden.

      • @Rudi Tarantik

        Sie müssen sich endlich entscheiden, weshalb Kernkraftwerke angeblich zu teuer seien: Korruption, horrende Einkommen von Bossen und Mitarbeitern, flapsige Planung, ewige Bauzeiten oder Sonstiges.

        Sollten Sie sich wider Erwarten nicht entscheiden können, dann wären Sie, der Fachmann für Wind, Sonne und Nukleares, doch der Aufklärer der Wahl, die im Dunklen schlummernden Ursachen zu untersuchen, und dem Volk endlich die Wahrheit präsentieren zu können.

        Nur zu, Herr Tarantik, klären Sie auf und lassen Sie uns nicht länger im Dunklem herumtappen.

        • Es geht um grundsätzliche Kostenüberschreitungen aller Großprojekte (auch z.B. BER). Diese können sehr vielfältig sein. Vielfalt ist das Gegenteil von Einfalt. Alleine die Infaltionsraten bei langen Bauzeiten sind unkalkulierbar. Nur so ein paar wichtige Ideen, die gerne übersehen werden.

          • @Rudi Tarantik.

            Spinnen Sie weiter, junger Mann. Geben Sie die Hoffnung nicht auf. Auch Sie können noch klug werden.

    •  

      Lutz Niemann 14. November 2018 um 9:39
      Kernkraftwerke sind SEHR teuer, das ist richtig. Der Grund liegt in den unsinnigen Strahlenschutzmaßnahmen, die wegen unsinniger Gesetze gemacht worden sind („jedes Becquerel ist eines zu viel“).

      Na Ja, Herr Niemann,
      wen man sich da Länder betrachtet die der Kernkraft positiv gegenüber stehen, so ist ihre Aussage doch etwas verwunderlich.
      In Frankreich kostet das kW AKW-Leistung beim Neubau doch auch am die 6.870€/kW, wenn das Kernkraftwerk Flamanville mal fertig ist werden keine 7.000€/kW reichen, so die Prognosen.

      Die AKW-Baustelle in der Türkei, wo die Russen bauen.
      Die verlangen von den türken auch über 0,12 US$/kWh für einen Großteil der Stromlieferungen.

      Kernkraft ist weltweit ein Auslaufmodel.
      Begründung:

      Das kW installierte Leistung ist zu teuer, zu hohe finanzielle Vorleistungen bis das erste kWh verkauft werden kann.

      Zu lange Bauzeiten von um die 10 Jahre.

      Extreme Kosten Überschreitungen während der Bauphase.

      Extrem lange Zeiten bis das AKW Projekt refinanziert ist.

      Ungelöste Endlagerfrage, ungelöste Kosten für zukünftige Generationen.

      Akzeptanz in der Bevölkerung ist in den demokratischen Staaten problematisch, kann kippen.

      Bei Strompreise von um die 5 bis 6 Cent/kWh das wo ja auch aktuell die neuen „erneuerbaren“ bekommen ist eine Refinanzierung bei 7.000€/kW praktisch nicht möglich, auch nicht bei 7000 Volllaststunden.

      Nur aus Militärischen Gesichtspunkten kann die Kernkraft noch Punkten.

  4. Würde bei den Vogelschredderanlagen ALLES an Kosten, auch die der Zerstörung der Natur, einschließlich rückstandslosem! Rückbau und die erpressten Subventionen einfließen, dann zeigt sich sicherlich, daß die Sondermüllanlagen WKA (welch Hohn) nicht nur Irrsinn sondern auch unbezahlbar sind. Irrsinn ist m.M. nach stets das Teuerste. Ach ja, ich kaufe den Strom schweizerischen Atomkraftwerken ab. Jeder hat (noch) die Wahl.

  5. Das wirkliche Problem bei neuen Kernkraftwerken liegt darin, dass sie viel zu teuer sind. (Hinkley Point 11-24 Ct/KWh). Das wiederum liegt wohl daran dass die Kernphysiker und die Vorstandsmitglieder horrend viel verdienen müssen, denn am Stundenlohn der normalen Beschäftigten kann es wohl nicht liegen.

    • Sehr geehrter Herr Tarantik,

      einmal abgesehen davon, dass Sie offensichtlich keinerlei Ahnung von dem Thema „Hincley Point“ haben, ist es Ihnen doch sehr schön gelungen, das Schlusswort im Artikel noch einmal aus Ihrer Sicht zu bestätigen.

      MfG

      • Herr Tarantik,

        was ist denn das „Thema“ Hincley Point? Lässt sich das auch auf das russische Kraftwerk in der Türkei übertragen. Dort werden die Strompreis ja auch deutlich über den Marktpreis liegen (>9 ct/kWh).

        Haben Sie da mehr Infos?

        • Da dieses Kraftwerk in der Türkei noch nicht gebaut ist, sind auch die Endkosten, die obligatorischen Kostenüberschreitungen und die Bauverzögerungen noch nicht bekannt. Bei einer Inflationsrate von aktuell 25 % ist aber eindeutig heute schon abzusehen, dass dieses Kraftwerk praktisch unbezahlbar teuer wird, selbst wenn es innerhalb von 10 Jahren gebaut werden sollte. Ein Solarkraftwerk, das innerhalb eines Jahres gebaut wird, kann dann die nächsten 20-30 Jahre ohne Inflationszuschlag zu gleichbleibendem Preis (3-6 Ct/KWh) den Strom liefern. Letzteres wird also immer günstiger, ersteres bauzeitabhängig immer teurer.

    • @Rudi Tarantik

      Wenn Sie schon von Kraftwerken und ihre Leistung hier schreiben, dann sollten Sie schon die Maßeinheiten richtig setzen…bei Kraftwerken fangen wir erst bei der Maßeinheit MW an…somit beziehen sich ihre 11-24 Cent nicht auf die KWh sondern auf eine MWh. Sie vergleichen also Äpfel mit Birnen bzw. ziehen bewusst die flasche Maßeinheit heran um die Leute zu verarschen.

      Zum Artikel selbst…das Schlusswort bringt es auf den Punkt!

      Danke!

       

       

      • Um die Kosten von Strom grundsätzlich vergleichen zu können, muß immer die gleiche Einheit verwendet werden. Dies kann Ct/KWh oder Euro/ MWh sein. Absolut gebräuchlich und am leichtesten verständlich für alle sind Ct/KWh. Und es ist nicht mein Fehler, dass die KWh Kernkraft 11-24 Ct/KWh (Hinkley Point mit Inflationaausgleich) kostet, die Solar- und Windenergie bei den letzten Ausschreibungen bei 4 – 6 Ct/KWh gelandet ist. Da ist alles direkt vergleichbar mit Ausnahme der Entsorgungs- und Versicherungskosten, die bei Kernkraft garantiert nicht oder nicht im nötigen Umfang enthalten ist.

        • Auf der Basis von „irgendwann“ und „irgendwieviel“ läßt sich keine zuverlässige Stromversorgung aufbauen. Da helfen auch die angeblichen 4-6 Cent/kWh nichts.

          Offenbar reicht Ihr Intellekt nicht dies zu begreifen…

          • Herr keks,

            der Typ hat nicht begriffen, wie Ökononomie  funktioniert, deshalb ist er ja auch nur kaufm. Ang. und nicht Dipl.-Kfm. .

            Kein Ökonom läßt eine Fabrik bauen, die nicht in der Lage das gewünschte Produkt zu einem Preis herzustellen, der unter dem der Konkurrenzfabriken liegt.

            Das Dämliche an dem Typen ist, daß er nicht weiß, warum die Strompreise nicht konstant sind, sondern von der Tageszeit abhängen. Der weiß auch nicht weshalb es Nachtspeicheröfen z.B. in Hamburg gibt. Da ist die Strombeheizung richtig billig.

            Ach ja, meine Heizung hängt am Wasserheiznetz der HEW, dessen Temperatur bei 130 ° liegt. Das warme Wasser kommt übrigens von den Kohlekraftwerken der HEW.

        • Das sind doch alles Zukunftstraeume. Ich empfehle Ihnen, sich mit den Realkosten bestehender Anlagen und den Bedingungen der Ausschreibungen zu beschaeftigen, Inbetriebnahme innerhalb 24 Monaten nach Zuteilungsdatum. Lesen Sie mal…

          3. Realisierungswahrscheinlichkeit und Erreichung des Ausbauziels…  Wo Projekte keine Genehmigung erlangen, fällt die bezuschlagte Menge gänzlich aus dem Ausschreibungssystem. Dies alles kann zu einem massiven industriepolitischen Fadenriss in den Jahren 2019 und 2020 führen.

          https://www.wind-energie.de/fileadmin/redaktion/dokumente/publikationen-oeffentlich/themen/04-politische-arbeit/02-auschreibungen/20170613_hintergrundpapier_ausschreibung_we_onshore_ergebnisse_1_runde.pdf

          Wenn die volkswirtschaftlich nachteilige exorbitante staatliche Foerderung auslaeuft, ist der Betreiber pleite, die Anlage quasi Schrott. Allein die Betriebskosten mit Wartung und Reparaturkosten betragen fuer neue onshore Windmuehlen 2,5 Cent/kWh, fuer offshore 3,4 Cent/kWh. Fuer Sie, ganz aktuell, besonders dieses Beispiel zu empfehlen:

          http://www.erneuerbareenergien.de/archiv/offshore-windenergie-in-deutschland-die-verflixten-39-cent-150-434-93913.html

          Darin erkennen Sie auch,  wann und wieviel Steuergelder „verdient“ werden. Von wegen billig: Bis zu 19,4 Cent/kWh fuer mindestens 8 Jahre, oder bis zu 15,4 Cent/kWh fuer 14 Jahre. Das liegt dann nahe der maximalen Betriebsdauer von 20 Jahren.

           

          • Wenn jemand echte Fehler bei der Energiewende macht, dann ist es eindeutig das Wirtschaftsministerium, vormals Gabriel, jetzt Altmeier. Eine so hohe Anfangsvergütung und starker Abfall am Ende wurde schon immer von mir kritisiert. Aber man wollte ja für die Großkonzerne auch eine Möglichkeit zum Geldverdienen schaffen.

            Trotzdem sollte man bedenken, dass bei den letzten Offshore-Ausschreibungen einige Zuschläge mit 0 Ct erfolgt sind. D.h. die Betreiber, so sie nicht noch einen Rückzieher machen, versuchen allein über den Börsenstrompreis die Anlagen zu refinanzieren. Sie rechnen also in Zukunft mit durchschnittlichen Erlösen über 5 Ct/KWh. Das ist natürlich riskant, bedeutet aber eine volle Marktintegration, was ja allseits gewünscht wird. Andererseits würde das aber für die bestehenden Anlagen bedeuten, dass sie ebenfalls mit einem Marktpreis von über 5 Ct rechnen könnten, was deutlich mehr als 3,9 Ct/KWh ist, und somit die Altanlagen wirtschftlich erfolgreich weiterbetrieben werden könnten.

          • Herr Tarantik,

            nicht „bei“ der Energiewende kann man Fehler machen, sondern die Energiewende an sich ist ein Fehler!

            Und Ihr Bashing der Großkonzerne ist falsch, denn die waren bei der Einführung des EEG im Jahre 2000 ausgenommen:

            Zitat aus EEG 26.März 2000 §2 zum Anwendungsbereich:

            „…Nicht erfasst wird Strom

            2. Aus Anlagen, die zu über 25% der Bundesrepublik Deutschland oder einem Land gehören…“

            Damals gehörten ALLE großen Stromkonzerne den Ländern oder Kommunen! Somit konnten diese nicht vom EEG profitieren, sondern durften  nur die Mehrkosten an den Endverbraucher weitergeben.

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