Grönland-Eis: 150 Milliarden Tonnen über dem Mittelwert

Grönland: Eisverlust oder Eiszuwachs? Bild: cdrabon / pixelio.de

Science Nordic
Es ist Zeit für den jährlichen Report über den Zustand des grönländischen Eisschildes. Er wird regelmäßig erstellt von Wissenschaftlern am Danish Meteorological Institute DMI und dem Polar Portal.
Über das Jahr 2018 hat der grönländische Eisschild um fast 150Milliarden Tonnen Schnee und Eis über der mittleren Menge der Jahre 1981 bis 2010 zugenommen.

Oberflächen-Massenbilanz 2017/18 (oben) und 2018/19 (unten) als blaue Kurven. Die graue Kurve kennzeichnet das Mittel der Jahre 1981 bis 2010, die rote Kurve zeigt das Rekord-Minimum der Saison 2011/12

Ende August ist traditionellerweise der Zeitpunkt des Endes der Schmelzsaison des Grönland-Eises. Dann erfolgt der Übergang von überwiegendem Eisverlust zu überwiegender Zunahme von Schnee.

Wie üblich um diese Zeit bewerten die Wissenschaftler am DMI und unsere Partner im Polar Portal den Zustand des Eisschildes nach einem Jahr Schneefall und Eisschmelze. Unter Verwendung eines Wettervorhersage-Modells in Kombination mit einem Modell, welches das Schmelzen von Schnee und Eis berechnet, berechnen wir das „Oberflächen-Massenbudget“ (SMB) des Eisschildes.

Dieses Budget berücksichtigt das Gleichgewicht zwischen Schnee, welcher dem Eis hinzugefügt wird, und schmelzendem Schnee und Gletschereis, das in den Ozean abfließt. Der Eisschild verliert auch Eis durch das Kalben, also den Abbruch von Eisbergen an der Gletscherzunge. Dies ist jedoch in dieser Art Budget nicht enthalten. Als Folge davon wird das SMB immer positiv sein – das heißt, der Eisschild erhält mehr Schnee als er durch Eisverlust verliert.

Für dieses Jahr berechneten wir ein SMB von 517 Milliarden Tonnen, was fast 150 Milliarden Tonnen über dem Mittel der Jahre 1981 bis 2010 liegt. Damit liegt er an sechster Stelle unmittelbar hinter dem sechsthöchsten jemals in der Saison 2016/2017.

Im Gegensatz dazu schlägt das geringste SMB jemals mit gerade mal 38 Milliarden Tonnen zu Buche, und zwar in der Saison 2011/2012. Dies zeigt die große Variabilität des SMB von einem Jahr zum anderen.

Die Karten zeigen den Unterschied zwischen dem jährlichen SMB im Jahre 2017 (links) und 2018 (rechts) im Vergleich mit der Periode 1981 bis 2010 (in mm Eisschmelze). Blaue Flächen kennzeichnen mehr Eiszuwachs als im Mittel, rote Flächen kennzeichnen mehr Eisverlust als -zuwachs (Quelle: DMI Polar Portal).

Wir müssen jetzt auf die Daten des GRACE-Satelliten warten, bevor wir wissen, wie das Gesamt-Massenbudget dieses Jahres aussieht – darin enthalten sind dann das Kalben und Schmelzen am Grund des Eisschildes. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass das relativ hohe SMB ein Gesamtbudget von Null oder nahe Null ergibt – in diesem Jahr ebenso wie im vorigen Jahr.

Im Zeitraum 2003 bis 2011 war es zu einem Eisverlust in Grönland gekommen, der im Mittel 234 Milliarden Tonnen pro Jahr ausmachte. Die neutrale Massenänderung der letzten beiden Jahre kompensiert diese Verluste nicht – und kann das auch nicht. Der hier gezeigte Vergleich macht deutlich, dass das Massenbudget des Eisschildes in jedem gegebenen Jahr sehr stark abhängig ist von der regionalen Klima-Variabilität und speziellen Wetterlagen.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://www.thegwpf.com/greenland-ice-sheet-150-billion-tonnes-above-average/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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8 Kommentare

  1. Hallo Her Frey,

    Danke fürs Übersetzen. Die Tatsache, dass das tgwpf mit der Überschrift zum Kapitel Fake-News beiträgt ist ja nicht Ihnen zuzuschreiben.

    Warum „Fake-News“: Die Überschrift bei tgwpf lautet:

    „Grönland-Eis[schild]: 150 Milliarden Tonnen über dem Mittelwert“

    Im Artikel der dänischen Wissenschaftler stand noch

    „Wie es 2018 dem Grönländischen Eisschild erging“

    Es ist nicht Das Grönland-Eis (bei tgwpf „Greenland Ice sheet“) sondern die Massenbilanz der Eisoberfläche (Surface Mass Balance SMB), die dieses Jahr wieder deutlich über dem Mittelwert liegt. Von dieser SMB ist der Eis-Massenverlust durch basales Schmelzen und durch das Kalben der Gletscher abzuziehen. Im Artikel steht das ja auch explizit drin:

    „Allerdings ist es wahrscheinlich, dass das relativ hohe SMB ein Gesamtbudget von Null oder nahe Null ergibt – in diesem Jahr ebenso wie im vorigen Jahr.”

    Aus diesen Tatsachen eine fehlleitende Überschrift zu fabrizieren qualifiziert IMHO schon zum Fake-News -Macher  (Nein, nicht Sie Herr Frey!)

    MfG

    Ketterer

     

    • Fakt ist, daß demnächst eine neue Kaltzeit beginnen wird:

      Die Zahl der Sonnenflecken hat bereits jetzt schon sehr lange die Zahl Null erreicht.

      Und seit 1998 hat die Globaltemperatur nur noch um 1/10° zugenommen und ab 2007 wieder abgenommen.

      Dabei sollte doch die „Erwärmung“ beschleunigt werden. Daß das nicht der Fall ist doch komisch, oder etwa nicht?

      Die hinter dem Synonym Ketterer stehende Person wird das bestimmt erklären können. Noch nicht einmal kühlende Vulkanausbrüche hatten wir.

    • Lieber Herr Ketterer!

      Ich lese , dass es zu einem Eisverlust von 234 Milliarden Tonnen gekommen war. Dieses hatte keinem Schaden zugefügt.

      Bis zum Stillstand des Eisverlustes muss sich die Rate des Verlustes immer weiter reduziert haben, bis zum Verlust von null. Dieser Trend zur Umkehr des Eisverlustes, hin zu einer Zunahme, geschah während der Zunahme von CO2.
      Für die Zukunft kann man durchaus mit einer Eiszunahme rechnen.

      Wollen Sie nicht beweisen oder glauben Sie doch, an die Reduzierung des Eises durch Zunahme des CO2?
      Sie sprechen das niemals aus, aber das ist es doch, was Sie allen weis machen wollen, oder?

      Bestimmt habe ich wieder alles falsch verstanden und Sie wollen etwas anderes zum Ausdruck bringen.
      Sorgen Sie doch einfach für Aufklärung!
      Jaja, die Überschrift ist etwas irreführend.

      • Sehr geehrter Herr Bühner,

        Sie haben es schon (fast; siehe Korrektur im Zitat) verstanden:

        „Jaja, die Überschrift ist etwas irreführend.“

        MfG

        Ketterer

        P.S. die ersten Abschnitte Ihres Postings ignoriere ich: Mir fehlt die Muse Ihre Fehlannahmen hier zu korrigieren.

      • Seher geehrter Herr Bühner,

         

        ich will Ihnen gar nichts „weis machen“.

        Danke für die Bestätigung, dass die Überschrift irreführend ist, zumal diese nicht von „Science Nordic“ kommt.

        MfG

        Ketterer

        P.S. ich habe hier Fehlannahmen Ihrerseits nicht ingnoriert, sondern nur priorisiert.

         

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