Wir müssen alle Opfer für die Umwelt bringen (aber ich meinte Sie – nicht mich!)

Opfer bringen? Sollen bitte nur Andere! Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

Greg E. Walcher
Sind wir zu einer Gesellschaft von Menschen geworden, die anderen Vorschriften machen wollen, aber nicht uns selbst? Wir lachen über jene, welche gegen eine Art Politik sind, die perfekt in Ordnung zu sein scheint – aber nur angewendet auf Andere. Wir machen uns über Al Gore lustig, der das Ende der fossilen Treibstoffe predigt, selbst aber in seinem Privatjet unentwegt um die ganze Welt düst. Wir kichern über Politiker, die eine Kontrolle der Waffen befürworten, selbst aber von schwer bewaffneten Bodyguards umgeben sind. In Wahrheit ist solche Scheinheiligkeit allgemein verbreitet, weil der Wunsch, das Verhalten Anderer zu kontrollieren, in der menschlichen Natur angelegt ist. Und doch schlagen unsere derartigen Versuche oftmals auf uns zurück.

In Hamlets berühmtester Rede prophezeite er, dass ein Möchtegern-Attentäter „am Ende von seinen eigenen Missetaten eingeholt werden könnte“. Mit „Missetaten“ ist hier eine Bombe gemeint, folglich bedeutet dieser Satz einfach, dass der Bombenbauer von seiner eigenen Bombe hinweg gepustet werden könnte. Heute ist die Shakespear’sche Phrase ein allgemeines Sprichwort, eine andere Art zu sagen „in die eigene Grube gefallen“ oder „was man gibt, kommt tausendfach zurück“.

Die Beamten von San Francisco lernen wieder einmal die Bedeutung des Wortes „Sünden“ kennen, kämpfen sie doch mit Wasserknappheit. Viele Male hat das Thema gefährdete Spezies auf einige der unnachgiebigsten Umwelt-Campaigner sowie deren gewählte Vertreter zurückgeschlagen (San Francisco ist Gründungsort und Hauptquartier des Sierra Clubs). Und doch hat die Stadt niemals ihrem „heiliger-als-man-selbst“-Umweltaktivismus gehuldigt. Als beispielsweise Präsident Trump den Rückzug aus dem Paris-Abkommen verkündete, verkündete San Francisco, auf jeden Fall weiter dem Ziel zu folgen, den lokalen Verbrauch fossiler Treibstoffe zu limitieren. Die Stadt verbannte Plastik-Trinkhalme, Einkaufstüten und Styropor und forderte sogar die Installation von Solarpaneelen auf Privathäusern. Falls das auf der industriellen Wunschliste steht, weist San Francisco den Weg.

Genauso: Wenn Aktivisten dort darauf bestehen, mehr Wasser in den Flüssen zu lassen, um den Lachs zu schützen, meinen sie das Wasser der Farmer im Central Valley – und nicht ihr eigenes Wasser. Staatliche Behörden machten Vorschriften, und Restriktionen bzgl. Wasserverbrauch wurden den Farmern im Süden 25 Jahre lang aufgezwungen. Hunderte Milliarden Gallonen Wasser, welches eigentlich für die Bewässerung vorgesehen war, flossen jedes Jahr in den Ozean, anstatt durch das Kalifornien-Aquädukt in das Central Valley zu strömen. Der Lachs ist trotzdem gefährdet. Und die zuständige Behörde, das California Water Resources Control Board, hat nichts Eiligeres zu tun, als weitere Restriktionen bzgl. Wasser auf den Weg zu bringen, dieses Mal einschließlich des Wassers, das für die Versorgung der Stadt San Francisco vorgesehen ist.

In öffentlichen Anhörungen dazu hagelt es wütende Proteste. Der Plan würde die Durchflussmenge in den Flüssen Tuolumne, Stanislaus und Merced verdoppeln, was für die Lachse mehr Wasser übrig lässt, aber weniger für die Stadt – viel weniger. Es könnte eine Reduktion von 300.000 bis 675.000 Kubikfuß Wasser für die Bay Area bedeuten.

Die Wasserversorgung von San Francisco war über ein Jahrhundert kontrovers, aber heute ist es mit das sauberste Wasser in den USA. Ursache hierfür ist der Ursprung des Wassers im Hetch Hetchy-Reservoir im Yosemite National Park. Die verlorene Schlacht gegen den Bau jenes Dammes war ein Schlachtruf vom Gründer des Sierra Clubs John Muir. Der Damm wurde trotzdem gebaut und hat seit den zwanziger Jahren Wasser aus dem Tuolomne River nach San Francisco geliefert sowie zu Farmen nahe Modesto. Aber die Wasserrechte von San Francisco sind den landwirtschaftlichen Rechten untergeordnet, so dass tatsächlich die Stadt selbst Schauplatz der stärksten Reduktionen sein könnte.

Die Führer der Golden Gate-Stadt sind empört. Sie hatten niemals daran gedacht, dass die von ihnen auf den weg gebrachten Wasser-Reduktionen irgendwelche Auswirkungen auf sie selbst haben würden. Eine lokale Gruppe, die sich „Restore Hetch Hethcy“ nennt [restore = erhalten, wiederherstellen] kämpft dafür, den Damm abzureißen, und stellte dieses Vorhaben in einer lokalen Wahl zur Diskussion. Aber die Wähler in San Francisco stimmten dagegen – sie unterstützen nur den Abriss von Reservoiren anderer Menschen, aber nicht ihre eigenen. Die Gegner zogen dann vor Gericht, und da sind sie immer noch. Ironischerweise bekämpfen sie die Stadt selbst, welche argumentiert, dass die Legalität von Hetch Hetchy „settled“ und dass die Wasserversorgung aus dieser Quelle unverzichtbar ist. Das Reservoir erzeugt bedeutende Mengen Strom aus Wasserkraft und liefert Wasser für 2,7 Millionen Anwohner und Industrien in über einem Dutzend Städte in der Bay Area. Der Lachs scheint den Führern der Stadt irgendwie weniger wichtig zu sein.

Ihre Alternative: Der Staat muss viel mehr für die Wiederherstellung des Flusses aufwenden, einschließlich den Schutz der Fische. Aber selbst wenn das dem Lachs hilft, würde es die Umwelt-Industrie nicht befriedigen, welche immer neue Wasser-Restriktionen haben möchte.

Vielleicht kann man den Wasser-Gewaltigen im gesamten Westen ihre Denkweise „Willkommen in unserer Welt“ vergeben, falls San Francisco sich an seinen eigenen Vorgaben verschluckt. Es ist eine Welt, die zu erschaffen die Stadt half.

[Originally Published at Greg Walcher’s Website]

Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/we-must-all-sacrifice-for-the-environment-but-i-meant-you–not-me

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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3 Kommentare

  1. Das ist bei staatsabhängigen Kleinstintellektuellen immer so. Unsere Schullehrer sind so ein Paradebeispiel. Die Umweltkatastrophe steht vor der Tür und alle müssen daher Verzicht üben. Der Chemie LK fliegt übrigens an die kroatische Adria, um Experimente zum Säure-Base Haushalt des Meeres durchzuführen. So hat es sich ungelogen zugetragen und tut es immer noch da draußen.

  2. Gebe den Menschen Macht und sie macht mit Menschen Unmenschliches. Das liegt nicht in der Natur des Menschen, sondern ergibt sich aus der Kultivierung EINES Energieraubes. Über je mehr Energie EINER verfügen kann, die nicht von Natur aus in seinem Umfeld verfügbar ist und nicht vom eigenen Körper zugänglich gemacht werden kann, desto mehr Macht kann aus dieser Energie gewonnen werden – auf Kosten anderer Menschen und ANDERER Lebewesen. Ganz einfach.

    Der Dreisatz menschlicher Andersartigkeit

  3. Der Psychologe nennt dieses Verhalten „kognitive Dissonanz“, der Pfarrer „Wasser predigen, aber Wein trinken“, der Feuerwehrmann kennt „lieber heiliger St. Florian, verschon mein Haus,- zünd andere an.

    Diese fortgeschrittene Scheinheiligkeit ist in allen Lebensbereichen zu finden, besonders verbreitet scheint sie jedoch in grünen Aktivistenkreisen angesiedelt zu sein. Aktuelles Beispiel ist der Hambacher Forst, wo für das „größere Gute“ durchaus ein bisschen Polizistenblut fließen darf!

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