Überregulierung im Energiesektor

Für die Ableitung überflüssigen EE Stroms müssen die Stromnetze ausgebaut werden. Bild Uwe Schlick / pixelio.de

DR. BJÖRN PETERS
Wie bedenklich eine Politik der Regulierung via Ordnungsrecht ist, zeigt sich in allen Aspekten der Energiepolitik. Deutschland hatte sich vor Jahren ehrgeizige CO2-Minderungsziele gesetzt, wird diese aber krachend verfehlen.

Offensichtlich sind die Maßnahmen des Gesetzgebers ungeeignet, Emissionsminderungen zu erreichen, wie sich zuletzt am 13. Deutschen Energiekongress in München zeigte.

Das zunehmende Auseinanderklaffen von Anspruch und Wirklichkeit bei den klimapolitischen Zielen Deutschlands wird mittlerweile auch im Ausland wahrgenommen. Deutschland, das sich vor wenigen Jahren noch als Vorreiter bei den CO2-Emissionsminderungen geriert hat, ist in zehn Jahren nicht entscheidend weitergekommen. Im Stromsektor stagnieren die Emissionen, im Verkehrssektor steigen die Emissionen an und im Wärmesektor gehen sie kaum zurück. Dies liegt sicher nicht daran, dass es zu wenige staatliche Maßnahmen mit dem Ziel von Emissionsminderungen gäbe, aber offensichtlich sind es die falschen. So wurde dies auf dem 13. Deutschen Energiekongress diskutiert, an dem vor allem die deutschen Stadtwerke hochrangig vertreten waren.

Dass der Stromerzeugungssektor seine Emissionen in zehn Jahren des intensiven Ausbaus von wetterabhängigen Umgebungsenergien kaum senken konnte, zeigen Zahlen des Umweltbundesamts. Erstens wurden diese kleinen Absenkungen aber mit vielen EEG-Milliarden viel zu teuer erkauft, und zweitens führt eine Verringerung in Deutschland im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystem ETS nur zu einer Verlagerung der deutschen Emissionsrechte ins Ausland.

Die Politik des einseitigen Ausbaus wetterabhängiger Umgebungsenergien wurde auf dem Energiekongress aber als alternativlos hingenommen. Mehrfach war davon zu hören, dass die Chefs der lokalen Energieversorger die politischen Vorgaben mit Verweis auf die angeblich hohe Zustimmungsrate von 80 Prozent der deutschen Bevölkerung für den Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken (WSK) nicht in Frage stellen. Dies, obwohl jedem bewusst war, welch enormen Zusatzkosten für Netzausbau gerade in Verteilnetzen und Redispatch-Maßnahmen zur Stabilisierung der Stromnetze bei WSK-Produktionsschwankungen verursacht werden. Da sich die Aufsichtsräte der Energieversorger überwiegend aus Politikern zusammensetzen, ist verständlich, warum sie die stark gestiegenen Gesamtkosten der Stromversorgung kaum thematisieren können.

Roger Miesen (RWE) erwähnte, dass bei weiterem Zubau an WSK die regelbare Leistung der Gaskraftwerke immer mehr benötigt würde. Dies wären dann aber nicht moderne GuD-Kraftwerke, sondern weniger effiziente Gasmotoren. Wegen ihres geringeren Wirkungsgrads hätten diese höhere Produktionskosten und würden erst bei Strompreisen von 90 – 100 EUR/MWh wirtschaftlich. Solche Preise müssten also künftig häufiger werden und würden die Durchschnittskosten der Stromproduktion anheben, aber auch die CO2-Emissionen wieder ansteigen lassen.

Helmar Mendez (LEAG, ein Braunkohle-Stromproduzent) bestätigte die auch hier geäußerte Aussage, dass es im heißen Sommer gerade Kernenergie und Braunkohle waren, die die Stromversorgung sichergestellt hätten. Auch Steinkohlekraftwerke hätten wegen der niedrigen Wasserstände nicht nur ein Kühlproblem gehabt, sondern auch die Versorgung mit Importkohle über die ausgetrockneten Wasserwege sei nicht mehr sichergestellt gewesen. Gaskraftwerke hätten gleichfalls mit Lieferengpässen zu kämpfen gehabt. Für die Versorgungssicherheit wären daher genau die Braunkohlekraftwerke derzeit unverzichtbar, die von der Politik derzeit bekämpft werden.

„Beruhigend“ war daher die Einlassung von Patrick Graichen (Agora), der sich sicher war, dass es auch bei einem Kohleausstieg nicht zu Stromausfällen kommen würde. Die Gefahr unkontrollierter Netzzusammenbrüche wurde von den meisten Teilnehmern in der Tat als gering angesehen – zu hoch ist der professionelle Stand der Ingenieure der Übertragungsnetzbetreiber – dass es aber bei Strommangel nicht zu stundenweisen Lastabwürfen ganzer Regionen kommen würde, wurde unter den Teilnehmern stark diskutiert.

Stadtwerke fordern Technologieoffenheit der Energiepolitik

Keiner der Gesprächspartner war sich vor allem im privaten Gespräch sicher, dass die steigenden Herausforderungen aus wetterbedingten Schwankungen der WSK auch künftig gelöst werden könnten. Daher forderten die Teilnehmer, dass die Politik keine technischen Vorgaben hinsichtlich von Lösungen machen sollten, sondern Emissionsziele beispielsweise über das Europäische Emissionshandelssystem ETS vorgeben müsste. Viele dezentrale Lösungen funktionierten in der Praxis, weil Techniker vor Ort die Entscheidungen treffen dürften, was am jeweiligen Standort wirtschaftlich und technisch funktioniert. So wurden mehrere Beispiele von Niedrig-Emission-Systemen, wo Strom- und Wärmeversorgung gekoppelt würden, vorgestellt. Diese mit detaillierten politischen Vorgaben zu beeinflussen, führe zu unnötig höheren Kosten und schlechteren Ergebnissen insgesamt.

Überhaupt: Die Sektorkopplung. Den Wenigsten dürfte bewusst sein, was es bedeutet, wenn sowohl Wärme- als auch Mobilitätssektoren auf elektrische Energie umgestellt würden. Norbert Breidenbach (mainova) zitierte eine Studie für Frankfurt. Dort beträgt die Kapazität des Gasnetzes ca. 4 GW, die des Stromnetzes ca. 1 GW. Um nun alle Gasheizungen auf Wärmepumpen umzustellen, müsste das Stromnetz mehr als verdoppelt werden, die meisten Häuser müssten umgebaut werden, jahrzehntelanges Verkehrschaos in der Stadt wäre die Folge.

Bei der Elektromobilität gibt es in kleinem Maßstab auch viele gute Lösungen. Öffentliche Parkplätze mit Stromanschluss werden allerdings nur zu 4 Prozent ausgelastet und rechnen sich derzeit nicht. Die heutigen Besitzer von Elektroautos können sich also offensichtlich zu Hause und am Arbeitsplatz in ausreichendem Maße mit Strom versorgen. Sollte die Elektromobilität allerdings populärer werden, müssten nach Aussagen eines BMW-Vertreters umfangreiche Steuersysteme aufgebaut werden, mit denen die Ladevorgänge in einem Stromnetz koordiniert würden, um Belastungsspitzen zu vermeiden. Bei ca. 3.600 Kilowattstunden Jahresverbrauch von E-PKW müssten zudem bei Voll-Elektrifizierung des Individualverkehrs weit über 100 TWh neu produziert werden, was mit WSK keine Aussicht auf Erfolg hat. Daher könne die Voll-Elektrifizierung kein politisches Ziel sein, die Nutzung von Erdgas, Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen sei auch eine mögliche Lösung, die parallel zu Batterien vielversprechend sei, um den CO2-Ausstoß des Individualverkehrs abzusenken.

Die Regulierung im Wärmesektor hat kaum messbare Ergebnisse erbracht

Im Wärmesektor wurde kaum ein gutes Haar an der bestehenden Regulierung gelassen. Die Energie-Einsparverordnung (EnEV) wurde über Jahre immer weiter verschärft und zwinge die Bauherren dazu, immer mehr in Dämmung zu investieren ohne Rücksicht auf Wirtschaftlichkeit und tatsächlicher Energieeinsparung. Wir seien gar ein „Volk der Dichter und Dämmer“ geworden, spitzte Axel Viehweger vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften einen bekannten Spruch treffend zu. In der Praxis funktionierten Passivhäuser nicht. Die Menschen fühlten sich in ihren abgedichteten Häusern nicht wohl, lüfteten daher mehr und ihre Wohlfühltemperatur, auf die sie ihre Heizungen einstellten, sei in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Überhaupt sei es technisch nahezu unmöglich und wirtschaftlich unzumutbar, sämtliche Heizungen auf Wärmepumpen umzustellen. Der Gesamtenergiebedarf für Strom läge bei 580 TWh/a, der für Wärme dann bei ca. 1.300 TWh/a. Leitungsnetze und Stromproduktion müssten für die Elektrifizierung aller Heizsysteme massiv ausgebaut werden, was mit WSK wegen deren hohen Flächenverbrauch nicht möglich sei und wegen der wetterbedingt schwankenden Stromproduktion zu langen Ausfallzeiten für Heizungen führen könne.

Die Sanierung der Altbauten kommt unter den Rahmenbedingungen nur sehr langsam voran. Gerade bei sehr altem Bestand, wo je Wohneinheit Einzelthermen eingebaut seien, wäre eine Umstellung auf eine effiziente Zentralheizung nahezu so teuer wie ein Neubau. Viehweger stellte daher gerade im Hinblick auf die steigenden Mieten den einseitigen Fokus der Politik auf Dämmung – also Energieverbrauchsabsenkung – in Frage, und regte an, stattdessen an CO2-armen Brennstoffen zu forschen. Auch gebe es andere wirkungsvolle Maßnahmen, wie ein anderer Teilnehmer anmerkte. Beispielsweise liefen 70 Prozent der Viessmann-Heizkessel einer Erhebung zufolge vier Jahre nach Einbau noch mit Werkseinstellungen. Alleine die Nachjustierung der Steuerungssoftware könne ein Zehntel der Heizenergie einsparen.

Auch die derzeitigen Regelungen für Mieterstrommodelle wurden angegriffen. Sie seien überkomplex formuliert und verhinderten daher gerade eine Verbreitung. Dabei sei ein „Kollateralnutzen“ des Einbaus einer PV-Anlage, dass dabei auch das Dach saniert werden müsse, dabei gedämmt werden könne und damit der Gesamtenergiebedarf der Immobilie absinke.

Die Forderungen der Teilnehmer waren, dass der Staat die Regulierung via Ordnungsrecht und Vorschriften generell überdenken möge. An vielen Beispielen machten sie klar, dass bestehende Regulierung eines Fachressorts nicht ausreichend mit anderen Fachressorts abgestimmt sei. Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum der Sozialpolitiker vertrage sich nicht mit immer teureren Dämm-Maßnahmen aus Vorschriften der EnEV. Die Steuergesetzgebung und EEG-Vorschriften verhinderten die Verzahnung von Mieteinkünften mit (heutzutage gewerblichen) Einkünften aus Stromproduktion.

Regulierung abschaffen und durch technologieneutrale Fördermodelle ersetzen

Generell muss sich der Staat die Frage stellen, wie er die existierenden, überkomplexen und erfolglosen Regelungen massiv zusammenstreichen kann. Bei jeder Regulierung sollte gefragt werden, welches Ziel erreicht werden soll, und mit welchen Regeln dieses Ziel am effizientesten erreicht werden kann. Dann sollten technologieneutrale Regelungen eingeführt werden, und allenfalls Fördermodelle sollten Investitionen in Energieeffizienz bei Strom, Wärme und Mobilität erleichtern.

Dr. Björn Peters ist Ressortleiter Energiepolitik beim Deutschen Arbeitgeberverband e.V.

Der Beitrag erschien zuerst auf der Website des DAV hier

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17 Kommentare

  1. Was man von dieser Regierung erwarten muss, zeigt ein Beispiel:

     

    Der deutsche Michel und die Causa Maaßen

    Die Verfassung ist heilig und wird von Herrn Maaßen geschützt. Er sagt nichts, als die Bundeskanzlerin (nur scheinbar verfassungskonform!) Unbekannte in Millionenzahl ungeprüft als vorgebliche Asylanten und/oder Kriegsflüchtige im Land willkommen heißt. – Die Korrektur dieses gravierenden Fehlers über Prüfung und Abschiebung verläuft immer noch schleppend, Herr Maaßen sagt nichts. – Kriminelle unter den ungeprüften „Gästen“, die wohl inzwischen selbst der Bundeskanzlerin nicht mehr willkommen sind, stehlen, belästigen Frauen und erstechen Unschuldige. Herr Maaßen sagt immer noch nichts.

    Dann kommt die Große Stunde von „Zeckenbiss, Antifa“: Ins Internet gestellt sieht man einige Sekunden lang, wie ein oder zwei Männer einem anderen hinterherrennen. Um wen es sich dabei handelt ist bis heute nicht bekannt. – Die Medien übernehmen das freudig erregt unter dem Titel: „Hetzjagd („rechter Populisten“) auf Ausländer!“ – Blindwütig blasen auch die Bundeskanzlerin und die liebe Frau Nahles (natürlich auch ohne Prüfung) in das gleiche Horn.

    Hätte Herr Maaßen nicht seine Pflicht versäumt, wenn auf den Hinweis, dass „Zeckenbiss, Antifa“ (bis heute!!!) keinerlei Indiz oder gar einen Beweis geliefert haben, dass es sich um eine „Hetzjagd auf Ausländer“ gehandelt haben könnte?

    Dieser korrekte Hinweis des Herrn Maaßen sei ein Sakrileg, sagen nun die mehr als leichtfertigen Schwätzer: „Maaßen muss weg!“

    Der deutsche Michel ist mehr als nur verwundert. Nur wenige würden zwar ihren Chef darauf hinweisen, dass er im Grenzbereich der üblen Verleumdung schwafelt, aber alle wissen, dass kein Gericht des Landes das jemals als Kündigungsgrund akzeptieren könnte! 

    Die Meute skandiert: Merkel muss weg, Nahles muss weg, die Groko muss weg, Maaßen darf keine besser bezahlte Arbeit bekommen u. a. m.!

    Fortsetzung folgt am Wochenende!

    PS. Es handelt sich im Energiesektor nicht um   Überregulierung, sondern um Irrsinn!!!!

    • Der deutsche Michel und die Causa Maaßen

      Sonntag, 21 Uhr. 1. Fortsetzung.

      Bravo!!! Frau Nahles erspart dem deutschen Steuerzahler 2400,00 Euro monatlich und bereitet mit der Rücknahme der SPD auf den 3. Platz den geordneten Ausstieg aus der GROKO vor. Ihre Genossen werden jubeln!

      • Epilog: Der Herr Maaßen wird weiter seine profunde Kenntnis und Erfahrung in die Arbeit des Ministeriums einbringen. Erhalten bleibt uns der Staatssekretär, der sich seit vielen Jahren auch um die fehlenden Sozialwohnungen kümmert, ein echter Kümmerling, oder?

  2. Permanente Verfügbarkeit zieht permanente Nutzung nach sich. Deshalb gibt es die Massentierhaltung, das digitale Gewölk und den steigenden Energiebedarf EINER Spezies, die immer mehr verlernt, mit Energie zu haushalten. Im Grunde könnten wir doch sehr gut mit EINEM Bruchteil dessen auskommen, was wir ständig zur Verfügung haben. Nur redet kaum EINER darüber. Wahrscheinlich kämen wir durch Effizienzsteigerung und durch sinnvolle Technologien sehr gut mit weniger Kohle, Erdöl, Gas und gespaltenen Atomen aus – wenn der Mensch nur nicht ständig meinen würde, er bräuchte Mehr und noch Mehr und das alles rund um die Uhr und überall. Irgendwann haben wir dann die Dunkelheit abgeschafft und halten die anstelle derer geschaffene Erhellung für das abgöttische Zeichen unseres Fortschritts. Unter kaltem LED-Licht erzählen wir dann in der eisigen Winterzeit unseren Kindern die Mär von all den Raubtieren, die es damals gegeben hat. Nur wird es in keinem smarten Haus mehr EINEN Spiegel geben, damit die EINE Spezies nicht allmorgendlich dem eigentlichen Räuber ins Gesicht schauen muss. Jenem, der einfach nicht mit Energie im Sinne des Lebens umgehen kann und stattdessen EINE Mär nach der anderen am Leben hält. Nicht nur die von den vermeintlichen Raubtieren, sondern auch die von den kriegerischen Vorfahren des Menschen – ohne sich und das eigene Handeln je zu hinterfragen:

    Der Mensch im Affen. Und ANDERSWO auch?

     

    • Nachdem ich Ihre Predigt gelesen habe kann ich Ihnen nur empfehlen das für sich umzusetzen und glücklich ein ärmlichen Leben zu fristen. Aber bitte machen Sie Ihre eigene Moral nicht zum Maßstab für andere Menschen und lassen die so leben wie diese es für richtig halten. Ihre Kulturkritik ist m.E. sowieso nur eine Fassade für Ihr Problem mit dem Warenangebot jenseits Ihrer finanziellen Möglichkeiten.

  3. Jede Epidemie und Pandemie ist von Menschen gemacht. das gilt auch für die E-Pidemie.

    Durch die Umstellung auf das große E wird weit mehr Energie unterm Strich benötigt werden, zumal wir mehr und mehr auf ständige Verfügbarkeit getrimmt werden und EIN Akku sich in Nullkommanix aufzuladen hat. Anstatt das Problem unserer Mobilität weitsichtig zu lösen, wird das Problem vereinfacht nur grün und vermeintlich erneuerbar angestrichen. Das einzige, was dabei erneuerbar bleibt ist das Problem an sich, denn es bleibt dasselbe – nur immer schwerwiegender werdend, nicht nur aus Sicht der zum Einsatz kommenden Energie.

    Werden LEDs als energiesparend angepriesen, dann werden auch mehr Einsatzmöglichkeiten gefunden UND genutzt. Werden E-Autos als umweltfreundlich angepriesen, werden sie gleichfalls häufiger zum Einsatz kommen – und mehr Infrastruktur benötigt.

    Das große E ist keine Lösung, sondern nur wieder EINE Problemverschleppung:

    E-infallsreich unter Strom

  4. Deutschland will es eben ganz perfekt machen.

    Wie man hört, soll es bis ca. 2030 so gut wie keine kalorischen und auch keine Atomkraftwerke mehr in Betrieb geben und auch der derzeitige Individualverkehr soll bis dahin ausgelaufen sein und spätestens ab dann zu 100% nur mehr Elektromobilität zugelassen werden.

    Die deutschen Ingenieure werden das wohl durchgerechnet haben, wie man ein ganzes Industrieland inkl. Individualverkehr überwiegend mit Windkraft versorgt, untertags unterstützt von Solar, sofern die Sonne scheint.

    Ein Vorzeigeprojekt zur Weltrettung eben, an welchem sich die ganze Welt orientieren soll. Deutschland zeigt vor, wie es geht …

    Und den paar Realisten, die es gibt, soll man doch um Gottes Willen keine Plattform in den Medien geben, die sollen ihre Verschwörungstheorien in ihren eigenen vier Wänden diskutieren, aber bitte nicht öffentlich Zweifel verbreiten! Schöne heile Medienwelt …

  5. Welch ein Quatsch:

    „Bei der Elektromobilität gibt es in kleinem Maßstab auch viele gute Lösungen“

    Bei 48% Wirkungsgrad und vier Prozent Transportverlust kommen an der Steckdose fürs Auto 40% an. Dann landet der Kram im Akku und schwupps sind noch mal 20% weg, bis der Strom beim Elektromotor landet. Kommen also bestenfalls 32% am Motor an. Und der Motor gibt dann bestenfalls 90% der Energie an die Welle ab, macht dann 28 % Gesamtwirkungsgrad. Dann hat der Akku natürlich eine immense Masse, was zu erhöhtem Antriebsverlust durch die notwendige Beschleunigungsenergie führt.

    Was hat so ein Benzinmotor an Wirkungsgrad? So an die 25 bis 40%. Er hat weniger Masse und deshalb verbrauchen die Uraltautos halt weniger Energie pro km als diese saublöden Akkuautos deren Akkus auch nach ein paar Jahren an Speicherkapazität verlieren und natürlich im Winter bei Kälte erst Recht.

    Ich frag mich was die Schüler – immerhin sind 50% Abiturienten – in den Gymnasien in Physik gelernt haben. Oder müssen die gar nicht mehr Physik im Abi bestehen?

    • Bei 48% Wirkungsgrad und vier Prozent Transportverlust kommen an der Steckdose fürs Auto 40% an.

      Pi mal Daumen könnte das hinkommen. Aber ich verstehe, wie Sie das meinen – es gibt ja einen Hin- und einen Rückleiter, auf jeden treten also 4% Verluste auf.

      Wieso Sie Ihre Wirkungsgradbetrachtung beim Benziner/Diesel am Tank beginnen und beim E-Auto nicht am Akku im Auto, sondern bei der Erzeugung von Strom, lässt auf darauf schließen, dass Sie der Meinung sind, Benzin und Diesel wächst an der Tankstelle.

      • „dass Sie der Meinung sind, Benzin und Diesel wächst an der Tankstelle.“

         

        Nö,

        nur ist der Gesamtenergieaufwand für Transport und Trennung vom Rohöl und der chemischen Umwandlung von langen Kohlen-Wasserstoffketten und benzolähnlichen Molekülen vernachlässigbar im Vergleich zum Energieaufwand der Stromherstellung, dem Transport und der Speicherung etc. in Akkumulatoren.

        Es kommt  nur darauf an letztendlich die Größenordnungen vergleichen zu können und da sind Akku-Automobile völliger Quatsch.

        Schon mal darüber nachgedacht, warum es in Benzinern und Dieseln keine Bremselektrogeneratoren gibt, um die „Batterien“ aufzuladen? Oder noch besser die so ladbaren Akkus dazu nutzt die Autos zu beschleunigen?

    • Ein Diesel hat in der Praxis max 20%.

      Beim Vergleich Diesel mit Öl läge dann der das E-Auto mit 42% zu 20% im Vorteil.

      Ein E-Auto-Fan wird den Kohlevergleich nicht akzeptieren. Selbst das Ölkraftwerk wird wahrscheinlich nicht akzeptiert. Dort wird es dann lautet 69% zu 20%.

      natürlich alles ohne Betrachtung der Vorketten.

    • Herr Heinzow, die heutigen Schüler bekommen Faltblättchen für eine klimaschonende Lebensweise mit nach Hause. In fast allen Schulbüchern wird die Stromerzeugung nur noch mit Windstrom dargestellt.

      Heute morgen in der Zeitung: Ein Umweltstaatssekretär hat 82 Schülermentoren und -innen für den Klimaschutz ernannt – und alle Grüninnen sind begeistert ob des Einsatzes der Schüler und Lehrer. Es wird indoktriniert was das Zeug hält.

      Physik und Co – ist nicht so wichtig, es geht um wichtigeres!

      • Das grüne Narrativ ersetzt eben den Physikunterricht. Ganz im Sinnen der anstudierten Grünen Energieexperten/

        Oliver Krischer

        Ich bin ein Kind der Eifel: Aufgewachsen nur wenige hundert Meter vom heutigen Nationalpark Eifel entfernt in Hergarten, NRWs kleinster „Stadt“ mit gerade einmal gut 4000 Einwohnern, zur Schule gegangen in Schleiden.

        So lange ich denken kann, hat mich die Natur fasziniert, ganz besonders Vögel. Noch heute erinnere ich mich an die Beobachtung meines ersten Schwarzspechts mitten im heutigen Nationalpark Eifel genauso wie an hunderte andere Vogelbeobachtungen, die folgten. So sehr mich die Natur begeisterte, so schnell wurde mit klar, wie rücksichtslos Menschen damit umgehen: Insektengift im Frühstücksei und der Rückgang von Insekten Vögeln zeigen, wie industrielle Landwirtschaft  die Umwelt zerstört und unsere Gesundheit gefährdet.

        Ein Plakat, das 1989 vor der Kommunalwahl zur Gründung des Ortsverbandes der Grünen in Heimbach aufrief, brachte mich – damals als Zivi – in die Politik. Geprägt hat mich dort von Anfang an die Auseinandersetzung um die Braunkohle, für deren Gewinnung RWE den halben Kreis Düren umgegraben hat und weiter umgraben will.

        Eine nachhaltige Energieversorgung, zu 100% aus Erneuerbaren Energien, das ist bis heute das Ziel meiner Arbeit. Sonst wird die Klimakrise wird zur Klimakatastrophe. Wenn wir das Pariser Abkommen ernst nehmen, muss Deutschland 2050 klimaneutral sein.

        Die letzten beiden Jahre mit Dieselskandal und Abgas-Ausschuss haben mir außerdem gezeigt: die Zeit des Verbrennungsmotors geht zu Ende. Die Zukunft fährt emissionsfrei und elektrisch.

        Die Bildungsmisere dahinter sieht man hier:

        Krischer wuchs in Heimbach (Eifel) auf. Nach Abitur und Zivildienst studierte er Biologie an der RWTH Aachen. Nach eigenen Angaben erreichte er dort keinen Abschluss. Von 1997 bis 2002 war er Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Michaele Hustedt. Von 2002 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landtagsfraktion NRW der Grünen im Bereich Energie, Landwirtschaft und Landesplanung.

        Der Mann wird aber bevorzugt vom WDR als „Energieexperte“ vor die Kameras geführt. Alles klar im Land der grünen Schlümpfe, wir schaffen das….

  6. Ja und? Das Narrativ einer „Energiewende“ scheitert so wenig an den realen Fakten wie das Narrativ einer nötigen Zuwanderung von Fachkräften durch die aktuelle Migrationspolitik. In Deutschland muss erst das Licht ausgehen ehe vielen ein Licht aufgeht!

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