Die jahrelange beispiellose Hitze- und Dürreperiode in Europa um 1540 – ein Worst Case

Absolut NICHT beispiellos: die derzeitige Dürre! Bild: fotoART by Thommy Weiss  / pixelio.de

Oliver Wetter, Christian Pfister, Johannes P. Werner, Eduardo Zorita und weitere
Abstract
Die Hitzewellen der Jahre 2003 in Westeuropa und 2010 in Russland, welche allgemein als seltene klimatische Anomalien außerhalb bisheriger Erfahrungen apostrophiert werden, werden oftmals als Warnungen vor noch häufigeren Extremen in einer von der globalen Erwärmung beeinflussten Zukunft herangezogen. Eine neue Rekonstruktion der Temperaturen in Westeuropa im Frühjahr und Sommer zeigt jedoch, dass es im Jahre 1540 signifikant höhere Temperaturen gegeben haben muss. Um die Plausibilität dieses Ergebnisses zu überprüfen, untersuchten wir die Schwere der Dürre 1540, indem wir das Argument der bekannten Rückkopplung zwischen Austrocknung des Bodens und Temperatur untersuchten.

Auf der Grundlage von über 300 Quellen mit Wetterberichten aus erster Hand aus einem Gebiet mit einer Größe von 2 bis 3 Millionen km² zeigen wir, dass Europa von einer beispiellosen, 11 Monate dauernden Mega-Dürre betroffen war. Die geschätzte Anzahl der Tage mit Niederschlag und die Niederschlagsmenge in Mittel- und Westeuropa im Jahre 1540 ist signifikant niedriger als die 100-Jahre-Minima der Periode mit instrumentellen Messungen für Frühjahr, Sommer und Herbst. Dieses Ergebnis wird gestützt durch unabhängige dokumentarische Beweise über extrem niedrige Pegelstände in Flüssen und weit verbreiteten Wald- und Feldbrände in ganz Europa. Wir haben gefunden, dass ein Ereignis dieser Größenordnung nicht von hypermodernen Klimamodellen simuliert werden kann.

Link: https://link.springer.com/article/10.1007/s10584-014-1184-2

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Dazu hier ein Bericht aus anderer Quelle:

… Über mehrere Wochen hinweg regnete es kaum noch., nach Quellenaussagen soll es in 26 Wochen an nur 5 Tagen ‚Tropflesregen‘ gegeben haben. Die Hitze des Sommers von 1540 ist das am besten belegte Ereignis im 16. Jahrhundert und kann als eines der Jahrtausendereignisse angesehen werden. Die kaum zu beschreibende Wasserverknappung führte zu einem Schreckensszenario und dokumentiert sich auch in markanten Negativsignaturen der verschiedensten Baumringe. Aus ihnen konnte die Niederschlagssumme zwischen November und Juni rekonstruiert werden: Das Niederschlagsdefizit betrug nach diesen Werten im Juni bereits 25%. Nachdem auch der Herbst zu trocken ausfiel, wurde der Wein durch den extrem hohen Zuckergehalt zu einem Jahrtausendwein, für den man, wie in der Würzburger Hofkellerei heute noch zu sehen ist, eigene Prunkfässer baute. Durch den hohen Zuckergehalt muss der Wein noch sehr lange genießbar gewesen sein, denn man kredenzte ihn zu besonders festlichen Anlässen noch in späteren Jahrhunderten… . Fortan wurde die Qualität dieses Weines zum unerreichten Standard, der noch zwei Jahrhunderte später als Bezugsmaßstab zitiert wurde. Als die Schweden 1631 Würzburg einnahmen, fahndeten sie nach diesem Wein, konnten ihn aber, da das Fass eingemauert war, nicht finden. Im 19. Jahrhundert ersteigerte ein englischer Weinhändler diesen Wein, füllte ihn in Flaschen und verkaufte diese. Letzte Flaschen dieser Kollektion sind heute noch – mit Inhalt – im speyerischen Weinmuseum und und weitere im Bürgerspital in Würzburg zu sehen… . Es gibt aber noch weitere Belege für die extreme Trockenheit: In Regensburg nutzte man den niedrigen Wasserstand, um für den Kranen neue Fundamente zu errichten: Rekordtrockenheit im Frühling sowie Rekordhitze und Rekordtrockenheit im Sommer lautet die nüchterne Klassifizierung… .

Quelle:Rüdiger Glaser, Die Klimageschichte Mitteleuropas, Seite 108, erschienen 2008 im primusverlag.

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Hinweis des Übersetzers: Das Jahr 1540 lag mitten in der „Kleinen Eiszeit“. Aber Kämpfe (2017) hat ja in mehreren Arbeiten nachgewiesen, dass Wetterextreme umso ausgeprägter sind, je kälter das Erdklima ist.

Das macht durchaus Sinn, denn je kälter das Klima auf der Erde, umso größer ist ja auch der Temperaturgegensatz zwischen niedrigen und hohen Breiten – mit der Folge stärkerer Extreme nach jeweils beiden Seiten.

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17 Kommentare

  1. Hinweis des Übersetzers: Das Jahr 1540 lag mitten in der „Kleinen Eiszeit“. Aber Kämpfe (2017) hat ja in mehreren Arbeiten nachgewiesen, dass Wetterextreme umso ausgeprägter sind, je kälter das Erdklima ist.

    Erst einmal: Danke für den interessanten Artikel an den Autor!

    Dann danke an Herrn Ordowski für den aufschlussreichen Hinweis. Ich lebe nämlich im „dicken B an der Spree“!

    Zu guter Letzt: Wie finden ich den erwähnten Artikel von Kämpfe?

    Danke!

     

    • „[….] in Deutschland die Klimakatastrophe ausgerufen, genauso übrigens wie an Weihnachten, wenn der Schnee nicht leise rieselt. „

      Dieser Satz allein zeigt schon dass ein weiteres Lesen des Artikles Zeitverschwendnung ist. Dirk Maxeiner, der Faktenmacher neudeutsch News-Faker.

       

      •  „Dirk Maxeiner, der Faktenmacher neudeutsch News-Faker.“

        Ketterer-Geschwätz als typisches Beispiel für die Vorgehensweise der linksgrünen Öko- und Multikultifaschisten:

        Hast du keine Argumente, diffamier den Überbringer der Botschaft.

        • Also Butter bei die Fische:

          Wo wurde (außer von BILD) das Ausbleiben des Schnees an Weihnachten mit einer  Klimakatastrpohe in Verbindung gebracht. Bestimmt wurde das regelmäßige „Weihnachtstauwetter“ öfters in den Medien erwähnt.

          MfG an den Startbahnbeheizer.

          • Ach ja, Ketterer.

            Es gibt da was namens GOOGLE.

            Solltest du mal bemühen, bevor du unhaltbare Behauptungen aufstellst.

            Suchbegriffe: „klimawandel, grüne weihnachten“

          • Ach ja, keks: mit der Semantik stehen Sie wohl auf Kriegsfuß.

            Maxeiner „[….] in Deutschland die Klimakatastrophe ausgerufen, genauso übrigens wie an Weihnachten, wenn der Schnee nicht leise rieselt. „

            Keks: „Suchbegriffe: „klimawandel, grüne weihnachten““ 

            Nun gut, aber das wäre das erste mal, dass Sie den Klimawandel mit einer Klimakatastrophe gleichsetzen. Der News-Faker Maxeiner sprach davon, dass in Deutschland von eriner KlimaKATASTROPHE gesprochen wird, wenn an Weihnahcten (wie üblich) Deutschland überwiegend keine Schneebedeckung hat.

             

          • „Maxeiner sprach davon, dass in Deutschland von eriner KlimaKATASTROPHE gesprochen wird, wenn an Weihnahcten (wie üblich) Deutschland überwiegend keine Schneebedeckung hat.“

            In Blödland wird die aktuelle Warmzeit als menschengemacht verkauft und ein Katastophenszenario verbreitet:

            Mehr Hurricane, mehr Dürren, etc., blabla.

            Grüne Weihnachten werden mit menschlichem Handeln und den damit angeblich zu erwartenden Katastrophen verbunden.

            Maxeiner hat Recht!

        • “ …linksgrünen Öko- und Multikultifaschisten“

          Danke, Formulierung auf den Punkt gebracht!

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          AfD wählen!

          • Genau, die AfD ist die einzige politisch nennenswerte Kraft in Deutschland, die die merkel’sche FAKE-News Polit-Propaganda von CDUSPDGRÜNE bekämpft.

  2. „Greise jammern, Männer stöhnen, Frauen klagen, Kinder wimmern: die Hitze! Der Mensch hat nur einen Wunsch: Kühlung! Kühlung! Kühlung! Die Glücklicheren verbringen ihre Tage im Zimmer hinter fest verschlossenen Jalousien, auf dem Sofa liegend, im lethargischen Zustand eines Morphinisten. Die größere, unglücklichere Hälfte der Menschheit aber, die gezwungen ist, sich hinaus in die kochende Hölle zu begeben, droht unter dem Tag für Tag blauen Himmel und der schrecklichen Sonnenglut zusammenzubrechen. … Vergeblich sucht man die quellenden Poren durch Einführung von ungeheuren kalten Flüssigkeitsmengen zu beruhigen. Die Städte gleichen Glutkesseln und auf dem Lande drohen die Ströme zu versiegen und die Feldfrüchte zu verdorren. Himmel, wann wirst du ein Einsehen haben? Soll die ganze Menschheit geröstet werden? Frühmorgens setzt mit 22 bis 25 Grad die sogenannte blödsinnige Hitze ein und steigert sich zur Bullenhitze mit 30, 35 und so viel Graden, dass die Thermometer streiken. Gleich leblosen, schlecht geschmierten Maschinen schleichen die Menschen umher. Sie reden, wenn sie überhaupt den Mund auftun, nur von der Hitze und Abwehrmaßregeln. Herrliche Sommer, in denen es in Strömen vom Himmel heruntergoss, wie hart werden wir gestraft, weil wir euch gelästert haben!“
    aus: „Berliner Illustrierte Zeitung“ vom 14. August 1904“

    https://www.google.de/search?q=berliner+illustrierte+zeitung+14.august+1904&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=vBfjuhsPo4vmKM%253A%252Czu94D9vWX4szvM%252C_&usg=AFrqEzdKUHuBc0uApNPRZy3w_WA6xOS22g&sa=X&ved=2ahUKEwixzLGQmtbcAhUI_aQKHVGwAR4Q9QEwAXoECAMQBg#imgrc=vBfjuhsPo4vmKM:

    • In dieser Form gibt es reihenweise Zeitungsmeldungen aus den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts über Wolkenbrüche, Hitzewellen, Überschwemmungen, über alles, was Petrus an Wetter so bescheren kann.

      Jedermann wusste, das Wetter kommt und das Wetter geht.

      Das war allerdings zu einer Zeit, als die Klimawandelkirche und die Priester landauf, landab in allen Parlamenten und Regierungen noch nicht erfunden worden waren.

      Damals gab es auch noch keine Rechengeräte, die jedem Priester ausrechnen können, die Zukunft werde furchtbar werden, folge man ihm nicht.

  3. s. dazu auch die Arbeiten von Christian Pfister (historische Klimatologie) / erstaunlich ist nur, dass das IPCC-AGW-Modell von derartigen Vorgängen unbeleckt ist + die sog. Experten (s. Latif & Co) NIE von derartigen Ereignissen sprechen (würden) / ich glaube, dass sich heutzutage am IPCC-Modell sehr gut verdienen lässt

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