Immer wenn die Klima­modelle kühlen sollen, streuen wir einfach Vulkan­staub hinein

Soll angeblich alleinige Ursache der Verlangsamung der Erwärmung sein: Vulkanstaub. Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de

Vom Blog Die Kalte Sonne
In der Oktober 2018-Ausgabe des Fachblatts Earth Science Reviews erscheint eine Arbeit von Soon et al., in der am Beispiel von China die heutige Wärmephase mit einer ähnlichen Wärmeperiode 1920-1940 verglichen wird. An der Arbeit wirkten Wissenschaftler beider Denkrichtungen in der Klimadiskussion mit. Die Autoren erläutern, dass die Verstädterung und der damit verbundene städtische Wärmeinseleffekt einen Vergleich erschweren und die Daten homogenisiert werden müssen. Dies ist aber keine einfache Aufgabe, da bei unterschiedlichen Verfahren unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Ähnlich sieht es mit Temperaturrekonstruktionen der letzten 100 Jahre aus, die sehr verschiedene Resultate ergeben. Es ist daher weiterhin unklar, ob die Wärme Anfang des 20. Jahrhunderts ein ähnliches Niveau erreichte wie heute, oder ob die aktuelle Wärme deutlich die Nase vorn hat.


Abstract:

Vergleich der gegenwärtigen Warmperiode in China mit der Warmperiode zu Beginn des 20. Jahrhunderts

In den meisten Schätzungen der regionalen Temperaturen in China seit Ende des 19. Jahrhunderts erscheinen zwei relativ warme Perioden – 1920 bis 1940 sowie 1990 bis zur Gegenwart. Allerdings gibt es große Debatten darüber, wie man diese beiden Perioden miteinander vergleichen kann. Einige sagen, dass es während der derzeitigen Warmperiode viel wärmer war als seinerzeit. Anderen zufolge ist die frühere Warmzeit durchaus vergleichbar mit der heutigen Warmzeit. In dieser Gemeinschaftsstudie, in der die Gründe für diese anhaltende Debatte erörtert werden, kommen Autoren aus beiden Lagern zu Wort. Mehrere verschiedene ältere und kürzlich erschienene Schätzungen von Temperaturtrends in China werden besprochen. Eine Studie der Auswirkungen von Urbanisierung bzgl. der Verzerrung chinesischer Temperaturtrends wurde durchgeführt mittels der neuen aktualisierten Version des Global Historical Climatology Network (GHCN) – Version 4. Es wird gezeigt, dass es relativ wenige ländliche Stationen mit langen Reihen gibt, aber der Bias durch Urbanisierung lässt die frühe Warmzeit kälter aussehen und die jüngste Warmzeit wärmer. Allerdings neigen gegenwärtige Bemühungen einer Homogenisierung (womit versucht werden soll, nicht dem Klima geschuldete Verzerrungen zu eliminieren) ebenfalls dazu, derartige Auswirkungen mit sich zu bringen. Darum ist unklar, ob eine Reduktion oder eine Zunahme der relativen Wärme einer jeden Periode am besten geeignet ist. Eine Stichprobe von 17 chinesischen Temperatur-Proxy-Aufzeichnungen (12 regionale und 5 nationale Reihen) wird verglichen und spezifisch für die Periode seit dem 19. Jahrhundert gegenübergestellt. Die meisten Proxy-Reihen implizieren eine warme Periode zu Beginn des 20. Jahrhunderts und eine warme derzeitige Periode. Die relative Wärme dieser beiden Perioden differiert jedoch zwischen den Proxies. In einigen Proxies fehlt auch die eine oder die andere Warmperiode.

Die Temperaturen der letzten 100 Jahre waren auch Thema einer neuen Publikation von Folland et al. 2018. Die Autoren gehören dem IPCC-Camp an und räumen zunächst ein, was man in der globalen Temperaturkurve ganz leicht sieht: Es gab Hiatus- und Slowdown-Phasen, in denen die Temperaturen sanken, stagnierten, oder zumindest die Erwärmung abbremste: 1896-1910, 1941-1975, und 1998-2013. Klimamodelle tun sich mit diesen Phasen schwer, denn das CO2 stieg ja stetig an. Wie sollte die Erderwärmung unter diesen Umständen ins Stocken geraten? Folland und Kollegen schauten sich die Modelle unter diesem Gesichtspunkt an und sind davon überzeugt, dass sie trotz einiger kleiner Problemchen ganz super funktionieren und keine weiteren Klimafaktoren hinzugenommen werden müssen. In de 1940er Jahren war es in Wahrheit ein bisschen zu heiß, was die Modelle nicht reproduzieren können. Geschenkt, sagen die Autoren. Treibhausgase wären für nahezu die gesamte Erwärmung der letzte 125 Jahre verantwortlich.

Hier der Abstract:

Gründe für Unregelmäßigkeiten bei den Trends der globalen mittleren Temperatur seit Ende des 19. Jahrhunderts

Die Zeitreihe der monatlichen globalen mittleren Temperatur (GST) seit dem Jahr 1891 wurde erfolgreich rekonstruiert mittels bekannter natürlicher und anthropogener Antriebs-Faktoren einschließlich der internen Klimavariabilität mittels eines multiplen Regressions-Verfahrens. Die Vergleiche wurden durchgeführt mit den Ergebnissen von 40 CMIP5-Modellen der Prophezeiung von GST. Die relativen Beiträge der verschiedenen Antriebsfaktoren zu Änderungen der GST variieren mit der Zeit, aber der größte Teil der Erwärmung seit 1891 konnte dem Gesamteinfluss zunehmender Treibhausgase und anthropogener Aerosole zugeordnet werden. Separate statistisch unabhängige Analysen wurden auch durchgeführt für die drei Perioden einer GST-Verlangsamung (1896–1910, 1941–1975 und 1998–2013 nebst Subperioden); zwei Perioden mit starker Erwärmung (1911-1940 und 1976-1997) wurden ebenfalls analysiert. Eine Reduktion des gesamten Antriebs der solaren Einstrahlung spielte eine signifikante Rolle bei der Abkühlung von 2001 bis 2010. Die einzigen ernsthaften Nicht-Übereinstimmungen zwischen Rekonstruktionen und Beobachtungen traten während des 2. Weltkriegs auf, vor allem 1944 und 1945, wobei gemessene weltweite Ozean-Wassertemperaturen (SSTs) signifikant zum Wärmeren verzerrt sein können. Im Gegensatz dazu waren die Rekonstruktionen der SSTs auf fast der ganzen Welt wärmer als zwischen 1907 und 1910 gemessen. Die allgemein hohe Rekonstruktions-Genauigkeit zeigt, dass bekannte externe und interne Antriebsfaktoren alle wesentlichen Variationen der GST zwischen 1891 und 2015 erklären können, was unser gegenwärtiges Verständnis von deren Unsicherheiten stützt. Es werden also keinerlei bedeutende zusätzliche Faktoren benötigt, um die zwei wesentlichen Erwärmungs- und die drei wesentlichen Verlangsamungs-Perioden während dieser Epoche zu erklären.

Aber ist es nicht seltsam, dass die Autoren die Ozeanzyklen mit keiner Silbe im Abstract erwähnen? Wie unsere Stammleser wissen, laufen die Ozeanzyklen überraschend synchron mit den Schwankungen der globalen Temperaturentwicklung. Stichworte AMO und PDO. Auf phys.org gibt es eine kurze Erläuterung zum Paper. Darin werden die “Schuldigen der drei Hiatus/Slowdown-Phasen genannt, die Folland und Kollegen erkannt haben wollen:

Sie präsentieren dann mögliche Erklärungen für die drei beobachteten wesentlichen Verlangsamungs-Perioden bei der GST-Zunahme. Für die erste Verlangsamungsperiode fanden sie Beweise in den El Niño and La NiñaEreignissen, welche vermutlich die Erwärmung reduzierten, weil sie zu verstärkter Wolkenbildung Anlass gaben. Für die zweite Verlangsamungsperiode machten sie verstärkten Vulkanismus verantwortlich – Rauch und Asche von Vulkanausbrüchen können das Sonnenlicht schwächen. Das Team vermutet, dass die dritte Verlangsamungsperiode,auf die sich viele Skeptiker der globalen Erwärmung stützen, verursacht wurde durch eine Kombination von La Niña-Ereignissen und Vulkanismus.

Die erste Abbremsung soll also durch El Nino/La Nina verursacht worden sein. Immerhin ein Ozeanzyklus. Seltsam aber, dass die PDO nicht genannt wird. Der zweite Slowdown (1941-1975) soll durch Vulkane verursacht worden sein. Haha, einmal laut gelacht. Das war natürlich die PDO, die während dieser Zeit abgestürzt war:

Abb.: Ozeanzyklus PDO und Schwankungen in der globalen Temperaturentwicklung. Quelle: Buch ‘Die kalte Sonne‘.

Und hinter dem dritten Slowdown soll eine Kombination aus El Nino und Vulkanen stecken. Folland und Kollegen tricksen hier, dass sich die Balken biegen. Im Abstract bringen sie zwar die Sonne als Erwärmungsbremser für den kürzlichen Hiatus ins Spiel. Auf phys.org ist davon keine Rede mehr. Und wenn die Sonne bremsen kann, dann könnte sie auch beschleunigen, wofür in den Modellen aber gar kein Platz ist, denn angeblich soll ja nahezu die gesamte Erwärmung der letzten 120 Jahre durch Treibhausgase verursacht worden sein. Unterm Strich kein Durchbruch im Verständnis der natürlichen Klimavariabilität. Stattdessen wird der Vulkan-Joker überstrapaziert. Immer wenn Kühle gebraucht wird, wird einfach Vulkanstaub in die Computer-Klimawelt gestreut. Frei nah Pippi Langstrumpf: Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.

Link: http://diekaltesonne.de/immer-wenn-die-klimamodelle-kuhlen-sollen-streuen-wir-einfach-vulkanstaub-hinein/

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Dieser Beitrag war zuerst auf dem Blog Die Kalte Sonne erschienen. Übersetzung der kursiv gesetzten englischen Passagen von Chris Frey EIKE

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11 Kommentare

  1. Richtige Modelle gibt es nur für triviale Prozesse!

    Für nicht triviale Prozesse kann man Modelle erstellen, die die Vergangenheit aufgrund von Fourier- oder anderen Analysen nachbilden können. Solche Modelle versagen allerdings, sobald es um die Zukunft geht, einfach deshalb, weil man aus einer Vergangenheit alleine nicht auf die Zukunft schließen kann. Alle bekannten Klimamodelle sind eine Mischung aus (neutraler) Vergangenheitsanalyse gepaart mit CO2-Sensitivität. Wie soll so ein Modell (außer durch Zufall) vernünftige Ergebnisse erzielen können?

    Mit Hilfe von neuronalen Netzen kann man selbstlernende Modelle konzipieren. Allerdings können diese nur dann in die Nähe einer Prognosequalität kommen, wenn die herangezogenen und real gemessenen Parameter tatsächlich Einfluß auf den Ergebnisverlauf haben. Solche Modelle könnten theoretisch dann funktionieren, wenn CO2 tatsächlich einen Klimaeinfluß hätte und CO2 als gemessener Parameter in die Berechnung eingeht. Gibt es solche Modelle?

    • zu: selbstlernende Modelle

      Es gibt keine Kombuta oder Algo-Dingens die etwas selber lernen, auch wenn das auf der Verpackung steht. Milch macht gesund steht auch auf der Verpackung, sagen Sie das dem Todgeweihten und berichten Sie das Ergebnis hier.

      Lesen Sie das About Nutonian hier (ganz unten),
      – https://www.nutonian.com/download/eureqa-desktop-download/

      Diese Algo-Dingens versuchen eine Kombination bereits bekannter Funktionen (nix! lernen!) auf Ihre Datenreihen zu irgendwelchen neuen Gleichungen zusammen-zu-pfriemeln (ich benutze das Zeugs für Astronomie). Kein ANN macht was anneres, sorry Sir, es machen alle nur schöner.

      Apropos schön: wenn alles, was du siehst, voll schön ist, dann ist x.y.z das Schönste, was es gibt. Und, was ist x.y.z?

  2. Nur weil es nicht genannt wird, heißt es weder, dass sie es nicht berücksichtigt haben, noch dass ihre Modelle falsch sind. Modelle können auch funktionieren, wenn nicht alle Variablen bekannt sind, oder als durch eine verallgemeinende Variable repräsentiert wird.

    Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der letzte Sonnenzyklus der Schwächste seit langem war. Und die Periode zwischen 2000 und 2010, in der der Klimawandel scheinbar Pause gemacht hatte, ist recht kurz. Es ist durchaus möglich, dass die schwächelnde Sonne die Auswirkungen eines Anstiegs über eine Dekade hinweg großteils kompensiert hat. Vulkanismus gab es es zwischen 2000 und 2010 auch zuhauf, dessen Wirkung möchte ich mir aber kein Urteil anmaßen.

    • Modelle können auch funktionieren, wenn sie falsch sind. Modelle funktionieren immer. Nur die verflixte Realität macht immer wieder einen Strich durch die Ergebnisse, die nur Wunschvorstellungen wiedergeben. Und die Sonne verschleiert die Wirkung des CO2. Schöne heile Lügenwelt.

      • Ich würde sie nicht funktionierend nennen, wenn sie die Wahrheit nicht wiedergeben würden.

        Svante Arrhenius hat schon vorüber 100 Jahren ausgerechnet, was eine Verdopplung des CO2 global anrichten könnte, und seine Berechnungen lagen gar nicht mal so weit daneben.

        Warum sollte die Sonne mit einem schwachen Zyklus nicht gegenwirken? Gegenbeweise?

        • „Svante Arrhenius hat schon vorüber 100 Jahren ausgerechnet, was eine Verdopplung des CO2 global anrichten könnte, und seine Berechnungen lagen gar nicht mal so weit daneben.“

           

          Dummer Quatsch!

        • Die Klimamodelle geben alles wieder, nur nicht die Wahrheit. Wenn überhaupt, dann hat man ein Ergebnis vorausgesetzt und so lange herumgefummelt bis das Modell zum Ergebnis passte.

        • Lieber Herr Schrage, Svante Arrhenius hat versucht, den Einfluss des CO2 auf einen Treibhauseffekt zu beweisen. Allerdings hatte er keine Angst vor einer „Selbstverbrennung“, sondern erwartete sich durch eine globale Erwärmung deutliche Vorteile für die Welt!
          Er hat allerdings verzweifelt aufgegeben. Einen Beweis des CO2-Einflusses konnte er nicht finden. Dieser Teil seines Lebens wird allerdings kaum kommuniziert.

  3. Haha, einmal laut gelacht.

    Dr. Roy Spencer von der Universität Alabama in Huntsville hat einmal in einem Vortrag (ICCC9, 2014 Panel 1) sinngemäß gesagt:

    „Die tiefen Ozeanbereiche sind kalt: Änderungen in der Ozeanzirkulation (und der Mischung) kann signifikante globale Erwärmung und Abkühlung treiben.

    Es ist unbekannt, wieviel von den vergangenen Erwärmungs- und Abkühlungsphasen (minoische, römische, mittelalterliche und heutige Warmzeit) auf Änderungen der Ozeanzirkulation zurückgeht.

    Ohne Verständnis der langzeitlichen Änderungen in der Ozeanzirkulation wird es unbekannt bleiben, wieviel der Klimaänderungen natürlich und wieviel anthropogen ist. Vielleicht werden wir es nie wissen, weil wir die chaotischen Variationen  nicht verstehen werden.

    Das IPCC glaubt, daß diese Einflüsse im Zeitmaß von Jahrzehnten (oder länger) nicht existieren → lächerlich vom wissenschaftlichen Standpunkt!“

    Dem kann man nur vorbehaltlos zustimmen.

    MfG
    G.Wedekind

  4. Das Wetter zur Zeit kommt unseren Qualitäsmedien gerade recht , man wird nicht müde , Gebetsmühlen artig in Sondersendungen und ständige Wiederholungen bei Nachrichtensendungen den Klimawandel ,CO2 Treibhausgase ins Spiel zu bringen. Das nervt langsam ,man sollte sich auf das Wetter versuchen einzustellen,wie es andere Länder auch machen .

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