Deutschland kann 100 Prozent Ökostrom

Der erste Schritt ist, dass die alten, unflexiblen Kraftwerke vom Netz gehen

Und so kann der Bürger bei den GRÜNEN weiterhin lesen, wie sich diese Partei den Energie(Unter)gang Deutschlands herbeisehnt:
Bündnis 90/Die Grünen: [1]Dank dieses Engagements kann Deutschland jetzt die Stromversorgung mit 100 Prozent Ökostrom gewährleisten …
… Der erste Schritt ist, dass die alten, unflexiblen Kraftwerke vom Netz gehen. Die Atommeiler werden bis 2022 abgeschaltet. Doch sehr schnell müssen jetzt auch die alten Kohlekraftwerke raus aus der Produktion …

Wie es aussähe, wenn die GRÜNEN in der Lage wären, ihre Ziele in die Tat umzusetzen, kann die Folgen auf Agora live mit ansehen: Deutschland hätte die letzten vier Wochen zu keinem einzigen Zeitpunkt auch nur im Ansatz ausreichend Energie zur Verfügung gehabt, aber fast jeden Tag fast keine.

Bild 1 Wind- und Sonnenstromeinspeisung vom 18.06. – 18.07.2018. Quelle: Agora-Viewer

Wie viel die zum Glück noch am Netz befindlichen, nach den GRÜNEN aber unbedingt zu verschwindenden, konventionellen Kraftwerke aushelfen müssen (wobei sie nicht aushelfen, sondern den Energiebetrieb überhaupt ermöglichen) zeigt das folgende Bild.

Bild 2 Stromeinspeisung durch Kohle- und Kernkraft vom 18.06. – 18.07.2018. Quelle: Agora-Viewer

Um den sehnsüchtigen Wunsch nach vollständiger Zerstörung des bewährten, deutschen Energiesystems trotzdem Wirklichkeit werden zu lassen, tagt die Kohleausstiegskommission – unter fast vollkommenem Ausschluss von Fachpersonen -, jedoch mit viel Kirche und vor allem die Welt vor irgend etwas rettenden NGOs. Beide mit keinerlei demokratischer Legitimation.
Dafür allerdings mit pseudowissenschaftlicher. Greenpeace, wie die GRÜNEN darin geübt, ihre Meinung bestätigende Studien in Auftrag zu geben – und immer die gewünschten Ergebnisse zu erhalten -, hat der Kommission die Notwendigkeit des Kohleausstiegs schon vorauseilend belegen lassen:
Umfrage der Universität im Schweizerischen St. Gallen im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace.
[3] Vorwort
Stürme werden stärker, Starkregen heftiger und der Golfstrom verliert an Kraft. Die zunehmenden Wetterextreme der vergangenen Jahre führen uns deutlich vor Augen: Wir erleben bereits heute, was verharmlosend als Klimawandel bezeichnet wird. Doch noch können wir beeinflussen, wie drastisch die Folgen der Erderhitzung ausfallen werden.
… Dazu benötigt Deutschland einen raschen, konsequenten Kohleausstieg …
Dass die meisten Menschen in unserem Land dies verstanden haben und unterstützen, belegt die repräsentative Umfrage und Studie der Universität St. Gallen, die von Greenpeace in Auftrag gegeben wurde …

Man könnte fast meinen, ein paar der GRÜNEN Führungspersonen haben Solar und dazu teure – sich nicht amortisierende – Batteriespeicher im Keller und wollen dadurch unbedingt auch einmal einen Vorteil gegenüber den übrigen Untertanen genießen:
EIKE 18.05.2017: Rechnerisch lohnt sich die solare Eigenversorgung nicht – so lange unser Versorgungsnetz stabil ist. Doch das wird sich ja ändern

Warum Frau Merkel das gleiche Ziel hat, weiß der Autor allerdings nicht.

Holen wir uns den fehlenden Strom doch aus Norwegen

Wie jeder weiß, hat Norwegen so viel Wasserkraft-Überschussstrom, dass es unsere Speichern und jederzeit fehlenden liefern kann. Es ist nach einhelliger „Expertenmeinung“ sozusagen unsere Backup-Reserve.
Management Circle 24. August 2016: Norwegen: Der Energiespeicher Europas
… Schon lange wird im Kontext der Energiewende das Speicherproblem thematisiert. Können wir in Deutschland genug Kapazitäten schaffen, um die Schwankungen in der Erzeugung erneuerbarer Energien abzudämpfen? Viele Speichertechnologien sind entweder teuer oder ineffizient. Natürlich wird an vielem geforscht. Aber eine mögliche Antwort glaubt man im Ausland gefunden zu haben. Genauer: In Norwegen. Denn das Land in Skandinavien wird nicht umsonst häufiger als die „Superbatterie“ Europas bezeichnet…
Deutschland ist nicht das erste Land, welches diesen „Tausch“ plant. In Dänemark und den Niederlanden laufen bereits ähnliche Verbindungen zu Norwegen durch die Nordsee. Vor allem Dänemark ist prädestiniert für ein solches Geschäft, denn das Land deckt über 40 Prozent seines eigenen Bedarfs mit Windstrom und hat damit einen der höchsten Windstromanteile der Welt. Und auch Großbritannien hat letztes Jahr ein Kabel in Auftrag gegeben: Mit dem North Sea Network wird eine ähnlich starke Leitung wie NordLink und NorGer bis 2021 betriebsbereit sein. Mit dem Ausbau dieses Netzes werden Norwegens Seen langsam aber sicher zum Stromspeicher Europas.

Wie es wirklich aussieht – und wie unsere „Energieexperten“ mit unserer Versorgung konsequentes „Harakiri“ betreiben (dürfen), zeigt der diesjährige Sommer:
Business Portal Norwegen Juli 5, 2018: ENERGIE
Heißes Wetter – Norwegen wird zum Stromimporteur
OSLO, 4. Juli 2018. Norwegen importiert in diesem Sommer Energie aus Dänemark und Schweden. Grund für den Einkauf aus den Nachbarländern sei das warme und trockene Frühjahr, das die Wasserkraftreserven des Landes reduziert und die norwegischen Strompreise nach oben getrieben hat, erklärte der norwegische Netzbetreiber Statnett. Es sei das erste Mal seit vielen Jahren, dass Norwegen als Stromimporteur agiere. Normalerweise exportiere das Land zu dieser Jahreszeit überschüssigen Strom … Die niedrigere Wasserstände führen auch dazu, dass Elektrizität für die Verbraucher viel teurer ist, der Import von Strom dagegen billiger wird. Der norwegische Strompreis lag in diesem Sommer bei über 45 Euro pro Megawattstunde und ist damit fast doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Mal sehen, was unsere Industrie einmal sagen wird, wenn ihre Forderungen in Erfüllung gehen und sie im Sommer zeitweise ohne Strom „produzieren“ soll.
EIKE 18.11.2016: Ich bitte dich, komm sei so gut, mach meine heile Welt kaputt…
… Klare Signale seien entscheidend, „damit sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten können“. … Zu den Unterzeichnern zählen die Commerzbank und der Baukonzern Hochtief, die Energieversorger EnBW und MVV Energie, aber auch der Händler Metro, die Deutsche Telekom und die Sportartikler Adidas und Puma.
Ziel müsse der „zügige Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien“ sein, fordern die Unternehmen. Ein solcher Plan könne „weltweit Ausstrahlung entfalten und wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten beitragen“.

EIKE 02.05.2018:
Die deutsche Industrie vereint sich im Endkampf gegen den Klimawandel mit unserer Regierung

Quellen

[1] Bündnis 90/Die Grünen: Deutschland kann 100 % Ökostrom

[2] EIKE 14.01.2018: Am Neujahrsmorgen hat sich Deutschland zum ersten Mal in der Geschichte komplett mit Ökostrom versorgt

[3] EIKE 13.07.2018: Klimaskeptizismus hat als Ursache eine Läsion im ventromedialen präfrontalen Cortex