Klimawandel ist bunt? Das ZDF mag es gestreift!

Özden Terli, ZDF Wettermoderator am 19.6.18. Bild Screenshot ZDF & 3SAT

von Michael Limburg
Das ZDF bringt immer mal wieder Bekanntes wie Unbekanntes zum Klimawandel. Gern auch mal als Beipackzettel zum Wetterbericht. Erhellendes ist selten dabei, manchmal jedoch unfreiwillig verwirrendes.

Özden Terli ist das neue Gesicht der ZDF Wettererklärerriege. Bei Wikipedia finden wir etwas zu seinem Werdegang:

In den Jahren 1988 bis 1992 absolvierte Özden Terli eine Berufsausbildung zum FernmeldeanlagenElektroniker und holte später sein Abitur mit Schwerpunkt Physik/Philosophie am Köln-Kolleg auf dem Zweiten Bildungsweg nach. Terli studierte anschließend an der Freien Universität Berlin Meteorologie mit Nebenfach Astrophysik. In seiner Diplomarbeit, die er am Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung schrieb, beschäftigte sich Terli unter anderem mit dem Thema „Atmosphärischer Transport von Saharastaub über dem Atlantik – Lidarbeobachtungen an Bord des Forschungsschiffes Polarstern“. Dazu wurde ein neuartiges Lidar Gerät (ComCAL[1]) in mehreren Monaten gebaut.

Er versteht also etwas von seinem Fach, dazu noch einiges von Elektronik und Physik. Deswegen liegt es ihm wohl auch am Herzen dem gemeinen Zuschauer die Schönheit des Klimawandels nahe zu bringen. Z.B. mit der künstlerisch verfremdeten Temperaturganglinie eines Prof. Ed Hawkins.  Der Name steht jedenfalls unter der Grafik.

Terli gefiel die so gut, dass er sie vor lauter Begeisterung zeigte. Und das -fast identisch- gleich zweimal, nämlich in der 19Uhr-„HEUTE“ Sendung des ZDF vom 19.06.2018 und auf 3SAT vom selben Tag.

Trotz permanenter massiver Klimawandelpanik, die das ZDF schon lange seinen Zuschauern angedeihen lässt, sehen wohl manche nur bunte senkrechte Linien, während andere  vielleicht auf dem Foto nur viele senkrecht angeordnete Leuchtstoffröhren in hellem bunt vermuten dürften.

Dem muss entgegen gewirkt werden, und so sieht Terli in diesem Kunstwerk mal wieder den Klimawandel bestätigt und erklärt es den Zuschauern auch so.

Das das Klima sich wandelt hat zwar niemand bezweifelt, aber vielleicht meint Terli, es müsse immer wieder betont werden. Schließlich sind wir ja beim volkserzieherischen ZDF.

Video von Klimamanifest von Heiligenroth zur unterschiedlichen Deutung der Strichgrafik durch den Präsentator ZDF Wettermoderator Özden Terli

Die akribischen Leute vom Klimamanifest von Heiligenroth haben sich nun die gezeigte Darstellung und die Behauptungen des Herrn Terli genau angesehen und angehört. Und entdeckten gravierende Unterschiede zwischen der Sendung im ZDF und der in 3SAT.

Behauptet Terli noch in der „heute“ Sendung beim ZDF, dass dieses Bild (von Bildchen kann man wegen seiner Größe nicht sprechen) die „Temperaturabweichung“ (von was auch immer), aber in jedem Falle „weltweit“ zeige, bezeichnet er in der fast identischen 3SAT Sendung das Bild zeige die „globale Mitteltemperatur„.

Beides gleichzeitig kann es eigentlich nicht sein. Eine Abweichung von einem (ungenannten) Referenzwert ist eben -zumindest in den Naturwissenschaften- etwas anderes als eine Darstellung der Absolutwerte. Und doch ist es dieselbe Grafik.

Man kann daher annehmen, dass Terli hier ein Fehler unterlaufen ist, denn dass er den Unterschied nicht kennt, ist wohl eher unwahrscheinlich.

Vielleicht ist aber einfach auch nur wahr, dass für Terli, der Unterschied zwischen einer minimalen Temperaturerhöhung aus der Kälte der kleinen Eiszeit hin zum absoluten Wohlfühlwert von 15 °C einfach nicht wichtig genug ist. Wer weiß?

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11 Kommentare

  1. Woher will man wissen, dass jemand etwas von seine „FACH“ versteht….nur weil er eine Ausbildung oder Studiert hat?! Ich kenne VIELE, die eine Ausbildung und Studiert (Theorie) haben aber von der Realtiät (Praxis) keine Ahnung haben und an dieser REGELMÄßIG scheitern.

     

  2. Da hat man dem Herrn Terli aber ein schönen Bären aufgebunden.

    Es handelt sich nämlich hier um die neue, noch geheime IKEA-Gardine Blauenröten.

    Deswegen ist es auch verzeihlich, wenn er nicht genau weiss, ob es sich um ein Delta oder oder um einen Mittelwert handelt;-)

  3. Zumal die rote Farbe so garnicht zu dem Sommerauftakt passt.

    Wir hatten vorgestern Abend 23:00 Uhr 9 Grad plus

    Viel spaß im Biergarten, werden aber ja um 22: Uhr geschlossen?

  4. Also ich kenne das Bild. Es ist von Gerhard Richter und ich habe das Original kürzlich in der Kunstgalerie in Wiesbaden gesehen.

  5. Bei aller Wertschätzung für die Leute vom „Klimamanifest“: diese Kritik ist doch Krümelkackerei. Der wesentliche Fehler der Alarmisten ist doch, dass sie das aktuelle Temperaturniveau nicht in den Zusammenhang des Holozäns stellen, als es meist sogar wärmer war. Auch wenn die Alarmisten vom „Hockeystick“ etwas abgerückt sind: dieser methodische Grundfehler -neben anderen – besteht weiter.

  6. „Alles schön bunt hier!“ Mehr kann nicht gesagt werden.
    Das Entscheidende ist aber, dass dieser Grafik die Skalierung fehlt: Welche der Regenbogenfarben entspricht welcher Temperatur, entweder absolut oder relativ zu (irgend)einem Bezugswert?
    Das Bild ist somit völlig wertlos!

    • Richtig, Herr Steger, jeder Schüler ab der 7. Schulklasse würde (hoffentlich) für so eine wertlose und nix-sagende Grafik ein „MANGELHAFT“ oder „UNGENÜGEND“ bekommen, weil die X-Achse und die Y-Achse keine Skalierung und Beschriftung besitzen.

      Und sowas erstellt auch noch ein Uni-Professor und findet damit sogar auch Sende-Minuten im gebührenfinanzierten deutschen Fernsehen. Es ist unfassbar.

       

  7. müssten die Linien vor dem Beginn der hellroten – also der Erwärmungsphase in den 80 igern – dunkelblauer sein wie die Linien nach dem 2.WK ? wir hatten doch ab dem Zeitpunkt eine weltweite kleine Abkkühlung von ca. 0,3°. davor, vor ca. 1945 sag ich mal, müsste es also ein helleres blau sein wie zwischen 1945 und 1976. Danach wird das Blau dann wieder heller und geht ins Rot über. So richtig wird das m.E. auf dem Bild nicht dargestellt. Man kann es allerdings wegen fehlender Jahreszahlen nur erraten.

  8. Hallo Herr Limburg,
    Ihr Artikel scheint mir etwas dünn zu sein. Ja, Herr Terli hat die Grafik mal absoluten Temperaturwerten, mal der Abweichung von einem Temperatur Referenzwert zugeschrieben. Das dürfte einem ausgebildetem Wissenschaftler wie Herrn Terli natürlich nicht passieren, ist aber nicht wirklich entscheidend, weil sich aus beiden Datenquellen eine optisch ähnliche Grafik zaubern ließe, beide mit derselben gewünschten alarmistischen Aussage.

    Viel interessanter wäre es gewesen, die Quelle der Grafik, die zugrunde liegenden Daten oder die gewählte Farbskala zu hinterfragen und ev. sogar alternative Darstellungen anzubieten.

    Mfg

    • @Christoph Meyer – Sie missverstehen offenbar den Beitrag. Herr Limburg präsentiert hier einen Videobeitrag vom Klima Manifest Heiligenroth. Demnach ist der Text zum Videobeitrag nicht „zu dünn“, sondern viel eher ziemlich ausführlich.

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