NASA-Glaziologe Jay Zwally räumt auf: Die Antarktis verzeichnet Eiszuwachs!

Antarktisches Eis: wächst es, oder schrumpft es? Bild: M. Helmich  / pixelio.de

Michael Bastasch
Einführung von Blogbetreiber Anthony Watts
: Einer neuen Studie zufolge, die sofort Echo in allen Medien fand und die nach einem Schwarm anderer Studien und Beiträge erschienen war, soll die Antarktis an Eismasse verlieren. Der Glaziologe Zwally weist nun aber nach, dass der Eiszuwachs in der Antarktis irgendwo zwischen 50 und 200 Gigatonnen pro Jahr beträgt.

Der NASA-Glaziologe Jay Zwally sagt, dass er in seiner neuen Studie wieder einmal nachweisen wird, dass die Eisschilde der östlichen Antarktis so viel Eiszuwachs verzeichnen, dass die Verluste im Westen mehr als ausgeglichen werden.

Schmilzt das Eis in der Antarktis nun, oder nimmt es an Masse zu? Eine neue Studie behauptet, dass der Eisverlust der Antarktis während der letzten Jahre dramatisch zugenommen hat. Aber weitere Forschungen zeigen, dass diese Behauptung auf sehr wackligen Beinen steht.

Zwally hat den „Konsens“ bzgl. der Antarktis zum ersten Mal im Jahre 2015 in Frage gestellt, als er eine Studie veröffentlichte, die nachwies, dass das Wachstum der Eisschilde in der Ostantarktis die Verluste in der Westantarktis mehr als kompensierte. Auf diese Studie hat WUWT bereits in einem Beitrag hingewiesen. In diesem Beitrag kann das paper (open source) heruntergeladen werden. Zur Vereinfachung gleich hier die zwally-antarctica-study von 2015.

Zwally stellt jetzt erneut das vorherrschende Narrativ in Frage, wie die globale Erwärmung den Südpol beeinflusst. Sehr ähnlich wie im Jahre 2015 wendet sich Zwallys demnächst erscheinende Studie gegen den so genannten „Konsens“ einschließlich einer von einem aus 80 Wissenschaftlern bestehenden Team durchgeführten und in Nature veröffentlichten Studie. Darin findet sich die Schätzung, dass die Antarktis insgesamt über 200 Gigatonnen Eis pro Jahr verliert, was 0,02 Inches [ca. 0,5 mm] zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen soll.

Im Grunde stimmen wir hinsichtlich der Westantarktis überein“, sagte Zwally. „Die Ostantarktis verzeichnet aber nach wie vor Eiszuwachs, und hier herrscht Dissens“.

Der vermeldete Eisverlust ist zumeist die Folge von Instabilität des westantarktischen Eisschildes, welcher von unten durch warmes Ozeanwasser angegriffen wird. Wissenschaftler neigen übereinstimmend zu der Ansicht, dass der Eisverlust in der Westantarktis und bei der Antarktischen Halbinsel zugenommen hat.

Messungen des ostantarktischen Eisschildes sind jedoch mit großen Unsicherheiten behaftet. Darauf fußt der Dissens. (Siehe den damit zusammenhängenden Beitrag mit dem Titel [übersetzt] „Der größte Eisschild der Erde war Millionen Jahre während einer Warnzeit in der Vergangenheit stabil“).

Unserer Studie zufolge ist das Gebiet der Ostantarktis mit den größten Unsicherheiten der ganzen Antarktis behaftet“, sagte Andrew Sheperd, Leitautor der Studie und Professor an der University of Leeds. „Obwohl es über kürzere Zeiträume eine relativ hohe Variabilität gibt, konnten wir keinen signifikanten langfristigen Trend finden, der über 25 Jahre hinausgeht“.

Nun wird die Studie von Zwally jedoch nachweisen, dass der östliche Eisschild mit einer Rate wächst, die die zunehmenden Verluste im Westen mehr als ausgleicht.

Die Eisschilde befinden sich „sehr nahe eines Zustandes im Gleichgewicht“, sagte Zwally. Er fügte hinzu, dass sich dieses Gleichgewicht ändern könnte, wenn die Gesamt-Schmelze bei stärkerer Erwärmung in der Zukunft zunimmt. Warum also gibt es einen so großen Unterschied zwischen den Forschungsergebnissen von Zwally und dem, was 80 Wissenschaftler jüngst in Nature veröffentlicht hatten?

Dafür gibt es mehrere Gründe, aber am schwersten schlägt zu Buche, wie die Wissenschaftler das machen, was sie Glacial Isostatic Adjustment GIA nennen. Dabei wird die Bewegung der Erde unter den Eisschilden berücksichtigt.

Wissenschaftler ziehen Modelle heran, um die Bewegung von Landmassen zu messen als Reaktion auf Änderungen der Eisschilde oben. Beispielsweise sagte Zwally, dass die ostantarktische Landmasse abgesunken ist als Folge von Massenzuwächsen der Eisschilde.

Jene Landbewegungen beeinträchtigen die Daten der Eisschilde, besonders in der Antarktis, wo kleine GIA-Fehler große Änderungen der Massenbilanz der Eisschilde bewirken können – ob das Eis wächst oder schrumpft. Differenzen gibt es außerdem, wie die Forscher die Bildung von Firn und die Akkumulation von Schneefall modellieren.

Das muss genau bekannt sein“, sagte Zwally. „Es ist ein Fehler zu glauben, dass man dies zu modellieren in der Lage ist. Dies sind Modelle, welche die Bewegungen der Erde unter dem Eis abschätzen“.

Zwallys Studie aus dem Jahr 2015 zeigte, dass eine isostatische Adjustierung von 1,6 mm erforderlich war, um die „gravimetrischen und altimetrischen“ Messungen von Satelliten in Übereinstimmung miteinander zu bringen.

In der Studie von Sheperd wird die Arbeit von Zwally mehrmals zitiert, doch wird darin lediglich von einem Eiszuwachs in der Ostantarktis von 5 Gigatonnen pro Jahr gesprochen – doch ist diese Schätzung mit einer Fehlerbandbreite von 46 Gigatonnen behaftet.

Zwally andererseits behauptet, dass der Eiszuwachs irgendwo zwischen 50 und 200 Gigatonnen pro Jahr liegt.

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/06/15/nasa-glaciologist-jay-zwally-puts-the-hammer-down-antarctica-is-gaining-ice/

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16 Kommentare

  1.  

    Hier wird ein Bericht über einen Bericht über eine bevorstehende Publikation rausgerollt. Aha.

    Ich habe keinen verwertbaren link gefunden – nicht in Anthony Watts Beitrag und schon gar nicht beim DailyCaller (Letzteres verwundert nicht wirklich).

    Wenn man dann aber zu Tema sucht kann man schon Studien finden, die die hier verbreiteten „News“ zumindest in Frage stellen.

    https://www.nature.com/articles/s41598-018-22765-0#Bib1

    MfG

    Ketterer

  2. „Einer neuen Studie zufolge, die sofort Echo in allen Medien fand …“

    Mal ernsthaft gefragt: Was sind solche Studien denn wert? Das Einzige, was zählt, sind Messungen und die gibt es weder in der Arktis noch in der Antarktis in der notwendigen Zahl und über die notwendige Zeit.

    Was viele dieser Typen aus der Klimapolitik nicht wissen ist die Abhängigkeit des maximalen Wasserdampfgehaltes der Luft von der Temperatur. Je kälter, desto weniger Wasserdampf kann in der Luft sein. Die Folge davon ist, daß am Südpol der Schneefall extrem gering ist.

    Aber das wissen die naturwissenschaftlich ungebildeten Journalisten nicht.

    • Der Schneefall muss anscheinend aber doch recht hoch sein, wie Dr. Miller vom AWI jedenfalls vor ein paar Jahren sagte, da die hydraulischen Stützen der neu errichteten Station Neumeyer bereits recht bald hochgefahren werden mussten. Die alte Station musste immer aus den Neuschneemassen ausgegraben werden.

      Und Miller sagte ebenfalls das das Eis was in der Arktis verloren gehe durch den Zuwachs in der Antarktis mehr als nur kompensiert wird.

      Von weniger Schneefall habe ich da nichts gehört, außer es hat sich in den letzten 2 Jahren was geändert.

      • In der Nähe der jeweiligen Ozeane (pazifisch, indisch und atlantisch) gibt es selbstverständlich oberhalb des Meereises genug Niederschlag, nur nicht im Inneren, da wo die Gebirge sind. Die Temperaturen sind da zu niedrig und die Feuchtigkeit von den Ozeanen ist schon als Schnee unten angekommen.

    • War ein chinesischer Eisbrecher, der selbst stecken geblieben ist. Das zu rettende Forschungsschiff war russisch! Auch ist zuvor ein australischer Eisbrecher am Rettungsversuch gescheitert.

      Wenn schon, dann bitte korrekt.

  3. hallo,

    das die Antarktis einen Eiszuwachs hat weiß doch jeder, obwohl eine kleine Halbinsel eine Eisverringerung aufweist!
    mfg

  4. Wer in der Literatur ein wenig stöbert, findet Hinweise darauf, dass seit etwa 30 Millionen Jahren eine Eiszeit existiert, die durch das Vereisen eines der Pole gekennzeichnet ist.

    Vor etwa 2,7 Millionen Jahren hätte das Eis auch den zweiten Pol erwischt.

    Ach wie gut, dass niemand weiß ….ob diese Vereisung weiter andauert, sich wieder verstärkt, oder gar zu Ende geht. – Toyota meint: „Alles ist möglich!“

  5. Hier in Deutschland hat man den Eindruck, dass Recherche / Prüfung von Meldungen im Klimabereich nicht mehr stattfindet. Wohl nur dann, wenn die Aussage nicht ins Glaubensbuch der Jünger passt, wenn sie passt, sofort ist sie veröffentlicht. Das findet aber eben nicht auf Anordnung statt, die Leute haben das richtige Parteibuch und die richtige Überzeugung (grün-rot). Die Medien sind keinesfalls unter Merkel-Diktat, die richtigen Leute sitzen an den einflussreichen Positionen und machen das ganz automatisch.

  6. Leider hat man als kritischer Beobachter gegen die geballte grüne Medienmacht keine Chance. Wenn noch die letzte Dorfzeitung mit absoluter Sicherheit auf ihrer Wissenschaftsseite den nahen Weltuntergang verkündet, ist man mit Gegenmeinungen auf nahezu verlorenem Posten.
    https://tinyurl.com/yavttarb
    PM, Geologe

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