Rettet den Strompreis!

Erneuerbare? Bild Schnecke127, Pixabay; CC0 Creative Commons

Elektrischer Strom ist den Deutschen lieb – und vor allem teuer. Gerade hat der Haushaltspreis für eine Kilowattstunde die 30-Cent-Marke geknackt. Genau 30,8 Cent pro more »


Elektrischer Strom ist den Deutschen lieb – und vor allem teuer. Gerade hat der Haushaltspreis für eine Kilowattstunde die 30-Cent-Marke geknackt. Genau 30,8 Cent pro Kilowattstunde muss, laut McKinseys „Energie Index“ für das 2. Halbjahr 2017, der deutsche Bürger inzwischen zahlen, damit er kochen, seine Wohnung beleuchten, telefonieren, im Internet surfen oder Kühlschrank, Waschmaschine und zahlreiche andere Haushaltsgeräte betreiben kann. Das ist doppelt so viel wie Haushaltsstrom in Frankreich oder im Hochpreisland Schweiz kostet. Damit hat sich Deutschland eine Spitzenposition erarbeitet; nur die Dänen zahlen geringfügig mehr.

Vor zwei Jahrzehnten sah das noch anders aus. 1998 – der Strom kostete damals umgerechnet 14 Cent pro Kilowattstunde – liberalisierte die Bundesregierung den Strommarkt. Verbraucher konnten den Stromlieferanten frei wählen, Stromerzeuger durften überregional ihre Leistungen anbieten. Zunächst fiel der Strompreis. Ein Drei-Personen-Haushalt zahlte 1998 pro Monat durchschnittlich 50 Euro, im Jahr 2000 nur noch 40 Euro.

Das war’s dann aber auch. Im neuen Jahrtausend ging es mit dem Preis wieder kräftig aufwärts. 1999 brachte die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder eine „ökologische Steuerreform“ ein. Dazu gehört eine Stromsteuer, die den Strom um knapp über zwei Cent pro Kilowattstunde verteuert und dem Bund jährlich etwa sieben Milliarden Euro bringt. Ein Jahr später folgte das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das dem Ökostrom eine komfortable Vorzugsbehandlung garantiert: Unabhängig vom Bedarf muss er vorrangig ins Netz eingespeist werden. Vergütet wird er in einer Höhe, die deutlich über den Gestehungskosten von Strom aus konventionellen Quellen liegt. Diese Vergütung, ein Festpreis, wird für die Dauer von zwanzig Jahren garantiert und vom Verbraucher bezahlt.

„Das EEG ermächtigte die Ökoindustrie, allen Bürgern zwangsweise das Geld aus der Tasche zu ziehen.“


Das EEG war, aus grüner Sicht, ein geniales Konstrukt. Es ermächtigte die Ökoindustrie, allen Bürgern mit einem alltäglichen, lebensnotwendigen Produkt zwangsweise das Geld aus der Tasche zu ziehen, und zwar an Marktgesetzen und demokratischer Kontrolle vorbei. Anstatt neue Energieformen aus dem Bundeshaushalt zu fördern, so kritisierte der Ökonom Prof. Carl Christian von Weizsäcker schon vor zehn Jahren 1, nehme „der Staat dem Bürger am Haushalt vorbei Geld ab“. Das sei „nicht verfassungsgemäß“.

Aber erfolgreich. Mit Hilfe dieses Gesetzes hat die Ökoindustrie inzwischen reichlich Kasse gemacht und Hunderte von Milliarden kassiert. 2 Kritiker des EEG wurden damals beruhigt: Subventionieren wolle man Windräder und Photovoltaik nur bis zur „technisch-industriellen Reife“ (diese ist schon lange erreicht, aber gefördert wird noch immer). Legendär die Aussage des Grünen Jürgen Trittin, damals deutscher Umweltminister: Die Förderung erneuerbarer Energien, so verkündete er 2004, werde einen Haushalt nur einen Euro im Monat kosten – „so viel wie eine Kugel Eis“.

Zwei Jahre nach dem EEG folgte die KWK-Umlage. Damit fördert der Verbraucher Strom aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Das macht etwa zwei Cent pro Kilowattstunde. Die Offshore-Haftungsumlage für Windparks in Nord- und Ostsee kam 2013. Sie soll Schadensersatzkosten decken, die durch verspäteten Anschluss der Anlagen an das Landstromnetz oder durch Netzunterbrechungen entstehen. Diesen Dilettantismus zahlt auch der Verbraucher, ebenso wie die 2014 eingeführte AbLa-Umlage. Damit werden Industriebetriebe für (freiwillige) Lastabwürfe zur Stabilisierung des Netzes entschädigt.

Abbildung 1: Zusammensetzung des durchschnittlichen Strompreises für Haushaltskunden (3500 kWh Jahresverbrauch) in Deutschland 2017 (Quelle: strom-report.de).

Abgaben und Umlagen machen bei Haushaltskunden inzwischen 55 Prozent des Strompreises aus (siehe Abbildung 1). Seit der Liberalisierung 1998 hat sich dieser Kostenblock mehr als verdoppelt. Stromerzeugung und Vertrieb – das eigentliche Produkt – machen hingegen nur noch ein Fünftel des Gesamtpreises aus.

Steigende Netzkosten

Geliefert wird Strom über ein Übertragungs- und Verteilnetz mit einer Länge von 1,8 Millionen Kilometern. Vier große Betreiber (Amprion, 50 Hertz, TransnetBW und Tennet) sind für die Hochspannungsübertragung zuständig, eine größere Zahl von Firmen verteilt den Strom in der Fläche. Für die Nutzung des Netzes, für Errichtung, Instandhaltung und Betrieb, zahlt der Kunde ein Entgelt. Am wenigsten zahlen Großabnehmer, die ans Hochspannungsnetz angeschlossen sind. Am teuersten ist das Niederspannungsnetz für die Verteilung vor Ort, zumal diese Leitungen überwiegend unter der Erde verlegt sind. Netzentgelte sind inzwischen größter Bestandteil des Strompreises. Kostentreiber sind vor allem Windräder und Photovoltaik-Anlagen. Zwar erzeugen sie Strom mittlerweile deutlich preiswerter als zuvor, aber jede neu ans Netz gehende Anlage erhöht die Netzkosten. Tausende Kilometer an neuen Leitungen müssen gelegt, alte ertüchtigt werden. Und neue, kostenträchtige Probleme ergeben sich aufgrund der Volatilität von Wind- und Photovoltaik-Strom.

„Die unstete Leistungseinspeisung durch Windräder und Solaranlagen macht das Netz instabil.“


Die konventionelle Elektrizitätsversorgung, wie sie bis zur Jahrhundertwende vorherrschte, war robust. Stromausfälle waren extrem selten, verursacht zumeist von äußeren Einflüssen, von Stürmen, Gewittern, von Schnee und starkem Frost, welche die Stromleitungen unterbrachen. Heute sitzt der Feind im Inneren des Netzes: Die unstete Leistungseinspeisung durch Windräder und Solaranlagen macht das Netz instabil. Netzbetreiber haben täglich alle Hände voll zu tun, um das Netz aufrecht zu erhalten.

So müssen sie immer häufiger die Leistung von Grundlastkraftwerken anpassen. Bei diesem sogenannten „Redispatch“ werden konventionelle Kraftwerke bei Stromüberschuss gedrosselt und bei Mangel an Wind und Sonnenschein hochgefahren. Außerdem halten die Übertragungsnetzbetreiber inzwischen einige Gigawatt an Reservekraftwerken vor, die bei hohem Strombedarf und gleichzeitigem Ausbleiben von Wind- und Solarstrom gestartet werden – wie etwa bei der Dunkelflaute vom Januar 2017. Das alles bringt erhebliche Kosten mit sich, die natürlich der Verbraucher zahlt.

Dazu kommen noch Zahlungen für nicht geleistete Arbeit. Wenn zu viel Ökostrom zur Unzeit ins Netz drängt, müssen vor allem Windräder zeitweise heruntergeregelt werden. Diese „Ausfallarbeit“ ist von etwa 100 Gigawattstunden im Jahr 2010 auf 4700 Gigawattstunden im Jahr 2015 angestiegen. Dafür wurden die Erzeuger mit 315 Millionen Euro „entschädigt“.

Beim Betreiber Tennet, so der Chef Urban Keussen, trieben vor allem die „netzstabilisierenden Notmaßnahmen“ die Kosten in die Höhe. „Nur fünf Prozent sind durch den Netzausbau begründet.“ Für 2017 rechnet Keussen mit einem Anstieg der Netzkosten um etwa 80 Prozent. Bei TransnetBW in Baden-Württemberg werde der Anstieg bei rund fünf Prozent liegen. Der Grund liegt auf der Hand: Im Ländle gibt es nur wenige Windräder und Photovoltaik-Anlagen, während Tennets Netz mit einem hohen Anteil volatiler Stromerzeuger gesegnet ist.

„In den vergangenen Jahren sind die Kosten für die Netzstabilisierung stetig angestiegen.“


In den vergangenen Jahren sind die Kosten für die Netzstabilisierung stetig angestiegen (siehe Abbildung 2). Sie werden weiter steigen, wenn, wie geplant, die Zahl von Windrädern und Photovoltaik-Anlagen weiterhin wächst. Dazu kommen weitere Ausgaben, um die Gebrechen volatiler Stromquellen abzufangen: neue Überlandleitungen, Smart Grids, Speicher … all das kostet.

2011 2012 2013 2014 2015
Kosten für die Abregelung nicht verwendbaren Stroms aus erneuerbaren Energien (Einspeisemanagement) 33,5 33,1 43,8 183,0 478,0
Kosten für die regionale Verlagerung von Kraftwerkseinsätzen (Redispatch) 41,6 164,8 113,3 185,4 402,5
Netzreserve für den Fall, dass in Deutschlands Süden zu wenig fossile Kraftwerke am Netz sind 16,8 25,7 56,3 66,8 168,0
Insgesamt 91,8 223,6 213,3 435,2 1.048,5

Abbildung 2: Kosten für die Netzstabilisierung 2011-2015 (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 04.12.2016).

Im schon erwähnten „Energie-Index“ von McKinsey werden für 2020 Netzkosten von 27 Milliarden Euro angesetzt (davon 3 Milliarden für Netzeingriffe), für 2025 sind es 31 Milliarden Euro, inklusive 4 Milliarden Euro für Netzeingriffe. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Die Diplomingenieure Herbert Niederhausen und Andreas Burkert sehen weitaus höhere Aufwendungen für das Netz voraus, will man die Energiewende umsetzen. Die Politiker, so schreiben sie in ihrem Buch3, müssten endlich sagen, dass es nicht mit „dem Bau von zusätzlich 1000 Kilometern oder 3600 Kilometern Freileitungsstrecke“ getan sei. Die Autoren schätzen vielmehr, dass es etliche zehntausend Kilometer an Übertragungsleitungen und, je nach Ausbau von Windkraft und Photovoltaik, mehrere hunderttausend Kilometer Leitungen im Verteilnetz erfordern würde. Kostenschätzung: bis zu zwei Billionen Euro!

Derart hohe Beträge scheinen sehr unwahrscheinlich zu sein. Allerdings zeigen Erfahrungen mit der Energiewende, dass ihre Befürworter stets nach dem Prinzip vorgehen „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“. Aufwendungen für die Energiewende werden erst einmal kleingeredet. Stillschweigend werden dann später die vielfach höheren Kosten übernommen. Den Finanzminister freut es in jedem Fall. Er „verdient“ kräftig mit, jährlich über zehn Milliarden Euro. Auf die Stromlieferung einschließlich aller Umlagen und Abgaben kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent. Selbst die Stromsteuer wird versteuert.

Subventioniertes Ökostromdumping

Warum zahlen die Haushalte so hohe Strompreise obwohl Solar- und Windstrom an der Leipziger Strombörse Tiefstpreise erzielt? Ganz einfach, so erzählen die Ökos, die großen Stromkonzerne geben diese nicht an die Verbraucher weiter. Das ist Unsinn. Tatsächlich ist die Preisgestaltung eine vertrackte Geschichte, bei der es nur einen Gewinner gibt: die Betreiber von Ökostromanlagen.

Der Vorgang ist Folgender: Die vier Übertragungsnetzbetreiber stehen immer wieder vor der Frage, wie sie große Mengen an erneuerbarem Strom loswerden. Ablehnen können sie ihn nicht, da er per Gesetz mit Vorrang eingespeist wird. Die Autoren Niederhausen und Burkert sehen das deutsche Stromnetz deshalb nicht mehr als Versorgungs-, sondern als Entsorgungsnetz an. Entsorgen lässt sich der grüne Überschussstrom nur durch den Verkauf zu Mindestpreisen an der Leipziger Strombörse. Und je mehr grüner Strom erzeugt wird, desto niedriger liegt der Verkaufspreis. 2016 betrug er im Jahresschnitt rund drei Cent pro Kilowattstunde. In den Wintermonaten liegt er höher; da scheint die Sonne nur kurz und bei ruhigem Winterwetter pausieren auch die Windräder manchmal tagelang. Dafür fällt der Preis in den Sommermonaten, da dann kurzzeitig große Mengen an Ökostrom ins Netz drängen.

„40 Millionen Euro mussten die Netzbetreiber zahlen, damit Kunden den zur Unzeit gelieferten Strom überhaupt abnahmen.“


Selbst negative Preise sind möglich. Der Netzbetreiber zahlt Großkunden Geld, wenn diese ihm Strom abnehmen. So geschehen am Sonntag, dem 30. April dieses Jahres, als über 40 Gigawatt Ökostrom auf einen niedrigen Feiertagsverbrauch trafen. Der Verkaufspreis sank zeitweise auf minus 10 Cent pro Kilowattstunde. 40 Millionen Euro mussten da die Netzbetreiber zahlen, damit Kunden den zur Unzeit gelieferten Strom überhaupt abnahmen. All diese Beträge landen letztlich auf der Stromrechnung der Haushalte.

Für drei Cent pro Kilowattstunde wird der Strom an der Börse verramscht, dank des zeitweise reichlich vorhandenen Ökostroms. Der Verbraucher aber zahlt weiterhin das Zehnfache. Wo ist der Pferdefuß? Dass daran die Stromkonzerne schuld seien, ist die größte Lüge der Ökolobby. Richtig ist, dass Strom aus Wind und Sonne einfach nicht mehr wert ist, da er dem Netz nicht bedarfsgerecht aufgedrängt wird. Richtig ist aber auch, dass die grünen Erzeuger davon keinen Nachteil haben. Sie erhalten stets die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung, die praktisch immer über dem Verkaufspreis liegt. Die Differenz zwischen Vergütung und Marktpreis (die EEG-Umlage) zahlt der Verbraucher.

Das ist Dumping. Man verkauft weit unter dem Herstellungspreis, um die Konkurrenten aus dem Feld zu schlagen. Wenn eine Firma so etwas macht, braucht sie viel Geld in der Hinterhand, denn auch sie macht Verluste. Einfacher geht es mit dem „subventionierten Dumping“ der Ökostromproduzenten. Sie greifen auf das Geld des Millionenheers von privaten und gewerblichen Stromverbrauchern zu, das inzwischen jährlich über 20 Milliarden Euro an EEG-Umlage zahlt. Am meisten profitieren Besitzer von Photovoltaikanlagen, deren Zahl ab 2008 dramatisch zugenommen hat. Damals lagen die Vergütungen des Solarstroms noch zwischen 30 und 45 Cent pro Kilowattstunde – garantiert für 20 Jahre. Der Erzeuger kann also beruhigt seinen Strom für drei Cent pro Kilowattstunde verkaufen, denn er weiß: 27 Cent pro Kilowattstunde erhält er später dazu.

„Das fossil-nukleare Elektrizitätssystem kommt problemlos ohne die Ökostrom-Trittbrettfahrer aus. Umgekehrt aber gilt dies nicht.“

Dieses Dumping mit Öko-Label schädigt nicht nur Stromkunden, sondern das gesamte konventionelle Elektrizitätssystem. Kern- und Braunkohlenkraftwerke, welche die Grundlast liefern, haben Stromgestehungskosten von drei bis vier Cent pro Kilowattstunde. Börsenpreise um drei Cent pro Kilowattstunde führen dazu, dass Betreiber diese „auf Verschleiß“ fahren. Und neu gebaute Kraftwerke benötigen für einen wirtschaftlichen Betrieb Stromverkaufspreise zwischen fünf und acht Cent pro Kilowattstunde und lassen sich unter diesen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Bei Verfechtern der Energiewende dürfte diese Entwicklung mehr als nur „klammheimliche Freude“ auslösen. Allerdings übersehen sie, dass ohne die stabile Grundlage durch konventionelle Kraftwerke die volatile Einspeisung des Ökostroms das Netz sofort zusammenbrechen lassen würde. Das fossil-nukleare Elektrizitätssystem kommt problemlos ohne die Ökostrom-Trittbrettfahrer aus. Umgekehrt aber gilt dies nicht.

Hält man trotzdem an der Energiewende fest, sind weitere Strompreistreiber vorprogrammiert. Dann müssen konventionelle Kraftwerke subventioniert werden, damit sie Windräder und Photovoltaik-Anlagen am Leben erhalten. So macht die Energiewende das, was sie am besten kann: neue Subventionen erzeugen. Und damit den Strompreis nach oben treiben.

Dieser Artikel ist zuerst bei Novo erschienen.

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26 Kommentare

  1. Aber was haben Sie denn alle ?? Der Preis für Energie geht doch in die richtige Richtung.

    Sagte nicht Frau Angela Merkel 1997 auf dem Bundesparteitag der CDU, dass die Energie in Deutschland zu billig sei ? Na, sie hat sich doch durchgesetzt, natürlich nicht alleine SPD, FDP, DIE Linke haben schon mitgeholfen.  Und die Parteien wurden gewählt. Das sind Vertreter des Volkes. Ob das dem Volk bewusst ist ?

     

    Herr Müller

    Richtig, Siemens zieht sich zurück und gründet in Texas die Energiesparte neu. Hier in Deutschland ist ja Herr Kaeser verbal für die Energiewende und tönt auch so. Aber, um mit Karl May zu reden, hat er eine gespaltene Zunge. In den USA sagte er, dass Photovoltaik in Deutschland ungefähr so sei wie Ananas in Alaska anbauen. Wobei er damit m.E. Recht hat.

    Allerdings würde ich sagen, dass die Kraftwerksparte für Siemens auch ohne Energiewende ins Wanken geraten würde – vielleicht nicht so schnell – aber Indien und China, falls diese Länder auf der Verkaufsliste von Siemens standen, würden ihre Kraftwerke mit oder ohne unserer Energiewende sowieso selber bauen, genauso wie China jetzt auch eigene Kernkraftwerke baut und Indien demnächst wahrscheinlich auch. Das würde dann Russland als erfolgreichen Exporteur dieser Energietechnik treffen.

  2. Heute kam die Nachricht, dass Siemens in seiner Kraftwerkssparte Mitarbeiter in den Zwangsurlaub schickt und betriebsbedingte Kündigungen (zusätzlich zu den Werksstilllegungen im Osten) nicht mehr ausschliessen kann. Grund: Die Nachfrage ist zusammengebrochen und keine Besserung in Sicht. Indien und China, wo man noch Kraftwerke baut, kaufen keine im Ausland, die bauen sie selber.

    So geht wieder eine Kernkompetenz der deutschen Industrie den Bach hinab. Die Autos sind die nächsten.

    Mfg

    • @Fred F. Mueller

      So schaut es aus…im neuen Grün-Sozialistischen Deutschland in dem wir in Zukunft alle Gut und Gern unter staatlicher Aufsicht (Kontrolle und Überwachung) dann dahin vegetieren dürfen….EU-Deutschland ist zum Kommunistischen….zum DDR System…zum Venezuela der Neuzeit verkommen.

      Freie und Soziale Marktgesellschaft…einer Wirtschaft der Freien MEHRWERTSCHAFFUNG OHNE EINMISCHUNG des Größenwahn einer Politik…einer Gesinnungspolitik….zum WOHLE der Gesellschaft…in dem Fall des Deutschen Volk…das war einmal in Deutschland…lange, lange ist es her….Merkel hat die Grün-Sozialistische Staatsdiktatur wieder in Deutschland eingeführt.

      Nach der Energieversorgung wird die Autoindustrie und danach die Chemieindustrie und zum Schluss die gesamt Industrie in Deutschland VERSTAATLICHT….so schaut dann die Zukunft in Deutschland aus….der Mangel und die Armut der Grün-Sozialistischen Gesinnungsdiktatur hat über die freie und mehrwertschaffende Marktgesellschaft von Angebot, Nachfrage, Wettbewerb und Insolvenz in Deutschland die Oberhand gewonnen…auch weil die Wähler in Deutschland…so gewählt haben, wie diese gewählt haben…ihren eigenen Untergang..den Untergang durch eine markt- gesellschaftsfeindliche Merkel-Medien Gesinnungspolitik.

       

  3. Dass die Kosten der Netzstabilität exponentiell wachsen werden, dürfte in der Natur der Sache liegen. Bisher waren die Kraftwerke geographisch verteilt und der Ausbauzustand der Verteilnetze gehorchte den Leistungsanforderungen der Verbraucher. Idealisiert könnte man aus Sicht der Kraftwerke sagen, daß die Netzstruktur eine 1:n – Beziehung war. Heute muss der Ausbauzustand der Netze nicht nur die Verbrauchsnachfrage abbilden, sondern auch die Einspeisungsnachfrage um die unzähligen Einspeisungspunkte eines „unkontrollierten“ PV-Wachstums zu berücksichtigen. Man kann also tendentiell von einer n:m – Struktur sprechen. Ob die im Text genannten 2 Billionen € reichen werden, wird die Zukunft zeigen.

    Was sicher ist, ist die Tatsache, dass diese Politik einen Grundsatz der Ökonomie und eine grüne Heilslehre auf den Kopf stellt: nämlich nur so viel zu produzieren, wie zu einem Zeitpunkt abgesetzt werden kann. Leider gibt es in diesem Zusammenhang noch ein weiteres „Gesetz“, welches es zu beachten gilt: Die „Bereinigung“ fehlerhafter Strukturwandel-maßnahmen kostet in der Regel mehr Zeit und Aufwand als zu ihrer Durchführung notwendig war. Ob wir dann noch das Geld haben werden, dürfte zweifelhaft sein.

    Ich höre schon die Apologeten des EEG reden, bis dahin hätte man Lösungen der Stromspeicherung gefunden. Als ehemaliger Automobilmann sei mir dazu der Kommentar erlaubt: Die ersten Autos im 19. Jahrhundert waren alles E-mobile! Daimler, Benz und Bosch haben sich dem Verbrenner zugewandt, da in der elektrischen Speicherung keine Lösung am Horizont war! Und der Siegeszug der Verbrenner war nicht durch eine perfide Förderungspolitik dieser Technik geschuldet, – wie dies auch heute noch viele Öko-Spinner“ kolportieren, sondern einem extrem profanen Umstand: Benzin und Dieselöl haben zu anderen Energieträgern einen exorbitant hohen gravimetrischen und volumetrischen Wirkungsgrad, – vulgo, – bei im Vergleich zu anderen Energiearten gleichem Energieinalt brauchen sie extrem wenig Volumen und Gewicht. Darüber hinaus sind sie noch vergleichsweise einfach zu handhaben.

    Die Chinesen, Herr Putin, und wer auch sonst diese kollektive suizidale Idiotie nicht mitmachen, können sich getrost zurücklegen: Der Westen wird seinen Vorsprung in Technik und Ökonomie selbst verspielen. Der dieser Tage geehrte Karl Marx rotiert im Grabe.

    • Die Ahnungslosen halten zur Frage der Dezentralisierung am 28.5.18 am vornehmen Pariser Platz in Berlin sogar einen Trialog (sogar als Warenzeichen geschützt) ab. Damit das Ganze „wissenschaftlich“ aussieht kommen jede Menge Professsorixe zu Wort.
      Mich erreichte heute folgende Einladung:

      Sehr geehrter Herr XXXXXXX,

      wir freuen uns, Sie heute zum Trialog „(De)zentralisiert! Die Balance für ein nachhaltiges, zuverlässiges und bezahlbares Energiesystem finden“ einzuladen. Der Trialog findet am 28. Mai 2018 von 09:00 – 17:00 Uhr in Zusammenarbeit mit dem Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ in Berlin, am Pariser Platz 6, statt.

      Das Wort „Dezentralität“ ist aus Diskussionen zur Energiewende nicht mehr wegzudenken. Während Deutschland in den 1990er-Jahren noch von wenigen großen Kraftwerken versorgt wurde, sind in den letzten Jahrzehnten Millionen kleiner Energieerzeugunsanlagen entstanden wie Photovoltaik-Dachanlagen. Einige heben hinsichtlich dieser Entwicklung die neuen Chancen zur Beteiligung hervor, andere weisen auf die höheren Kosten eines dezentraleren Energiesystems hin.

      Wie sind Entwicklungen des Energiesystems in dezentralere, aber auch zentralere Richtungen – mit Blick auf Gesamtkosten, Akzeptanz oder Arbeitsplätze – zu bewerten? Und welche Möglichkeiten hat die Politik, hier steuernd einzugreifen?

      Über diese und weitere Fragen möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Projekts „Energiesysteme der Zukunft“ mit Ihnen diskutieren. Im Trialog tauschen Sie sich dazu mit Akteuren aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und organisierter Zivilgesellschaft aus.

      Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie in der Einladung anbei.

      Anmeldung:

      Auf die einfache Frage, wozu das alles gut sein soll, warum wir eine intakte gut funktionierende Energieversorgung gegen eine deutlich schlechtere und teuere eintauschen sollen ist niemand von den Veranstaltern gekommen.

      • @Admin

        Dieses Einlandungsschreiben ist ein Witz und zeugt einmal mehr von der Unkenntnis der Deutschen Stromversorgung….wenn man hier schreibt….Während Deutschland in den 1990er-Jahren noch von wenigen großen Kraftwerken versorgt wurde….

        Das waren vielleicht wenige große Energieunternehmen aber der Deutsche Kraftwerkspark an sich ist schon etwas mehr als wenig….

        Die wissen wirklich nicht auf was die sich da eingelassen haben…für die ist die Welt in Deutschland noch heil genug um weiter mit ihrer Blinden Zerstörung weiter machen zu können…auch wenn die Einschläge immer näher und häufiger werden…

        http://www.muenchen.de/aktuell/2018-05/stromausfall-maxvorstadt-technischer-defekt.html

         

    • zu: xyz-Punkte und n:m Strukturen

      Hat schon mal jemand die n:m Seriell-Parallel Widerstände ausgerechnet resp. modelliert? Ist in Richtung analytischer Weg ein beforschtes Thema (kennen einen Mathematiker der kürzlich ein neues Paper zum Thema veröffentlichte, ohne dabei die bisher nur mögliche nicht-analytische Form zu knacken).
      Darüberhinaus befürchte ich dass eine n:m Topologie von Hierarchisch nach Zyklisch tendiert, mit allen dazu unbekannten Problemen /nicht-sarc.

  4. „Und die ist für mich nicht wählbar.“

    Dann nölen Sie hier nicht rum, und unterstützen Sie weiter direkt oder indirekt die baldige Diktatur.

      • Mit Begründung wäre es schöner!
        Die AfD ist auch eine Partei und mit ihr wird die ganze Sauerei wieder losgehen. Zur Zeit ist sie notwendig, um die Altparteien abzuschaffen. Sie ist keine Lösung. Eine Lösung wäre eine komplette Verweigerung der Wahl. Das Unrechtssystem, das seit 1956 über keine Legitimierung verfügt, wird durch eine Wahl, die nicht dem Grundgesetz entspricht, scheinlegitimiert. Es ist eine Mafia, die eine grundgesetzwidrige Wahl inszeniert. Ob die AfD das in Ordnung bringt weiß ich nicht. Diese Wahl verweigern, DAS ist eine Lösung.

        Carsten

        „Unerbittlich suchen sich die Preise ihre Träger.“
        Gerhard Polt

        • Wahlverweigerung ist der falsche Weg. So bleiben hoch kriminelle an der Macht. Arbeiten Sie besser bei den „neuen“ kriminellen mit! Dort können Sie etwas bewirken. Trauen Sie sich! Mitläufer verhindern gute Arbeit.

        • @Carsten Thumulla

          Die AfD wird es nicht alleine Lösen können und einen Umschwung herbeiführen…dazu braucht es dann schon eine Kraftanstregung des ganzen Deutschen Volk. Die AfD ist eine Partei, die eine Alternative…also ein Angebot für den Deutschen Bürger macht…einen Weg aufzeigt….anprangert und Vorschläge macht….

          Den Rest muss dann der Wähler/der Bürger machen…bei der Wahl…das ist dann Demokratie…Mehrheitsverhältnisse entscheiden….Und die Mehrheit wählt halt in Deutschland immer noch den Weg der Grün-Sozialistischen Merkel-Medien Einheitspartei von CDU,CSU,SPD,Grüne,Linke und FDP.

           

  5. Bei der Berechnung und Angabe künftiger Redispatchkosten wird häufig übersehen, dass das nur solange stimmt, wir es technisch noch möglich ist, den Redispatch auch durchzuführen; d.h. dass sowohl die konventionellen KW als auch das Netz das noch hergeben!

    Stößt das System aber an die technischen und physikalischen Grenzen, helfen auch unendlich viele Euros nicht mehr!

     

    • richtig, irgendwann kann es auch die Technik nicht mehr richten,

      na, dann lassen wir uns mal überraschen

      ich sollte mir doch langsam ein Stromaggregat kaufen, allerdings möchte ich ein Dieselaggregat, weil ich dann bei zu erwartetem Tankstellenstillstand, das Heizöl aus meinem Öltank verwenden kann. Nur sind diese Dieselaggregate um etliches teurer wie ein Benziner und auch so sauschwer und groß.

      • So ein Notstromaggregat auf Basis Diesel hab ich schon – aber eines auf vier Rädern. Das Auto stelle ich dann in den Garten, lege einen Ziegelstein aufs Gaspedal und schließe an die Batterie/Lichtmaschine einen Spannungswandler 12VDC auf 230VAC an… das klappt prima!

        • Guter Gedanke,
          Leerlauf genügt nicht ? wäre der Verbrauch geringer, laut Anzeige wäre ich dann bei 0,4 l/Std.

          • Leerlauf bedeutet aber, dass die Lichtmaschine auch fast leer läuft; sobald die aber die Batterie nachlädt, braucht die auch mehr Sprit.

  6. könnte es sein, dass Sie das Programmstudium der AfD nach deren klarer Position zur Klimafrage verfrüht abbrachen?

  7. PS.  Der Strompreis von 15 Cent/kWh kann leider ohne die deutschen Kernkraftwerke nicht mehr gerettet werden! – Der Preis könnte allerdings signifikant unter „drei Groschen“ absinken, wenn man den „Erneuerbaren“ Neulingen auf dem Strommarkt endlich völlig freie Hand lassen würde!

    • Lieber Herr Wolf,

      das geht dann nur mit dem „Stromspeichersee“, an den heute noch immer viele Umweltbewegte glauben. Machen Sie sich mal schlau, wie sich heute der Strompreis von 30,8 Cent zusammensetzt und wohin die Preise der Netzstabilisierung gehen!

      • @Stephan Bujnoch

        Falsch! Das geht nicht einmal mit Strompspeichern….ein Speicher ist nämlich ein Speicher und kein Erzeuger. Und ein modernes und funktionales Stromversorgungsnetz ist ein „Just in time“ Netz….zu jederzeit an jeden Ort die richtige Menge an benötigten Strom/Energie zu haben….einer, der Nachfrage geschuldeten, Stromversorgung…zum Wohl des Menschen…der Bürger…der Gesellschaft und des Volk.

        Sobald Sie aber mit Speichern anfangen, weichen Sie von diesen „Nachfrage befriedigenden System“ ab….ein Speicher steht in einen „Just in time“ System nur für einen Nachteil…für einen MANGEL….ein Speicher verwaltet so zu sagen den Mangel…und das auch nicht ewig sondern nur für einige Stunden….danach ist der Speicher leer und FÄLLT AUS! Das Stromversorgungssystem bricht dann in sich zusammen…weil weder genug Energie von der Sonne, von Wind und Biogas vorhanden ist und die Speicher halt LEER sind.

        Bein einen Kraftwerks-Energieträger Mixpark…kann so etwas nicht passieren…es ist immer genug Oel, Kohle, Gas und vor allen Uran bzw. auch Thorium vorhanden….die Vorrät reichen locker über die Zeitspanne der Menschheit auf dieser Erde hinaus.

    • ja, ist klar, Wolff…

      Lassen wir denen doch mal freie Hand:

      -Entfall EEG-Umlage

      -Entfall Einspeisezwang

      Dann schau’n mer mal

  8. „Es geht auch anders, doch so geht es auch“, vertont Kurt Weil den Bertold Brecht in der „Dreigroschenoper“ oder auch  „Das Primat der Politik“:

    Der Strompreis wäre bis heute dramatisch und nicht zu vermeiden auf etwa 15 Cent/kWh angestiegen, wenn man es bei dem zuverlässigen Mix aus Kohle, Kernenergie, Erdgas und etwas Wasserkraft belassen hätte. – Doch Wind und Sonne sind ja noch billiger, Politik geht konsequent ans Werk:

    Für Spitzenwissenschaftler, die perfekt (aber exklusiv) die Addition beherrschen, wird das IPCC, ein Monopol zur angeblichen „Klimawandel-Wissenschaft“, eingerichtet. Die beauftragten Wissenschaftler (???) kultivieren pflichtgemäß (exklusiv auf dem Papier) mit der Seifenblase der sog. Klimasensitivität des Kohlendioxid den zugehörigen „anthropogenen Klimawandel“.

    https://de.scribd.com/document/374695239/Anthropogener-Klimawandel

    Nicht nur die Mehrwertsteuer konnte so wunschgemäß erhöht werden! – Weitere Erfolge beschreibt der obige Artikel im Detail!

    MfG

     

  9. Das Traurige: Es ist egal, welche Partei man wählt – die machen alle bei dem Energiewende-Irrsinn mit.
    Die einzige Partei im BT, die da nicht mitmacht, ist bekanntlich die AfD.
    Und die ist für mich nicht wählbar.

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