Regierung der Malediven: Wo bleiben unsere Klima-Repara­tionen?

Bauboom in der Inselhauptstadt Male – sieh es so aus, wenn man vermeintlich dem Untergang geweiht ist? Bild: Margit Völtz / pixelio.de

Eric Worrall
Einführung des Übersetzers:
Nach mehreren Beitragen in der Vergangenheit hat EIKE-Autor Helmut Kuntz auch vor ein paar Tagen wieder ausführlich zum Thema Meeresspiegel in der Südsee geschrieben, und zwar hier und hier. Die Bestätigung seiner Ausführungen folgt hier auf dem Fuße, wie der folgende Vorstoß des Umweltministers der Malediven zeigt. Man sollte aber nicht den Inseldiktator der Abzocke zeihen, sondern diejenigen im Westen verurteilen, die aus Dummheit und Ideologie derartige Herrscher beglücken. – Chris Frey, Übersetzer


Der Umweltminister der Malediven Thoriq Ibrahim hat gewarnt, dass das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, gebrochen wird, falls die Malediven nicht bis zum Jahr 2020 die ihm zustehenden Klima-Reparationen erhält:

Wir brauchen vor 2020 durchgreifende Maßnahmen, um die globale Erwärmung unter 1,5°C zu halten

Falls reiche Länder es nicht schaffen, über die nächsten zwei Jahre ihre Versprechungen einzuhalten, verurteilen sie kleine Inseln zum Untergang durch die Auswirkungen der globalen Erwärmung. Das sagt der Umweltminister der Malediven Thoriq Ibrahim.

Einem neuen Report zufolge könnte es unmöglich werden, die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, wenn nicht innerhalb der nächsten paar Jahre – bis 2020 – durchgreifende globale Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden.

Dies könnte sich als katastrophal erweisen für Entwicklungsländer kleiner Inselnationen wie der Meinen, welche schon jetzt von ernsten Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, obwohl sich die Welt erst um 1°C erwärmt hat. Diese Auswirkungen zeigten sich u. A. in der verheerenden Hurrikan-Saison des vergangenen Jahres in der Karibik.

Nächste Woche werden sich internationale Klimawandel-Unterhändler in Bonn versammeln zum ersten persönlichen Zusammenkommen des „Talanoa-Dialogs“, dem neuen UN-Programm, welches internationale Bemühungen zur Umsetzung des Paris-Abkommens auf den Weg bringen soll.

Seit Beginn der UN-Klimawandel-Verhandlungen und über das Paris-Abkommen war immer klar, dass die entwickelten Länder die Führung übernehmen beim Übergang zu Low-Carbon-Energiequellen, weil sie verantwortlich sind für den allergrößten Teil der riesigen Emissionen in historischer Zeit.

Immer wieder haben sie auch zugestimmt, den Entwicklungsländern finanziell zu helfen, damit diese ihre eigenen erneuerbaren Energiesysteme installieren können.

Auch wurde seit Langem erkannt und im Paris-Abkommen auch explizit festgelegt, dass Maßnahmen vor dem Jahr 2020 den Grundstein legen für einen globalen Übergang zu nachhaltiger Energie und – besonders wichtig – das Vertrauen auf allen Seiten zu schaffen, dass in Zukunft alle Verpflichtungen eingehalten werden.

Aber viele der Versprechungen bzgl. Maßnahmen vor 2020 seitens der entwickelten Länder bleiben unerfüllt, und jetzt sieht es sogar so aus, dass Einige einen Bogen um frühe Maßnahmen machen.

Mehr dazu hier.

Diese Forderung nach Klima-Reparationen folgt einer ähnlichen Forderung afrikanischer Länder vor ein paar Wochen.

Ich weiß nicht, wie die Malediven ihre Klima-Befürchtungen in Übereinstimmung bringen mit all dem Tourismus und Flugverkehr, mit all ihren aggressiven Programmen zum Ausbau des Flughafens und der Hotelszenerie. Aber es besteht kein Zweifel, dass jene Klima-Reparationen bei dieser Abstimmung helfen, so diese jemals eintreffen.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/04/26/maldives-government-wheres-our-climate-cash/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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5 Kommentare

  1. Werte Malediver,

    so ihr „Klimaschutz“ wollt, solltet ihr zuerst bei euch anfangen und statt mit Autos auf winzigen Inseln die Straßen zu verstopfen mit Fahrrad fahren, statt Strom ausschließlich mit Dieselgeneratoren zu erzeugen, auch zur Meerwasserentsalzung für die Touristen, mit erneuerbarer Enegie, statt die Inseln mit mehrstöckigen Betonbauten zuzustellen, wofür aufwendig Zement bei großem CO² Ausstoß hergestellt wird, mit regenerativem Holz und Bambus zu bauen. Siehe zu alldem Wikipedia ‚Malediven‘

    Auch ist es dem Erhalt von Korallenatollen nicht förderlich, alle Abwässer ungeklärt ins Meer zu leiten und den Müll und Bauschutt noch dazu zu kippen; noch weniger, gleich die Korallenstöcke für Baumaterial abzubauen.

    Ob wir uns mit einer Gesellschaft solidarisch erklären sollen, die Religionsfreiheit ausdrücklich verbietet und den Islam samt Scharia offiziell durchsetzen will sowie politische und Meinungsfreiheit verhindert, wäre auch der Überlegung wert.

  2.  
    Geld lässt den Meeresspiegel sinken. Das ist doch ganz klar und so verstehen die Despoten unsere Versprechen. Immen schön ins Säckel! Michel hat verbundene Augen plus Scheuklappen.
     

  3. Und wieder ein Beweis dafür, dass man (=Malediven) das beste Geschäft mit der Dummheit der Menschen (=“reiche“ Länder) machen kann.

     

    • Genau, Herr Steger!

       

      Aber mir stellt sich doch die Frage – die „reichen Länder“ sind ja nicht durch Dummheit so reich geworden (irre ich mich?). Ist das irgendwie ein Widerspruch? Oder ist man hier nur so dekadent geworden, wie es in einem Asterix-Band schon beschrieben ist?

       

      Chris Frey

      • Herr Frey,
        die Nachkriegsgeneration in D hatte keine Zeit und kein Geld, um dekadent zu werden.Das Geld wurde zu sauer verdient, um es für so einen Quatsch auszugeben; das war übrigens auch den Regierungen klar; der Wiederaufbau stand im Vordergrund.
        Heute haben wir eine Spaltung der Gesellschaft:Auf der einen Seite diejenigen, die immer noch arbeiten – und auch mit Intelligenz Reichtum schaffen!
        Auf der anderen Seite diejenigen, die vom Staat und irgendwelchen Organisationen bezahlt werden und das Geld der Anderen(!!!!!) für irgendwelche Wohltaten ausgeben. Die Zahl dieser Alimentierten nimmt immer mehr zu und um ihre Existenzberechtigung nachzuweisen, werden immer neue Ideen generiert, die angeblich die Menschheit retten.
        Mein Gefühl ist, das auf jeden produktiv Tätigen mindesten einer kommt, der ihn entweder verwaltet, auf ihn aufpasst, ihn kontrolliert oder versucht, ihn zu „retten“ – vor was auch immer.
        Und so kommt es, dass einerseits mit (noch vorhandener) Intelligenz Reichtum erwirtschaftet wird und andererseits dieser Reichtum immer mehr umverteilt wird.
        Ich nenne das nur bedingt Dekadenz sondern einen steigenden Einfluss Derjenigen, die „früher“ nichts zu sagen hatten und sich jetzt profilieren wollen; das sind spät pubertierende 68er. Unser politisches System spült derartige Typen nach Oben, die Gründe dafür sind vielfältig.
         

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