Opportunitätskosten der deutschen Energiewende

Nimmt man eher Birnen, oder Äpfel? Bild duxschulz / pixelio.de

Immer wieder werden wir von kompetenten Lesern auf die zum großen Teil haarsträubenden Mängel der Energiewendepolitik hingewiesen. Gastautor Prof. Dr. H. L. Fischer beschreibt in seiner Kurzfassung die dramatischen Fehlallokationen von Investitionen, die entstehen, und deren Folgen, wenn man – wie im Fall der Energiewendepolitik bis heute geschehen, das Opportunitätskostenprinzip außer Acht lässt.


Hans-Lothar Fischer

In der deutschen Nationalökonomie hat man lange der Energie für die Entstehung von Wohlstand nur eine untergeordnete Rolle zuwiesen. Dabei sind Menschen sind die einzige Spezies, die mit der Lösung von Energie-problemen ihr Leben auf diesem >Planeten der Knappheit< gestaltet haben. Technischer Fortschritt, das Wissen um erfolgreiche Nutzung der Energiepotentiale und die dauerhafte Regelung der kollektiven Konflikte um Energie haben unsere Geschichte geprägt.

Public Choice und Wirtschaftsgeschichte

„Public Choice“-Ökonomen, wie Usher, Olson und Ostrom haben sich mit den Problemen der Lösung zwischenmenschlicher Konflikte befasst. Gegen vagabundierende Banditen setzt Olson Stadtmauern und Militär ein, gegen stationäre Banditen hilft nur ein starker Rechtsstaat  Andere Ökonomen befassten sich mit Innovationen der Energienutzung in der Geschichte.

Klima, Niederschläge und Breitengrade

Je nach klimatischen Bedingungen auf diesem Planeten ergeben sich un-terschiedliche Vegetationsformen. Sie bestimmen die Lebensräume der Menschen. Wrigley wies nach, wie die Besiedlung Australiens durch Straf-täter (convicts) beinahe infolge einer politischen Fehlentscheidung zu scheitern drohte. Historiker zeigen uns wie z. B. Preußen die Konflikte um die Waldnutzung einer Stadt gelöst haben und der eine oder andere hat noch erlebt, wie nach 1945 britische Besatzungstruppen der Unterernäh-rung der Menschen (Lebensmittelrationierung und Treibjagden  im Stadt-wald) und den Problemen des Winters durch massiven  Holzeinschlag be-gegnet sind.

Untergang der DDR-Wirtschaft

Vor knap 30 Jahren waren wir Zeugen des Untergangs der DDR. Bilder von der katastrophalen Verwahrlosung der Städte wurden per Bildschirm in westdeutsche Wohnzimmer geliefert. Im Film „Ist Leipzig noch zu retten?“ sah man das Ausmaß der Zerstörung  und die Hilflosigkeit der DDR-Regierung. Wessies haben sich bei Besuchen dort über die Masse der in Garagen und Kellern gehorteten Kfz-Ersatzteile gewundert.

Opportunitätskosten

Ökonomen in marktwirtschaftlichen Ordnungen sprechen von Opportuni-tätskosten, wenn sie vom Nutzen oder dem ökonomischen Wert vorent-haltener oder entgangener Nutzungsmöglichkeiten sprechen. Wenn Haus-eigentümern per Gesetz verboten wird, von Mietern kostendeckende Mie-ten zu fordern, kommt es wegen mangelnder Wartung und unterlassener Instandsetzung zu gravierenden Substanzverlusten. Letztlich haben die Eigentümer die Immobilien der Stadt übertragen.

Die sozialistische >Sektorkopplung< forderte von den einzelnen Betrieben und Kombinaten die bedingungslose Akzeptanz und Erfüllung der Zentral-pläne. Die >Muckefuck<-Ökonomen in der DDR konnten sich also nicht fachgerecht auf Stillstandsrisiken in betrieblichen Abläufen einstellen. Wenn ein Fließband in der Trabi-Herstellung aus irgendeinem Grund für eine bestimmte Zeit zum Stillstand kam – man nannte das >Havarie< – liefen in dieser Zeit eben keine Trabis vom Band. Westökonomen sehen die entgangenen Erlöse  als Opportunitätskosten. Diese wären nicht ent-standen, wenn das Band weiter gelaufen wäre. Man kann diese Opportu-nitätskosten senken, wenn man alle notwendigen Vorkehrungen für einen kontinuierlichen Betriebsablauf (Wartung) herstellt. Das war in der DDR aber alles ganz anders. Ergebnis: Gebrauchte Trabis wechselten zu deut-lich überhöhten Preisen die Besitzer. Der höhere Preis wurde gegen die 10-Jahre-Lieferzeit abgewogen. Für Trabiersatzteile gab es unterschied-liche – auch illegale – Quellen.

In Marktwirtschaften muss jeder, der in irgendeiner Form Verantwortung in der Wirtschaft übernimmt, den Umgang mit den oben knapp skizzierten Problemen gelernt haben. Schaffen Ökonomen, Kaufleute, und Ingenieure dies nicht, dann ist es um ihre beruflichen Chancen schlecht bestellt. Hier gelten die Regeln des ökonomischen Wettbewerbs. Bei Politikern und Bü-rokraten sollte man das eigentlich auch erwarten.

Kosten der Energieversorgung

Die Versorgung einer Volkswirtschaft mit Energie erzeugt ganz allgemein Kosten der Gewinnung und Bereitstellung der Energieinputs (Kohle, Gas, Kernbrennstoffe etc.), bei der Verarbeitung der Inputs entstehen Kosten, dann entstehen bei der Verteilung der Energie an die Verbraucher und eben auch Kosten der Instandhaltung der Systemkomponenten.

Bei Einführung neuer Energietechnologien ist zu prüfen, ob diese die tra-ditionelle Energieerzeugung und -verwendung vollwertig ersetzen oder ob sie zusätzlich geschaffen werden. Wenn die neuen Technologien die voll-ständige Substitution nicht mit absoluter Sicherheit garantieren können, sondern auf das weitere Funktionieren der traditionellen Technologien angewiesen sein, dann entstehen volkswirtschaftliche Zusatzkosten durch Parallelproduktion. Entschließt sich der Gesetzgeber dann sogar noch zu einer „Vorrangeinspeisung“ für die alternativen Energien (Wind/Sonne), müssen diese Kosten als Opportunitätskosten abgerechnet werden.

Speicherung von Energie

Die Versorgung einer hochkomplexen Volkswirtschaft mit alternativen En-ergieformen (Wind bzw. Solar) ist probmatisch, da hier eine verlustlose  Speicherung wie bei Kohle, Öl, Gas und Kernbrennstoffen – vor der Verwertung versteht sich – nicht möglich ist. Bei alternativen Energieträgern kann man allerdings die erzeugte Energie in Batterien/Pumpspeichern in umgewandelter Form unterbringen. Beim Füllen und Entleeren dieser Zwischenspeicher entstehen Verluste. Ende der 20erJahre entstanden in Deutschland zwei Pumpspeicherkraftwerke (Herdecke und Niederwartha). In Zeiten niedriger Strompreise – also nachts, wenn Haushalte und Gewerbe nur wenig Strom nachfragten – wurden die Speicher über Turbinen mit Wasser gefüllt. In Zeiten hoher Stromnachfrage – in der Regel 12 Stunden später, also bei nachfragebedingt hohen Preisen für die Kilowattstunde – entleerte man die Speicher und gewann über Turbinen Strom.

Die Launenhaftigkeit (oder: Volatilität) der alternativen Energie ist unstreitig. Die Speicherung dieser Energie – wie in den oben diskutierten Fällen – ist nicht  möglich, denn es gibt keine Preisänderungen: die Netzbetreiber müssen diese Energie unter allen Umständen jederzeit aufnehmen. Ein Modellprojekt – Gewinnung von Windenergie und Speicherung in einem Pumpspeicher auf einem erloschenen Vulkan – auf einer Insel im Atlantik (El Hierro) ist gescheitert. Die Insel wird nun wieder von Dieselaggregaten mit Strom versorgt.

Talsperren sichern die Wasserversorgung

In deutschen Mittelgebirgen gibt es eine Reihe von Talsperren. In den Einzugsbereichen von Ruhr, Lenne, Wupper wird Wasser in niederschlagsreichen Zeiten gespeichert, um das stark besiedelte, industrialisierte NRW mit dem lebenswichtigen Rohstoff zu versorgen. Wasserknappheit im Sommer führt zu Trinkwassermangel, Seuchengefahren und anderen gesundheitlichen Risiken, Hochwasser im Frühjahr führen zu Flutschäden. Möhne, Bigge, Henne und Sorpe geben in Trockenperioden bis zu 17.100 Liter Wasser pro Sekunde ab, obwohl in dieser Phase nur 2200 Liter pro Sekunde zufließen. Ohne diese Stabilisierung fiele die Ruhr streckenweise trocken und bei Duisburg würden nur knapp 6000 Liter pro Sekunde an den Rhein abgegegebn. Der Duisburger Hafen könnte damit nur schwer umgehen. Ohne die Eder fiele der Mittellandkanal im Sommer trocken.

Politische Interventionen in den Energiemarkt

Gewaltige Opportunitätskostenrisiken entstehen durch die von der Politik angestrebte Umstellung des Verkehrssystems von fossilen Treibstoffen auf Elektroantrieb. Einzelne Modellversuche (E-Transporter bei der Post) kom-men eigentlich über das Niveau von >Jugend forscht<-Initiativen nicht hinaus. Bei eingeschalteten Fahrzeugheizungen traten starke Reichweiteneinbußen auf. Weitere Interventionen sind im Transportwesen geplant: wird die E-Mobilisierung auf dem Gütertransportsektor verbindlich, stellt sich die Frage, wie man ausländische Transportunternehmen behandelt. Gibt es für sie Ausnahmen, dann verlegen alle deutschen Transportunternehmen ihren Sitz ins Ausland. E-Mobilisierung bei privaten Kraftfahrzeugen schafft unkalkulierbare Wirkungen auf kommunalen Flächenmärkten.

Die gravierendste Folge für die weitere Existenz der Volkswirtschaft geht von der Stilllegung der Kernkraftwerke und der Verdrängung der Kohlekraftwerke aus. Das trifft nicht nur die reine Stromversorgung, sondern bedeutet auch den kompletten Verlust von Fernwärmeoptionen, denn Sonne und Wind liefern keine Wärme.

Stabilitätsrisiken der Energienetze

Riesige Opportunitätskostenrisiken entstehen natürlich auch durch die von der Energiewende intendierte Neuorientierung des Verteilernetzes. Aus einem Verteilernetz wird ein bifunktionales Sammler- und Verteilernetz  Das Risiko von Blackouts steigt. Das führt nach Analysen des Wissenschaftlichen Dienstes im Deutschen Bundestag zu hohen Schadensrisiken durch Plünderung, Ausfall von Kliniken, Rechenzentren, Tankstellen etc. Das sind  für eine Gesellschaft auch volkswirtschaftlich relevante Kostenrisiken.

Opportunitätskosten des deutschen Politikbetriebes

48-Monate-Legislaturperioden in Bund und Ländern führen zwangsläufig zu mehr oder weniger bedeutsamen Wahlen im Abstand von 3 Monaten. Das führt zu instabilen Mehrheitsverhältnissen. Vor 1990 gab es über eintausend Bund-Länder-Kooperationsgremien, hier bestimmten Bürokraten die Agenden in Bundes- und Landtagen sowie im Vermittlungsausschuss. Seit der deutschen Einigung ist alles noch komplizierter geworden. Verbreitete kollektive Dummheit senkt die politischen Überzeugungskosten und erhöht die Opportunitätskosten – Olson`s stationäre Banditen finden reichlich Nahrung.

Den gesamten Aufsatz finden Sie als pdf hier AA Energiewende Opportunitätskosten 01042018

 

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9 Kommentare

  1. Die Basis für unsere mehrwertschaffende (freie marktwirtschaft) Wohlstands-Marktgesellschaft ist BILLIGE ENERGIE/STROM!

    Der Grün-Sozialistische Gesinnungseingriff der Rergierung Merkel mit dem marktfeindlichen EEG/Energieeinsparverordnung/CO2 Verbot/Kernenergieausstieg enthält eine Reihe von Opportunitätskosten, die letztendliche unsere gesamte Volkswirtschaft inkl. der freien und offenen Forschung- und Wissenschaftslandschaft in Deutschland so schädigt, dass zum Schluss von unserer marktwirtschaftlichen Wohlstandsgesellschaft nur noch ein Haufen von Wohlstandsprofiteueren (politische Funktionäre) übrig bleibt und der 90% Rest der Gesellschaft in Mangel- und Armut dahin vegetiert.

     

  2. „In der deutschen Nationalökonomie hat man lange der Energie für die Entstehung des Wohlstands nur eine untergeordnete Rolle zugewiesen.“ Das ist nicht verwunderlich. Denn auch die Naturwissenschaftler kannten den exakten Zusammenhang zwischen Energie und irdischem Leben und damit dem Wohlstand bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts nicht. Der große Physiker Erwin Schrödinger beschreibt die Hilflosigkeit der Naturissenschaften sehr schön in seinem Buch „Was ist Leben?“. Erst Mitte der 1960er Jahre konnte der Physiker Ilya Prigogine die Rolle der Energie für das Leben aufklären. Dafür bekam er den Nobelpreis. Aus dieser seiner Erkenntnis lässt sich logisch konsequent die Aussage ableiten: „Sämtliche weltweiten Kosten resultieren ausschließlich aus dem Einsatz von Energie“. Diese Aussage beschreibt die Konsequenz, die sich aus einem physikalischen Grundgesetz für die Wirtschaftswissenschaften ergibt. Bezogen auf Opportunitätskosten bedeutet das, dass Opportunitätskosten nicht nur – wie in dem Artikel beschrieben – mit dem Ausfall von Deckungsbeiträgen identisch sind sondern zwangsläufig eine Energieverschwendung beinhalten. Höhere Kosten haben zwangsläufig einen höheren Energieverbrauch zur Folge. Eine ausführliche Beschreibung der Zusammenhänge unter: http://www.kosten-energie-aequivalenzgesetz.com

    •  
      Sehr geehrter Herr Dr.Schütte,
       
      mir wurde das Schicksal zu Teil in der Bereitstellung der Resourcen,die zur Energienutzung benötigt werden, ausgebildet zu werden.
       
      Vom ersten Tag an hat man mir folgenden Satz, damals noch eingebläut:
       

       
      Wer die Lust verspürt Bergbau zu betreiben,sollte auch das notwendige Kleingeld dazu haben.
       

       
      Richtig verstanden habe ich diesen Satz erst am Ende meiner aktiven Tätigkeit.
       
      Es gab mal eine Zeit,da wurde noch unterschieden und bewertet nach Kosten und Ausgaben.
       
      Diese Sichtweise hat die Wirtschaftswissenschaft mit der Denke des Neoliberalismus und der heilsbringenden Globalisierung über Bord geworfen.
       
      In Ihrer Bemerkung kann man das sehr schön nachlesen.
       

      Aus dieser seiner Erkenntnis lässt sich logisch konsequent die Aussage ableiten: „Sämtliche weltweiten Kosten resultieren ausschließlich aus dem Einsatz von Energie“. Diese Aussage beschreibt die Konsequenz, die sich aus einem physikalischen Grundgesetz für die Wirtschaftswissenschaften ergibt.

       

       
      Sie persönlich ziehen den Zirkelschluss, deshalb gilt das Kosten-Energieäquivalenzgesetz.
       

       
      Es verschleiert leider den realen Sachverhalt.
       
      Nach den Gesetzen der Naturwissenschaft wird nur mehr spezifische Energie benötigt, wenn Schwarzfahrer an Bord sind.
       
      Und diesen Schwarzfahren wird systematisch das Arbeiten im energetischen Sinne, abgewöhnt.
       

       
      Und da fehlt es den Wirtschaftswissenschaftlern nicht an Argumenten(Ausreden) wie wichtig eine aufwendige Analyse und Überwachung ist.
       

       
      Heute warte ich auf den Tag, an dem das Amsel-Pärchen zuerst zum Habicht fliegt und eine Baugenehmigung für ihr Nest beantragt.
       

       
      Wenn ein Produkt des täglichen Lebens teurer wird,sollten bei Jedem ein kleines Glöckchen im Gehirn bimmeln.
       
      Da ist wieder ein neuer Schwarzfahrer dazu gekommen.
       

       
      Bertholt Brecht hat es sehr schön beschrieben in der Geschichte:
      Der gute Mensch von Sezuan
       

       
      Mit herzlichem Glückauf
       

       

       

  3. Bei der ganzen Diskussion wird m.M. nach ein ganz wichtiger Punkt übersehen: Die „Energiewende“ stellt das Nachhaltigkeitsprinzip auf den Kopf! Die Grünen wurden und werden heute und auch in der Zukunft nicht müde, der Welt zu erklären, dass die kapitalistische Überproduktion von Gütern per se schlecht sei, undemokratisch, unethisch ja amoralisch.

    Genau das wird aber mit dem EEG getan. Es wird produziert, was zu einem gegebenen Zeitpunkt produzierbar ist. Und weil dieser Strom edel und gut ist, nicht also schmutzig grau wie der aus fossil befeuerten Kraftwerken, darf dieser Strom vorrangig eingespeist werden.

    Die Folge davon ist, dass die erforderlichen Stromnetze was Länge und Übertragungslasten angeht, nicht mehr über den Verbrauch definiert werden, sondern über die von der Nachfrage entkoppelte Stromerzeugung. Dies bedeutet nichts anderes als die Aufgabe des Prinzips der Kostenverursachung, nicht nur ein wichtiges Prinzip der Ökonomie, sondern auch eine der heiligen grünen Kühe. Hier hat grüne Denke eine massive Externalität geschaffen: Der Kostenverursacher Erzeuger bleibt ungerupft, der Konsument wird mit den Kosten belastet, „ad majorem EEG’i gloriam“. Dass das Aufbrechen der Struktur Kostenverursacher und Kostenträger intrinsisch eine wachsende Ineffizienz birgt, liegt in der der Natur der Sache.

  4. Es lohnt sich wirklich, den gesamten Aufsatz zu lesen, dann wird der Beitrag hier erst verständlich.

    Ein schöner Satz daraus:

    „Die Höhe der politischen Überzeugungskosten wird entscheidend von dem
    Grad an naturwissenschaftlicher Bildung beim Wähler, Politiker und
    Bürokraten bestimmt. Je dümmer dieser Kreis der Akteure ist, umso
    niedriger sind die Überzeugungskosten und umso größer wird der Schaden
    für zukünftige Generationen.“

  5. Schöner Aufsatz.

    Leider werden die Hornochsen, denen der Unterschied zwischen wertschöpfenden Arbeitplätzen und dem hin- und  her Schaufeln von Sandhaufen nicht klar ist, ihn nicht verstehen.

    Und leider werden wir von diesen Hornochsen regiert.

    AfD wählen!!!

    • Treffend gesagt. Wenn man diese Hornochsen wenigstens zum Umschaufeln von Sandhaufen einsetzen könnte, wären diese versorgt und könnten keinen Schaden mehr anrichten!

  6. Es lässt sich einfach zusammenfassen. Die gesamten Kosten der „Erneuerbaren Energien“ sind Opportunitätskosten, da eine Vollversorgung durch konventionelle Kraftwerke im Hintergrund immer mitlaufen muss. So 20 Milliarden Euro lassen wir Normalverbraucher uns den ganzen Spaß kosten. Einen Mehrwert haben wir davon nicht. Es kommt genauso Strom aus der Steckdose, wie davor. Das Geld ist aber nicht weg, es haben nur andere. Es profitiert der Grüne Studienrat mit der Solaranlage auf dem Dach und es zahlt die Aldi-Kassiererin. Volkswirtschaftliche jedoch ist es ein riesiges Verlustgeschäft. Aber was soll´s, in den Umfragen haben die Grünen seit der letzten Wahl schon wieder um 50% zugelegt (wenn man den Umfragen glauben will). Die deutsche Kartoffel scheint beratungsresistent.

    • Sie schreiben „Die gesamten Kosten der „Erneuerbaren Energien“ sind Opportunitätskosten, da eine Vollversorgung durch konventionelle Kraftwerke im Hintergrund immer mitlaufen muss.“ Nicht nur das! Hinzu kommen noch die immer höher werdenden Redispatch-Kosten sowie der Aufwand für das Runter- und Wiederhochfahren der Grundlastkraftwerke. Das Einzige, was man dagegen rechnen könnte, wären geringere Brennstoffkosten. Insbesondere bei Kernkraft, aber auch bei Braunkohle ist das aber vernachlässigbar. Dass das Geld nicht weg ist, sondern nur andere haben, stimmt auch nicht uneingeschränkt: Zitat aus dem Kompendium für vernünftige Energiepolitik: „Dennoch: Selbst in dieser komfortablen Umgebung und auf der rein betriebswirtschaftlichen Ebene hält die Windkraft sehr häufig nicht, was sie verspricht. Darauf wies im November 2014 die dpa mit einer u.a. vom FOCUS aufgegriffenen Meldung hin. Unter dem Titel „Schlaraffenland ist abgebrannt: Windkraft lässt Anleger bluten“ heißt es: Doch selbst Milliardensubventionen helfen nicht, wenn der Wind schwach weht, wenn Unternehmen schlecht planen und windige Anbieter in dem politisch angefachten Grün-Boom Kasse machen – zu Lasten der Anleger. Nahezu alle betroffenen Fonds, Genossenschaften und Stadtwerke klagen, die Windprognosen von Gutachtern seien in der Vergangenheit flächendeckend viel zu optimistisch ausgefallen. FOCUS, 2014

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