Keine Klima­leugner, weil unbe­stechlich: Die Früh­blüher in Nord­deutschland lassen sich neuer­dings etwas mehr Zeit

Ein weniger grell als die Forsythie gelb blühender Strauch ist die Kornelkirsche. Doch auch deren Blüte verspätete sich in den letzten drei Jahrzehnten. Foto: Stefan Kämpfe

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Vor kurzem berichteten wir über die Verspätung der Vegetation im März, nicht nur dieses Jahr. Bereits seit über 30 Jahren verspätet sich der Forsythien-Vorzeigestrauch des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg. Siehe hier!

Natürlich könnte der Forsythie- Strauch inmitten Hamburgs eine Ausnahme sein, deshalb stellen wir einen anderen Beobachtungsort vor, Herr Georg v. Petersdorff-Campen hat Aufzeichnungen seit über 30 Jahren von seiner Forsythie in Seesen/Kirchdorff. Seesen ist eine selbständige Gemeinde im Landkreis Goslar am nordwestlichen Harzrand zwischen Göttingen und Hannover im Südosten von Niedersachsen.

Im Vergleich zur großen Wärmeinsel Hamburg blüht die Forsythie in Seesen natürlich etwas später, was auch nicht anders zu erwarten war. Wir betrachten zunächst die Termine der Erstblüte in den letzten 30 Jahren. (1989 bis 2018 sind 30 Jahre) Auf der senkrechten y-Achse sind die Blühtermine ab Neujahr eingetragen.

Grafik 1: Ähnlich wie der Frosythienstrauch in Hamburg verspätet sich seit 30 Jahren auch der Forsythienstrauch in Seesen. Steigende Trendlinie bedeutet Verspätung. In der Grafik sind als Blühtermin die Tage ab Neujahr angegeben.

Der Grund der Verspätung ist derselbe wie in Hamburg. Neben vielen Faktoren ist vor allem die Temperatur der beiden Monate vor der Blüte, hier Februar und März entscheidend. Man bezeichnet den Schnitt der beiden Monate als Vorfrühling. Und dieser Gesamtschnitt des Vorfrühlings ist laut Temperaturerhebungen des DWD sinkend. Die Trendlinie zeigt nach unten. Seit 30 Jahren wird es kälter in Deutschland und damit sind auch die Märzblüher immer später dran.

Grafik 2: Vorfrühling ist der Schnitt der Monate Februar/März. Die Trendlinie zeigt nach unten. Seit 30 Jahren wird der Vorfrühling kälter in Deutschland und damit sind auch die Märzblüher immer später dran.

Erg: Ebenso wie in Hamburg, leugnet die Forsythie in Seesen/Kirchdorf den Klimawandel. Die Märzblüher kommen alle später und nicht früher. Die Behauptung der Medien, dass in Deutschland der Frühling immer früher käme ist eine glatte Lüge der Medien. Allerdings plappern die Redakteure nur das nach, was ihnen im großen Stile und mit System vorgelogen wird.

Die Forsythie ist ein Klimawandelleugner. Wir fragen uns: Wird Sie vielleicht bald vor Gericht gestellt mit dem Ergebnis, dass sie aus allen Vorgärten Deutschlands verschwinden muss?

Wie würde nun ein Artikel über die Forsythie und andere Frühblüher in den Medien aussehen?

In aller Regel wird nur behauptet, dass es aufgrund der steigenden CO2-Konzentration immer wärmer würde. Dann wird den Lesern oder Zuschauern eine Grafik der global steigenden CO2-Konzentration gezeigt. Und im gleichen Atemzug erfolgt dann die Falschaussage, dass deshalb die Winter immer wärmer würden und deshalb käme auch der Frühling früher. Zu diesen beiden Falschaussagen wird natürlich keine Grafik gezeigt. Da die Deutschen und insbesondere auch die Medienvetreter zu einem Volk von Stubenhockern hinter der warmen Heizung degeneriert sind, zweifelt niemand die Falschaussagen an. Es gibt somit keine Klimawandelleugner, sondern nur Klimalügner.

Dass aber der Frühling immer später kommt seit 30 Jahren zeigt auch die Salweidenbeobachtung desselben Phänologen Georg von Petersdorff-Campen in Seesen/Kirchdorf

Grafik 3: Auch die Salweidenblüte verspätet sich, das zeigt die steigende Trendlinie. Der Blühtermin war diesmal der 4.April, das ist am 94.ten Tag im Neuen Jahr 2018. Muss der Palmsonntag in Deutschland bald verlegt werden?

Die Salweide als Pioniergehölz mäßig trockener bis sehr trockener, eher nährstoffarmer Standorte reagiert auch auf den steigenden Nitratgehalt des Regenwassers. Dieser hat in den letzten 30 Jahren zugenommen. Düngemittel sind manchmal ein Faktor für eine Verfrühung, ebenso wie der steigende CO2- Gehalt der Luft. Das Resultat vieler Einflussgrößen ist in der Endbetrachtung trotzdem eine leichte Verspätung der Salweidenblüte in den letzten 30 Jahren.

Ein anderer, im zeitigen Frühjahr recht auffälliger Strauch ist die Kornelkirsche (Titelfoto), ein beliebtes Zier- und altes Obstgehölz, welche als wärmeliebender Strauch in der freien Landschaft ab dem südlichen Niedersachsen auch wild vorkommt. Die DWD- Daten für Braunschweig sind momentan leider nur bis 2016 verfügbar; doch in diesen knapp 30 Jahren zeigt sich auch bei der Kornelkirsche eine leichte Verspätung des Blühtermins:

Grafik 4: Leichte (nicht signifikante) Blühverspätung der Kornelkirsche an der DWD- Station 662 (Braunschweig) in den 29 Jahren von 1988 bis 2016.

Der Zusammenhang zwischen Vorfrühlingstemperatur und dem Beginn der Kornelkirschblüte ist deutlich, wenngleich weniger eng als bei der Forsythie:

Grafik 5: Ein kälterer Vorfrühling zieht tendenziell eine längere Dauer bis zum Beginn der Kornelkirschblüte nach sich (negative Korrelation). Man beachte aber, dass außer der Lufttemperatur auch die Sonnenscheindauer, die Bodentemperatur, die Bodenfeuchte und die gestiegene CO2-Konzentration der Atmosphäre einen wesentlichen Einfluss auf den Zeitpunkt des Erblühens haben!

Nur nebenbei bemerkt: Klima wandelt sich immer. Momentan werden der Winter und insbesondere die beiden Monate Februar und März kälter und nicht wärmer. Unzählige Faktoren bestimmen den Temperaturverlauf und die abkühlenden Faktoren waren in den letzten 30 Jahren stärker. Das kann sich auch wieder ändern. Richtig ist, dass der Mensch durch seinen Wohlstand und die zunehmende Bebauung Wärme in die Landschaft reinträgt. Wir sind also mit einem Faktor mitbeteiligt an den Temperaturen, und zwar erwärmend. Die Behauptung, dass Kohlendioxid allein die Temperaturen der Erde bestimmt ist falsch. Bisher konnte noch durch keinen einzigen Versuch die Klimasensitivität von CO2 festgelegt werden.

Merke: Die Klimasensitiviät von Kohlendioxid ist Null oder zumindest nicht nachweisbar klein. Das zeigen alle auf wissenschaftlichem Niveau durchgeführten Versuche.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplomagraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

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28 Kommentare

  1. Bemerkenswert sind auch die Unterschiede in der Natur innerhalb von Deutschland:

    An der Ostsee z. B. sind die Bäume noch kahl,
    da wo ich wohne, sind die Bäume schon grün,
    und die Obstblüte ist z. T. schon wieder vorbei.

  2. Das Kirschblütenfest lockt in Japan jedes Frühjahr Tausende Menschen in ins Freie, um die Pracht der weiß und rosafarben blühenden Kirschbäume zu bewundern.

    Der Beginn der nur wenige Tage dauernden Kirschblüte wird in Japan bereits seit über 1000 Jahren dokumentiert.
    Aus diesen Aufzeichnungen lässt sich ablesen, dass die Kirschblüten seit Mitte des 20. Jahrhunderts immer früher austreiben – ähnlich wie viele andere Bäume auch.

    Patrizia König und ihre Kollegen von der Universität Jena untersucht ja bereits seit längeren welche Pflanzen wie stark auf die veränderten Bedingungen reagieren.
    Dafür werteten sie Daten zum Blühbeginn für über 550 Pflanzenarten von 18 Standorten in Europa und Nordamerika aus.

    „Die globalen Klimaveränderungen führen zu veränderten Blühzeiten insgesamt, wobei in der Regel ein früherer Blühbeginn zu beobachten ist“, erklärt Patrizia König.

    ##############################################

    Na sind ja einige Spezialisten die das mit der  30 Jahresperiode nicht verstehen.

    Was in 30 Jahren ist, ist erst mal egal, man bildet eine 30 Jahres Mitteltemperautur ist die sogenannte gleitenden globale Mitteltemperatur und das macht man für jedes Jahr.

    Sinn der gleitenden globale Mitteltemperatur über 30 Jahre ist es Temperatur Ausreißer nach oben und nach unten „einzufangen“.
    Das Ergebnis ist dann die gleitende globale Temperaturentwicklung und da kann man auch eine Tendenz ablesen.

    Nur zu schauen was passiert in einem 30 Jährigen Abschnitt bringt nichts um eine Längerfristige Aussage zu treffen.

    Ich zeige das mal an Jahreszahlen.

    Für gleitende globale Mitteltemperatur 2017 werden die Jahre 1988 bis 2017 genommen.
    Für gleitende globale Mitteltemperatur 2016 werden die Jahre 1987 bis 2016 genommen.
    Für gleitende globale Mitteltemperatur 2015 werden die Jahre 1986 bis 2015 genommen.
    Für gleitende globale Mitteltemperatur 2014 werden die Jahre 1985 bis 2014 genommen.
    Für gleitende globale Mitteltemperatur 2013 werden die Jahre 1984 bis 2013 genommen.
    usw.
    .
    .
    .
    Für gleitende globale Mitteltemperatur 1929 werden die Jahre 1800 bis 1929 genommen.
    usw.
    .
    .

    Ist doch gar nicht so schwierig, nur einige Herren hier haben das nicht verstanden, so nach den Veröffentlichungen zu urteilen.

    MfG

    • Udo Forentroll Stemmer, der spezialisierte und speziellste Spezialspezialist für alles und jedes, schlägt wieder zu und erklärt die Welt…

      „Füttert nicht die Forentrolle!!“

    • Oh je Herr Stemmer, was schreiben denn Sie?

      In unserem Artikel geht es: 1) um die Verspätung der Märzblüher (Erstblüher) in Deutschland und die Kirsche gehört zu den Aprilblühern bei uns, Japan kommt in unserem Artikel gar nicht vor. 2) Um die Abkühlung der Monate Februar/März innerhalb der letzten 30 Jahre in Deutschland. Das haben wir veröffentlicht und dazu suchen wir Erklärungen. Und wenn die beiden Monate sich in sechs Jahren immer noch abkühlen, dann schreiben wir 36 Jahre. Jetzt bitte, bringen Sie Ihre Erklärung für die Abkühlung der beiden Vorfrühlingsmonate und für die Verspätung der Märzenblüher. Sehen Sie Aussichten, dass sich der Trend in den nächsten sechs Jahren umkehren wird?

      •  

        Josef Kowatsch
         
        22. April 2018 um 9:10
         
        und die Kirsche gehört zu den Aprilblühern bei uns

         

         
        und was steht unter den ersten Bild ?
         

         

        ist die Kornelkirsche

         

         
        MfG
         

         

        • Herr Stemmer

          Bitte beantworten Sie meine 2 Fragen:  Ich möchte ihre Erklärungen für die Abkühlung der beiden Vorfrühlingsmonate in Deutschland seit 30 Jahren und für die Verspätung der Märzenblüher. Dazu gehört auch die Kornelkirsche.  Sehen Sie Aussichten, dass sich der Trend in den nächsten sechs Jahren umkehren wird? Die Erklärungen mögen richtig oder falsch sein, ich möchte nur einmal hören wie sich die CO2-Erwärmungsfraktion die Abkühlung erklärt. Warum der April seit 30 Jahren wärmer wird, erklären wir dann im nächsten Artikel.

    • An dem Begriff: „gleitende globale Mitteltemperatur“ ist alles falsch!
      Es gibt keine globale Mitteltemperatur, daher auch keine gleitende, das alles sind theoretische Rechenwerte, die nirgends real vorkommen!

      Hingegen sind die Werte von Hrn. Kowatsch real gemessene Werte, die er mit anderen real gemessenen Werten vergleicht. Was soll an dem falsch sein? Man wird doch gemessene Blühbeginndaten verschiedener Jahre miteinander vergleichen dürfen, oder?

  3. Es ist doch vollkommen egal, ob 30 Jahre eine klimarelevante Einheit sind oder nicht. Wenn wir 30 Jahre nehmen und das ausdrücklich betonen, dann sind es eben 30 Jahre. Demnächst werden es 20 Jahre sein, weil eine Redakteurin der Sächsischen Zeitung namens Jana Ulbrich behauptet hat, in ihrem Landkreis wären die Temperaturen in den letzten 20 Jahren um 1 bis 2 Grad gestiegen und auch gleich die Konsequenzen der Zukunft reinfabuliert hat. Auf meine Frage, auf welche Wetterstation sie sich beziehe, nannte sie mir Pommritz, ohne mir jedoch einen Ansprechpartner oder eine mailadresse zu geben. Jedenfalls dort solle ich mich erkundigen. Nun gibt es im besagten Ort aber keine Wetterstation und meine Nachfrage nach den Daten, die sie mir gefälligst zusenden solle auf welche sie ihre Aussagen bezieht, blieben zunächst ausweichend und dann gänzlich ohne Antwort:  also weshalb werden wir zukünftig mal einen Artikel mit 20 Jahren als Betrachtungszeitraum nehmen? Ganz einfach, um die Falschbehauptungen der KLimakirche zu widerlegen. Die 20 Jahre sind dann vorgegeben, doch nicht von uns. Was soll die Diskussion über den Zeitraum 30 Jahre? Zu diskutieren wäre, weshalb die Vorfrühlingstemperaturen in diesem Zeitraum fallend sind trotz Anstieg der CO2-Konzentration. Hat CO2 im Winter und im März und im Mai etwa kühlende Wirkungen und im April eine erwärmende? Neutrale Klimawissenschaft fragt sich, wodurch derlei Kapriolen zu erklären sind. Wir selbst, insbesondere Herr Kämpfe hat dazu immer wieder Anregungen und Zusammenhänge aufgezeigt, ich hätte auch gerne mal irgendwelche Erklärungen von der CO2-Erwärmungskirche gehört.

    •  Josef Kowatsch
      20. April 2018 um 18:37
      Wenn wir 30 Jahre nehmen und das ausdrücklich betonen, dann sind es eben 30 Jahre.
      Demnächst werden es 20 Jahre sein, weil eine Redakteurin der Sächsischen Zeitung namens Jana Ulbrich behauptet hat, in ihrem Landkreis wären die Temperaturen in den letzten 20 Jahren um 1 bis 2 Grad gestiegen und auch gleich die Konsequenzen der Zukunft reinfabuliert hat.

      http://www.sz-online.de/nachrichten/die-oberlausitz-wird-heisser-und-trockener-3661209.html

      Sächsischen Zeitung Frau Jana Ulbrich:
      „Lag das Jahresmittel im Referenzzeitraum 1961 bis 1990 im Kreis Bautzen noch bei 8,7 Grad, ist es in den 30 Jahren von 1981 bis 2010 auf 9,3 Grad angestiegen, im Kreis Görlitz stieg die Jahresmitteltemperatur in dieser Zeit von 8,3 auf 8,9 Grad.“

      Frau Jana Ulbrich hat doch genau 30 Jahre genant und die Temperatur der gleitenden Mitteltemperaturen.
      1961 bis 1990 sind doch 30 Jahre oder nicht mit 8,7 Grad, Mitteltemperatur.
      1981 bis 2010 sind doch auch genau 30 Jahre mit 9,3 Grad, Mitteltemperatur.

      Und von 1990 bis 2010 ca. 20 Jahre Abstand, hat sich die gleitenden Mitteltemperatur erhöht.

      Herr Josef Kowatsch,
      Sie müssen das lesen und auch verstehen was Frau Ulbrich veröffentlicht hat.
      Wenn Sie das nicht verstehen mit der gleitenden Mitteltemperatur kann ich auch nichts machen, noch mal den Beitrag vom 20. April 2018 um 20:01 lesen, Okay.

      Man kann an stelle von 20 Jahresvergleich auch 10, 30, 40, 51, 63 …. oder jeden beliebige Abstand in Jahren nehmen, um die Veränderungen der gleitenden Mitteltemperatur (immer über 30 Jahr) zu betrachten.

      Das was Sie in ihren Grafiken da machen und den verlauf innerhalb von 30 Jahren Analysieren ist vermutlich eine Eigenerfindung von Ihnen, so meine Einschätzung.

      MfG

      •  
        Wenn ich, für meine Region, den Trend der letzten 3, 5, 10, 30, oder 100 Jahre betrachten will, mache ich das eben so. Wenn ich nur den Zeitraum der letzten 20 – 50 Jahre nehme, weil das recht gut dokumentiert ist, ich erfinde ja keine Beobachtungen, und kann ganz gut meine Schlüsse daraus ziehen und veröffentlichen. Weil ich es veröffentlicht habe, muss ich natürlich mit Kritik rechnen. Allerdings benötige ich keinen Kasper, der mir sagt, was und wie ich etwas zu tun habe.
         

      • Sehr geehrter Herr Stemmer. Was soll das wieder?

        Im Artikel der Frau Jana Ulbrich, auf den ich mich beziehe wurde behautet, dass die Temperaturen in ihrem sächsischen Landkreis- den Namen hat sie nicht genannt- in den letzten 20 Jahren um über ein Grad gestiegen wären. 20 jahre ist der Zeitraum 1998 bis 2017 und nicht 1990 bis 2010. Ihren Ulbrich-Artikel oben kenne ich nicht. Anscheinend hat sie korrigiert. Die Frau bzw. Sie verwenden jetzt ganz andere Vergleichzeiträume. Niemand bestreitet, dass nach dem Krieg die Temperaturen in Mitteleuropa gestiegen sind. Aber seit 20 Jahren stagnieren sie, manche ländlichen wärmeinselfreien Stationen zeigen sogar eine leichte Abkühlung. Wenn Sie schon recherchiert haben, dann bitte die Daten der letzten 20 Jahre von 1998 bis 2017. Und sonst nichts.

         

    • Sehr geehrter Herr Kowatsch , sehr geehrter Kämpfe (und auch Herr Strasser),
       In diesem Artikel geht es um den Temperaturtrend des Vorfrühlings, dem Sie in den vergangenen Jahren einige Aufmerksamkeit geschenkt haben. Meine Kritik bezog sich nicht darauf, dass Sie für die vergangenen 30 Jahre Trends ausgearbeitet haben. Natürlich steht es jedem frei seine Beobachtungen in einem beliebigen Zeitraum zu relativieren. Soweit finde ich Ihre Arbeit interessant.
      Nur: Sie gehen weiter: aus den von Ihnen dargestellten Trends – die ich nicht anzweifle – leiten Sie ab, dass der Klimawandel von den Beobachtungen an den Zeigerpflanzen zweifelhaft ist zumindest wenn es um ein früheres Eintreten des Frühlings geht.
      Wenn sie nur gesagt hätten, der Trend des Erstfrühlings geht in den vergangenen 30 Jahre zu einem späteren Eintreten, hätte ich bei der von Ihnen dargelegten Sachlage nicht widersprochen. Sie analysierten den Trend über 30 Jahre und wollen damit den Klimawandel bewerten. Laut WMO haben sie aber bei einer 30-jährigen Reihe aber nur einen Durchschnittswert. Lassen Sie also einfach das Wort Klima und Klimawandel aus dem Artikel und schon werden Sie nur wenig Kritik ernten. Es bleiben dann nur solche Feinheiten wie das Vermischen von Erstfrühling und Frühling. Oder aber solche „Schnitzer“ wie der Erklärung der Verfrühung durch den ansteigenden Nitrateintrag durch Regen. Der Nitratgehalt nimmt aber seit über 2 Jahrzehnten bei uns ab.    
      Und abschließend noch ein blick auf eine lange Zeitreihe für einen Zeiger des Erstfrühlings, der Kirschblüte bei unseren südlichen Nachbarn, der Schweiz:
      http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klimawandel-schweiz/vegetationsentwicklung/lange-phaenologische-beobachtungsreihen.html
      Wenn man sich den Verlauf des 20-jährigen geltenden Mittelwerts der Kirschblüte in Liestal ansieht, sieht man schon, dass die Behauptung des früheren Frühlings keine Falschaussage ist. (Liestal kann zumindest für den Süden von Baden-Württemberg als Stellvertreter genommen werden).   
      Dort ist auch interessant, dass die Rosskastanie in Genf seit dem Jahr 2000 einen Trend zum späteren Blattaufbruch zeigt.
      MfG
      Ketterer
       
       
        
       

      • @Ketterer, wenn Sie die Heiligsprechung der [angeblichen*] WMO Durchschnittswerte so stehen lassen, dann bestätigt dass nur die Unfalsifizierbarkeit der Klimastrologie.
        Wissenschaft ist was anderes: es ist eine Methode, deren Ziel die Gewinnung von Erkenntnis ist. Erkenntnis liegt in Form allgemeiner Sätze vor, aus denen man wiederum singuläre Sätze ableiten kann, die etwas über die Wirklichkeit aussagen und die an der Wirklichkeit scheitern können. Letzteres steht im vorliegenden Artikel im Vordergrund.

        * e.g. jede zusätzliche Messstation in den Tropen erhöht(e) die Globale Erwärmung, im Computer und sonst nirgendwo.

  4. zu: eine 30 Jahersperiode[sic] ist nicht von der WMO-Klimadefinition gestützt

    @all, WMO und NOAA sind sich völlig einig dass:

    …each member country recompute their 30-year climate normals…
    The Standard WMO Climate Normal: climate normals are simply 30-yr…

    Das 30-year climate normal wird berichtet und dagegen wird verglichen.

    • Aus:

       

      „Die Bildung eines Trends für eine 30 Jahersperiode ist nicht von der WMO-Klimadefinition gestützt.“

      Wird bei Alwin Bruno:

       „eine 30 Jahersperiode[sic] ist nicht von der WMO-Klimadefinition gestützt“

      Keine Schelm wer schlechtes dabei denkt: Das Klima (cum grano salis) ist als Mittelwert der 30-Jahres Periode von der WMO gestützt.

      Laut WMO haben wir also wenn wir eine 30-Jahres-Periode betrachten EINEN Wert (den Mittelwert). Einen Trend aus einem Punkt zu bestimmen sollten man den Leuten überlassen, die Celsiusgrade ins Verhältnis setzen. Nur ernst nehmen sollte man dies nicht unter dem Generalthema Klimawandel.

      Aus dieser Betrachtung heraus sage ich:

      „Die Bildung eines Trends für eine 30 Jahresperiode ist nicht von der WMO-Klimadefinition gestützt“

      Sie können den Mittelwert mit den Mittelwerten anderer Perioden gleicher Länge vergleichen. Man kann mit einer anderen 30-year climate normal vergleichen, oder man kann ein gleitendes Mittel (30-Jährig ist üblich, insbesondere bei längeren Reihen) betrachten.

      Wenn Sie nun einige 30-Jahres-Mittelwerte haben, dann können Sie Klima-Trends ermitteln. Was Herr Kowtsch und Herr Kämpfe hier versuchen, ist die Betrachtung der „Klimaperiode“ und der Trends innerhalb derselben.

      Aus der Definition des Klimas ergibt sich, dass Kowtsch/Kämpfe zwar von Klima reden, aber nicht Klimatrends betrachten, sondern Trends der Temperatur.  Wer sich mit Klima befasst, weiß dass Die Messgröße Temperatur so variabel ist, dass man für Klimabetrachtungen mit einem langjährigen am besten 30-Jährigen Mittelwert arbeiten soll.

      Zitat Bruno:

      „Das 30-year climate normal wird berichtet und dagegen wird verglichen.“

      Schauen Sie sich mal die Grafiken oben an:

      Keine zeigt das „30-year climate normal“ oder auch nur den Mittelwert der 30 Jahresperiode. Aber im Text wird von Klimawandel gesprochen.

      Nicht wahr?

      Ob unabhägig oder nicht: Klimaforscher sollten das erkennen.

      Her Kuntz wendet die gleitenden Mittel in seinen Betrachtungen an; seine Grafiken sind daruch aussagekräftiger.

      • zu: Nur ernst nehmen sollte man dies nicht unter dem Generalthema Klimawandel.

        Sie schreiben über sich selber. Was der Wissenschaftler mit normierten Werten vergleicht bleibt der Wissenschaftsfreiheit vorbehalten. Was Sie daraus machen wollen, vermittels des Ketterer’s Anweisungen, ist Kokolores.
        Das ändert sich erst nachdem Sie Ihren begutachteten Fachaufsatz vorlegen, worauf ja bekanntlich schon lange gewartet wird. So bleibt es wieder einmal bei des Ketterer’s Kokolores.

         

  5. Zweitens hat die WMO den 30ig- Jahreszeitraum als klimatisch relevant definiert.

    Sehr geehrter Herr Kämpfe,
    Was schreibet den die WMO über Klima:
     
    Climate, sometimes understood as the „average weather,” is defined as the measurement of the mean and variability of relevant quantities of certain variables (such as temperature, precipitation or wind) over a period of time, ranging from months to thousands or millions of years.
    The classical period is 30 years, as defined by the World Meteorological Organization (WMO).
     
    Anstatt nun über längere Zeiträume zu mitteln (um die Variabilität der Daten „herauszufiltern“) Bringen Sie und Herr Kowatsch immer wieder Trends für 30 Jahre und begründen dies mit der WMO-Definition von Klima.
    Die Bildung eines Trends für eine 30 Jahersperiode ist nicht von der WMO-Klimadefinition gestützt, im Gegensatz zur Betrachtung der langjährigen „laufenden Mittel“. Deswegen meine (/wiederholten) kritischen Anmerkungen.
    Ihren Punkt mit der Generationsdauer finde ich interessant und kann ich nachvollziehen.
    MfG

    Ketterer
     

  6. Die Beiträge von Josef Kowatsch und Stefan Kämpfe zeigen Sachverhalte auf. Daß dadurch langfristige klimatische Zusammenhänge dokumentiert werden können, wird nicht behauptet. Um klimatische Reihen über mehrere Jahrtausende aufzustellen, reichen naturgemäß die vorhandenen Daten nicht.

    Es werden lediglich Aussagen über Zeiträumer getroffen, die gem. Definition schon als Klimaperiode bezeichnet werden (30 Jahre). Und allein diese Daten sind es wert, präsentiert zu werden.

    Daß man heute ausgerechnet das Ende der „kleinen Eiszeit“ als Temperaturreferenz hernimmt, wird allgemein nicht hinterfragt. Das ist seit Paris eben so …

    • Danke Herr Strasser, Ihre genannten Gründe sind alle richtig.

      bei mir kommt noch einen anderer Antrieb hinzu. Seit 30 Jahren werden wir vom selbst ernannten Weltklimarat geängstigt, eine furchtbare Erwärmung wurde vorhergesagt und herbeigeredet. Dieser IPCC ist nun eine KLimaeinheit alt. Wer kennt nicht das Geschwätz all der vielen Scheinexperten, dass wir mittendrin in der Erwärmung wären und alles sei noch viel schlimmer gekommen als damals vorhergesagt.  Als aktiver und zigfach mit Umweltpreisen dekorierter Naturschützer habe ich anfangs die Sache belächelt, und nie geglaubt, dass sich einmal eine derartige CO2-Erwärmungsglaubenskirche entwickeln könnte. Nach 30 Jahren ist es nun Zeit, all die Vorhersagen zu überprüfen. Wir hätten es heute schwer, wenn es tatsächlich wärmer geworden wäre. Aber die Frage einer CO2-verursachten ERwärmung stellt sich nicht, da es diese in den deutschen Daten bei den WI weniger beeinflußten Stationen nicht gibt. Und schon gar nicht im Winter, und schon gar nicht im Vorfrühling. Die Märzblüher haben sich verspätet, insbesondere das Märzenveilchen und die Forsythie. Es gibt viele Faktoren, welche das Wetter und nach 30 Jahren die kleinste KLimaeinheit bestimmen, wir Menschen wirken mit durch die ständige weitere Bebauung der freien Landschaft. Und dieser Faktor wirkt erwärmend. CO2 bewirkt gar nichts. Das sind meine persönlichen Gründe der 30 Jahre.

      Ein weiterer Grund für 30 Jahre ist, dass man über 30 Jahre hinaus die Temperaturen  nicht mehr direkt vergleichen kann, man braucht einen Wärmeinselkorrekturfaktor. Ein krasses Beispiel: Der Frühling von Berlin/Tempelhof ist im Jahre 1756 mit 10,7 C registriert, ebenso wie der Frühling 2017. Beim Standort um die STation herum war es also gleich warm. Gleich warm 1756 und 2017. Nur steht die Station heute nicht mehr isoliert auf dem Land bei einem Gutshof, sondern beim Flughafen, um den herum ein Stadteil Berlins entstanden ist. Ein erheblicher Teil der 2017 gemessenen Wärme stammt nciht vom Klima, sondern ist menschengemacht durch die Bebauung. Würde Tempelhof noch so sein wie 1756, dann hätte das Thermometer den Frühling 2017 mit mindestens einem Grad, wenn nicht gar 2 Grad weniger registriert. Die wissenschaftliche Schlussfolgerung könnte nur lauten, der Frühling in Tempelhof wäre kälter geworden, gäbe es den menschengemachten Wärmeinseleffekt der letzten 262 Jahre nicht.

      Ausblick: Es wäre schön, wenn die drei Frühlingsmonate 2018 diesmal mindestens 12 Grad in Berlin registrieren würden. Das wäre dann der wärmste gemessene Frühling seit den Messreihen, aber etwa 1,5 K davon wären dann menschengemacht über den Wärmeinseleffekt der ständigen weiteren Bebauung Berlins. Ohne WI-effekt steht der Frühlingsrekord bei 11,3 C im Jahre 1766.

  7. Klima wandelt sich immer. Momentan werden der Winter und insbesondere die beiden Monate Februar und März kälter und nicht wärmer.

     
    Sehr geehrter Herr Kowatsch und Herr Kämpfe
    Bezieht sich Ihr „Momentan“ auf die Klimawerte? Wenn ja, weswegen betrachten Sie dann stets nur die vergangenen 30 Jahre? Wenn Sie den Klimawandel betrachten wollen, dann sollten Sie (endlich) dazu übergehen, nichtssagende Trendlinien durch gleitende Mittelwerte (10,15 oder 30 Jahre) zu ersetzen. Das würde eine bessere Grundlage für die Diskussionen darstellen.
    Schade auch, dass Sie das Bestimmtheitmaß (B) nur bei der Trendlinie Vorfrühlingtemperatur/Kornellkirschblüte zeigen. Sind die Werte bei den anderen Geraden zu schwach?
    MfG
    Ketterer

    • Sehr geehrter Herr Ketterer,

      wir betrachten die (etwa) letzen 30 Jahre aus folgenden Gründen:

      Erstens umfassen sie in etwa den Zeitraum einer Generation. Wer also als Kind oder Jugendlicher die Frühjahre der späten 1980er Jahre erlebte, kann unsere Ausführungen mit seinen persönlichen Erlebnissen abgleichen.

      Zweitens hat die WMO den 30ig- Jahreszeitraum als klimatisch relevant definiert.

      Drittens ist in diesem Zeitraum die CO2- Konzentration so stark gestiegen, wie nie zuvor.

      Viertens liegen für diesen Zeitraum insgesamt mehr Daten vor; meine eigenen detaillierten Beobachtungen reichen (leider) auch nur bis 1990 zurück.

      Was die Trends anbetrifft, so weiß ein jeder, dass sie wegen der hohen Streuung erstens nicht überbewertet werden dürfen und man sie keinesfalls in die Zukunft extrapolieren darf- nur die so oft kolportierte „Verfrühung“ zeigen sie eben gar nicht. Ich kann Sie aber beruhigen: Ab dem Vollfrühling (Beginn Apfel-, Flieder- oder Lauch- Hederichblüte) haben sich alle phänolog. Phasen in den letzten 30 Jahren mehr oder weniger verfrüht- aber da fragt dann keiner der Klimakatastrophisten nach der Signifikanz oder dem Bestimmtheitsmaß. Und nun raten Sie mal, woran das liegen könnte. Wenn Sie Ihre CO2- vernebelte Ideologiebrille mal absetzen würden, fiele Ihnen vielleicht auf; dass sowohl die Sonnenscheindauer (welche eben erst ab April stark erwärmend wirkt) sowie die Häufigkeit südlicher Großwetterlagen merklich zunahmen. Und was die langfristige Betrachtung betrifft- warum wird eigentlich in den Chroniken des Mittelalters häufig von blühenden Bäumen im Januar und reifen Erdbeeren im April berichtet???

      • Das waren die ersten „Klimaleugner“ die im Mittelalter von den blühenden Bäumen im Januar und den reifen Erdbeeren im April berichteten! /sarc-off

        Grüsse aus den Schweizer Bergen wo heute unsere Monteure nicht auf den Lukmanier zur Arbeit durften weil es wegen dem vielen Schnee zu gefährlich ist!

        Freddie Stoller

         

          • Herr Keks, köstlich: auskristallisierte Gegenstrahlung

            Die Gegenstrahlung auf der Zugspitze in 3000 Meter Höhe wurde in den letzten 30 Jahren für die beiden Vorfrühlingsmonate Februar und März um 1 Grad kälter und liegt jetzt im Schnitt bei – 10, alles gemessen in der Maßeinheit Celsius. Freuen wir uns auf den April, der wurde insbesondere in Süddeutschland in den letzten 30 Jahren im Schnitt wärmer, nicht wegen CO2, sondern wegen der Zunahme an Süd- und Südwestwetterlagen.

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