Richter in der Kausa Exxon­Knew akzeptiert Sachver­ständigen-Brief, welcher den schweren Fehler der Klima­tologie bloßstellt

Treibhaus oder nicht? Bild: Hoffmann  / pixelio.de

Christopher Monckton of Brenchley
[Vorbemerkung des Übersetzers: Dieser Beitrag ist sozusagen die Fortsetzung des spannenden Erlebnisberichtes, dessen erster Teil auf Deutsch hier steht.]
Richter Alsup des Verfahrens in Kalifornien bzgl. globale Erwärmung hat den Brief des sachverständigen Beraters meiner acht bedeutenden Kollegen und mir akzeptiert. Der Brief wird damit zu einem offiziellen Teil der Gerichtsdokumente. Der Richter muss jetzt noch alle Parteien auffordern, darauf zu antworten.

Die sofortige Reaktion der beiden kalifornischen Städte, welche den Fall vor Gericht brachten unter der Anklage gegen fünf Ölunternehmen, die Milliarden an Ausgleich zahlen sollen für den Anstieg des Meeresspiegels, war es, die traditionelle totalitäre Praxis anzuwenden und unsere persönliche Ehre anzugreifen. Das ist ja auch viel einfacher als ein wissenschaftliches Argument zu finden. Der Richter war ungerührt.

Ein einfacher Schaltkreis zur Verstärkung von Rückkopplungen nach Bode (1945, Seite 31). Man beachte, dass die Eingangssignale keine Delta-Werte, sondern ganze Werte sind. Zahlreiche Klimastudien verweisen auf die Rückkopplungs-Mathematik nach Bode als Grundlage für Analysen der Klima-Rückkopplungen.

Inzwischen gab es zu meinem Beitrag hier auf WUWT bereits über 1000 Kommentare – nicht beispiellos, aber selten. Das hohe Maß der Aktivitäten belegt, dass die Klima-Fanatiker besorgt sind – sehr besorgt.

Aber nicht besorgt genug, um eine glaubwürdige Angriffslinie auszuarbeiten. Ich habe selten so viele schwache Argumente auf einem Haufen gesehen. All diejenigen, die bei zahlreichen Gelegenheiten so oft versuchen, Kommentar-Serien zu stören mittels eines Gemischs aus hasserfüllten persönlichen Angriffen und halbgarer Pseudo-Wissenschaft, griffen damit schon bald die offizielle Klimawissenschaft an. (Einer dieser Kommentatoren sandte mir sogar persönlich eine widerwärtige E-Mail, in welcher er mir großzügig eine ausgedehnte Behandlung bei einem Psychiater anbot, obwohl er selbst kein Arzt war. Das ist ein sicheres Anzeichen extremer Verzweiflung auf seiner Seite).

All diesen Individuen würde ich gerne antworten: „Kamerad, ist Ihnen bewusst, dass Sie die Parteilinie angreifen? Wissen Sie, wie man dafür bestraft wird?“ Stattdessen schlug ich ihnen nur vor, ihre Bedenken der Klima-Clique vorzutragen und nicht mir.

Der Fehler der offiziellen Klimatologie ist schwerwiegend. Bislang war man davon ausgegangen, dass eine Erwärmung wie die geringe, welche das Hinzufügen nicht kondensierender Treibhausgase zur Atmosphäre auslöst, eine Rückkopplungs-Reaktion induzieren kann. Die weit größere Emissionstemperatur der Erde kann das nicht.

Der bedeutendste Einwand gegen unser Argument kam von Roy Spencer, der sagte, dass die offiziellen Klimatologie eine Temperatur-Rückkopplung als einen Zusatz-Antrieb definiert, induziert durch eine Änderung der Temperatur, aber nicht durch die ursprüngliche Temperatur selbst.

Das ist in der Tat die Definition. Aber nur weil die offizielle Klimatologie sagt, dass weiß gleich schwarz ist, sollten wir nicht zu voreilig Lebewohl zu weiß sagen.

Mit allem Respekt, die Frage ist nicht, ob die offizielle Klimatologie Rückkopplungen so definiert, dass sie nicht zu der starken Rückkopplungs-Reaktion der Emissionstemperatur der Erde zählt, sondern ob die Emissionstemperatur in der Realität tatsächlich eine derart starke Rückkopplungs-Reaktion induziert.

Als ich jüngst in Moskau unsere Ergebnisse Mitgliedern der Russischen Akademie der Wissenschaften vortrug, forderte Prof. Mojib Latif, ein IPCC-Leitautor, eine Studie von verschiedenen NASA-Autoren an, nämlich Lacis et al. (2010). Diese hatten ein Allgemeines Zirkulationsmodell laufen lassen, aus welchem sämtliche nicht kondensierenden Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernt worden waren*. Damit simulierten sie, wie sich das Klima im Laufe der nächsten 50 Jahre entwickeln würde.

[*Das verstehe ich nicht. Auch Kohlendioxid ist doch ein nicht kondensierendes Treibhausgas. Ohne dieses würde das Leben doch nach wenigen Jahren ausgestorben sein. Wer oder was soll dann in 50 Jahren noch über das dann herrschende Klima befinden? Ist die Vernichtung sämtlichen Lebens auf der Erde auch in das Modell der Alarmisten eingegangen? Anm. d. Übers.]

Dabei waren sie zu dem Ergebnis gekommen, dass die Albedo der Erde nach 50 Jahren ohne Treibhausgase vom heutigen Wert von 0,293 auf 0,418 gestiegen und die Temperatur auf der Erde von 288 K auf 252 K gesunken wäre. Das ist ein Rückgang von 36 K, und ihrer Vorstellung nach sind 9 K davon dem Verlust der direkt getriebenen Erwärmung durch die nicht kondensierenden Treibhausgase geschuldet. Die verbleibenden 27 K war dem Verlust der Rückkopplungs-Reaktion auf diese direkt getriebene Erwärmung geschuldet.

Welche Emissionstemperatur würde herrschen, falls die Albedo 0,418 wäre? Die Antwort unter der Annahme heutiger Einstrahlung lautet 243,3 K. Und doch sagten Lacis et al., dass die Gleichgewichts-Temperatur mit nicht kondensierenden Treibhausgasen um 8,7 K höher läge, also bei 252 K. Das ist offenkundig eine Rückkopplungs-Reaktion auf die Emissionstemperatur, wenngleich auch eine unrealistisch niedrige.

Da wir die vorindustriellen Werte des Rückkopplungs-Anteils f mit den Werten der industriellen Ära vergleichen wollen, sollten wir die Temperatur von 287,5 K aus dem Jahr 1850 als die Gleichgewichts-Temperatur für die Berechnung des vorindustriellen Wertes ansetzen. Und wenn wir dann zur Berechnung in der industriellen Ära kommen, sollten wir das Argument nicht zu stark in Richtung der offiziellen Klimatologie verbiegen [we shall bend the argument rather too far in favor of official climatology].

Lacis sagt, dass ein Viertel der Differenz (35,5 K) zwischen 252 K (287,5 K; d. h. 8,9 K) die direkt getriebene Erwärmung durch die nicht kondensierenden Treibhausgase ist, und die anderen drei Viertel der 35,5 K, also 26,6 K, sind die Rückkopplungs-Reaktion der direkten Treibhausgas-Erwärmung von 8,9 K. Folglich setzt Lacis den Rückkopplungs-Anteil f mit drei Viertel an, also 0,75.

Damit setzt sich die Differenz zwischen Emissionstemperatur und Temperatur im Jahre 1850 von 44,2 K zusammen aus 8,7 K Rückkopplungs-Reaktion auf die Emissionstemperatur; 8,9 K direkt getriebene Treibhaus-Erwärmung und 26,6 K Rückkopplungs-Reaktion auf direkte Treibhaus-Erwärmung.

Unserem korrigierten Verfahren zufolge ist f deutlich kleiner: 1 – (243,3 + 8,9)/287,5 oder 0,123. In diesem Falle setzen sich die 44,2 K zusammen aus 243,3 f / (1 – f) = 34,0 K Rückkopplungs-Reaktion auf die Emissionstemperatur; 8,9 K direkt getriebene Treibhaus-Erwärmung und 8,9 f / (1 – f) = 1,3 K Rückkopplungs-Reaktion auf die direkte Treibhaus-Erwärmung. Das scheint eine vernünftigere Aufteilung zu sein.

Jetzt zum Wert des Rückkopplungs-Anteils während der industriellen Ära. Lacis sagt, dass „für den gesamten terrestrischen Treibhauseffekt“ und auch für das „gegenwärtige Klima“ der Rückkopplungs-Anteil 0,75 beträgt. Wenig Nicht-Linearität also. Aber viele Kommentatoren hegen Bedenken über Nicht-Linearitäten, also sollten wir uns dieser Bedenken annehmen.

In unserem korrigierten Verfahren gehen wir von der Schätzung des IPCC des gesamt-anthropogenen Antriebs aus, die da lautet 2,29 W/m², sowie davon, dass der Planck-Parameter 0,313 K/W/m² beträgt und dass daher die anthropogene Referenz-Erwärmung vor Beachtung der Rückkopplung 2,29 X 0,313 = 0,72 K ist. Da jedoch über diesen Zeitraum eine Erwärmung von 0,76 K gemessen worden ist, lautet unser Rückkopplungs-Anteil der industriellen Ära in erster Annäherung 1 – 0,72 / 0,76 = 0,05.

Allerdings haben Kommentatoren eingewendet, dass die Gleichgewichts-Erwärmung vielleicht 40% größer ist als die in der Temperaturaufzeichnung auftretenden 0,76, weil ein Teil der Erwärmung in die Ozeane gegangen ist, von wo aus sie die Atmosphäre in einigen Jahrzehnten erwärmen könnte.

In diesem Falle würde unser Rückkopplungs-Anteil der industriellen Ära 1 – 0,72 / (0,76 X 1,4) = 0,32 betragen bzw. er wäre eineinhalb mal so groß wie der vorindustrielle Rückkopplungs-Anteil. Dies sollte bequem den Nicht-Linearitäten in Rückkopplungen Rechnung tragen, deren Auslassung bei der ursprünglichen Berechnung viele Kommentatoren beklagten. In Wirklichkeit wird die Nicht-Lineartität viel geringer sein.

Bewaffnet mit dem möglicherweise viel zu großen Rückkopplungs-Anteil der industriellen Ära von 0,32 können wir die Charney-Sensitivität (also die Gleichgewichts-Sensitivität bei einem verdoppelten CO2-Anteil) ableiten, und zwar mit der Anmerkung, dass die Schätzung der CMIP5-Modelle des CO2-Strahlungsantreibs 3,5 W/m² beträgt, welche bei Multiplikation mit dem Planck-Parameter von 0,313 K pro W/m² eine Referenz-Erwärmung von 1,1 K ergibt. Die Charney-Sensitivität beträgt demnach 1,1 / (1 – 0,32) = 1,6 K; und ist nicht so groß wie die Schätzung der CMIP5-Modelle von 3,3 K.

Jetzt zu einigen Fragen in unserer Eingabe, die jeder glaubwürdig beantworten muss, der der offiziellen Klimatologie folgen möchte, dass nämlich die Emissionstemperatur keine Rückkopplungs-Reaktion induziert.

Frage 1: Falls dem Lancis-Modell zufolge die Differenz von 8,7 K zwischen der Emissionstemperatur 243,3 K und der Gleichgewichts-Temperatur von 252 K ohne nicht kondensierende Treibhausgase keine Rückkopplungs-Reaktion auf die Emissionstemperatur ist – was in aller Welt ist sie dann?

Frage 2: Wie kommt es, dass eine Emissionstemperatur von 243,3 K eine Rückkopplungs-Reaktion von lediglich 8,7 K induziert (oder 0 K, falls man trotz des Ergebnisses von Lancis annimmt, dass die Emissionstemperatur überhaupt keine Rückkopplungs-Reaktion induzieren kann) und dass trotzdem die 27 mal geringere direkte Erwärmung von 8,9 K durch die Gegenwart natürlich auftretender, nicht kondensierender Treibhausgase ein Rückkopplungs-Reaktion bis zu 26,6 K induziert?

Frage 3: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass die Rückkopplungs-Reaktion auf die Emissionstemperatur von 243,3 K 34, 0 K beträgt, während die Rückkopplungs-Reaktion der direkt getriebenen Treibhaus-Erwärmung von 8,9 K lediglich 1,3 K beträgt und nicht jeweils Lacis‘ 8,7 K und 26,6 K?

Frage 4: Da die Rückkopplungen in Watt pro Quadratmeter der Temperatur angegeben werden, die sie induziert – woher wissen die Rückkopplungen, dass sie überhaupt nicht reagieren sollen auf die Emissionstemperatur von 243,3 K, sondern dass sie plötzlich sehr stark reagieren sollen durch Vervierfachung der 8,9 K direkt getriebene Referenz-Erwärmung durch die nicht kondensierenden Treibhausgase?

Damit haben wir die großzügigste Erwiderung auf die von den Kommentatoren vorgebrachten Einwände geliefert, und doch ist die Charney-Sensitivität bei 1,6 K nicht viel größer als die 1,2 K im ursprünglichen Artikel.

Aus meiner Einreichung geht daher einfach nicht genug globale Erwärmung hervor, um überhaupt irgendwelche Abschwächungs-Maßnahmen durchzuführen. Falls wir recht haben, heißt es wirklich das Spiel ist aus.

Link: https://wattsupwiththat.com/2018/03/27/judge-in-exxonknew-case-accepts-amicus-brief-exposing-climatologys-grave-error/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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Ein Kommentar

  1. Auch diese Diskussion geht komplett am Problem vorbei. –  Es ist zweifellos allein Wärmestrahlung, die eine energetische Rückkopplung zur Materie an der Erdoberfläche bewirken kann.

    Der Beitrag des Kohlendioxid dazu sinkt von einem Maximum an der Oberfläche ausgehend nach oben ab und reduziert dabei den Energiefluss nach oben abhängend von seiner Konzentration in der Atmosphäre. Als Folge fließt den dominant an der Rückstrahlung beteiligten Wasser- und Eispartikeln darüber (sichtbar in Wolken und unsichtbar z. B. nicht nur im Bereich der Tropopause) weniger Energie zu. Als Folge reduziert sich deren Beitrag zur energetischen Rückkopplung entsprechend, so dass die Größe der Wirkung der Rückkopplung unabhängig ist von der jeweiligen CO2 Menge in der Atmosphäre!

    („Wer keine Zahlung erhält, kann auch nichts zurück zahlen, oder.“)

    https://de.scribd.com/document/374695239/Anthropogener-Klimawandel

     

     

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