Große Leseraktion: Wie manipulieren Messstationen die Feinstaubmessung in Ihrer Stadt? – Teil 3

Die Leser machten fleißig mit. Weitere Aufstellorte von Messstationen zeigen deutliche Verletzungen der Aufstellbedingungen.
von Holger Douglas,

Überwältigend! Vielen Dank für Ihre Reaktion und Mitarbeit. Mit so vielen Einsendungen hatten wir nicht gerechnet. Darüber freuen wir uns. Mit Ihrer Hilfe ist es möglich, den Wahnsinn eindrucksvoll zu dokumentieren, der sich quer über Deutschland ausbreitet. Wir werden die Fotos und Berichte in einer Serie veröffentlichen.

Aus Hamburg, der Stadt mit den roten Chaoten im Rathaus, kommen Fotos von zwei Luftmessstationen in Hamburg. »Es handelt sich dabei um genau diejenigen Luftmessstationen,« schreibt TE-Leser Jan-Hendrik M., »die in Kürze zu einem Dieselfahrverbot auf den betroffenen Straßen führen werden: Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee.

Zur Stresemannstraße:

Hamburg leidet seit Jahren daran, dass es nördlich der Elbe lediglich zwei Querungen der Stadt in Ost-West-Richtung gibt, eine nördlich der Alster und eine südlich der Alster. Diejenige Querung südlich der Alster beinhaltet die Stresemannstraße in ihrer vollen Länge, sodass sich große Teile des Hamburger Durchgangsverkehrs durch diese Straße quälen. Die Stelle, an der sich die Luftmessstation befindet, ist nahe der Einmündung der Max-Brauer-Allee und des Neuen Flora Musicaltheaters gelegen.

Es ist eindeutig die engste Stelle dieser Straße, auf der im Grunde rund um die Uhr Stau herrscht. Der Grund: Die Brückenpfeiler der die Stresemannstraße überquerenden Bahnbrücke stehen mitten auf der Straße. Der Einfallsverkehr – auf dem Foto in einiger Entfernung sichtbar – macht mit einer Spur einen Schlenker um einen solchen Pfeiler herum. Der Ausfallverkehr – auf dem Foto hinter den Polizeiwasserwerfern versteckt – wird auf eine Spur eingeengt. Letzteres führt zu einem Rückstau direkt an der Messstation.«

In den Achziger- und Neunzigerjahren hat es hier mehrere Verkehrstote gegeben.
»Die damalige rot-grüne Regierung kam auf die sensationelle Idee, zwei der vier Spuren in Busspuren zu verwandeln, was selbstverständlich zu einem völligen Verkehrsinfarkt geführt hat. Die danach unter der Führung der CDU und Bürgermeister von Beust gewählte Regierung revidierte diese Entscheidung, erließ aber ein bis heute gültiges Tempolimit von 30 km/h auf dieser Strecke, das auch mittels zweier fester Geschwindigkeitskontrollen („Blitzer“) durchgesetzt wird, die die Luftmessstation auf beiden Seiten wunderschön einrahmen.«

»Die Fahrzeuge bremsen selbstverständlich vor dem Blitzer und beschleunigen danach wieder. Meine Fotos konnte ich heute übrigens völlig unbehelligt und unter Polizeischutz anfertigen. Die Stresemannstraße war aufgrund einer Demonstration von der Polizei gesperrt worden, sodass auf meinen Bildern lediglich Polizeifahrzeuge zu sehen sind. Muss darüber hinaus eigentlich betont werden, dass die Luftmessstation direkt am Fahrbahnrand steht und die Straße durch eine enge Häuserschlucht führt?«

Wiesbaden

Nach diesem kurzen Einblick in das lebendige, bunte und weltoffene Hamburg kommen wir in die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden, früher eher als Rentnerstadt verschrien, heute ebenfalls rot-grünes Experimentierfeld. Ergebnis: Immer mehr Geschäfte in der Innenstadt machen dicht.

TE- Leser Franz M. schickt uns Fotos der drei Messstationen.

In der Schiersteiner Straße steht die Messstation direkt an der sechsspurigen Schiersteiner Str. Hier wird die 270 Grad Regel der EU verletzt. Außerdem ist die Messstation mit ihrem Fahrbahnabstand von 20 cm nicht repräsentativ für einen größeren Luftbereich.

In Wiesbaden Süd steht die Messstation außerhalb des Stadtgebietes südlich der Autobahn A66. Adresse Am Hohen Stein. Das ist eine Sackgasse in einem reinen Wohngebiet ohne größere Verkehrsbelastung. Sie entspricht meiner Ansicht nach den EU-Regeln.«

Für TE-Leser Frank M. ist klar:

»Ich habe schon einiges zu dem Thema kommentiert und 5 Punkte herausgearbeitet, die zusammenfassen, was in der Fahrverbotsdiskussion schief läuft:

Fakt ist:

Unsere Autos werden immer sauberer.
Die Luft in den Städten wird immer sauberer.
Alle deutschen Städte halten die Grenzwertregelungen für Feinstaub ein.
Der 40µg/m3-Grenzwert für Stickoxide ist absurd niedrig (im Vergleich der MAK Wert in Deutschland 950µg/m3 und in der Schweiz 6000µg/m3. Er ist in dieser Höhe ohne jegliche medizinische Grundlage.
Würden die EU-Messregeln angewendet, gäbe es selbst mit diesem extrem niedrigen Wert in keiner deutschen Stadt eine Überschreitung der EU-Grenzwertregelungen.
Fahrverbote sind deshalb völlig überflüssig, ja sie sind durch NICHTS gerechtfertigt. »Verhältnismäßig« sind sie schon gar nicht.
Der Dieselskandal ist kein Umweltskandal, sondern ein Politikskandal und ein Medienskandal, denn die meisten Medien berichten falsch, lückenhaft oder verzerrt.«
Sein Fazit: »Mit der Gesundheit des Bürgers hat das alles nichts, aber auch gar nichts zu tun!«

Cottbus

In Cottbus steht eine Luftmessstation in der Bahnhofstraße vor Haus Nummer 56. Diese Straße ist eine der wichtigsten Nord-Süd Verbindungen mit teilweise prächtigen Bürgerhäusern aus der Jahrhundertwende.

Die Messstation steht an dem Straßenabschnitt mit der höchsten Verkehrsdichte und mit regelmäßigem Stau in der Cottbuser Innenstadt. Sie steht etwa ein Meter vom Fahrbahnrand entfernt im Mehrzweckrandstreifen für Parktaschen und Baumscheiben. Danach kommen Radweg und erst dann der Bürgersteig. Ca. 50 Meter von der Messstation kreuzt die Bahnhofstraße die ebenfalls stark befahrene Ost-West-Achse Karl-Liebknecht-Straße.

– je eine Richtungsfahrbahn mit integriertem Straßenbahngleis
– Mittelstreifen als Sperrfläche mit Querungsstellen
– Mehrzweckrandstreifen für Parktaschen, Baumscheiben und Haltestellen
– durchgängigem Radweg beidseitig
– Gehweg beidseitig

Das Ergebnis beschreibt TE-Leser Falko G.: Der Verkehr staut sich wochentags regelmäßig in den Spitzenzeiten vor der Messstation.

Dennoch: Für Stickstoffdioxid zum Beispiel meldet die Station allein in diesem Jahr keinerlei Überschreitung der Grenzwerte – wie übrigens auch alle anderen hier aufgeführten Messstationen im Land Brandenburg.

Dortmund

Bei Tilman K. hat diese seit 2003 existierende Luftmessstation schon immer Kopfschütteln hervorgerufen.

Er schreibt: »Ein 4-spuriger, autobahnähnlich ausgebauter Zubringer (B236 und L633n) verjüngt sich auf eine einspurige Straße, die in einen ampelgesteuerten Kreisverkehr (Borsigplatz) mündet. Davor gibt es eine enge vierstöckige Häuserflucht. Die Messstation steht genau da, wo es zu Rückstaus vor der Ampel kommt.

Bis vor paar Jahren waren hier noch LKW´s erlaubt; jetzt ist die Straße ab 2,8 Tonnen abgeriegelt. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens an dieser Einfallsstraße zur Stadt und den engen Straßen um den Borsigplatz war das eine richtige Entscheidung, hat aber nicht zum Unterschreiten der Grenzwerte geführt.«

Ein Blick in den Umweltbericht der damals noch rot-grünen Landesregierung hält fest:  »Der langfristig zu beobachtende Trend abnehmender Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaub setzte sich im Jahr 2016 fort. Wie schon im Jahr 2015 konnten die Grenzwerte für Feinstaub PM10 und PM2,5 sowie die Grenz- und Zielwerte der Metallgehalte im PM10 bis auf eine Ausnahme in Bottrop eingehalten werden.«

Die Stellungnahme im alten Bericht dann nach dem Motto »Mehr Drama, Baby«:
»Verglichen mit den Vorjahren ist an den Verkehrsstandorten in NRW bei Stickstoffdioxid weiterhin nur ein geringfügiger Rückgang der Belastung feststellbar. Die Jahresmittelwerte verbleiben auf hohem Niveau. Bezogen auf die Anzahl und Höhe der Grenzwertüberschreitungen ist Stickstoffdioxid weiterhin als derzeit kritischster Luftschadstoff zu bewerten.«

Die Zahlen im Bericht dagegen sagen anderes: 51 µg/m3 des Grenzwertes von 40 µg/m3 – eine Größe, die angesichts der in Frage stehenden Wertes von 40 µg/m3 zu vernachlässigen ist.

Es scheint, als verändere sich zumindest die Tonart unter der neuen NRW-Regierung.

»Luftqualität hat sich im vergangenen Jahr 2017 weiter verbessert«, meldet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. »Abnehmender Trend bei Stickstoffdioxid-Belastung setzt sich fort. Die Schadstoffbelastung der Luft in NRW hat sich weiter verringert. Das zeigen die Ergebnisse der 2017er Luftqualitätsmessungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Auch in den verkehrsreichen Innenstädten war ein Rückgang der Schadstoffbelastung zu verzeichnen. In Dinslaken, Eschweiler, Halle, Langenfeld, Münster und Remscheid wurde erstmals der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Jahresmittel eingehalten.«

Die Daten aller Messstellen wurden vom LANUV validiert. Damit stehen die endgültigen Jahreswerte für das Jahr 2017 fest. Die höchsten NO2-Jahreswerte wurden im Jahr 2017 in Nordrhein-Westfalen wie auch in den Vorjahren in Köln (Clevischer Ring: 62 µg/m³), Düren (Euskirchener Straße: 58 µg/m³) und Düsseldorf (Corneliusstraße und Merowingerstraße: 56 µg/m³) gemessen.

Bedeutet: Die Luft ist also raus.

Unter rot-grün klang alles dramatischer: »Auch in 2016 wurden NO2-Grenzwertüberschreitungen ausschließlich an verkehrsnahen Messstellen registriert. Nach wie vor sind der Kfz-Verkehr und insbesondere die Diesel- Fahrzeuge als Hauptverursacher der hohen NO2-Belastung anzusehen. Ohne eine deutliche Reduktion der Kfz-bedingten Emissionen ist eine absehbare Einhaltung des Immissionsgrenzwertes nicht möglich.«

Also: Verkehrsstopp. Dagegen sagt jetzt die neue Umweltministerin Christina Schulze-Föcking deutlich: »Erklärtes Ziel bleibt es, Fahrverbote zu vermeiden.«
Nordrhein-Westfalen hat übrigens Stuttgart überholt. Das Land, so geht aus dem neuen Bericht hervor, ist sauberer als die Schwabenmetropole, feinstaubmäßig gesehen. Der NRW-Umweltbericht für 2017 stellt für Feinstaub fest: »Die Feinstaubbelastung lag im Jahr 2017 wie auch schon in den Vorjahren flächendeckend in Nordrhein-Westfalen unterhalb der Grenzwerte. Schon seit dem Jahr 2014 kam es in Nordrhein-Westfalen nicht mehr zu Feinstaub-Grenzwertüberschreitungen.«

München

In der bayerischen Landeshauptstadt München hatten wir die Verkehrssituation am Stachus hinreichend gewürdigt sowie die Bemühungen des Oberbürgermeisters, Fahrverbote einzuführen. TE-Leser Dieter F. hat sich gründlich noch in anderen Straßen umgesehen.

»Direkt neben allen Messstellen stehen Laubbäume (unzulässig gemäß 2008/50/EG; Anhang III /C) Diese umhüllen von Frühjahr bis Herbst manche Messstellen komplett. Dies gilt insbesondere für die Messstelle Lothstraße.«


Schicken Sie uns bitte an Tichys Einblick aus Ihrer Stadt Fotos der Messstationen. Bitte notieren Sie den genauen Standort. Aus einem weiteren Foto sollte das Umfeld der Messstation ersichtlich sein. Bitte schicken sie die Fotos an redaktion@tichyseinblick.de; Sie erteilen uns damit automatisch das Recht, Ihr Foto zu veröffentlichen. Wir freuen uns auch über Beiträge aus der Lokalpresse zu diesem Thema.

Vielen Dank!

Der Beitrag erschien zuerst bei Tichys Einblick hier


Hier geht es zu Teil 1 – Messstationen in Stuttgart, Leipzig, Fulda, Magdeburg, Rostock, Marburg und Tübingen

Hier geht es zu Teil 2 – Messstationen in Ludwigsburg, Hannover, München und Siegen

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24 Kommentare

  1. Hr. Schubert…was soll dieser ständige Selbstbetrug?! Dieser führt doch nur ins Verderben. Ich will Ihnen auch sagen warum das so ist….

    Wenn Sie immer auf der Suche nach den „Heißesten Ort“ zur Messung und damit auch zur Beurteilung der Gesamtlage sind, dann werden Sie zum Schluss auch nur eine erhöhte Temperatur messen. Diese Messergebnis haben aber mit der Gesamtlage = Realität nicht das geringste zu tun und Sie schätzen die Gesamtlage somit komplett falsch ein. Sie messen ihre Temperaturen an den Thermalquellen und gehen somit davon aus, dass diese Messergebnisse für das Gesamtbild sprechen. Die Realität hingegen zeigt ihnen, dass außerhalb der Thermalquellen eine Temperatur von Minus 20 Grad herrscht. Somit lassen Sie also die Menschen, die außerhalb der Thermalquellen leben einfach erfrieren, weil Sie Ihnen das CO2 per Strafandrohung/Gesetz VERBIETEN und somit auch die Möglichkeit sich ein wärmendes Feuer anzuzünden. Sie dagegen können weiter an der Wärmequelle ihrer Thermalquelle ein wohliges und schönes Leben führen.

  2. Bei all den ulkigen Messstellen.

    Warum gibt es noch keine Messstelle im Fahrzeug, – wäre doch ideal, im Verkehrsfluss und würde auch die MAK für den Fahrzeugführer entlarven, … aber einfach so im Freien???

  3. Weil heute immer nur noch Katastrophenmeldungen in den Medien kommen, macht das  Menschen iunnerlich kaputt. Ein Mensch muss täglich mehrmals lachen. Dann baut er sich nicht so extrem ab. Wegen der Dieselkatstrophenmeldungen kam mir diese Woche ein Gedanke, wo schon viele gelacht haben.  Deshalb schreibe ich es hier auch:

    Ich wünsche am Freitag einen schönen Autofeiertag.

    Autofeiertag? Wie heißt denn Auto in englischer Sprache? Car. Also machen wir aus Karfreitag mal Carfreitag.  Die Dieselautos werden sich auch freuen.

    • In der Schweiz ist ein „Car“ ein Reisebus. Ein busfreier Tag brächte wohl eine NO2-Minderung.

      Die Stadt Bern lässt seit ein paar Jahren Gasbusse fahren, was der Luft anscheinend gut tut. Im erweiterten Stadtkern meldet eine Altstadtgassen-Station 39 µg/m3, 14 andere zwischen 21 und 31. Auf stark befahrenen Autobahnabschnitten werden über 50 (immer Jahresdurchschnitt) gemessen.

  4. Zum thema landshuter alle sei noch gesagt, daß sich dort ein bereich mit 50km/h beschränkung (anfang und ende radarüberwacht) befindet. Früher waren es 60km/h, welche problemlos mit dem letzten gang gefahren werden konnten. Mit 50 ist das bei sehr vielen fzg nicht mehr möglich > also einen runter schalten > mehr umdrehungen > mehr abgas.
    Des weiteren ist eine tunnelAUFfahrt immer mit beschleunigung (erhöhter ausstoß) verbunden.
    Hier ist logischerweise mit erhöhtem ausstoß zu rechnen……

    • Hallo Herr Franke,

      ganz so einfach ist das nicht:

      > mehr umdrehungen > mehr abgas.

      Es kommt zwar mehr Luft durch die Zylinder, aber nicht unbedingt mehr Brennstoff also Abgas!, weil die Leistungsabnahme ist für beide Geschwindigkeitsbereiche ein und dieselbe, vom Luftwiderstand mal abgesehen.

       

  5. In Wiesbaden Süd steht die Messstation außerhalb des Stadtgebietes südlich der Autobahn A66. Adresse Am Hohen Stein. Das ist eine Sackgasse in einem reinen Wohngebiet ohne größere Verkehrsbelastung. Sie entspricht meiner Ansicht nach den EU-Regeln.

    Ist auch meine Rede, wenn es ums Messen geht – möglichst weit weg vom Meßobjekt. Sonst könnte man tatsächlich was messen. Ich war bisher immer der Meinung, es geht um Messung der Luftqualität aufgrund von Verkehr. Wie man dann einen optimalen Standort in einer Sackgasse und ohne große Verkehrsbelastung finden kann, erschließt sich mir nicht. Liegt vielleicht darin begründet, dass ich erfolgreich ein MINT-Studium abgeschlossen habe und nicht Theaterwissenschaften studiert habe.

    • Um die UV-Belastung der deutschen Bevölkerung zu erfassen, empfiehlt es sich demnach – Ihrer MINT Ausbildung nach- die Stärke dieser Strahlen auf der Zugspitze zu messen.

      • … und wenn Sie jetzt nocheinmal darüber nachdenken, wie groß die Entfernung Entstehungsort UV-Strahlung – Zugspitze und Entstehungsort UV-Strahlung – Hamburg ist, können wir gerne über die Signifikanz der 10. Nachkommastelle philosophieren.

        PS: Freischaltbutton ist in Ihrem System rechts oben.

        • Sehr geehrter Herr Schubert,

          es ist wirklich sehr nett von Ihnen, dass Sie an Hand der UV-Strahlung meine Vermutung bestätigen, dass Sie von Mathematik/Naturwissenschaften nicht die geringste Ahnung haben.

          MfG

    • Lieber Hr.Schubert,

      Sie haben sich offensichtlich noch nicht mit der Systematik der bei uns diurchgeführten Luftmessungen beschäftigt. Es gibt unterschiedliche Kategorien von Aufstellungsorten, von städtisch verkehrsnah bis Hintergrund ländliches Gebiet.

      Zur Systematik von MINT-Ausbildungen gehört nach meinem Kenntnisstand unverzichtbar auch die genaue Vorab-Klärung der Aufgabenstellung. Das erfordert in der Regel die Mühe, sich die entsprechenden Dokumente auch tatsächlich anzusehen.

      Mfg

       

      • … und wie stellen Sie sich einen „städtisch verkehrsnahen“ Standort vor? Zur Systematik der MINT-Ausbildung gehört auch die genau Definition der verwenddeten Begriffe

        • Lieber Hr. Schubert,

          ich habe zum Thema Diesel, NO2 und Luftqualität hier rund anderthalb Dutzend Artikel veröffentlicht, in denen diese Fragestellungen sehr umfassend beleuchtet wurden. Offensichtlich haben Sie nichts davon gelesen oder verstanden. Ihre Statements tragen hier nichts relevantes zur Diskussion bei, sie agieren hier nur noch wie ein Troll.

          Mfg

    • Nein, Herr Schubert, es geht eben nicht um Hotspots.

      Wenn man den EU-Bürokraten nicht nur Schlechtes nachsagen will, kann man davon ausgehen, daß sie den Richtwert (nicht Grenzwert) von  40 mkg/m³ als Mittelwert für den Lebensraum der Menschen gewählt haben (also relativ großflächige Messungen, keine Hotspots), ausgehend davon, daß er mit größter Sicherheit keine Gefährdung der Menschen, auch nicht der anfälligsten, mit sich bringt und daß er auch mit modernen Fahrzeugen im Straßenverkehr realistisch ist. Von verkehrsnahen Messungen ist in der EU-Richtlinie keine Rede.

      Deshalb auch die Vorschriften (nicht Richtlinien) für die Messungen.

      Wenn die deutschen Machthaber  nun diesen Richtwert als Grenzwert für verkehrsnahe Messungen, also für Hotspots umdeuten, steckt dahinter ein anderes, mir unbegreifliches Kalkül (unsere Politikdarsteller sind doch keine Dummköpfe).

      Die Volksgesundheit kann nicht ihr Ziel sein. Die Leute, die an solchen Hotspots arbeiten (Straßenreiniger, vielleicht Polizisten) haben ja den 8h-Arbeitsplatz-Grenzwert von 950 mkg/m³, welcher mit maximaler wissenschaftlicher Kompetenz als nicht gesundheitsgefährdend für arbeitende, also gesunde Menschen, festgelegt ist. 

      Messungen an Hotspots sind zwar interessant, vor allem um die Qualität der Verbrennung und der Abgasreinigung im Massentest und in besonderen Situationen (Staus, Steigungen usw.) zu überprüfen, aber doch nicht, um die Gesundheitsbelastung des Volkes zu überprüfen. Die derzeitige Hysterie bzgl. der NOx-Werte ist ja genauso pervers, wie das 2-Grad-Ziel der Klimakatastrophenpopulisten.

      • Herr(?) Ehlig,

        dass die Arbeitsplatzkonzentration höher ist, als die für die allgemeine Bevölkerung ergibt sich aus der Tatsache, dass, wie Sie schon festgestellt haben, Arbeitende gesund sein sollten und erwachsen, während hingegen die Bevölkerung von 0 .. ?? und sowohl krank als auch gesund sein kann. Ob der Unterschied 40:950 gerechtfertigt ist, kann ich nicht beurteilen, muss es aber als Diskussionsgrundlage einfach zur Kenntnis nehmen.

        Nun wohnen an den Hotspots aber auch Menschen, dass ist in Städten so üblich. Wie können wir mit einer Messung in ländlicher Gegend oder verkehrsberuhigter Zone in der Stadtrandsiedlung auf die Belastung der Bewohner am Hotspot schließen? Gilt nicht für die derselbe Grenzwert?

        • Lieber Hr. Schubert,

          in Innneräumen (=Wohnungen) sind 60 Mikrogramm/cbm zulässig, also 50 % mehr als auf der Strasse. Zudem ist bekannt, dass in Häusern das von der Strasse eindringende NO2 schnell und in erheblichem Umfang abgebaut wird. Da sich Menschen zu rund 90 % ihrer Zeit in Räumen aufhalten, sind die auf der Strasse gemessenen Werte ohne Relevanz für die mittlere persönliche Jahresexposition.

          Hinzu kommt: Herde, Kerzen, Rauchen usw. verursachen in vielen Wohnungen NO2-Werte, die bis zu mehreren 1.000 Mikrogramm/ cbm erreichen können. Für diese Bewohner wäre ein Aufenthalt am Neckartor fast schon eine Lungenheilkur.

          Mfg

        • Herrn Schubert von Hr. Ehlig:

          ich behaupte, daß an keinem der  Meßpunkte Menschen wohnen.  Es sind immer mehrere Meter Abstand zu einer Wohnung.

          Ich selbst habe lange genug an einer sehr befahrenen Straße gewohnt und die Fenster auf der Straßenseite nur abends oder nachts zum Lüften geöffnet. Auch wenn das eine gewisse Einschränkungen bedeutete (Anpassung an die Umwelt), wäre ich niemals auf die Idee gekommen zu fordern, daß die Autos von der Straße verbannt werden müßten.  Schließlich habe ich mir ja die Vorteile des innerstädtischen Trubels selbst ausgesucht. Wer da anfällig ist für dicke Luft, sollte sich wahrlich einen anderen Wohnort suchen.

          PS: Sie meinen also, daß die EU-Richtlinien nicht weit genug gehen?

  6. Kann man wegen der Verletzung der Aufstellungsbedingungen gegen  ein Fahrverbot klagen? Wir brauchen halt auch ein Resch-Äquivalent! Welcher Verwaltungsrechtler kann das beantworten?

    • Scheinbar gibt es keine Institution, kein Verein, keine Interessenvertretung, die ein Interesse an realen Werten hat. So ein Resch auf der richtigen Seite könnte doch ein bis zwei Messstationen dort, den Anforderungen der EU entsprechend aufstellen, wo die des Umweltamtes deswegen zu hohe Werte haben, weil sie nicht EU-konform messen. ADAC oder Dieselinteressengruppen, die Lobby der Ölkonzerne, oder wer auch immer könnte so die Ungereimtheiten beweisen.

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