Negative Strompreise sind Werbekosten für die Energiewende

Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de

Helmut Kuntz
Wer sich schon einmal gewundert hat, warum an der Strombörse zeitweise negative Strompreise gelten, konnte vom Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende erfahren, dass dies nichts anderes als Werbegeschenke an das EEG für dieses besonders sinnvoll nutzende Kunden wären. Auch sonst hat der Leiter von Agora (vom privaten Stromkunden aus betrachtet) ein eher sonderbares Verständnis zum Strommarkt und die privaten Stromkunden, weshalb sein Beitrag zu negativen Strompreisen in der „Welt“ hier in gekürzter Form gebracht wird.

Negative Strompreise sind auch ein Grund zur Freude

Deutschland hat inzwischen den Spitzenplatz des Strompreises in der EU erklommen [2]. Natürlich nur für private Verbraucher, denn an der Strombörse können bestimmte Kunden den Strom zeitweise viel billiger, wenn nicht sogar gegen eine nicht unerhebliche Zuzahlung abholen [3]. Warum sich der dadurch gebeutelt fühlende Bürger freuen soll, erklärte ein Fachmann für Energiefragen jüngst in DER WELT.
WELT: Agora Energiewende 19.01.2018, Patrick Graichen: [1] Negative Strompreise sind auch ein Grund zur Freude
Ökostrom muss immer öfter gegen Gebühr im Ausland entsorgt werden. Die Meldung der WELT schlug Wellen. Jetzt reagiert die Denkfabrik Agora Energiewende: Ihr Chef Patrick Graichen hat kein Problem mit verschenktem Strom. Ein Gastbeitrag.

Ab und zu etwas verschenken, ist ein ganz normaler Vorgang in der Wirtschaft

Der Markt für Werbegeschenke ist bereits vor vielen Jahren ins bodenlose eingebrochen, als diese praktisch nicht mehr abgeschrieben werden konnten und bei größeren Werten als Complianceverstoß galten. Da freut man sich umso mehr, wenn Firmen anders handeln.
Patrick Graichen:
[1] … Ab und zu etwas zu verschenken, ist ein ganz normaler Vorgang in der Wirtschaft. Vielleicht haben Sie sich schon einmal darüber gewundert, dass Ihr Telefonanbieter Ihnen eine Prämie zahlt, wenn Sie Ihren Vertrag bei ihm verlängern? … Dann haben Sie sich vermutlich über das Geschenk gefreut. Genau wie der Telefonanbieter, für den es nämlich günstiger ist, Ihre Treue zu belohnen, als für deutlich mehr Geld einen ganz neuen Kunden zu gewinnen.
Nach einem ähnlichen Prinzip verfahren Fluggesellschaften: Sie bieten Sitzplätze für bestimmte Flüge bisweilen zu Spottpreisen an, … Oder umgekehrt, wenn der Flug überbucht ist: Dann bieten Fluggesellschaften Passagieren sogar Geld dafür, dass sie nicht fliegen.
Man sieht an diesen Beispielen: Leistungen werden manchmal verschenkt, weil es unterm Strich effizienter für den Anbieter ist. Sie nicht zu erbringen, wäre teurer. Das ist ein grundlegendes Prinzip der Betriebswirtschaft und nennt sich „Vermeidung von Opportunitätskosten“.

Negative Stromkosten sind nichts anderes als ein solches Geschenk

Die folgenden Kapitel muss man mehrmals lesen, um den Gedankengang des Herrn Graichen zu verstehen. Der Autor hat es so verstanden: Negative Strompreise muss der private Stromkunde als Werbegeschenke begreifen. Leider nicht an ihn, sondern an Großkunden und solche im Ausland.
Patrick Graichen:
[1] In diese Kategorie fallen auch die negativen Strompreise an der Strombörse. Zu ihnen kommt es in Zeiten mit einem sehr großen Angebot an Strom, das auf eine vergleichsweise geringe Nachfrage trifft. Der Grund: Für manche Kraftwerksbetreiber ist es günstiger, ihren Strom zu produzieren und mit Verlust zu verkaufen, als in der gleichen Zeit ein Kraftwerk abzuschalten, um es dann ein paar Stunden später wieder anzuschalten.
Je öfter solche Zeiten entstehen, desto stärker wird der daraus resultierende Anreiz … Also investieren Kraftwerksbetreiber in die Flexibilität ihrer Anlagen, damit das Runter- und Hochfahren einfacher und günstiger geschehen kann.
Das lässt sich schön
am Beispiel vom Neujahrstag zeigen. … Die Steinkohlekraftwerke sind fast vollständig vom Netz gegangen – was sie noch vor fünf Jahren, als die ersten negativen Strompreise auftraten, noch nicht getan haben. Ebenso ein Teil der Braunkohlekraftwerke …

Negative Strompreise dienen auch der „Erziehung“ konventioneller Kraftwerke

Nicht erwähnt wird, woher dieser, üblicherweise plötzliche, Stromüberfluss kommt – nämlich von der EEG-Zwangseinspeisung von beliebig viel EEG-Flatterstrom. Neben den privaten Stromkunden – die es bezahlen dürfen – freuen sich die Betreiber konventioneller Kraftwerke anscheinend ebenfalls darüber, weil es ein Anreiz ist, ihre Kraftwerke immer schneller rauf- und runterzufahren, notfalls sogar dazu umzurüsten (was wohl nur in engen Grenzen technisch möglich und sinnvoll ist). Für diese scheint es sogar ein Gewinn zu sein: Sie brauchen dann nicht mehr zu produzieren, sondern können den Strom billiger an der Börse kaufen und verkaufen, sozusagen ein verkäuferisches Perpetuum-mobile.
Patrick Graichen:
[1] Wären die Kraftwerke auch ohne negative Preise flexibler geworden? Eher nicht, sie sind vermutlich der stärkste Treiber für die Flexibilisierung des Stromsystems in der Energiewende.
Und sie können für die Betreiber der ehemaligen Grundlastkraftwerke sogar noch ein schönes Geschäft sein: In der Weihnachtswoche haben sie zum Beispiel einige Kraftwerke komplett abgeschaltet, obwohl sie betriebsbereit waren.
Den Strom, den sie ihren Kunden im Rahmen von Langfrist-Lieferverträgen schon vor langer Zeit verkauft hatten, haben sie sich stattdessen ersatzweise an der Börse besorgt, denn da war er wegen des vielen Winds sehr günstig. Unterm Strich stehen dadurch ein paar Millionen Euro mehr in den Büchern der Kraftwerksbetreiber.

Es ist eine Win-win-Situation

Über die Flatterstromeinspeisung darf nicht diskutiert werden. Also muss sie Vorteile bringen. Als Ökonom ist Herr Graichen geübt, das Schröpfen des privaten Stromkunden und Verteilen an Begüterte als großen Vorteil darzustellen. Auf die Idee, dass Minusstrompeise zur Förderung der fehlenden Speicher sinnvoll sind, muss man kommen. Dafür ist schließlich ein riesiger Bedarf vorhanden. Es wird dann wohl bald keine negativen Strompreise mehr geben, weil diese Position umbenannt als Speicherförderumlage ausgewiesen wird.
Patrick Graichen:
[1] Dieses Geld ist auch für andere attraktiv. Der Betrieb von Stromspeichern wird durch Minus-Strompreise interessant, genauso wie die Flexibilisierung von Industrieanlagen. So hat etwa die Aluminiumhütte Trimet ihre Anlage durch eine Neuinvestition so angepasst, dass sie flexibel auf den Strompreis reagieren kann – und macht dadurch ihre Aluminiumproduktion in Deutschland günstiger. Der Effekt: Flexible Kraftwerke, Stromspeicher und Lastmanagement führen dazu, dass die negativen Strompreise sich weitgehend erledigen. Am Schluss stellt sich, wie so oft in der Wirtschaft, ein Optimum ein.

Warum wird darüber überhaupt diskutiert?

Warum sich aufregen, wo es sich doch nur um „Peanuts“ handelt. Das wirkliche Geld wird doch an den anderen Stellen des EEG hinausgeschmissen. Dass die Zusatzausgaben für die Netzstabilität von ca. einer Milliarde EUR im letzten Jahr zu diesem Themenkomplex gehören und ebenfalls rasant steigen, braucht ja nicht jeder zu erfahren.
Patrick Graichen:
[1] … Deswegen taugt das Thema negative Strompreise nicht als Aufreger. Ihre Dimension ist zudem … eher klein: Im Jahr 2017 wurde … Strom für insgesamt 180 Millionen Euro verschenkt. Der Börsenwert des insgesamt umgesetzten Stroms ist … einhundertmal größer …

Dass der Strom teuer ist, liegt nur an den Stromanbietern. Die geben die negativen Kosten nicht als Gewinn weiter

Frau Professor C. Kemfert muss neidisch werden. So exzellent Ursache und Wirkung ins Gegenteil verkehren und die EEG-Abzockerei als Gewinn darstellen, schafft sogar sie nur selten. Nach dieser Erklärung glaubt man fast selbst, dass der Strompreis sinkt und der zu bezahlende eine Fata Morgana sein muss.
Patrick Graichen:
[1] Wenn Sie also das nächste Mal hören, dass die Strompreise negativ waren, dann freuen sie sich. Ihr Stromanbieter kann Ihnen mit der nächsten Tarifanpassung ein wenig von dem weitergeben, was er an der Börse für den Strombezug eingenommen hat. Ärgern Sie sich auch nicht darüber, dass Sie über die Ökostrom-Umlage angeblich noch Windmüller dafür bezahlen müssen, dass die ihren überflüssigen Strom nur mit Bonus loswerden. Das Geld dafür nimmt ihr Stromanbieter schließlich auch schon an der Börse ein.

Zudem: Negative Strompreise tragen zum Gelingen der Energiewende bei

Patrick Graichen: [1] Sollten Sie allerdings zufällig Unternehmer sein und als Großverbraucher Ihren Strom direkt an der Börse kaufen, dann können Sie ja mal überlegen, wie Sie Ihre Anlagen so einsetzen, dass sie in Zeiten mit negativen oder auch niedrigen Strompreisen besonders häufig laufen. Sie würden nicht nur Ihr Konto füllen, sondern auch zum Gelingen der Energiewende beitragen.

Man hat den Eindruck, dass sich solche Artikel (zur abschließenden Bewertung unbedingt bei „WELT“ in voller Länge lesen, in denen von EEG-Kritikern als problematisch bis katastrophal empfundene Themen von viel besser wissenden Fachpersonen in ein positives Licht – teils wie in diesem, sogar als Vorteile – dargestellt werden, häufen [4].

Anmerkung: Der Autor bedankt sich bei „Vernunftkraft“ für den Hinweis:
…wie sie mir gefällt – Herr Graichen in der WELT

Quellen

[1] WELT: Agora Energiewende 19.01.2018, Patrick Graichen: Negative Strompreise sind auch ein Grund zur Freude

[2] EIKE 30.01.2018: Deutschland hat in Europa einen neuen Spitzenplatz erklommen – beim Strompreis

[3] EIKE 31.12.2016: Die Zahltage des EEG beginnen ihren vorhergesagten Lauf

[4] EIKE 18.02.2018: Stromüberfluss ist eines der Kernprobleme der Energiewende

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18 Kommentare

  1. Als ich Elektrische Energietechnik studierte kam bei solchen Zeitgenossen der Spruch auf:  Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.

  2. Herr Graichen muss man gratulieren,- er hat ein neues Produktionsparadigma erfunden bei dem der Schwanz mit dem Hund wedelt. Es ist das neue „Just in Time“. Die Aluschmelzerei produziert die Schmelze wenn der Strom billig ist und schickt dann die schamottierten Voratsbirnen zum Kunden. Der muss dann gießen sobald die Lieferung ankommt, und wenn es drei Uhr nachts ist. Für diese Graichen’sche Vision gilt der Vorschlag von Helmut Schmidt in besonderem Maße. In dieser von Euphämismen geprägten political correctnes Kultur werde ich den Vorschlag nicht bescheuert nennen, sondern konstatieren, dass Herr Graichen das Thema wohl nicht genügend „intellektuell penetriert hat“.

  3.  

    J. Ehlig schreibt am 3. März 2018 um 0:53
    Da wir diesen Strom nicht brauchen, aber bezahlen, kostet uns also die nutzbare „erneuerbare“ Kilowattstunde 412/(210-50,5)*6,8=17,5 ct/kWh.

     

     

    Deshalb eine Teil vom Strom selber machen.
     

    https://www.gg24.de/nachrichtenleser/oekostrom-vom-parkhausdach-an-der-kreisklinik-gross-gerau-2039.html
     

    Die Gesamtleistung der Anlage beträgt 244 kW, sie wird pro Jahr rund 217.500 kWh Sonnenstrom erzeugen.
    Die Investitionssumme lag bei 225.000 Euro, sind ca. 923 €/kWp
     

    Da kostet das kWh dann ca. 6 bis 7 Cent, über die gesamten 20 Jahre und wenn das 10 Cent sind am ende ist das auch kein Beinbruch.
     

    Da kann kein Kohlestrom oder AKW-Strom mithalten, da die Netzdurchleitung ja bereits ca. 7 Cent/kWh kostet.
     

    Das der Netz-Strompreis in 10 oder 15 oder 20 Jahren ja nicht 25, 30 oder 35 Cent/kWh ist ist auch klar.
     

    Also Leute beschäftigt euch mal mit PV, am 3000 bis 4000 Stunden im Jahr kann PV Strom zu extrem günstigen Preis zur Verfügung stellen.
     

    MfG
     

    • Wie andere auch versuchen Sie mit Nachdruck den Lesern hier Äpfel mit Birnen zu verkaufen. Wenn Sie mit einem Blitzableiter einen Blitz anzapfen dann hätten Sie – völlig kostenlos, bis auf die Investition des Blitzableiters- einige 1000 kWh. Leider nur für wenige Millisekunden. Auch dort fehlen die Speicherkosten, ebenso wie bei ihrer PV Milchmädchenrechnung. Sie arbeiten als typischer Trittbrettfahrer, solange die anderen die Infrastruktur bezahlen surfen sie mit.

    • Das der Netz-Strompreis…….  muss heißen: Dass der Netz-Strompreis……  außerdem fehlt in diesem Satz das Prädikat! Genauso ist Ihre Rechnung,- fehlerhaft. Ich kann dem Admin nur zustimmen!

       

    •  
      Sehr geehrter Herr Stemmer,
       
      Sie haben vergessen, die Daten nachzurechnen. Rechnet man 20 Jahre hoch mit einem Investzinssatz von 3 % und 3 % für Wartung, Versicherung, Reinigen, dazu die Eigenverbrauchsabgabe, kommt man auf Gestehungskosten von 14 Cent/kWh.
       
      Auch ohne Eigenverbrauchsabgabe ist damit die EEG-Einspeisung ein reines Verlustgeschäft. Bleibt also nur der Eigenverbrauch. Der ist billiger, als der Haushaltsstrompreis, sofern man den Strom auch zur Zeit, wo die Sonne scheint benötigt. Bei einem Krankenhaus wird es so sein. Dort also eine Ersparnis. Würde man autark werden wollen, würden die Speicherkosten den Eigenstrom auf ca. 50 … 100 Ct/kWh hochschnellen lassen.
       
      Der Eigenverbrauch geht auf Kosten der Normalkunden, denn diese zahlen für die Bereitstellung des Stromes, wenn der Eigenverbrauch mangels Sonne nicht möglich ist. Wenn der Eigenverbrauch ein „Erfolgsmodell“ für Begüterte und Kommunen wird, muss die Politik sich etwas einfallen lassen, sonst wählen alle verbliebenen Privatverbraucher irgendwann nur noch die AfD, denn ihr Strompreis explodiert aufgrund der Bereitstellungskosten für die angeblich „autarken“ Eigenverbraucher.
       
      Es ist jedoch ein schönes Beispiel für den EEG-Unsinn: Konventioneller Strom hat einen Gestehungspreis zwischen 5 … 6 Ct/kWh, ist also immer noch erheblich billiger als die angeblich wettbewerbsfähige Solarstromerzeugung.
       

    • Lieber Herr Stemmer,

      Nur mal soviel zur Selbstversorgung mit PV:

      Im Januar lieferten Deutschlands PV-Anlagen gerade mal 2,8% der theoretisch möglichen Energiemenge, im Februar immerhin 6,8% .

      Sie sehen, zwischen grüner Theorie und Praxis besteht ein himmelweiter Unterschied.

      Als Privatmann gibt man also Unmengen Geld für PV und Speicher aus und kann diese für 4 Monate gerade mal zum Laden eines Handys benutzen.

      • Werner Geiselhart schreibt am 3. März 2018 um 17:14
        „Im Januar lieferten Deutschlands PV-Anlagen gerade mal 2,8% der theoretisch möglichen Energiemenge, im Februar immerhin 6,8% .“

        Herr Werner Geiselhart,

        selbst die 2,8% würden ausreichen für den Bürger wenn er eine Vollversorgung mit PV möchte.

        Jahresstromverbrauch bei uns und im Haus ca. 2400 bis 2600 kWh, sind im  Januar ca. 230 kWh die gebraucht werden.
        Bereits eine PV mit ca. 10 kWp kann das erledigen (ca. 55m² Dachfläche)

        Die 10 kWp PV wirft im Jahr in unserer Gegen über 10.000 kWh raus und 2,9% sind für den Januar ca. 290 kWh, gebraucht werden aber nur ca. 230 kWh, gut Speicherverluste hat man auch noch, die sind da auch gleich erschlagen.

        Herr Werner Geiselhart,
        selbst die 2,8% reichen aus um den Strombedarf beim Bürger im Januar zu decken.

        Aktuell sind aber die Speicher noch zu teuer, die Preise sinken aber jedes Monat um ca. -1% ist nur noch ein Frage der Zeit das Vollversorgung gemacht wird.

        Von den Teilen bräuchte man dann ca. 2 oder 3 Stück.
        http://greenakku.de/Batterien/Lithium-Batterien/Pylontech-LiFePO4-Speicherpaket-48V-12kWh::1391.html?MODsid=rk8df8r630r5jh58vratlcuvs3

        Da kann dann so Macher den das EEG ein Dorn im Auge ist sich von EEG-System verabschieden.

        MfG

  4. Es gibt zwar negative Strompreise, aber keine negativen Stromkosten.
    2017 wurde in D auf ca. 75% des verbrauchten Stroms 6,8 ct als EEG-Umlage auf jede Kilowattstunde, egal ob sauber, grün, gelb, schmutzig, radioaktiv oder sonstwas.
    Dieses Geld bekamen allein die Erzeuger von „erneuerbarem“ Strom. Also rechnen wir.

     In D wurden 2017 ca. 550 TWh Strom produziert, davon war ca. 210 TWh „erneuerbar“.

    Auf 412 TWh (=75%) wurde EEG-Umlage bezahlt.
    Diese EEG-Umlage kam aber nur den EEG-Begünstigten zugute, also sind das 412/210*6,8=13,3 ct/kWh im Durchschnitt.
     Jede „erneuerbare“ Kilowattstunde, die  an der Börse gehandelt wurde, wurde also durchschnittlich mit 133 €/MWh direkt subventioniert – finanziert über social financing oder Betrug 4.0.
    Wir rechnen weiter:
    2017 betrug der Exportüberschuß 50,5 TWh (fast 50% der gesamten Windstromproduktion!).

    Da wir diesen Strom nicht brauchen, aber bezahlen, kostet uns also die nutzbare „erneuerbare“ Kilowattstunde  412/(210-50,5)*6,8=17,5 ct/kWh.

    • „Da wir diesen Strom nicht brauchen, aber bezahlen, kostet uns also die nutzbare „erneuerbare“ Kilowattstunde  412/(210-50,5)*6,8=17,5 ct/kWh.“

      Ein sparsamer Ein-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1000 kWh zahlt etwa 110 € Grundpreis und 259 € Arbeitspreis (0,259 €/kWh). Effektiv kostet die kWh 0,37 €. Das Stromsparen lohnt sich nicht. Da die Stromkosten für die Mehrheit tragbar sind, sinkt deshalb auch nicht der Stromverbrauch.

    •  

      bitteschön nicht immer die Mwst vergessen ! das sind 6,8ct +19% = 8,1 ct die ich mehr bezahle.

      Also mich kostet die kwh ca. 26 ct brutto, egal ob Sie das nutzbar nennen, oder sonstwie, bezeichne das als Vernebelung, oder auch dummes Geschwätz (weiß bloß nicht ob diese Bezeichnung hier erlaubt ist)

  5. Das Problem sind nicht die negativen Preise sondern hohe positive Preise, wie man heute am 2.3. 2018 bei eex-transparency sehen kann. Zwischen 16und 18 Uhr ist der Preis von  43 auf 89 €/MWh angestiegen. Es scheint ein größeres Kraftwerk ausgefallen zu sein.

  6. Negative Strompreise sind Werbekosten für die Energiewende ?

    Da würde ich als Kraftwerksbesitzer versuchen davon zu Profitieren.

    Also, kostet das kWh von meine Kraftwerk z.B. 4 Cent in der Herstellung und an der Strombörse 3, 2, 1, 0, -1, -2, -3, -4 Cent muss man das eigen Kraftwerk zurück fahren, abstellen und den Strom als durchlaufender Posten an der Börse kaufen zu den Zeiten wo das möglich ist.

    Jetzt kennt man als Kraftwerksbesitzer bereits seit über 10 Jahren die Hausaufgaben was zu machen ist um zu bestehen.

    Wer die Aufgabe als Lückenfüller in einen Stromnetz das am besten bewerkstelligt wir nur überleben.
    Die Zeiten der Grundlastkraftwerke neigen sich dem Ende, die Grundlastkraftwerke werden nicht bestehen können in der Zukunft.

    MfG

  7. Mir ist echt die Kinnlade heruntergeklappt bei so viel konzentriertem Unsinn, den dieser hochbezahlte Propagandist da verzapft.

    Erinnert mich an die letzten Tage im Führerbunker, als russische Geländegewinne als Erfolge bei der Stabilisierung der Front verkauft wurden.

  8. Patrick Graichen: [1] Wenn Sie also das nächste Mal hören, dass die Strompreise negativ waren, dann freuen sie sich. Ihr Stromanbieter kann Ihnen mit der nächsten Tarifanpassung ein wenig von dem weitergeben, was er an der Börse für den Strombezug eingenommen hat. Ärgern Sie sich auch nicht darüber, dass Sie über die Ökostrom-Umlage angeblich noch Windmüller dafür bezahlen müssen, dass die ihren überflüssigen Strom nur mit Bonus loswerden. Das Geld dafür nimmt ihr Stromanbieter schließlich auch schon an der Börse ein.

     

    Was soll’s, im Land der grünen Schlümpfe wird auch dieser Blödsinn gefressen. Ich kenne Leute die kaufen da wo es die meisten „Prozente“ gibt, auch wenn der zu zahlende Nettopreis völlig überhöht ist. Die freuen sich dann auch über „negative Strompreise“, die Gesinnungspresse verkauft es ja als „freudiges Ereignis“. Wir schaffen das.

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