„Eine riesige Ungerechtigkeit“ Wende bei der Energiewende gefordert

Dietmar Woidke auf dem SPD Bundesparteitag CC BY-SA 3.0

Langsam, sehr langsam nur trauen sich erste Politiker zum immensen Schaden, den die Energiewende unserem Lande und seinen Bürgern zufügt, öffentlich Stellung zu nehmen. Einem Schaden, den sie bis dahin an vorderster Stelle mit angerichtet haben. Woher kommt dann dieser plötzliche Mut? Ist es die AfD die sie vor sich hertreibt, ist es die plötzliche Sorge um zigzehntausende wertschöpfende Arbeitsplätze, die Energiewende vernichtet? Wir wissen es nicht. Tatsache ist, dass Dietmar Woidke (SPD) Ministerpräsident des Windkraft- und Braunkohle-Landes Brandenburg die Energiewende mit ungewöhnlich scharfen Worten in Frage stellt.
Übernommen von FreieWelt.net.

Das neue Jahr fängt mit starkem Gegenwind für die Windenergie an. Kritik am EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gibt es zwar schon lange, doch nun kommt sie von einem Ministerpräsidenten, noch dazu von einem von der SPD.

In ungewöhnlich deutlichen Worten hat Dietmar Woidke in einem Interview gegenüber der Deutschen Presse-Agentur eine scharfe Korrektur bei der Förderung erneuerbarer Energien gefordert.

Das Ziel, eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes würde sowieso kaum gelingen, weil immer nur »in die Erzeugung, nicht aber in die Speicherung von Energie« investiert worden sei. So sagte Woidke, wie man bei LR-news nachlesen kann.

Notwendig wäre seiner Meinung nach ein Paradigmenwechsel: eine Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes und eine deutliche Verstärkung der Forschung in diesem Bereich.

Woidke wies auch auf die wirtschaftlichen Nachteile hin. In Hinblick auf die Vorstellungen der Grünen sagte er: »Jamaika wäre insbesondere für Ostdeutschland eine mittlere Katastrophe geworden.«

Den Schwerpunkt seiner Kritik legte er allerdings auf die soziale Ungerechtigkeit. Woidke sagte, das EEG-Gesetz führe derzeit »zur größten Umverteilung von unten nach oben in der Geschichte der Bundesrepublik«, weil alle die Kosten mit der Stromrechnung zahlten, aber vor allem vermögende Investoren davon profitierten.

Jeder einzelne Deutsche zahle über seine Stromrechnung den gleichen Beitrag zur deutschen Energiewende, sagte er: »Oma Frieda aus Eisenhüttenstadt genauso wie ein Einkommensmillionär, der hier in Potsdam oder in Berlin-Wannsee wohnt. Der Unterschied ist noch, dass sich Wohlhabende an dem Gewinn aus dem Ausbau erneuerbarer Energien beteiligen können.« Rund acht Millionen Deutsche haben in irgendeiner Form in den letzten Jahren in erneuerbare Energien investiert. Sie gehören zu den Gewinnern. Alle anderen zahlen drauf.

»Das ist die größte Umverteilung von Geld von unten nach oben seit 1945. Das kann so nicht weitergehen. Das ist eine riesige Ungerechtigkeit.«

»Wir müssen die gesamte Energiewende hinterfragen«, sagte er.

Der Haupttext wurde von FreieWelt.net übernommen

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19 Kommentare

  1. Denken wir doch einmal einen Schritt weiter. Nehmen wir an, das EEG wird abgeschafft und jeder „Ökostrom“-Erzeuger muss bald selbst sehen, wie er den Strom ohne Vorrang ins Netz einspeist.

    Wird er dann gegen die Preise der dann hoffentlich noch reaktivierbaren oder neu entstehenden konventionellen Kohlekraftwerke noch konkurrenzfähig sein? Oder wird Ökostrom dann im Vergleich so teuer sein, dass die Betreiber von Wind- oder Solar-Kraftwerken alle Pleite gehen? Wer baut dann die Anlagen wieder ab, vor allem die Beseitigung der riesigen Betonsockel der Windkraftanlagen wird sicher sehr teuer.

    Vorher müssen die Subventionen für jese Art der Klimaforschung gestrichen werden, denn es gibt keine Klimawissenschaft. Zuverlässige Vorhersagen für kommende globale Klimaverhältnisse sind nicht möglich.

    Wenn in Deutschland die Vernunft wieder das Sagen bekommt und die dringend nötige Nuklearenergie-Forschung wieder auflebt, werden auch wir von diesen neuesten Entwicklungen bald angstfrei profitieren können.

    Doch wann gibt es in Deutschland wieder mutige Politiker, die solche Entwicklungen zusammen mit intelligenten Fachleuten auf den Weg bringen?

     

  2. @Admin, hören Sie auch mal wieder auf diesen ständigen Werbemüll „Kosten gesunken bei durch EEG-Subventionen hergestellte Produkte“ hier im Forum freizuschalten? Kosten (Ausgaben) stehen auf einer anderen Bilanzposition wie wetterunabhängige Subventionen (Einnahmen). Weitere Anmerkungen erspare ich uns.

  3. Solange die Hendricks jede Kraftwerksstillegung feiert, traue ich keinem SPD-Politiker über den Weg.

    Er hat nur um seine Wiederwahl Angst. Mehr nicht.

  4. Sollte hier tatsächlich ein Sozialdemokrat erkennen und auch artikulieren, dass die sogenannte Energiewende vor Allem seiner Klientel schadet?

    Die Worte höre ich wohl – allein mir fehlt der Glaube.

     

    • Es ist aber nur das lobbyistisch konstruierte System, das seiner Klientel schadet.
      Leider ist der Ministerpräsident, wie viel andere auch, ein Opfer des komplexen,
      irreführenden Systems .

      Die Verteilung findet in der Tat von unten nach oben statt, da hat er Recht.. Oben das
      sind allerdings nicht die EEG Anlagenbetreiber, sondern die
      konventionelle Stromwirtschaft, die die seit der vorrangigen EEG Stromeinspeisung
      um die Hälfte gesunkenen Strom Beschaffungskosten, nicht an die Verbraucher weiter geben.

      Fakt ist, wir haben etwa 33% relativ teuren EEG Strom, der den
      EE Anlagenbetreibern vergütet wird.

      Diese 33% haben die restlichen 67% des konventionellen Stroms mehr als halbiert, so dass in der Tat
      die 100% wegen der EE Investoren, für den Verbraucher nicht teurer werden..

      Dieses „Nullsummenspiel“  zwischen  Verbrauchern  und  EE  Anlagenbetreibern
      wird in der Praxis betätigt..

      Ein 4 Personenhaushalt werde mit 220 bis 240 Euro jährlich mit der EEG
      Umlage belastet, so können Sie in allen amtlichen Erhebungen
      nachlesen.

      Auf der anderen Seite wird u.a. auch amtlich empfohlen, zu den
      Versorgern zu wechseln, die die gesunkenen Strom Beschaffungskosten an
      ihre Kunden weiter geben, weil man dadurch mehr als 300 Euro jährlich
      sparen könnte.

      Gesunkene Beschaffungskosten ausgelöst von den Erneuerbaren wohlgemerkt.

      Deutlicher kann man das „Nullsummenspiel“ zwischen Verbrauchern und
      Investoren nicht darstellen.

       
      Auf diese systematische „Irreführung“ habe ich den Ministerpräsident gerade mit einer Mail aufmerksam gemacht.

      • @Herr Diehl,

        glauben Sie wirklich, was Sie da schreiben? Es handelt sich mitnichten um ein Nullsummenspiel! Der durchschnittliche Börsenstrompreis ist deswegen gesunken, weil es durch den umweltzerstörerischen Ausbau der Windenergie immer mehr Zeiten gibt, in denen zu viel Strom vorhanden ist, so dass der Strompreis an der Börse sogar negativ ist. Die Versorger haben davon aber gar nichts, da sie den Strom nicht kaufen können, wenn er gerade billig ist, sondern genau dann, wenn er gerade nachgefragt wird. Dass die Stromkosten durch den Ausbau der EE steigen müssen, sollten eigentlich auch Sie verstehen: Da auch noch so viele Windräder bei Flaute keinen Strom produzieren, kann man auf kein einziges konventionelles Kraftwerk verzichten. Die konventionellen werden aber unwirtschaftlicher, wenn man sie durch den Zappelstrom immer öfter runter und wieder hochfahren muss. Es müssen also EE und immer unwirtschaftlicher konventioneller Strom bezahlt werden, sodass ein Anstieg der Stromkosten unausweichlich ist.

        Es soll vorkommen, dass Anlagenbetreiber trotz vergünstigtem KfW-Kredit und garantierter Einspeisevergütung keinen Gewinn erzielen, weil der Wind schwächer weht als prophezeit. Dann zeigt das aber nur, wie unsinnig das Ganze ist. Insofern handelt es sich nicht nur um eine Umverteilung von unten nach oben, sondern von unten ins Nichts.

        • Das versteht Herr Diehl nicht. Er meint wenn er immer mit demselben Kopf gegen die selbe Wand rennt, wird die Wand nachgeben. So funktioniert das aber nicht.

          • Admin, das stimmt so nicht. Wenn Herr Diehl gegen die Wand rennt, wird diese umfallen. Der Grund dafuer ist allgemein bekannt. Er hat etwas mit Klugheit und Nachgeben zu tun.

      •  

        Ich versuche es mal mit einem anschaulichen Beispiel. Im Gemüseladen liegen zwei Kisten mit Paprikaschoten, grüne zu 15 ct und rote zu 3 ct. Ich möchte natürlich die roten kaufen. Geht nicht, sagt der Verkäufer, denn so lange grüne im Korb sind müssen sie grüne kaufen. Nur bestimmte Kunden dürfen die roten direkt kaufen, sie müssen, so lange der Bauer neue grüne in den Korb schüttet, die grünen kaufen. Ich beschwere mich beim Bauern, aber der sagt mir: „Ha, der Händler ist schuld, durch das Überangebot der grünen sinken seine Beschaffungskosten für die roten immer weiter, manchmal muss er sogar Geld drauf legen damit sie jemand nimmt“.“Mich trifft keine Schuld“. Also zurück zu Händler, ich will jetzt auch von seinen gesunkenen Beschaffungskosten profitieren.“Halt, halt“ sagt da der Händler „ich muss die grünen zu hohen Preisen einkaufen so lange grüne im Angebot sind, und sie müssen die grünen kaufen; die Gesetzeslage ist nun einmal so“. „Was soll ich also da an Sie weitergeben?“

         

        „Gehen sie zur Politik“. Und da sagt man mir dann „die Mehrkosten sind doch nur der Preis von einer Kugel Eis im Monat“

         

        Jetzt verstanden, Herr Diehl?

         

        • Ich glaube nicht, dass er das verstanden hat. Andererseits, mir sagte mal eine wissenschaftliche „Konyphere“, die jeden Tag den Nobelpreis erwartet  (oder wie auch immer man Koniferen richtig schreibt), ich sei einfach nur zu dumm, um die Energiewende zu verstehen. So gesehen könnte es in der Tat Herr Diehl sein, der recht hat, und überhaupt, wieso sind diese „widerlichen Klimaleugner“ überhaupt noch online, „Heikos Netzdurchsetzungsgesetz“ wurde doch auch dafür auf den Weg gebracht …..

      • Herr Diehl,

        Sie sollten endlich mal die Textbausteine in Ihrer Textverarbeitung austauschen. Noch mal: Der Strom, der Ihrer Meinung nach so günstig bzw. kostenlos an der Strombörse zu haben ist, wurde vom Verbraucher über das EEG schon einmal teuer bezahlt, mit Nettopreisen von 8ct bis 50ct / KWh. Der Anteil der Erzeugungs-/Vertriebskosten am Strompreis, auf die Sie so abfahren, beträgt gerade mal 5,63ct. Allenfalls innerhalb dieses Bereichs ist ein Anbieter flexibel, da stecken aber auch die ganzen Verwaltungskosten usw. drin. Da ist also höchstens ein Spielraum von 1-2ct drin. Gegenüber den 6,88ct für das EEG also marginal. Ebenfalls energiewendebedingt sind die Netzentgelte mit 7,48ct stark gestiegen. Netto liegen wir hier bei einer Verteuerung durch die Energiewende bei EEG+Netzentgelten bei 11ct, mit 23% Steuer 13,5ct/KWh, was beim Jahresverbrauch von 4000KWh den Mehrbetrag von 540€=12 Kugeln Eis (lt. Trittin) bedeutet. Und da wollen Sie mit Ihren maximal 2ct Ersparnis durch günstige Anbieter anstinken, lassen Sie es bleiben!

      • Hallo Herr Diehl,

        ich empfehle Ihnen das intensive Studium der BMI-Homepage smard.de, insbesondere die Rubrik „Strommarkt erklärt“. Der Großhandelspreis wird dort auch umfassend erklärt:

        https://www.smard.de/blueprint/servlet/page/home/wiki-article/446/562

        … Strom wird wie viele andere Produkte an der Börse und außerhalb der Börse gehandelt. Der Börsenpreis ergibt sich als Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage.

        … Obwohl der Handel an den Strombörsen nur rund 20 Prozent des gesamten Handelsvolumens ausmacht, gelten die Börsenstrompreise als Indikator für die allgemeinen Großhandelspreise.

        In der Argumentation wird immer nur der Börsenpreis von ca. 20 % des Handelsvolumens (der letzten 1/4 Stunde) genannt, von diesen Preisen kann aber kein Erzeuger leben – der angebliche Vorteil der sogenannten „Erneuerbaren Erzeuger“ lässt sich daraus auch nicht ableiten.

        Viel Spaß beim Studium, ich verspreche  Ihnen neue Erkenntnisse!

      • Mit Verlaub, ich arbeite bei einem (kommunalen) Energieversorger.

        Soll heißen, ich kenne die Hintergründe, sie reden Unsinn!

        Natürlich ist ein  Konzern nicht besser wie jeder andere, aber in dem Energiesektor ist die Sache schon einne besondere.

        Mir fällt immer wieder auf, dass sich Menschen zu Themen artikulieren müssen, von denen sie keine Ahnung haben, erst informieren , dann denken, dann quatschen!

        Gruß, ein Kraftwerker…….

    • Es gibt in fast jeder Partei (außer wohl bei den Grünen) kritische Stimmen EEG. Fritz Vahrenholt ist ja auch Sozialdemokrat. Dann ist da der konservative Kreis in der CDU, und Christian Lindner hat auch schon die Abschaffung des EEG gefordert. Leider haben die alle (noch) nicht genügend Eier, um mal wirklich gegen „Mutti“ aufzubegehren.

  5. Der ist a) grundsätzlich für die „Energiewende“ (wie ca. 80% der Deutschen), und b) wird er im Rahmen der „GroKo“-Verhandlungen sicher wieder auf den Kurs der „größten Klima-Kanzlerin aller Zeiten“ („GroKKaZ“?) einschwenken. Den Rest werden die rot-grün-linken Medien schon richten …..

    Wer die Ironie bzw. die Satire findet, darf sie behalten.

    • sehr witzig und richtig. werde die gefundene ironie behalten. wer angesichts dieses EEG- klimarettungsunfugs – wie sie offenbar – humor bewahrt, ist eigentlich gegen alle anfeindungen, der die vernunft ausgesetzt ist, gefeit.

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