Deutschland soll Braunkohle­strom-Export­land werden

Braunkohle-Kraftwerk Neurath bei Grevenbroich . Bild: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Helmut Kuntz
Nein, nicht ganz Deutschland, nur Nordrhein-Westfalen. Politik sucht immer nach Lösungen. Und das bedeutet eben oft, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu müssen. Die CDU in NRW macht gerade vor, wie so etwas funktioniert.


Eine Angst mit der anderen kompensieren

In Deutschland hat man inzwischen vor fast allem Angst, ganz schlimm allerdings vor der „klimatödlichen“ Braunkohleverstromung und vor Atomkraft. Die Braunkohle soll erst in ca. 100 Jahren die Erde unbewohnbar machen. Ein Atomkraftwerk kann es aber jederzeit, zumindest wird es so regelmäßig in unseren Medien berichtet. Das ist irgendwie auch verständlich, denn Fukushima hat gezeigt, dass Gesetzestreue vor Menschenschutz gehen. Es wurde ohne wirkliche Strahlen-Not „strahlenevakuiert“ und allein dadurch „Atomopfer“ erzeugt [2]. Wesentlicher Beweggrund waren (neben den eigenen Strahlen-Grenzwert-Gesetzen) die Forderungen ausländischer Organisationen, deren Anmaßungen die völlig hilflos agierende, japanische Politik nicht widerstand. Dass in einem Fall von Strahlenexposition nach Deutschland unsere Politiker*innen überlegter reagieren würden, ist ganz sicher eine Illusion.

Nun sind einige unserer Nachbarn vorbildlich im Klimaschutz und lassen sich dafür feiern, erzeugen bei den grenznahen, deutschen Anliegern, aber Todesängste mit der Art, wie sie diese Vorbildfunktion erzielen. Dagegen hat eine CDU-Landesregierung nun eine Lösung parat, wie sie wohl erst seit dem vermerkelten Deutschland denkbar ist: Braunkohlestrom liefern, damit ein Atomkraftwerk abgeschaltet wird:
WAZ, 17.12.2017: [1] Laschet bietet Belgien Kohle statt Atom an
Stromlieferungen aus Nordrhein-Westfalen sollen nach den Vorstellungen der Landesregierung die Abschaltung des umstrittenen belgischen Pannen-Reaktors Tihange beschleunigen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nahm darüber Verhandlungen mit der belgischen Regierung auf, wie er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte. Das Atomkraftwerk unweit von Aachen sei eine Gefahr für das gesamte Rheinland.
… „Wir wollen neue Leitungen legen, um den Belgiern so viel Strom aus NRW zu liefern, dass Tihange überflüssig wird“, erklärte Laschet. „Wir müssten etwa drei Gigawatt liefern, dazu brauchen wir übrigens die Braunkohle.“ Die Gefahr, die von dem Akw ausgehe, sei deutlich höher als die Risiken durch die Kohle-Emissionen. Die neue Bundesregierung müsse sich für eine Abschaltung stärker engagieren als bisher, forderte der Ministerpräsident …

Den Belgiern könnte es eigentlich egal sein

Braunkohlestrom ist eher billiger als Atomstrom, sofern er nicht bald (wie geplant) mit CO2-Kosten massivst verteuert wird. Aber beide Erzeugungsarten sind grundlastfähig, bieten also eine sichere Versorgung. Belgien wird den deutschen Braunkohlestrom jedoch nur akzeptieren, wenn Deutschland die mit Sicherheit kommende, CO2-Zertifikatekosten-Erhöhungen übernimmt. Wie man unsere Politik kennt, werden die deutschen Stromkunden diese Zusatzkosten tragen (müssen). Schließlich kann ein kleiner Teil der (durch unser Politiker und die Medien) verstörten Bürger (viele weitere, grenznahen Kkw`s rund um Deutschland bleiben ja weiter in Betrieb) dann mit weniger Angst schlafen – was in den Augen der Politiker alle Zusatzkosten Wert ist.

Wenn sich Deutschland aus Kernkraft und Braunkohle (für den Eigenbedarf) vollkommen verabschiedet hat, bliebe diese Exportstrom-Erzeugung zumindest übrig, um den eigenen Bürgern dann vor Augen zu führen, wie einfach, konstant und billig früher auch in Deutschland Strom erzeugt wurde.

Danke an Herrn Düpmann mit seinem NAEB e.V. Newsletter für den Hinweis.

Quellen

[1] WAZ, 17.12.2017: Laschet bietet Belgien Kohle statt Atom an

[2] Der ausgefallene Weltuntergang (Teil 3) – Wie steht es heute um die Fukushima „Todeszone“

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4 Kommentare

  1. Die Rheinischen Braunkohlekraftwerke haben etwa eine Kapazität von 10 GW. Die Arbeitsverfügbarkeit liegt bei über 80%. Wo will da Herr Laschet eine Kapazität von 3 GW hernehmen und diesen damit erzeugten Strom ausschließlich nach Belgien zu liefern? Wie sagte doch Einstein: es gibt zwei Dinge die unendlich sind, das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall wäre er sich nicht so sicher.

     

    Allen  Frohe  Weihnachten

     

     

  2. Das ist das übliche deutsche Öko-Tollhaus. Grüne, SPD und Linke erzeugen, unterstützt von skrupellosen und geldgierigen NGO`s, Kirchen und der Sozialindustrie, Grüne „turturische“ Katastrophenmeldungen und Angstsszenarien. Die Medien verbreiten tagtäglich diesen Grünen Unsinn und erzeugen irrationale und verängstigte Globuli-Bürger. Politiker, Wissenschaftler und auch Unternehmensführer, die ansatzweise auf naturwissenschaftlich, rationaler Basis argumentieren, werden von den Medien öffentlich „hingerichtet“. Dafür gibt es z.B. Preise wie den „Umwelt-Dinosaurier des Jahres“ für Öko-Frevler. So gesehen wirken der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die selbsternannten „Qualitätsmedien“ wie die früheren Scheiterhaufen der Inquisition. Sie exekutieren die völlige gesellschaftliche Ächtung von jedem, der den Grünen Zirkus nicht mitmacht. Wie sagte der Meinungsmacher Heribert Prantl von der umstrittenen „Süddeutschen Zeitung“ in einem Anfall von Hybris in einer Phoenix Runde mal: „Das Wahlvolk gibt DIE Stimmungen wieder, die wir, die Journalisten, berichten.“ 
     
    Also spielen nun alle Parteien, auch die CDU, CSU und FDP, die ja um die Stimmen der Bürger buhlen, die Grüne „Reise nach Jerusalem“ mit, außer dem Paria AfD vielleicht. Aber selbst die AfD redet kompletten Unsinn, wenn sie z.B. den Einsatz von Glyphosat verbieten will.
    Was bleibt ist Kant und seine Forderung, sich mittels eigenem Denken aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien. Demokratie braucht mündige und mutige Bürger, um die Zukunft zu bestehen. In einer schnell wachsenden Welt mit nunmehr 7,6 Milliarden Menschen ist es ein wenig wie bei Alice im Wunderland. Da erklärt die Rote Königin Alice das Prinzip ihrer Welt: Hier musst du laufen, um nicht zurückzufallen! Und noch schneller laufen, um vorwärts zukommen!
    In diesem Sinne ein gutes neues Jahr!

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