PROGNOS Studie zur Energiewende: „Im Grunde ein Desaster!“

von Holger Douglas
Europa freut sich, immer mehr Strom teuer nach Deutschland zu liefern, wenn alle Kraftwerke abgeschaltet sein werden. Das bedeutet meist Strom aus französischen und tschechischen Kernkraftwerken.


Weit verfehlt! Das ist das Urteil, zu dem jetzt eine Studie über den Stand der Energiewende kommt. Die Autorin der Studie, Almut Kirchner: »Wir schaffen eigentlich alle Effizienzziele nicht!« Weder ist der Ausstoß des angeblich klimaschädigenden Kohlendioxids gesunken und – schlimmer – noch ist die Energieproduktivität gestiegen. Die Bundesregierung hat also alle Klimaziele verfehlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Prognos-Instituts, einem der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas, das heute zur eher grünen Holtzbrinck Verlagsgruppe gehört. Die Studie wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in Auftrag gegeben.

Die Autorin, die die offiziellen Daten des Bundes ausgewertet hat: »Also passt das Instrumentarium nicht zum Zielsystem.« Instrumentarium – das ist der euphemistische Ausdruck für Zuschüsse in schwindelerregender dreistelliger Milliardenhöhe, die bisher den Taschen der Bürger entnommen wurden und in die Geldsäckel der Energiewendenprofiteure flossen. All die vielen Milliarden haben also nichts genutzt.

Der Präsident der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Alfred Gaffal, nannte die Energiewende angesichts der hohen Kosten »im Grunde ein Desaster«. Zudem sind laut Studie auch der Verbrauch von Strom und Primärenergie wieder gestiegen.

 

Weitere Ergebnisse der Prognos-Studie: Die Strompreise für Haushalte und kleine Industrie mit nicht sehr hohem Stromverbrauch bleiben sehr hoch, während die Industriestrompreise leicht sinken. Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat sich im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 deutlich verlangsamt. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt oberhalb des Ziel-Entwicklungspfades. Die CO2-Emissionen lagen im siebten Jahr hintereinander deutlich über dem Zielpfad.

Da haben sich die Planwirtschaftler ziemlich verkalkuliert. Deutschland musste sich sogar auf dem jüngsten Klimagipfel in Bonn beschimpfen lassen – obwohl Zahlmeister und Gastgeber. Hierzulande würde, so die undankbaren Klimaflüchtlingsgäste, dagegen mehr CO2 ausgestoßen, deswegen gehöre Deutschland an den Pranger gestellt.

Der Mittschiffstreffer des Prognos-Institutes: Weder sinkt der Energiekonsum, noch steigt die Energieproduktivität. Das bedeutet: An mittelalterlichen Windmühlen und quadratkilometergroßen Photozellen verdienen zwar die Landmänner und Frauen, die ihr Ackerland gut verpachten ( Bauernweisheit: »Hab drei Windmühlen auf dem Acker, und Du sparst den Racker«) – so richtig sinnvoll für alle anderen aber ist das nicht.

Effektiv war das, was Energiefachleute in den vergangenen 100 Jahren aufgebaut haben. Große Kraftwerksblöcke, die sehr effizient Kohle, Öl oder Gas verbrannten und sehr rationell Strom erzeugten und dazu noch Fernwärme. Bei der wird es übrigens ebenso langsam kritisch, weil die wenigen Kraftwerksblöcke weniger Dampf für Fernwärme erzeugen können.

Skaleneffekte – davon träumt jeder Produktionsingenieur. Somit ließen sich auch mit Millionenaufwand Abgasreinigungsanlagen bauen. Fast keine schädlichen Stoffe mehr aus den hohen Schornsteinen und dennoch preiswerte Energie – dieses Kunststück gelang.

Jetzt der Rückschritt ins Mittelalter – kein Wunder, dass darunter die Effizienz leidet. Ein Noch-Industrieland wie Deutschland hat einen enormen Energiehunger. Der kann nur dann sinken, wenn die Produktion sinkt. Das tut er aber nicht so, wie Planwirtschaftler es wollten: »Der Stromverbrauch ist 2016 weiter gestiegen und liegt oberhalb des Zielpfades aus dem Energieprogramm 2015.« Das stellt Prognos fest.

Standhaft sagen zwar die Prognos-Leute, dass in Bayern keine Engpässe in der Stromversorgung drohten. Es gebe ausreichend gesicherte Kraftwerksleistung, sagte Kirchner. Aber sie sagen nicht dazu, wo. Vertraglich wurde für diesen Winter die Leistungsbereitstellung von 3,1 Gigawatt von ausländischen und 2,5 GW von bayerischen Kraftwerken vertraglich festgelegt.

Europa freut sich, immer mehr Strom teuer nach Deutschland zu liefern, wenn alle Kraftwerke abgeschaltet sein werden. Das bedeutet meist Strom aus französischen und tschechischen Kernkraftwerken.

Für Bayern stellt die Studie ein Sonderlob aus: »Generell befindet sich Bayern näher an der Erreichung der Ziele des Bayerischen Energieprogramms, als Deutschland an der Erreichung der Ziele des Energiekonzepts.« Laute Lacher hervorrufen muss der Nachsatz mit dem bemerkenswerten Wortgeklingel: »Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die jeweiligen Zielsysteme strukturell sehr unterschiedlich sind.« Im Klartext: Bayern hat die planwirtschaftlichen Vorgaben nicht so eng gesetzt wie die Super-Ideologen in Berlin.

Über ein etwas anderes »Zielsystem« im Autoabgasbereich würden sich vermutlich auch die inhaftierten VW-Manager freuen.

»Prognose – Wir geben Orientierung« so die Eigendarstellung von Prognos. Was heißt das jetzt auf die Energiewende bezogen? Ein Desaster, Ziele vollkommen verfehlt, Kosten dramatisch ins Uferlose gestiegen. Was tut man in einem solchen Fall, vorausgesetzt, es mit normalen Maßstäben zu?

Der Beitrag erschien zuerst bei Tichys Einblick hier

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6 Kommentare

  1. „Weder sinkt der Energiekonsum, noch steigt die Energieproduktivität.“

    Ist das verwunderlich? Die BWLer und Ingenieure in den Firmen der jeweiligen Branchen hätten ihren Job grottenschlecht gemacht, wäre es möglich die sog. „Energieeffizienz“ noch signifikant zu steigern. Keine Firma wird in einen effizienteren Elektromotor investieren, wenn sich daraus kein positiver ROI ergibt. In den Standardlehrbüchern der BWL steht genau drin, wie man das mit dem simplen Dreisatz und der Investitionsrechnung bestimmt. Aber was soll man von gelernten Erziehern mit dem Sozialpädagogen im 2. Bildungsweg erwarten können? Oder von jemandem, der mit 16 Jahren bereits ständig duhn durch die Gegend bewegte und wegen schlechter Noten nicht zur Abiturprüfung zugelassen wurde? Oder von einer Theologiestudentin, die den Abschluß nicht schaffte? Oder dem MP von Bayern, der nocht einmal eine zweistellige Millionenzahl verbalisieren konnte?

    Daß sind alles Leute die nur das nachplappern können, was die Prister von der Kanzel predigen. Manche der Gläubigen gehen dann auch noch in die Knie, andere behaupten rotestanten zu sein, gegen den Ablaßhandel und fördern den durch den „Grünen Hahn“. Und am 24. Dez. feiern Sie alle das „christliche“ Sonnenwendfest, dessen Festbeleuchtung mit 100% Ökostrom garantiert wird.

    Der schiefe Turm zu PISA läßt grüßen. 😉

  2. Diese s.g.“Energiewende“ dient nicht der Natur, nicht der Umwelt oder dem Klima, sondern nur denen die ab dieser Energie(miß)Wirtschaft gut verdienen. Zahlen müssen es die Verbraucher und Steuerzahler. Und nicht zuletzt die Natur selbst. Sie wird verschandelt, (Nutz)Flächen werden zur gebaut, Tiere werden vergrämt und sogar getötet !

    Diese ganze „Aktion“ ist wohl Merkels zweit größtes Verbrechen nach der hemmungslosen Grenzöffnung………..

    • @Ulrich Walther

      2020 ist ALLES Makulatur….aber aus einen anderen Grund….da werden wir in Deutschland den Mangel und damit auch die Armut an Strom direkt am eigenen Leben/Alltag verspüren…

      Stromsperren wegen unzureichender Stromproduktion und Rationierungen wegen unbezahlbarer Strompreise.

       

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