Temperatur­entwicklung des Monates November während der letzten 90 Jahre. Wo ist die Erwär­mung?

Foto: Stefan Kämpfe

Josef Kowatsch, Stefan Kämpfe
Der November ist der letzte Herbstmonat. Wir verbinden mit ihm die Eigenschaften neblig, nasskalt, wenig Sonnenschein, unerwartete Straßenglätte, diesig und auch einige Tage Schneefälle, der aber nicht beständig liegenbleibt, in der Stadt im Grunde nicht auffällig uns wahrnehmbar ist. Der Deutsche Wetterdienst gibt den November 2017 nach vorläufigen Auszählungen mit 5,1 C an. Insgesamt verlief der Monat mild, niederschlagsreich und sonnenscheinarm. Auf der Zugspitze war der Monatsschnitt mit beinahe – 8 C deutlich unter dem Vergleichsniveau von 1961 bis 1990, dazu mit reichlich Schneefall.


Von den CO2-Treibhausgläubigen wird stur behauptet, dass die Temperaturen aufgrund der allmählichen CO2-Zunahme ebenso kontinuierlich steigen würden. Angeblich soll eine je…desto Beziehung vorliegen, so ihr fester Glaube. Schauen wir uns deshalb den Monat November in Deutschland über verschiedene Zeiträume an. Auf der senkrechten Achse sind die Temperaturen, auf der horizontalen die Jahre aufgetragen. Beginnen wollen wir mit 1928, denn bis heute sind es genau 90 Jahre. Der November 1928 war knapp über ein Grad wärmer als der November 2017. Das zeigt die erste Grafik.

Abb.1: Neben extrem kalten Novembermonaten wie 1993 mit 0,37C im Schnitt gibt es wärmere wie 2015, wo uns der November mit Sonnenschein und milden Temperaturen verwöhnte. Aber: Wo ist die besorgniserregende Novembererwärmung der letzten 90 Jahre?

Zwar ist seit 1928 die CO2-Konzentration von damals etwa 290 ppm auf nunmehr 400 ppm angestiegen. Aber keinesfalls sind, wie von der Erwärmungsfraktion behautet, die Temperaturen ebenso kontinuierlich gestiegen. Es gab nicht nur kalte und warme Jahre, sondern im zeitlichen Ablauf ist auch eine Temperaturschwingung deutlich erkennbar. Mit 6,19°C war der November zu Beginn der Betrachtungsreihe wärmer als dieses Jahr. Die Polynom-2-Trendlinie zeigt jedoch ab 1928 über 50 Jahre lang eine Abkühlung des Monates November in Deutschland, bei gleichzeitigem Ansteig der CO2-Konzentrationen. Vereinfacht könnte man sagen: Zwei Drittel Abkühlung und ein Drittel Erwärmung im 90-Jahre Abschnitt. Momentan liegt das Temperaturniveau gering über dem vor 90 Jahren. Und wie es weitergeht weiß niemand, denn noch kein einziger Versuch konnte zeigen, dass die angeblichen Treibhausgase tatsächlich irgendwas erwärmen. Oder anders ausgedrückt: Die behauptete Treibhauserwärmung hat bis heute, als Ende November 2017 keinen wissenschaftlichen Beweis und bleibt somit weiter ein Glaube.

Damit verhält sich der November genauso wie all die anderen Monate, nämlich mit einem Kältetal in der 2.Hälfte des 20. Jahrhunderts. Jedoch ich dieses Kältetal länger ausgeprägt. Im Gegensatz zu den anderen Monaten wurde der Kältetiefpunkt sogar erst 1993 erreicht. Eine lineare Trendlinie zeigt somit für einen über 60 Jahre dauernden Zeitraum eine Abkühlung bis zum Jahre 1993, und das trotz ständig steigender CO2-Konzentrationen. Ironischerweise könnte man fragen: Haben die angeblichen Treibhausgase bis 1993 etwa abkühlend gewirkt und erst danach hat das für das irdische Leben notwendige CO2-Gas seine physikalischen Eigenschaften geändert? Die Antwort der Erwärmungsgläubigen steht fest: Sie ignorieren einfach die Abkühlungsphase in diesem langen Zeitraum.

Abb.2: Der Monat November wurde im letzten Jahrhundert zunächst kontinuierlich kälter, ganz im Gegensatz zu den CO2-Konzentrationen der Atmosphäre. Diese sind nämlich im gleichen Zeitraum kontinuierlich gestiegen. Hat die steigende CO2-Konzentration in diesem langen Zeitraum deutschlandweit eine Abkühlung bewirkt?

Das Jahr 1993 war zugleich der Tief- und Wendepunkt bei dieser Novemberbetrachtung. Die Temperaturen des Novembers steigen seitdem angenehm in Deutschland und machen den letzten Herbstmonat jedenfalls im Flachland erträglicher.

Abb.3: Seit über 20 Jahren wird der Monat November angenehm wärmer in Deutschland. Die Frage ist: Wie lange noch?

Von 1993 auf 1994 sind die Temperaturen des Novembers sprunghaft auf ein höheres Niveau gestiegen, was natürlich nicht durch Kohlendioxid verursacht worden sein kann. Das beweisen deutlich die beiden ersten Grafiken des Artikels. Als Auslöser des Temperatursprunges vor 24 Jahren kommen mehrere Ereignisse in Betracht, vor allem die Umstellung auf vermehrte SW-und Südwetterlagen, die uns bisweilen Warmluft aus Spanien schicken, verbunden mit mehr Sonnenschein. Das war auch diesen November wieder der Fall.

Abb. 4: Im letzten „richtig“ kalten November 1993 gab es noch an 21 Monatstagen kaltes Ostwetter, danach nahm die Zahl der Tage mit Ostwetter stark ab; oftmals fehlten sie ganz, während solche mit Südwetter häufiger wurden.

Bemerkenswert bleibt jedoch, dass dieses höhere Niveau bis auf die Ausnahme 1998 bis heute anhält, die Trendlinie ist immer noch steigend. Es sieht so aus als ob der obere Wendepunkt der November-Temperaturen gerade erst erreicht wäre. Demnach könnten wir uns auch zukünftig auf einen milderen Spätherbstmonat mit wenig Frost im Flachland freuen. Bei nur gut 20 Jahren Betrachtungszeitraum ist diese „Vorhersage“ freilich sehr unsicher, zumal es auch Stationen und ganze Regionen auf der Nordhalbkugel gibt, die in den letzten 20 Jahren keine November- Erwärmung erlebten:

Abb. 5a und 5b: Andernorts gab es in den letzten 20 Jahren, die freilich für vertrauenswürdige Aussagen zu kurz sind, keine November-Erwärmung, so etwa in Sapporo/Hokkaido in Nordjapan (oben) oder in Zentralengland (unten).

Es ist also reiner Zufall, dass seit über 20 Jahren die November in Deutschland wärmer werden und zugleich auch die CO2-Konzentrationen gestiegen sind. CO2 hat auf die Temperaturentwicklung keinen Einfluss; hierfür fehlt der wissenschaftliche Versuchsbeweis. Aber das zeigen auch erneut und eindeutig die Temperaturerhebungen des Deutschen Wetterdienstes. Es bleibt fraglich, ob eine Erhöhung auf 500 oder 600 ppm CO2 in der Atmosphäre eine Erwärmung bringen könnte. Alle diesbezüglich durchgeführten wissenschaftlichen Versuche beweisen nichts. Die behauptete Erwärmung durch ein Treibhausgas Kohlendioxid ist ein Märchen und somit Glaubenssache. Für das Pflanzenwachstum und für die Ernährung der Menschheit wäre ein mehr an Kohlendioxid in der Atmosphäre allerdings eine segensreiche Wohltat. CO2 ist ein lebensnotwendiges Gas, eine der Voraussetzungen, dass überhaupt Leben auf diesem Planeten entstanden ist. Derzeit hat die Atmosphäre zu wenig und nicht zu viel CO2. Eine Klimakatastrophe, verursacht durch CO2, ist weit und breit nicht in Sicht. Mancherorts hat sich der November sogar längerfristig abgekühlt:

Abb. 6: Im Spätherbstmonat November sind Wärmeinseleffekte zwar gering, sie reichten aber aus, um in der Großstadt Washington eine Abkühlung zu verhindern. Doch die nicht weit entfernte, ländliche Station Dale Enterprise kühlte sich merklich ab.

Luftverschmutzung und Nebeltage

Die folgende Grafik mit Daten aus Potsdam zeigt, wie der Mensch tatsächlich das Klima beeinflussen könnte- nicht mit der Freisetzung von CO2, sondern mittels der Luftverschmutzung, welche Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre ihren Höhepunkt erreicht hatte (Staub, Ruß Schwefelgase):

Abb. 7: Besonders zwischen den 1950er und den späten 1970er Jahren gab es in Potsdam an oft mehr als 10 Novembertagen Nebel. Dank der Luftreinhaltemaßnahmen (und möglicherweise auch anderer Einflussgrößen wie der Änderung der Wetterlagenhäufigkeiten – es gibt mehr windige Süd- und Südwestlagen – oder der Sonnenaktivität) nahm die Häufigkeit der Nebeltage bis in die 2000er Jahre stark ab; neuerdings deutet sich wieder eine leichte Zunahme an.

Überall in Deutschland haben aufgrund der Luftreinhaltemaßnahmen die Nebeltage in den letzten drei Jahrzehnten stark abgenommen. Aber warum wurde die Entwicklung der Lufttemperatur davon wenig beeinflusst? Nebel wirkt im November zwar tagsüber leicht kühlend (fehlende Sonneneinstrahlung), allerdings sind die wärmenden Effekte aufgrund des niedrigen Sonnenstandes und der geringen Stundenzahl oft unbedeutend. In den langen Vorwinternächten bremst Nebel jedoch die langwellige Ausstrahlung und damit die Auskühlung. Beide Effekte neutralisieren sich. Das mag auch ein Grund sein, weshalb sich die Schere der Wärmeinseleffekte im Vergleich mit einer ländlichen Station nicht vergrößert.

Abb.8: Die Gesamtzahl der DWD-Stationen, meist in Städten oder dort positioniert, wo die Menschen leben und arbeiten – also in Wärmeinseln – verhalten sich seit 1943 ähnlich wie die sehr ländlich geprägte Station Zwönitz im Erzgebirge. Dass ländliche Stationen kälter sind als städtische ist auch in diesem Beispiel hier ersichtlich, denn die ländliche blaue Trendlinie verläuft tiefer. Aber die Schere der Trendlinien geht kaum auseinander. Das ist eine Besonderheit beim November.

Ein weiterer Grund für die geringen WI- Effektunterschiede zwischen Stadt und Land im November mag auch die unterschiedliche Wärmekapazität des Untergrundes sein. Eine Stadt besteht aus Beton und der Untergrund ist relativ trocken. Das Regenwasser wird rasch abgeführt und darf nicht versickern. Der Boden der freien Fläche hingegen hat einen hohen Wasseranteil und somit eine viel höhere Wärmekapazität. Im November geben die Böden die letzten Reste der gespeicherten Sommerwärme frei, was einer Abkühlung entgegen wirkt und den städtischen menschengemachten Wärmeinseleffekt durch Gebäudeheizung auffängt.

Natürlich wurde in den letzten 90 Jahren und vor allem nach dem 2.Weltkrieg Deutschland immer weiter urbanisiert und die menschengemachten Wärmeinseleffekte haben überall zugenommen, so dass ein Teil der Novembererwärmung der letzten 25 Jahre, also des Trendlinienanstieges in diesem Zeitraumes auch auf menschenerzeugte WI- Effekte der ständig weiteren Bebauung und Trockenlegung der Landschaft zurückzuführen sind. In Zwönitz und bei anderen ländlichen Wetterstationen allerdings etwas weniger als bei den restlichen DWD-Stationen.

Zusammenfassung:

Vereinfacht könnte man sagen: Die WI-Effekte haben zugenommen, bei den DWD-Stationen mehr als bei WI- armen Messstationen auf dem Lande, im Monat November hat die unterschiedliche Wärmeinselentwicklung jedoch kaum Einfluss auf das Temperaturverhalten.

Der leichte (und keinesfalls besorgniserregende!) Temperaturanstieg im November ist eine Folge der häufiger werdenden Süd- und Südwestlagen gewesen; möglicherweise wird sich auch diese Tendenz bald umkehren.

Der Kohlendioxidanstieg hat keinerlei oder kaum einen Einfluss auf die Temperaturen. Umwelt- und Naturschutz bleibt jedoch eine Notwendigkeit unserer Zeit. Die Insekten in Deutschland sterben nicht wegen eines behaupteten menschengemachten Klimawandels, sondern aufgrund mehrerer naturzerstörenden Maßnahmen. Klimaschutz hingegen gibt es nicht, Klima ist der Mittelwert aus 30 Jahren Wetter. Wer das Wetter nicht schützen kann, kann auch kein Klima schützen. Der behauptete Klimaschutz ist eine geistreiche Worterfindung ähnlich dem Wort „Erbsünde“, von der sich die Menschen im Mittelalter durch den Ablasshandel freikaufen konnten. Klimaschutz ist der moderne Ablasshandel, ein durchdachtes Geschäftsmodell, das von der Mehrzahl unserer Politiker und leider auch von den Medien nicht durchschaut wird. Beide Gruppen entwickeln sich leider immer mehr zum Vorreiter der Klimalügner.

Josef Kowatsch, Naturbeobachter und unabhängiger, da unbezahlter Klimaforscher

Stefan Kämpfe, Diplom- Agraringenieur, unabhängiger Natur- und Klimaforscher

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9 Kommentare

  1. Eine 1200jährige Schwankung des Weltklimas ist bis ca. 6000 vC nachweisbar, davor gibt es keine widersprechenden Daten. Die letzte „Warmzeit“ ging 1280 ziemlich abrupt zu Ende; die sogn. keine Eiszeit begann. Eine erneute  Erwärmung des Klimas ist eigentlich schon überfällig. Man bedenke: im Mittelalter war die Fläche des klimaabhängigen Weinbaues vier mal so groß wie heute, an der Ostsee wuchsen zeitweise Oliven.

    Natürlich hat CO2 einen Einfluß, wahrscheinlich ist es aber eher der Tupfen auf dem i. Viel gefährlicher sind die Methanhydrate aus dem Eismeer. Die könnten schlagartig freiwerden und eine Erwärmung um weit mehr als nur 2 °C auslösen. Das Abtauen von Grönland und anderer Eismassen in den Hochgebirgen würde den Meeresspiegel um mindestens 8 m anheben: Hannover wird Küstenstadt. Und das nicht in ferner Zukunft, sondern innerhalb der nächsten 30-50 Jahre.

     

    • zu: schlagartig und Meeresspiegel 

      Sie können sich schlagartig wieder abregen. Derzeit gibt es eine [schwach belastbare] Korrelation zwischen Veränderungen am Meeresspiegel (Polar/Equator Pendel), den ENSO und dem Sonnenzyklus.

      Das warten wir erst einmal ab.

      • @ Alwin Bruno

        Vor Leuten, die über die Vergangenheit besser Bescheid wissen wollen (absolut unmöglich) als über unsere Gegenwart (Masse ertrinkt an zu vielen Informationen), sollte man einen sehr großen Bogen machen wollen. Ich denke da auch an die vielen albernen Möchtegern-Mittelalter-Experten.

        Und selbst wenn eine Korrelation da wäre (x =< 1),  sie ist bedeutungslos. Jeder gute Statistiker wird mich verstehen können.

        Beste Grüße 😉

        • @Hartwig Huebner, auch Möchtegern-Mittelalter-Experten treffen akademische Verabredungen (die sie im Leersal nicht verteidigen können); ein guter Freund gab mir dazu den Rat: wenigstens sind die weg von der Strasse /sarc

          Zur Korrelation: sie stammt aus Satelliten-Messungen (also zeitlich nahe), aber: psst, man muss manchmal auf Grünsprech Niveau antworten. Wenn ich selbst mal Statistik brauche dann stelle ich einen Fachmann ein, vom Kaliber William M. Briggs.

  2. „Der Kohlendioxidanstieg hat keinerlei oder kaum einen Einfluss auf die Temperaturen.“ das verstehe ich nicht ganz. Sollte das nicht eher wie folgt lauten: „Es ist keine Korrelation zwischen Kohlendioxidanstieg und den bisherigen November-Temperaturen in Deutschland zu sehen.“ Wenn z.B. die Aprilwerte verwendet worden wären, sähe es schon etwas anders aus..

    War es außerdem nicht so, dass die vorhergesagten Folgen für die Temperaturen in Deutschland eher gemächlich waren? 

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