Wie die Weltbank arme Nationen noch ärmer macht

Bis vor gar nicht so langer Zeit war das tatsächlich deren Funktion. Ins Leben gerufen zusammen mit dem International Monetary Fund auf der Konferenz 1944 in Bretton Woods, half die Bank in ihren frühen Jahren Ländern wie Frankreich, sich von den Folgen des Krieges zu erholen. Später gab sie hauptsächlich Ländern der Dritten Welt das vitale Startkapital, um Investoren zu riskanten Kapital-Projekten zu überreden. Der Multiplikations-Effekt auf Investitionen kann dabei außerordentlich sein. Im Jahre 2013 gab die Weltbank dem Kosovo 40 Millionen Dollar zum Bau eines Braunkohle-Kraftwerkes. Dies sandte das positive Signal aus, welches den privaten Sektor ermutigen sollte, die Finanzierung mit weiteren 1960 Millionen Dollar zu finanzieren.

Erstaunlich! Nur dass das nicht das ist, was die Weltbank derzeit macht. Sie wird keine Kohlekraftwerke mehr finanzieren, weil sie nicht sauber und grün sind [clean and green]. Stattdessen möchte sie Entwicklungsländer dazu bringen, intermittierende, unzuverlässige und drastisch teure erneuerbare Energien wie Wind und Solar willkommen zu heißen als Teil einer Mission – umrissen vom ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon – um „Armut zu bekämpfen und den Planeten zu retten“. Tatsächlich wird sie keines dieser Ziele erreichen. Man betrachte das Beispiel Nigeria. Dessen Hauptstadt Lagos hat Kairo als die größte Stadt Afrikas überholt, aber dort wird so wenig Strom erzeugt, das die Wirtschaft zumeist von privaten (und verschmutzenden) Diesel-Generatoren betrieben wird. Die National Electric Power Authority (NEPA plc) von Nigeria ist bekannt als „niemals konstant Energie erwarten, bitte Kerzen anzünden“. Stromausfälle sind an der Tagesordnung, und das im ganzen Afrika südlich der Sahara, und die Kosten für die Wirtschaft sind gewaltig. Das lokale Handy-Unternehmen MTM mit 62 Millionen Kunden gibt 70% seiner Betriebskosten für Diesel aus, um sein Netzwerk am Laufen zu halten.

Die nigerianische Finanzministerin Kemi Adesoun sagt: „Wir wollen ein Kohlekraftwerk bauen, weil wir ein mit Kohle gesegnetes Land sind, aber trotzdem haben wir ein Energieproblem. Man braucht kein Genie zu sein um zu erkennen, dass es sinnvoll ist, ein solches Kraftwerk zu errichten. Allerdings verwehrt man uns dieses, weil es nicht grün ist. Das ist nicht fair, weil sie eine ganze westliche Industrialisierung auf der Grundlage von Kohle-Energie haben“.

Da hat sie absolut recht: es ist nicht fair. Die UN lamentieren über globale Ungerechtigkeit und räumen ein, dass die Umverteilung von Wohlstand zu ihren Zielen einer nachhaltigen Entwicklung gehört. Und doch zwingt deren Politik des Öko-Imperialismus‘ einer zögernden, aber weitgehend hilflosen Entwicklungswelt Erneuerbare auf – der sicherste Weg zu garantieren, dass die ärmsten Länder der Welt arm bleiben.

Es gibt, 1,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Strom und 2,7 Milliarden Menschen ohne moderne Kochmöglichkeiten. Es wird geschätzt, dass die Luftverschmutzung in Haushalten durch die Verbrennung fester Treibstoffe im Jahre 2010 3,5 Millionen Menschen den Tod gebracht hat. Die Kosten von Stromausfällen in Afrika südlich der Sahara belaufen sich in einigen Fällen auf über 5% des BIP. Anders als entwickelte Länder brauchen diese Länder nicht ihr Gewissen zu bemühen, wenn sie Fledermäuse und Vögel schreddernde Öko-Kruzifixe ablehnen. Sie brauchen Energie die funktioniert.

Den Zahlen der UN zufolge betragen die Kosten eines universellen Zugangs zu Energie lediglich 50 Milliarden Dollar pro Jahr. Aber das gilt nur für Energie aus fossilen Treibstoffen. Besteht man auf den Gebrauch Erneuerbarer, wird diese Rechnung mindestens verzehnfacht. Erneuerbare sind nicht nur materialintensiver – ein Kilo Stahl in einer Gasturbine kann 1000 mal mehr Energie erzeugen als ein Kilo Stahl in einer Windturbine – sondern sie erfordern auch erheblich komplexere und teurere Netz-Systeme, welche sich Entwicklungsländer einfach nicht leisten können.

Wie war es zu dieser Verrücktheit gekommen? Es begann im Jahre 1995, als ein australisch-amerikanischer Rechtsanwalt und Investmentbanker namens James Wolfensohn zum Präsidenten der Weltbank berufen worden ist. Dieser Erz-Globalist war ein Schützling der unbestritten bösesten und einflussreichsten Person in der Historie der grünen Bewegung, nämlich des kanadischen Milliardärs Maurice Strong.

Strong, welcher dem chinesischen kommunistischen Regime unter Mao sehr nahe stand, war kein Fan der Demokratie. Darum verbrachte er lange Zeit seiner Kariere mit der Arbeit für die UN, welche er als die ideale Institution ansah zur Bildung einer Eine-Welt-Regierung, gebildet aus erlauchten Technokraten wie ihn selbst. Er war auch der Haupthetzer des Erdgipfels 1992 in Rio, auf welchem er 179 Nationen dazu überredete, ein Dokument mit der Bezeichnung Agenda 21 zu unterzeichnen, in welchem der Begriff „Nachhaltigkeit“ in das Herz globaler Politik gebracht werden sollte. Umweltaktivismus, das verstand Strong sehr gut, war perfekt geeignet als Große Krise, welche man dazu heranziehen konnte, die Souveränität von Staaten zu untergraben im Namen der „Rettung des Planeten“.

Unter Wolfensohns Leitung änderten sich die Ziele der Weltbank dramatisch. War es zuvor nur darum gegangen, Armut zu lindern mittels Stützung ökonomischen Wachstums, geht es jetzt mehr um nebulöse „progressive“ Ziele wie Unterstützung der Umwelt, Frauenrechte, Arbeiterrechte und die Stützung von NGOs. Folglich wurde sie zu einer weiteren Welt-Institution, die auf eine Linie mit dem Ersten Gesetz des Kommentators John O’Sullivan einschwenkte: „Alle Organisationen, die nicht explizit rechts ausgerichtet sind, werden mit der Zeit links ausgerichtet werden“.

Diese Entartung hat sich unter dem jetzigen Präsidenten der Weltbank, Dr. Jim Young Kim, einem Kandidaten von Präsident Obama, deutlich beschleunigt. Rupert Darwall schreibt in einem die Weltbank und deren Präsidenten scharf kritisierenden, von der GWPF veröffentlichten Report, dass seine Politik, die Umwelt-Nachhaltigkeit über die Reduktion von Armut zu stellen, unmenschlich ist. Es gibt keinen ökonomischen Grund, geschweige denn einen moralischen, „teure, im Betrieb schadensanfällige Technologien Ländern aufzuzwingen, deren Entwicklung dadurch verzögert wird und die Elektrifizierung erheblich teurer machen“.

Link: http://tinyurl.com/y76fzm47 (paywalled)

Übersetzt von Chris Frey EIKE