Strom wird immer teurer – kein Ende abzusehen!

Stromkosten steigen weiter kräftig an: Bild Thorben Wengert / pixelio.de

VON HOLGER DOUGLAS
im Oktober werden die neuen Zahlen zur EEG Umlage und die Netzentgelte festgelegt und veröffentlicht. Sie kennen – entgegen allen Lippenbekenntnissen der sie verursachenden Politiker nur eine Richtung – steil nach oben.


 Amprion aus Dortmund versorgt Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Strom und hat gegenüber der FAZ eine Steigerung der Preise um sage und schreibe 45 Prozent angegeben. Im Vorjahr erhob Amprion „nur“ 12 Prozent mehr.

Für das nächste Jahr deuten sich weitere drastische Erhöhungen der Strompreise an. Denn jetzt im Oktober werden die Umlagen für den Strompreis im kommenden Jahr festgelegt. Noch ist es für eine Schätzung des gesamten Strompreises zwar etwas früh. Aber die FAZ hat dennoch einmal vorgerechnet, was auf die Verbraucher zukommen wird.

Sie hat sich für die Kalkulation einer der wichtigsten Größen des Strompreises, des „Netzentgeltes“, bei den vier Netzbetreibern umgesehen. Die haben ihre Preise für das kommende Jahr bereits veröffentlicht. Etwas sang- und klanglos, empfindet die FAZfeinsinnig, aber den Netzfirmen war wohl nicht nach viel Öffentlichkeit.

Amprion aus Dortmund versorgt Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Strom und hat gegenüber der FAZ eine Steigerung der Preise um sage und schreibe 45 Prozent angegeben. Im Vorjahr erhob Amprion „nur“ 12 Prozent mehr.

Tennet wird im kommenden Jahr laut FAZ 9 Prozent mehr verlangen. Gegenüber der Steigerung von 80 Prozent im Vorjahr geradezu ein Klacks. Transnet-BW in Baden-Württemberg wird um 13 Prozent erhöhen, und nur 50Hertz senkt seinen Preis um 11 Prozent. Diese Netzkosten machen inzwischen fast ein Viertel des Strompreises aus. Bezahlen müssen ihn die Endkunden, die Stromverbraucher.

Dramatische Folgen jenes Irrsinnsprojektes „Energiewende“. Denn in diese Netzkosten fließen zum Beispiel die Kosten des Parallelbetriebes von bisherigen Großkraftwerken ein. Die stehen neben den Wind- und der Photovoltaikanlagen bereit, um bei „Dunkelflaute“ einzuspringen, wenn die netten „Erneuerbaren“ mal wieder zu wenig bis gar keine Energie liefern. Vor allem das stark schwankende Angebot macht den Betreibern der Übertragungsnetze zu schaffen. Denn sehr rasch müssen gewaltige Energiemengen herangeschafft werden, wenn zum Beispiel an einem sonnigen Tag eine Wolkenfront quer über das Land zieht und die Stromerzeugung sämtlicher Photovoltaikanlagen zusammenbrechen läßt.Umgekehrt wird es ebenso teuer, wenn starke Winde auf der Nordsee die Windräder viel Strom liefern lassen und die Übertragungsnetzbetreiber nicht wissen, wohin damit, weil gerade kein Abnehmer da ist. Eine typische Situation an Weihnachtsfeiertagen, die dann sehr teuer wird. Denn diese Strommengen können meist nur verschenkt, wenn sie mit einer gehörigen Mitgift versehen werden. Die beträgt schon mal 20, 25 Millionen Euro, die an die Abnehmer zum Strom dazu geliefert werden! Ein Tagträumer derjenige, der glaubt, mit Stromexport wird Geld verdient. Diese Kosten muss der deutsche Stromverbraucher bezahlen; auch sie fließen in jene „Netzentgelte“.

Trotzdem fürchten sich unsere europäischen Nachbarn langsam vor den Folgen, die die spinnerten Deutschen mit ihrer „Energiewende“ angerichtet haben. Sie können meist nichts mit den gewaltigen Energiemengen anfangen, die da zur falschen Zeit über die Grenzen geliefert werden. Länder wie Polen verbarrikadieren sich bereits – elektrisch gesehen. Sie können die Strommengen nicht gebrauchen.

Zu den Netzentgelten gehören auch die Kosten, die an die Betreiber der Windräder gezahlt werden müssen, wenn sie zwar Strom liefern, den ebenso gerade keiner gebrauchen kann, weil er zur falschen Zeit anfällt. Die Windräder stehen zwar still, die Betreiber aber werden dennoch so bezahlt, als ob sie Strom geliefert hätten. Modell für Ihren Bäcker: Gib mir Geld, Du hättest ja meine Brötchen haben können! Diese grünen Wirtschaftsmodelle der Zukunft also kosten horrende Summen, die Stromkunden bezahlen müssen – ungefragt. Trittins Eiskugel ist für sie damit ziemlich teuer geworden.Der Interessensverband Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft BDEW (lange Jahre an der Spitze Merkels ehemalige rechte Hand Hildegard Müller, jetzt sinnigerweise RWE) jedoch hat jetzt den Schuldigen herausgefunden. Die FAZ berichtet weiter, dass die Bauern zu hohe Entschädigungen fordern. Sie verlangten nämlich eine „Maut“ dafür, dass durch ihre Felder und Fluren Stromtrassen gepflügt werden. Ein Rechtsgutachten des BDEW hat laut FAZ ergeben: Die Forderungen der Bauern für Nutzungs- und Einnahmeausfälle seien „unverhältnismäßig und verfassungswidrig“. Es ist immer viel Aufregung, wenn die Geier über dem Aas untereinander in Streit geraten.

ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT
„Energiewende“ trifft frostige Wirklichkeit

Aber am Horizont zeichnet sich Besserung ab, versprechen jedenfalls die Energiewende-Ideologen in ihren Planungsstuben. Wenn erst einmal die Nord-Süd-Stromautobahn ausgebaut ist, dann ist das Energiewende-Endziel erreicht. Dann haben die Bayern wieder Strom. Denn sie müssen bald ihre letzten Atommeiler abschalten, noch ehe der versprochene Windstrom aus dem Norden fließt. Dann fehlt ihnen ziemlich viel Strom, denn die Leitungen für Windstrom aus dem Norden gibt es nicht. Blöde Zeiten für Audi und BMW.Die Leitungen wird es auch längere Zeit nicht geben. Denn die Technik ist längst nicht einsatzreif. Sie sollen als Hochspannungsgleichstromleitungen ausgeführt werden. Die funktionieren in China; allerdings hängen sie dort an hohen Strommasten, die sich in Trassen durchs Land ziehen.

Die will hier niemand. Deshalb sollen sie unter die Erde verlegt werden. Sie sollten also einigermaßen gut isoliert sein, um Spannungen von ein paar Hunderttausend Volt möglichst sicher gegenüber dem Erdreich zu isolieren. Ob das funktioniert, weiß niemand. Ebenso weiß niemand, welche Auswirkungen diese bis zu fast 80, 90 Grad heißen Heizkörper in der Erde haben werden. Der Bauer, unter dessen Hof eine solche Leitung läuft, braucht keinen Schnee mehr zu kehren.

Ebenso weiß niemand, was tun, wenn diese zentrale Leitung, die die wichtige Energie für Bayern von Nord nach Süd transportiert, mal wieder ausfällt. Aber das kennen wir ja aus dem Zugverkehr, seitdem bei Rastatt ein Tunnel einbrach und die wichtigste Nord-Süd-Eisenbahnverbindung unterbrach.

Währenddessen erschallt irgendwo vom Himmel das höhnische Lachen derjenigen, die diese Untaten über das Land gebracht haben.

Übernommen von TICHYS EINBLICK hier

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15 Kommentare

  1. Was meint ihr wie hoch der Strompreis p/KW wird, wenn alle kaum Strom brauchen würden?

    Firmen die am wenigsten Strom brauchen, werden unterstützt, doch wenn der Verbrauch zurück geht, steigt der Preis für den Privatverbraucher, weil der sich am wenigsten wehren kann.

    Die beste Demo gegen Kernkraft ist, wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind oder Bachlauf, wenn möglich selbst macht.Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.

    • a) Warum sollte jemand, der bei vollem Verstand ist, gegen Kernkreft sein?
      b)Mach mal Deinen Strom selbst,
      wenn Du in der Stadt im 3.Stock wohnst…
      c) Hast Du einen Bachlauf vor der Türe, an dem Du die notwendigen Rechte hast um Strom produzieren zu können???
      d) Kennst Du die Ergiebigkeit (Aufwand/Ertrag) all der „neuen“ Erzeugungsmethoden?

      „Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.“

      Bei Strom, Trinkwasseretc. wird es schwierig.
      Der Wohlstand, den wir gerade verlieren, beruhte auf Arbeitsteilung.
      Alles selber machen ist das Gegenteil davon.

  2. Das Grundgesetz enthält seit 1968 ein Widerstandsrecht (Artikel 20, Absatz 4). Es schließt den Tyrannenmord als letztes Mittel gegen einen verbrecherischen Diktator nicht aus. In puncto EEG,
    verursacht durch die GRÜNEN, sollte man dieses legitime Mittel auch anwenden, um dem grünen
    Spuk eine Ende zu bereiten.

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  3. EEG und ‚Energiewende‘ sind so ziemlich die schlimmsten Wucherungen einer „Politischen Ökonomie des Sozialismus“, mit denen Rot-Grüne Strategen die Energiewirtschaft – nicht nur der BRD – infiziert haben.
    Dabei ging es in Wahrheit nie um Fragen einer möglichst umweltverträglichen Energieerzeugung, die wir ja schließlich schon hatten. Es ging und geht diesen Ideologen auch nicht um Fakten oder langfristige Konsequenzen ihres Tuns, sondern wie stets um Deutungshoheit, Macht, Einflussnahme und Zugriff auf das Rückgrat eines hochindustrialisierten HiTec-Standortes, – also seiner existenziellen Basis.
    So gesehen sind EEG und ‚Energiewende‘ vor allem Schlüsselpositionen im politischen Geschehen, wo Bürgerwille, praktische Vernunft und Ehrlichkeit keinen Stellenwert haben.
    Erschütternd ist, dass diese selbsternannten (Un-)Heilsbringer noch immer Wählerstimmen und inzwischen auch schon Anhänger in der Industrie finden, die mit E-Mobilität und Diesel-Verteufelung ihre Selbstzerstörung betreiben.
    Vermutlich hatte Einstein doch Recht mit seiner Sicht auf die Unendlichkeit des Alls und der menschlichen Dummheit…

  4. Und in Bayern wird man auch nur dann Strom bekommen, wenn im Norden keiner aus der Windenergie benötigt wird. Wenn zu viel Wind da ist und man ihn verscherbeln müsste, dann wird Bayern den überschüssigen Strom erhalten. Oder wie hat man sich das gedacht ? Das Bayern ständig die 4 GW oder was die Leitung transportieren kann erhält ??
    Aber wie ich vor 2 Jahren gelesen habe wird oder wurde ein GuD Gaskraftwerk (850 MW) ähnlich dem in Irsching in Traunstein gebaut. OMV ist der Bauherr.
    Um die Energieversorgung in diesem Bereich bis Burghausen zu sichern. Seehofer war sehr dafür.

  5. Ich weiß ja die vielen Artikel hier bei EIKE ja zu schätzen.
    Nur wer liest denn das?
    Nur wir Menschen, die mit der Wahrheit kein Problem haben.
    Ich vergleiche die Situation immer mit der Medizin.
    Viele Menschen gehen erst zum Arzt, wenn der Leidensdruck zu hoch wird.
    Auf Deutschland bezogen, muß ich feststellen, der Leidensdruck ist immer noch nicht hoch genug – das wird sich ändern – dazu muß ich kein Prophet sein!

  6. ….
    Aber am Horizont zeichnet sich Besserung ab, versprechen jedenfalls die Energiewende-Ideologen in ihren Planungsstuben. Wenn erst einmal die Nord-Süd-Stromautobahn ausgebaut ist, dann ist das Energiewende-Endziel erreicht. Dann haben die Bayern wieder Strom. Denn sie müssen bald ihre letzten Atommeiler abschalten, noch ehe der versprochene Windstrom aus dem Norden fließt.
    ….
    Dass das nur eine weitere Öko-Lüge ist, ist dem Autor entgangen. Die Bayern haben dann keinen „Windstrom“ nach Bedarf sondern nach stochastischem Angebot ! Die Windstromeinspeisung kommt ja max. auf 25% Jahresvollaststunden (Kernkraftwerke auf > 90%), so dass die fehlenden ¾ irgendwie aus Braunkohle oder Importen ersetzt werden müssen. Mal sehen wie unsere Öko-Lügenpolitiker das den Leuten als „Erfolg der Energiewende“ verkaufen…

    • Abgesehen von der generellen Öko-Lüge wird die Sicherheit der Stromversorgung
      Bayerns mittels einer oder auch zweier „Stromautobahnen“ nicht genügend gewürdigt.
      Für ein unserer Gesellschaftordnung nicht positiv gestimmtes Gesindel wäre es ein Leichtes, diese energiepolitisch wichtigen Trassen in ihrer Funktionsfähigkeit zu stören!

      • Als Antwort auf malux.
        Bitte hier nur unter vollem Klarnamen posten. Siehe Regeln. Da der Benutzername nicht mehr geändert werden kann, bitte Ihren vollen Namen unter den jeweiligen Kommentar setzen.

    • Vor stark 2 Jahren habe ich eine Aufsatzsammlung (Acrobat-File, vielleicht sogar hier auf EIKE) gefunden, in der es um technische Aspekte dieser alternativen  Energieversorgung ging. Hochtechnisch, aber auch für einen Laien wie mich verständlich. Darin stand zu meinem Erstaunen, dass diese Hochspannungs-Erdkabelleitungstechnik noch gar nicht in großem Maßstab zur Verfügung steht, dass es erst eine ganz kurze Versuchsanlage gäbe. Da gibt es wohl viele ungelöste Probleme. Der gemeine Bürger stellt Es sich so vor, dass man die Kabel, wie die von der Telekom neben der Straße, einfach verbuddelt und dann darüber wieder Ackerbau betreibt oder ähnliches. So eine Trasse zieht sich als breites unbebaubares Band durch die Landschaft, braucht Revisionsschächte und Zufahrtsmöglichkeiten  für schweres Gerät. Sie kann also nicht wie eine Stromleitung über Berge und Täler gespannt werden.

      Gleichzeitig, daran erinnere ich mich noch gut, kam im Radio die Hurrameldung, dass sich Merkel, Gabriel und Seehofer auf einen weitgehenden Ausbau der Nord-Süd-Stromtrasse als Erdkabel geeinigt hätten. Nun, diese Herrschaften fallen ja auch auf anderen Gebieten durch Unkenntnis und Ignoranz von Fakten jeglicher Art negativ auf.

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