Grüne Wunder: Dunkelflaute im Hellen!

Windeinspeisung 21. und 22.9.17; Daten AGORA Energiewende, Grafik R. Schuster

von Michael Limburg
Am 21.9.17 speiste die Windkraft im Minimum nur 1,6 % ihrer installierten Leistung ein, am Folgetag sogar nur 0,55 %. Die Solarkraft lieferte zur selben Zeit auch kaum etwas, die Sonne stand schon zu tief. Das Ergebnis: Deutschlandweite Dunkelflaute im Hellen!


Wer hätte das gedacht? Jetzt im Herbst werden die Tage wieder kürzer. Im Osten der Republik ist es um 20.00 Uhr bereits dämmrig. Aber um 18:00 Uhr scheint – wenn die Sonne scheint- auch dort noch die Sonne, wenn auch nur im milden, rötlichen Abendlicht. Das kommt von der Physik der Planetenbahnen um die Sonne und dagegen kann man nichts machen. Und dann legen sich auch als Erste -trotz bester sonniger Wetterlage- die Solarstromerzeuger zum wohlverdienten Schlafe nieder. Immerhin sind 2017 bereits sehr viele von ihnen in Lohn- und Brot. Satte 43,3 GW an Leistung (nur zur Spitzenzeit versteht sich) sind in rd. 1,6 bis 1,7 Mio – so genau zählt das keiner mehr- an Solareinspeisern im Lande aktiv. Sie haben– wenn auch nur ganz kurz- um 12:00 Uhr Mittags des 21.9.17 – knapp die Hälfte ihrer installierten Leistung geliefert . Immerhin 20.594 GW! Dann aber legten sie sich schnell zur Ruhe. Um 16:00 Uhr waren es nur noch knapp 25% und um 18:00 Uhr nur noch 3,5 %. Um wenig später ganz auf Null zu gehen.

Und was macht der Wind, der scheue Bengel um diese Zeit? Hilft wenigstens der, die Träume von der Vollversorgung mit „sauberer Energie“ zu erfüllen? Rafft er sich auf die nötigen Gigawatt einzuspeisen, die an diesem ganz normalen Tag gebraucht werden? Das Zeug dazu hätte er, wie seine Schwester Solar auch. Denn heute stehen von der Nord- zur Ostsee, bis zu den Alpen, von Aachen bis Görlitz mehr als 29.000 Windkraftanlagen in unserem Land. Auf herzlichste von den Einwohnern – so liest man es vielfach in unseren Medien- als Kathedralen des Fortschritts begrüßt. Könnten sie doch inzwischen fast alle Haushalte „versorgen“.

Denn sie könnten, wenn der Wind so wie geplant wehte, rd. 54,0 GW (Stand etwa September 2017) ins Netz abliefern.

Beide zusammen, also Wind und Solar, immerhin 97,3 GW!! Was für ein tolles Geschäft! Bei einem Verbrauch am selben Tag von in der Spitze von nur 74,7 GW [1] blieben noch satte 22,6 GW für den Export!….

…dachte das Milchmädchen, doch es macht, ebenso sprichwörtlich, und wie immer, die Rechnung ohne den Wirt.

Wind + Solar Leistungseinspeisung bezogen auf die inst. Nennleistung

Denn obwohl sie viel mehr könnten, wenn man sie nur ließe, lieferten sie in der Spitze um 12:00 Uhr gerade mal 21,4 GW also nur knapp 29 % des Verbrauchs bzw. nur knapp 22 % der installierten Leistung. Und auch das war nur 6 h später komplett vorbei. Da fielen nur noch 2,44 GW an. Das sind kaum merkbare 3,6 % des Verbrauchs bzw. nur 2,5 % der installierten Leistung.

Der Wind, der faule Hund, hatte fast komplett, seine auch schon zuvor äußerst geringe Tätigkeit eingestellt, und die Sonne, der Planetenphysik folgend, ebenso. Und auch am nächsten Tag wurde es nicht besser.

Also können wir erwarten, dass es in den kommenden Monaten eher noch schlechter wird, als besser, denn der nächste Winter kommt bestimmt.

Grüne Politik macht´s möglich: Wir sind Zeuge der neuesten fortschrittlichen Errungenschaft: Dunkelflaute im Hellen. Das muss man erst mal hinkriegen

Und wenn dann Merkel und Cie wieder regieren, wird dieses Dunkelflautenwunder vielleicht die Regel und tausende von Medienexperten und Politikerklärern werden uns klarmachen, dass mit den Hühnern zu Bett gehen in jedem Fall, die moralisch bessere – wie auch die gesündere-  Alternative ist. Von den segensreichen Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum mal ganz abgesehen

 

https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/

[1] Die mesiten Daten von AGORA Energiewende https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorameter/

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9 Kommentare

  1. Ich habe ja kürzlich mal hier erwähnt, dass man einerseits rund 3TWh an Stromspeicher bräuchte, um die Schwankungen aus der bereits installierten Windkraft aufzufangen, und das andererseits 600 Mrd Dollar kosten würde. Und zwar bei einem sehr günstigen Preis von 200 Dollar pro KWh.

    Woran ich dabei nicht gedacht habe, ist die Menge an Lithium die dafür notwendig wäre – so ca. 20 Millionen Tonnen. Sollte die Windkraft in D sämtliche fossilen und nuklearen Energieträger ersetzen, bräuchte man schon eher 120 Mio. Tonnen. Blöd, dass die weltweiten Lithiumvorräte aber lediglich auf 40 Mio. Tonnen geschätzt werden.

    • Und dann haben Sie auch noch die Autobatterien vergessen.Übrigens brauchen die Lithiumbatterien neben Lithium auch noch die neunfache Menge Kobalt.Dessen Reserven werden nach Wiki nur mit 25 Mio t angegeben.

  2. Hervorragender Artikel, wie stets: vielen Dank, Herr Limburg.

    Die EE-Jünger des grün-sozialistischen Einheitskomplexes verstehen ja kaum, dass Photovoltaik in Deutschland im Winterhalbjahr, wenn man viel mehr Licht und Wärme braucht als im Sommer, der reine Witz ist (praktisch null), und auch die Windenergie nur zufällig, bei Sturm, Übermengen von parasitärem Störstrom, der auch verschenkt werden muss, produziert, der die konventionellen ordentlichen Kraftwerke, die immer schon da waren, nur stört. Jedermann mit einigermassen Intelligenz und Bildung weiss das, nur unser Bildungsprekariat in Politik und Medien nicht. Die stehen wegen ideologischer Hirnverhärtung ständig auf dem Schlauch.

    Off-topic:
    Ich habe heute das Interview mit Ihnen auf klimaretter.info gelesen und gratuliere Ihnen sehr herzlich zu Ihrer glanzvollen Leistung! Grossartig, wie Sie die sorgfältig vorbereiten Fragen der ungebildeten und uninformierten Interviewer aus den Mainstream Hysterikerkreisen vollumfänglich ud glanzvoll pariert haben und den AGW Nachplapperern erklärt haben, dass Konsensfindungen im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess nur sehr begrenzten oder auch gar keinen Wert haben. Verstehen werden das diese Sekundäreiferer aber ohnehin nicht, da sie überhaupt keine Sachkompetenz haben. Die Kommentare waren anschliessend ausnahmslos alle schäbig und sachlich unterirdisch. Lauter geifernde Hetzer ohne eigenes Urteilsvermögen und die Fähigkeit zu objektivem, unvoreingenommenen Denken.

    Zur morgigen Bundestagswahl wünsche ich Ihnen alles Gute umd hoffe, Sie demnächst als neugewähltes Mitglied des Parlaments beglückwünschen zu können.

    • Danke, Herr Zuber. Da ich nur den Listenplatz 10 in Brandenburg erreicht habe, müsste die AfD diesmal schon um 40 % erreichen. Wird wohl nicht ganz reichen fürchte ich. Vielleicht beim nächsten Mal.
      In einigen Tagen werde ich unsern Lesern die dazu passende, sehr denkwürdige Geschichte dieses Interviews erzählen. Wenn nicht so traurig wäre, käme man aus dem Lachen nicht mehr raus.
      mfG
      M.L.

      • Na ja, 40% wurden es ja nicht, aber die 20+% im Osten können sich sehr wohl sehen lassen.
        Glückwunsch!
        Die propagandaunerfahrenen Wessis brauchen halt noch etwas länger…

    • „Jedermann mit einigermassen Intelligenz und Bildung weiss das, nur unser Bildungsprekariat in Politik und Medien nicht. Die stehen wegen ideologischer Hirnverhärtung ständig auf dem Schlauch.“

      Herr Zuber,
      also echt, Ihnen fehlt jegliche grüne Phantasie:
      Stellen Sie sich einfach Batterien im Westentaschenformat vor, die Energiemengen im Terrawattbereich speichern können.
      Oder Berge, die mit Windkraft angehoben werden und bei Flaute ihre potentielle Energie wieder abgeben
      Oder…
      Oder…
      Es gibt doch so vieles, daß man sich vorstellen kann.
      Schenken Sie sich ein Glas Rotwein vom Ökowinzer ein, lehnen Sie sich zurück, vergessen Sie alles was Sie je gelernt haben und schließen Sie die Augen…

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