Reiche Länder hinsicht­lich Extrem­wetter belastbarer

Wohlstand z. B. in Sydney! Bild: M. Hermsdorf / pixelio.de

H. Sterling Burnett, Heartland Institute
Seit dem Jahr 1900 ist die Anzahl von Todesopfern durch Naturkatastrophen, darunter Überschwemmungen, Hurrikane, Erdbeben und Tornados, dramatisch gesunken, sogar angesichts des Umstandes, dass das Auftreten derartiger Ereignisse heutzutage viel besser erfasst wird durch umfassendere Nachrichten-Übermittlung, verbesserte Telekommunikation und Technologien zum Verfolgen dieser Ereignisse und der Globalisierung internationaler Hilfen. Selbst mit dem Anstieg der globalen Bevölkerung von unter 2 Milliarden Menschen im Jahre 1900 auf nunmehr 7,4 Milliarden Menschen ist die Anzahl der durch Extremwetter und andere Naturkatastrophen ums Leben gekommenen Menschen seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts um 93% bis 98% zurückgegangen, wobei Naturkatastrophen im Jahre 2008 nur für einen Anteil von 0,06% an der globalen Sterblichkeit verantwortlich sind.


Während durch Naturkatastrophen immer noch Tausende Menschen weltweit jährlich ums Leben kommen, fordern diese Katastrophen ihre Opfer ungleichmäßig. Während eines typischen Jahres mögen in Europa Hunderte Menschen in Europa und den USA sterben infolge Überschwemmungen, Hurrikane und Erdbeben. Die gleichen Ereignisse töten in jedem Jahr Tausende Menschen in Asien, in Süd- und Mittelamerika sowie auf kleinen Inselnationen.

Warum ist das so unterschiedlich? Erdbeben und Hurrikane sind in Entwicklungsländern nicht stärker als in den entwickelten Ländern. Und Überschwemmungen in Europa und den USA richten Schäden in Milliardenhöhe an, fordern aber nur relativ wenige Menschenleben. Im Gegensatz dazu ertrinken in Asien in jedem Jahr Tausende bei Überschwemmungen. Es ist nicht das unterschiedliche Klima, das sich in Entwicklungsländern viel schlimmer auswirkt als in industrialisierten Ländern, sondern vielmehr der Unterschied des Wohlstands.

Eigentumsrechte und die Marktökonomie, gestützt durch starke, aber begrenzte Regierungs-Institutionen neben verstreuten Selbsthilfe-Netzwerken auf ehrenamtlicher Basis haben einen Wohlstand geschaffen, der vorher unvorstellbar war. Dieser Wohlstand wurde gestützt und hat noch weiter zugenommen durch die Entwicklung moderner Infrastruktur: Starke Strukturen, die widerstandsfähig sind gegen Katastrophen sowie Baumaterialien, Verfahren und Standards; außerdem Technologien wie Frühwarnsysteme und Notfallpläne, moderne medizinische Versorgung und Einrichtungen. Jedes einzelne dieser Elemente macht industrialisierte Gesellschaften noch widerstandsfähiger.

Bereits im Jahre 1900 war Galveston eine relativ große, moderne Stadt. Und doch forderte der Große Galveston-Hurrikan (der Kategorie 4) über 8000 Todesopfer. Im Gegensatz dazu forderte der Hurrikan Ike im Jahre 2008 lediglich 84 Todesopfer, und trotz all des Geredes über Hurrikan Harvey (Kategorie 5) forderte dieser lediglich 70 Todesopfer in den 23 am stärksten betroffenen Landkreisen (counties). Entlang der Küste von Texas leben heute Millionen mehr Menschen als im Jahre 1900, aber die heutige Generation ist viel wohlhabender als die Generation damals.

So tödlich der Hurrikan Katrina im Jahre 2005 auch war, der über 1200 Todesopfer forderte, verblasst dies im Vergleich mit den 300.000 bis 500.000 Todesopfern in Bangladesh durch den großen Bhola-Zyklon im Jahre 1970 oder die 138.000 Todesopfer in Myanmar durch den Zyklon Nargis im Jahre 2008.

Obwohl Erdbeben schwer zu vergleichen sind bzgl. Magnitude und Örtlichkeit sind Unterschiede der Mortalität über Örtlichkeiten und Zeit hinweg immer noch aussagekräftig. Das Große San Francisco-Erdbeben mitsamt des nachfolgenden Großbrandes forderte 700 bis 3000 Todesopfer. Zum Vergleich, das Erdbeben der Stärke 6,9 in der San Francisco Bay im Jahre 1989 forderte nur 67 Menschenleben. Im Jahre 1989 lebten in San Francisco drastisch mehr Menschen als im Jahre 1904. Aber die modernen Einwohner waren viel wohlhabender, und die Infrastruktur und das Energiesystem ihrer Stadt war entsprechend viel besser, so dass weniger Menschenleben zu beklagen waren.

So verheerend das Erdbeben sowie der dadurch ausgelöste Tsunami vom 11. März 2011 mit der Stärke 8,9 in Japan auch war, wobei 20.000 Menschen ums Leben kamen oder seitdem vermisst sind, verblasst dies doch im Vergleich mit den 230.000 Menschen, die in und um Port-au-Prince in Haiti durch ein Erdbeben der Stärke 7,0 am 12. Januar 2010 starben; oder die hunderttausende Todesopfer und Vermissten in Asien, nachdem ein Erdbeben der Stärke 9,2 am 26. Dezember 2004 Tsunamis in der gesamten Region auslöste, oder auch die 142.800 Todesopfer in Tokio im September 1923 durch das Große Kanto-Erdbeben. Das heutige Japan ist wohlhabender als das heutige Haiti, wohlhabender als die Gebiete Asiens, welche 2004 durch Erdbeben und Tsunamis verwüstet worden sind – und wohlhabender als das Japan des Jahres 1923.

Trotz der Tatsache, dass Taiwan um 600% dichter besiedelt ist als die Türkei, hat das Erdbeben der Stärke 7,6 vom 21. September 1999 dort etwa 2500 Menschen getötet. Zum Vergleich, ein Erdbeben der Stärke 7,4 in der Türkei am 17. August 1999, also gerade mal einen Monat zuvor, tötete über 17.000 Menschen in nur zwei Städten. Im Jahre 1999 war das Pro-Kopf-Einkommen in Taiwan mehr als doppelt so hoch wie in der Türkei.

Wohlhabendere Gesellschaften sind einfach widerstandsfähiger als arme Gesellschaften. Gemeinden in wohlhabenderen Ländern haben eine bessere Infrastruktur und sind allgemein besser auf Naturkatastrophen vorbereitet und auch viele schneller und effektiver in der Lage, nach dem Ereignis tätig zu werden als vergleichbare ärmere Gemeinden.

Fossile Treibstoffe sind der entscheidende Faktor bei der Erzeugung von Wohlstand. Björn Lomborg und Roy Spencer, PhD, haben geschrieben, dass die Restriktionen bzgl. fossiler Treibstoffe in dem Pariser Klima-Abkommen 100 Billionen Dollar an Wohlstand vernichten werden in diesem Jahrhundert – und das, um eine „nicht messbare Reduktion der Erwärmung“ zu erreichen. Weiter sagt Spencer, dass diese Wohlstands-Vernichtung/-Verhinderung „zu Millionen (vermeidbarer) Todesfälle führen wird infolge Armut und aller damit einher gehenden Probleme … Armut tötet Millionen. Soweit wir wissen, haben menschliche CO2-Emissionen bislang kein einziges Todesopfer gefordert. Tatsächlich wurden vielmehr Millionen Menschenleben gerettet und Wohlstand gefördert“.

Der Verbrauch fossiler Treibstoffe seitens der Menschen hat das Klima nicht verschlechtert und es gefährlicher für die menschliche Gesundheit oder den Wohlstand gemacht. Im Gegenteil, der Verbrauch von Öl, Kohle und Erdgas hat die Welt positiv verändert, was es Milliarden gestattet, freier, gesünder, wohlhabender und länger zu leben als die große Mehrheit der mächtigsten Völker in der menschlichen Historie.

Historische Könige kontrollierten Armeen und unsägliche Reichtümer. Ich habe ein Auto, einen Mikrowellen-Ofen, ein WC und sauberes Trinkwasser; ich kann fast alle Früchte oder Gemüsesorten essen ohne Rücksicht auf die Jahreszeit; ich kann in wenigen stunden um die Welt reisen. Alle Reichtümer und Macht, welche die historischen Eroberer angehäuft haben, könnten nichts davon kaufen, und alles wurde ermöglicht durch den Verbrauch fossiler Treibstoffe.

Der Aufstieg aus Armut und Not erfolgte nicht unter einer Tyrannei oder unter Feudalismus, sondern unter dem Kapitalismus. Er war nicht getrieben von Tierdung, tierischer Kraft oder Windmühlen, sondern er war getrieben durch fossile Treibstoffe und die durch diese angetriebenen Technologien. Die heutigen Armen verdienen die Chance, so zu leben wie ich und nicht so wie unsere Vorfahren Jahrtausende lang, die sich in ihrer Armut quälten und ständig von Krankheiten und Mangelernährung bedroht waren. Nur fossile Treibstoffe können sie vor diesem Schicksal bewahren.

Quellen: The SpectatorScience and Environmental Policy ProjectJournal of American Physicians and Surgeons; BBCWunderground: Tropical CyclonesWunderground: U.S. Hurricanes; und Dr. Roy Spencer

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