Tatsache: Für die Hurri­kane Harvey und Irma kann nicht globale Erwär­mung verant­wortlich sein

Bild: Siehe unten!

Alan Reynolds, Cato Institute
Harvey zeigt, wie Klimawandel aussieht: Es ist an der Zeit, die Augen aufzumachen und auf die Welt zu schauen, die auf uns zukommt“. Dieser Artikel des Wettermannes Eric Holthaus war einer von vielen, die viel zu intensiv versuchen, den Hurrikan und/oder die Überschwemmungen dem Klimawandel in die Schuhe zu schieben.


Derartiges Geschreibsel ist typischerweise getränkt mit blasierter Arroganz. Deren Autoren geben vor, weise und gut informiert zu sein, und wer immer es wagt, ihre „settled Wissenschaft“ in Frage zu stellen, muss seine/ihre Augen öffnen und den Mund halten.

Ohne Zweifel wird es auch hinsichtlich Hurrikan Irma derartige „nachträgliche Vorhersagen“ geben, so dass die jüngsten Behauptungen bzgl. Harvey eine Vorwarnung dafür sein können.

Ich bin Ökonom, kein Klimawissenschaftler. Aber Harvey in Verbindung mit Klimawandel zu stellen, erfordert offensichtlich weit geringere Logik- und Beweis-Standards als Ökonomen sich trauen würden, als seriöse Argumente zu verkaufen.

Der Klimajournalist von Atlantic sagt: „Harvey ist beispiellos – genau die Art wilden Wetters, von dem Wissenschaftler erwarten, im Zuge der Erwärmung des Planeten immer mehr zu sehen“.

Aber Harveys maximale Regenmenge von 1318 l/m² ging nur geringfügig über die Regenmenge des Tropischen Sturms Amelia im Jahre 1978 (1220 l/m²) und den Hurrikan Easy im Jahre 1950 (1143 l/m²) hinaus. Und was ist mit dem Tropischen Sturm Claudette, der im Jahre 1979 1067 l/m² innerhalb von nur 24 Stunden abgeladen hatte (Harvey brauchte drei Tage für die gleiche Menge)? In diesen Fällen ist die Zuordnung heutigen Extremwetters, egal was passiert (vielleicht Dürren, vielleicht Überschwemmungen) das, was der Philosoph Karl Popper „Pseudowissenschaft“ nennt.

Falls irgendeine Theorie alles erklärt, kann sie nicht getestet werden und ist daher keine Wissenschaft. (Poppers berühmte Beispiele für Pseudowissenschaft waren Kommunismus und Psychoanalyse).

Scheinbar plausible Bemühungen, Harvey mit Klimawandel in Verbindung zu bringen, basieren unvorsichtigerweise auf einem anderen ungewöhnlichen Ereignis im Jahre 2015/16, was also kein langfristiger Klimatrend ist. Im Atlantic schrieb Robinson Meyer:

Harvey profitierte von ungewöhnlich warmem Wasser im Golf von Mexiko. Als sich der Sturm auf Houston zubewegte, war die Wassertemperatur nahe Texas auf 1,5°C bis 4°C über den Mittelwert gestiegen“.

Meyers Quelle ist ein einzelner Satz ohne Quellenangabe aus „Climate Signals beta“ vom „Climate Nexus“-Projekt der Rockefeller Foundation, betrieben von Hunter Cutting („Ein altgedienter politischer Richtungsgeber, welcher Kommunikations-Strategien entwickelt“). Vielleicht wäre es klüger, das National Hurricane Center bzgl. der Temperaturen im Golf zu konsultieren. Dieses zeigt, dass sie auf ein ganzes Grad F über der Grundlinie mitteln.

Will man zurückschauen auf jedwede unvorhergesagte Wetteranomalie, können sich „nach Fakten suchende“ Journalisten immer auf Michael Mann und Kevin Trenberth verlassen, weben doch diese beiden immer eine Erklärung, warum jedwedes schlechte Wetter (aber niemals gutes Wetter!) mit Sicherheit durch langfristige Klimatrends zumindest verschlimmert wird. „Es ist eine Tatsache: Klimawandel macht Hurrikan Harvey tödlicher“, schreibt Michael Mann. „Die Wassertemperaturen im Golf sind während der letzten paar Jahrzehnte von 86°F auf 87°F [von 30°C auf 30,5°C] gestiegen“, was „3 bis 5% mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre brachte“. Er lehnte es ab, auf andere kompensierende Dinge hinzuweisen, die ihm mit Sicherheit bekannt sind – zum Beispiel, dass die gleiche Klimawissenschaft eine stabilere tropische Atmosphäre prophezeit, was die für Hurrikane notwendige Aufwärtsbewegung reduziert.

Selbst der von der Washington Post geschätzte Jason Samenow betrat schwankenden Boden, als er schrieb, dass „sich die Regenmenge um 6% oder so oder um ein paar Inches erhöht“ haben könnte. Es wäre nett gewesen, wenn er erwähnt hätte, dass die maximale gemessene Regenmenge von Harvey mit 1318 l/m² statistisch nicht unterscheidbar ist von den 1220 l/m² des zuvor erwähnten Sturmes Amelia vor vierzig Jahren.

Wie auch immer, wenn man für Temperatur und Feuchtigkeit im Golf im August 2017 eine vermeintliche globale Zunahme der Wassertemperatur verantwortlich macht, braucht man mehr als Theorie oder „Vertrauen“ (Glaube). Es sind Beweise erforderlich.

Rein zufällig sind die Wassertemperaturen SST zwischen den beiden Super-El-Ninos von 1997/98 und 2015/16 nicht signifikant gestiegen, wenn überhaupt. Im Gegenteil, eine Begutachtung von vier großen Datensätzen im Januar 2017 kommt zu dem Ergebnis, dass „seit 1998 alle Datensätze eine Verlangsamung der SST-Zunahme verzeichnen im Vergleich zum Zeitraum von 1983 bis 1998“. Das mag so klingen, als ob die SST vor 1998 rapide gestiegen ist, aber auch das ist unklar. „Vor dem Jahr 1998 zeigen die Temperaturänderungen global, im Pazifischen und in den Südlichen Ozeane große Diskrepanzen zwischen vier führenden Schätzungen. Dies verhindert eine robuste Bestimmung von Änderungen des ozeanischen Wärmegehaltes OHC, sowohl regional als auch global“.

Von 1998 bis 2012 werden die Beweise bzgl. der Wassertemperaturen sogar noch unbequemer. Zwei der vier Studien zeigen eine „schwache Erwärmung“ nahe der Oberfläche, während die anderen beiden „Abkühlung zeigen in Übereinstimmung mit der gemessenen Verlangsamung des globalen Temperaturanstiegs“. Mit anderen Worten, der empörend lange Zeitraum von 1997 bis 2014 mit dem Stillstand der globalen Erwärmung wird auch in den Ozeantemperaturen ersichtlich, nicht nur an den Temperaturen auf dem Festland.

Man erinnere sich, was der viel gerühmte „Klimawandel-Konsens“ wirklich bedeutet. Via Mittelung von vier Schätzungen erklärt die NASA, dass die „global gemittelten Temperaturen im Jahre 2016 um 0.99°C höher lagen, als das Temperaturmittel im 20. Jahrhundert“. Die zugrunde liegenden jährlichen Schätzungen sind abgeleitet aus jenen Mittelwert-„Anomalien“ um die Mitte des vorigen Jahrhunderts – und nicht aus den derzeitigen Temperaturen.

Um Anomalien in Grad umzuwandeln musste die NASA Computermodelle heranziehen, um die Anomalien zu den Temperaturen im Basiszeitraum von 1951 bis 1980 zu addieren, wo die Daten nicht gerade perfekt sind. Folge, wie die NASA erklärt:

Für das globale Mittel erzeugen die vertrauenswürdigsten Modelle einen Wert von grob 14°C, d. h. 57,2°F, aber der Wert kann gut und gerne auch zwischen 56°F und 58°F liegen. Regional und vor allem lokal ist die Lage sogar noch schlimmer“.

Es mag grausam sein anzumerken, dass die Fehlerbandbreite zwischen 56°F und 58°F global („geschweige denn lokal“) größer ist als die von der NASA vermutete Erwärmung um 1,78 Grad über viele Jahrzehnte. Man beachte auch, dass während der anscheinend kühleren Basisperiode der NASA von 1951 bis 1980 die zweit- und drittgrößten Überschwemmungen der US-Geschichte aufgetreten waren.

Mein Hauptargument hier ist einfach: Wetter ist hoch variabel. Es gibt sehr viel Rauschen in den Daten zu Hurrikanen und Überschwemmungen, und es ist unmöglich, einen einzelnen Hurrikan oder eine einzelne Überschwemmung der geringen Erwärmung zuzuordnen. Ja, höhere Ozeantemperaturen scheinen auf den ersten Blick lokal mit mehr oder stärkeren Hurrikanen zu korrelieren, aber wie unten gezeigt, ist das nicht der Fall.

Die Graphik mit der Accumulated Cyclone Energy stammt von dem Meteorologen Ryan Maue am Cato-Institut.

Addendum von Anthony Watts:

Die NASA glaubt nicht, dass der vermeintliche Einfluss von anthropogenem CO2 auf die Intensität von Stürmen messbar ist.

Es ist voreilig zu folgern, dass menschliche Aktivitäten – und besonders globale Erwärmung verursachende Treibhausgas-Emissionen – bereits eine erkennbare Auswirkung auf atlantische Hurrikane oder die globale Zyklon-Aktivität haben. Menschliche Aktivitäten mögen bereits Änderungen hervorgerufen haben, die noch nicht messbar sind infolge der geringen Größenordnung der Änderungen oder Limitierungen der Beobachtungsmöglichkeiten – oder sie sind nicht aufschlussreich genug modelliert (z. B. Aerosol-Effekte auf das regionale Klima). …

Mehr:https://www.gfdl.noaa.gov/global-warming-and-hurricanes/

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/09/09/fact-hurricanes-harvey-and-irma-cant-be-blamed-on-global-warming/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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17 Kommentare

  1. Es besteht überhaupt kein Anlaß sich in Diskussionen über solch singuläre Ereignisse mit an Wahnvorstellungen leidenden Ideologen einzulassen. Keiner dieser Ideologen weiß wo und wie ein Zyklon (Hurrikan, Taifun) entsteht und wo Irma bzw. Harvey entstanden sind. Die kennen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht den Unterschied zwischen Zyklon und Zyklone. Ich kann nur jedem mal empfehlen die Seiten der NOAA aufzusuchen und sich mit den Hurricanes zu befassen, die dort in der Vergangenheit und in der Gegenwart beschrieben werden und sich mit deren Zugbahnen zu beschäftigen. Übrigens: Die PAMIR wurde Opfer eines solchen Hurricanes und seines Kapitäns, der zu dumm war zu erkennen, was da auf sein Schiff zukam und was er hätte tun müssen, um Schiff und Besatzung zu retten.

  2. Statt zu versuchen mit CO2-Senkung die Stürme zu zähmen, den Meeresspiegel zu senken, die Regenmengen und Dürren zu verringern, sollte man vielmehr die Menschen schützen, durch sturmfeste Häuser, Deiche, Wassermanagement. Schaue ich mir die Trümmer der Sturmschäden an, sehe ich nur Leichtbauweisen, Holz, Wellblech, Hohlziegel, Isomaterial. Bei Überschwemmungen sehe ich keine oder unzureichende Deiche, Leichtbauhäuser ohne Stelzen. Dürren führen nur dort zu Problemen, wo es kein Wassermanagement gibt. Die ärmeren Menschen sind gezwungen, in gefährlichen Gegenden im Leichtbau zu wohnen, somit ist die Armutsbekämpfung durch Entwicklungszusammenarbeit die Voraussetzung für mehr Schutz. CO2-sparen können wir zwar auch, wenn wir es für sinnvoll halten, hilft aber diesen Menschen nicht. Seit 400 Jahren steigen die Temperaturen, was sich auch auf das Wetter auswirkt, somit sind Anpassungen zum Schutz der Menschen notwendig. Wenn die Temperaturen irgendwann wieder sinken, braucht es auch dafür wieder Anpassungen. Auch gegen die Kälte hilft es dann nicht, wenn wir zur Temperaturerhöhung versuchen mehr CO2 in die Atmosphäre abzugeben. Die Vorstellung, es gäbe ein CO2-Thermostat, mit dem wir nach Belieben die Welttemperatur und somit das Wetter steuern können, ist absurd und gefährlich. Die Menschen brauchen Schutz. Fake-Science bietet keinen Schutz.

  3. Prof. Gerhard Berz Meteorologe schreibt in einem Leserbrief an die SZ (12.9.2017):“…Denn dass es bei steigenden Meerestemperaturen zu immer stärkeren tropischen Wirbelstürmen kommen muß, ist eine zwangsläufige Folge der exponentiell zunehmenden Verdunstung über den Ozeanen und damit des entsprechend verstärkten Energieeintrags….“.
    Seine Kollegin Frau Prof. Judith Curry schreibt auf
    Hurricane Irma eyes Florida

    „And finally, my take on the link between hurricanes and global warming: hurricanes are too complex to be explained by the simple thermodynamic reasoning that I heard from climate scientists following Hurricane Harvey.“ Und weiter unten: „In a matter of a few hours, Irma became a major hurricane. The surprising thing about this development into a major hurricane was that it developed over relatively cool waters in the Atlantic – 26.5C — the rule of thumb is 28.5C for a major hurricane“.

    Was ist nun richtig? Als Laie weiß ich noch nicht einmal warum die Hurrikane auf dem Atlantischen Ozean von Ost nach West ziehen. In unseren Breiten kommen die Tiefs meist aus dem Westen.

  4. Die Überschrift heißt: “ Für die Hurri­kane Harvey und Irma kann nicht globale Erwär­mung verant­wortlich sein“. Das bedarf einer Kritik: Klima ändert sich immer, die Erwärmung ist nur ein Faktor des Klimas und genau diese Erwärmung stagniert seit 1998. Global und deutschlandweit. Geht man zeitlich weiter zurück, so zeigen wir (Kämpfe/Kowatsch) in unseren Arbeiten immer wieder, dass die Temperaturen Deutschlands – und wohl auch global- in Form von Wellen verlaufen. Um die vergangene Jahrhundertmitte und kurz danach herrschte eine Kältedelle, ein Temperaturkeller, aus dem heraus die Temperaturen bis 1998 wieder angestiegen sind. Dass dieser Wiederanstieg in Deutschland in erster Linie eine Wärmeinselerwärmung ist, haben wir in unzähligen Artikeln gezeigt, aber auch andere Faktoren stets benannt. Und die Stagnation der Temperaturen seit 1998-trotz weiterer Zunahme der Wärmeinseln bei den Messstationen zeigen die Messdaten des DWD für Deutschland. Sogar in manchen Städten wie Düsseldorf ist die Trendlinie der letzten 20 Jahre eine hozizontale, und wärmeinselarme, ländliche Stationen kühlen schon wieder ab. Die freie Fläche Deutschlands sind immerhin gut 85% der Gesamtfläche. Und da die Temperaturverläufe Deutschlands Bestandteil der globalen Verläufe sind, ist die Überschrift schlichtweg falsch. Sie suggeriert nämlich, dass die globale Erwärmung Fakt ist und anhält. Sie hätte lauten müssen: Seit 20 Jahren gibt es keine globale Erwärmung mehr, deshalb kann eine Erwärmung auch nicht schuld sein. Erwärmung und CO2 verlaufen unabhängig voneinander. Es wäre allerdings zu prüfen, ob die seitdem gestiegene CO2-Konzentration in irgendeiner Weise etwas mitbewirkt. Kohlendioxid ist gut wasserlöslich bzw. Wasser ist bei Kälte gut in CO2 löslich. Zu prüfen wäre, ob der Wasserdampfgehalt in zwei bis vier Kilometern Höhe durch den Anstieg der CO2-Konzentration dort zugenommen hat.

    • Wasser ist bei Kälte gut in CO2 löslich.

      Könnten Sie das bitte mal erklären?
      Was ist bei Ihrer Definition das Solvens, was das Solvat. Als Naturwissenschaftsleherer i.R. sollte ddiese Frage für Sie kein Problem sein.

      • Lieber Herr Ketterer
        Sie lenken mich von meiner Fragestellung ab. Nennen Sie es Lösung oder gleichmäßige Durchmischung, mich interessiert die Frage, ob die zunehmende CO2-Konzentration der Atmosphäre den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre bei kühlen Temperaturen grundsätzlich erhöht. Wie Sie durch diverse Artikel hier bei EIKE erfahren haben, haben die Wintertemperaturen Deutschlands in den letzten 30 Jahren abgenommen (es wurde kälter), aber zugleich haben die Winterniederschläge zugenommen, während die des Sommers etwa gleich geblieben sind. (Eine Ausnahme wäre der Sommer 2017, der Deutschland über 300 mm Niederschlag auf den Quadratmeter gebracht hat.) Ein interessanter Versuch zur gegenseitigen Affinität der beiden Stoffe ist der Kerzenversuch. Eine brennende Kerze schwimmt auf kaltem Wasser, über die Kerze geben sie nun einen Standzylinder. Nach dem Erlöschen der Flamme und dem Abkühlen des entstandenen CO2-Verbrennungsgases – im Zylinder wird O2 und CO2 im Verhältnis 1 zu 1 ausgetauscht – wird allmählich Wasser in den Zylinder eingesaugt. Grundsätzlich frage ich mich, wie die CO2-Konzentrationszunahme der Atmosphäre sich irgendwo auswirken könnte, auf die Temperatur hat es sicherlich keinen oder kaum einen Einfluss. Das wollen wir stets durch unsere Artikel zeigen. Auf das Wachstum der Pflanzen direkt auf der Erde wirkt es sehr positiv, aber da sind wir uns ja einig.

        • Nach dem Erlöschen der Flamme und dem Abkühlen des entstandenen CO2-Verbrennungsgases – im Zylinder wird O2 und CO2 im Verhältnis 1 zu 1 ausgetauscht – wird allmählich Wasser in den Zylinder eingesaugt.

          Ihre Aussage trifft nur einen Teil der Wahrheit. Die „erste“ Hälfte (cum grano salis) des O2 im Standzylinder wird zu Wasser, nur die andere Hälfte wird zu CO2. Ich denke Ihre richtige Beobachtung (ansteigen des Wassers im Zylinder) wird in erster Linie auf die „erste“ Hälfte zurückzuführen sein.

          Nennen Sie es Lösung oder gleichmäßige Durchmischung, mich interessiert die Frage, ob die zunehmende CO2-Konzentration der Atmosphäre den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre bei kühlen Temperaturen grundsätzlich erhöht.

          Aber egal wie man es betrachtet: Das CO2 ist im Wasser(tropfen) gelöst, und nicht umgekehrt.
          Solvens ist Wasser Solvat ist CO2. Damit sollte der Effekt – wenn überhaupt- eine Erniedrigung des Dampfdrucks und damit ein Senken des Wasserdampfgehalts in der Atmosphäre sein. Aber Vorsicht, auch dies ist eine eher theoretische Betrachtung. Ich nehme an, dass dies in der Praxis kaum eine Rolle spielt.

      • Herr Ketterer
        Zunächst mal Danke für Ihre Begriffsklärung, Sie ahnen vielleicht, dass ich mich derzeit für was anderes interessiere, nämlich weshalb der Zugspitzgletscher weiter schmilzt trotz Temperaturabnahme der Wintermonate bei gleichzeitiger Schneefallzunahme. Ich beobachte den Gletscher über den webcam link seit Jahren und die weiße Pracht schmilzt sogar im August trotz des niedrigen Sonnenstandes gleich dahin, obwohl ein Großteil auch des heurigen August-Niederschlages als Schnee runterkam. Auch jetzt im September sind bereits weit über 100% des sonstigen Monatsniederschlages niedergegangen, wohl ausschließlich als Schnee denn der bisherige Septemberschnitt auf der Zugspitze beträgt -1,4C . Sollte es kommende Woche auch mal wieder einen Sonnentag geben, dann wird die Fläche unter dem Gletscher bei der Station „Sonnalpin“ gleich wieder schneefrei sein. Somit stelle ich meine Spekulation mal direkt als Frage an Sie und die Leser: Wäre es denkbar, dass eine CO2-Zunahme in der Atmosphäre zu einer verstärkten Schneekristallschmelze führt.?

        • die weiße Pracht schmilzt sogar im August trotz des niedrigen Sonnenstandes gleich dahin,

          Mitte August Tageslänge mehr als 12 Stunden
          Maximale Sonnenhöhe 57°

          Kann es sein, dass sie ihre einfachen Formulierungen etwas zu wenig überdenken, bevor Sie diese hier posten?
          Im Übrigen ist es eher fahrlässig, (im Sommer) aus der Durschnitts-Temperatur und der Niederschlagsmenge eine Schneemenge in den Alpen „abzuschätzen“.

          • Kann es sein, dass… Herr Ketterer, das kann nicht nur sein, das ist so. Die Kommentare sollen mir Anregungen für eine Weiterfindung von Argumenten geben, ich schreibe alle Kommentare frei weg, die Kommentarfunktion dient mir als Gedanken- und Anregungsaustausch bei der ich auch viele Vermutungen meinerseits wiedergebe oder Anregungen aus anderweitigen Gesprächen zur Diskussion stelle. Da ich aus Naturschutzgründen keine Kongresse oder Fachtagungen besuche, (aktive Naturschützer bleiben zuhause) nehme ich gerne EIKE zum persönlichen Gespräch wahr. Dabei haben gerade Sie mir schon viele Anregungen geliefert, was natürlich nicht bedeutet, dass man hinterher einer Meinung sein muss.
            Stellungnahme meinerseits zu zweien davon:
            GPE durch CO2. Im Schneekristall ist nicht nur CO2 gelöst, sondern auch das viel größere H2CO3 Molekül, das ähnlich wie Salze den Eis- Kristallverband erheblich stört, ihre Schätzung von 0,2K als GPE bei einer Sättigung des Kristallgitters dürfte viel zu gering sein, allerdings haben Sie Recht, es handelt sich mengenmäßig um eine sehr geringe CO2-Konzentrationszunahme der Luft in den letzten 30 Jahren. Meine weitere Vermutung wäre, dass das Streusalz selbst über Verwehungen eine viel größere Einwirkung auf die Gletscher haben könnte. Auch bei uns ist im Winter im Regen bzw. im Schnee Streusalz deutlich nachweisbar, (Versuch bereits selbst durchgeführt). Auch unser Kocher hat im Winter einen höheren Salzgehalt.
            Interessant ist für mich auch die Vermutung von Herrn Hofmann mit dem Hinweis auf die mögliche Zunahme einer Bodenerwärmung durch tektonische Veränderungen und das Auftauen des Permafrostbodens. So mancher Hangrutsch der Alpen wäre damit viel leichter erklärbar, als die ständige gebetsmühlenartige Begründung mit dem Klimawandel.

          • Herr Kowatsch schriebt:

            Im Schneekristall ist nicht nur CO2 gelöst, sondern auch das viel größere H2CO3 Molekül, das ähnlich wie Salze den Eis- Kristallverband erheblich stört, ihre Schätzung von 0,2K als GPE bei einer Sättigung des Kristallgitters dürfte viel zu gering sein,

            Nein, Ihre Schätzung was das H2CO3 angeht liegt viel zu hoch. Mehr asl 99% des CO2 liegt als CO2 im Wasser und nicht als H2CO3 vor.

            Mir ist auch nicht klar, wieso der erhöhte Salzgehalt der Kocher im Winter erwähnenswert ist: irgdenwo muss doch der Straßenabfulss hinfließen.
            Die Mengen an Salz, die als Aerosol verfrachtet werden, spielen bei der Gletscherschmelze wohl kaum eine Rolle. Da hat die andere Schwebfracht (Ruß, „Staub“) sicherlich einen Größeren Einfluss – ohne GPE.

        • Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip ja (Stichwort Gefrierpunktserniedrigung).
          Antwort von F. Ketterer: aber in der Praxis unter „Atmosphärenbedingungen(Zugsptizte)“ wird dies keine Rolle spielen (Gefrierpunktserniedrigung bei 100% CO2 Atmosphäre geschätzt unter 0,2 K).
          Da macht die Zunahme von 280 auf 400ppm CO2 kaum etwas aus

        • @Josef Kowatsch
          Das Thema „Auftauen von Permafrost“ ist meiner Meinung ein Thema, dass zu sehr von einen Blickwinkel betrachtet wird. Und zwar immer vom Blickwinkel von der Äußeren Wärmeeinwirkung. Man sollte sich aber auch immer den anderen Blickwinkel offen halten…den Blick vom inneren der Erde = Erdwärmeeinwirkung.
          Stichwort „Biospähre in der heißen Tiefe“.

          These:
          Durch die tektonische Plattenverschiebung werden Spalten und Risse ins heiße Erdinnere unter den Landmassen, zu den auch Gebirge zählen, versetzt und neu geschaffen. Aus diesen Spalten und Risse dringt das Heiße des Erdinneren nach oben und erwärmt so zu sagen als „Fussbodenheizung“ einige Stellen an Orten, wo wir dies im ersten Moment nicht vermuten. Die Alpen sind die Folgen des Aufeinanderprallen von der Afrikanischen auf die Eurasische Platte. Hier entstehen im Untergrund immer wieder neue Risse und Spalten durch die das „Heiße“ der Erde nach oben durchdringen kann…und das Deckgestein/Gebirge an manchen Stellen auch aufwärmen/durchwärmen kann.
          Die Erdbeben im Mittelmeerraum belegen ja eine Aktivität im Untergrund…ein zerren und ziehen…von gewaltigen Kräften…die neues schaffen und bestehendes zerstören…durch die Bildung von Spalten und Risse, die tief in die Heiße Biospähre der Erde hinunterreichen.

    • Wasser ist bei Kälte gut in CO2 löslich

      Serh geehrter Herr Kowatsch,
      das ist so (semantisch) sicherlich nicht korrekt.
      Als Naturwissenschaftler kann ich Ihnen sagen, dass es keine „Lösung“ von Gasen in Gasen gibt. Auch keine „Lösung“ von Flüssigkeit in Gas.

  5. Meiner Meinung nach sind das die letzten Wärmezuckungen der Ozeane, die mehr und mehr ihre gespeichert Wärme in die Atmosphäre entweichen lassen. Dabei gibt es einen Rückkopplungseffekt von der kühlen Atmsophäre die den Warmspeicher Wasser (Ozean) seine Wärme entzieht..diese in die Atmsophäre gelangte Wärme tragt dann dazu bei, dass sich Hurricane bilden…also die gespeicherte Wärmeenergie der Ozeane sich in der Atmosphäre dann in Form von Stürmen austobt = Energie abgibt/verbraucht.
    Energie ist in diesem Fall immer das Wechselspiel von Warm/Kalt…..bzw. die Unterschiede von Wärme zu Kälte….also von Abkühlung.
    Wäre die Erde ein Eisplanet, dann könnten nur auf zwei Arten Stürme entstehen…entweder von der Wärme der Sonne oder von der Wärme von Vulkanen, die unter den Eis von inneren des Planeten entstehen/hervorkommen. Soweit mal meine ersten Gedanken dazu.

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