Rechtferti­gungen für Biotreib­stoff sind illusorisch

Bild: Aus dem Beitrag, keine Quelle angegeben.

Paul Driessen
Es ist höchste Zeit, Vorschriften für Äthanol und andere Biotreibstoffe zu kürzen, zu kürzen, zu kürzen – am besten auf Null.
All jene, die von einem Programm profitieren, verteidigen es aktiv und laut, oftmals mit Millionen von Kampagnen-Geldern an Politiker, die ihnen dabei helfen. Jene dagegen, die gegen das Programm opponieren oder davon geschädigt werden, sind normalerweise nicht organisiert und vom täglichen Leben abgelenkt. Legislative Trägheit und Obstruktionen von der Art, wie sie im Senat bzgl. des Affordable Care Act (Obamacare) zutage treten, helfen ebenfalls, die Lebensdauer eines Programms zu verewigen.


Der Renewable Fuel Standard (RFS), ins Leben gerufen im Rahmen eines Energiegesetzes 2005 und 2007 erweitert zum Energy Independence and Security Act [etwa: Gesetz zu Energie-Unabhängigkeit und -Sicherheit] ist dafür ein perfektes Beispiel. Es hat mehr Leben als Freddy Krueger [eine Filmgestalt].

Die Gesetze verlangen, dass Raffinierer ihr Benzin mit stetig steigenden Mengen von Äthanol anreichern müssen, und es wird erwartet, dass der private Sektor zunehmende Mengen „zellulosischen“ Treibstoff, auf „Biomasse basierenden Diesel“ und „fortschrittliche“ Biotreibstoffe erzeugt. Außer für Äthanol aus Mais haben sich die Erwartungen hinsichtlich Erzeugung zumeist als Fantasien erwiesen. Die Rechtfertigungen für erneuerbare Treibstoffe waren demnach Angst erzeugende Übertreibungen und sind jetzt reine Illusionen.

Fangen wir an mit Behauptungen zur Rechtfertigung der RFS-Posse. Man sagte uns, dass es die Verschmutzung reduzieren würde. Aber die Autos sind schon jetzt zu 95% sauberer als ihre Vorgänger im Jahre 1970. Folglich bringt es keine wirklichen Vorteile.

Die USA beuteten ihre Petroleum-Reserven aus, und das RFS würde die Einfuhr von Öl aus instabilen, feindlichen Ländern reduzieren. Aber die Revolution in Gestalt horizontaler Bohrungen und Fracking hat den USA mindestens ein Jahrhundert lang neue Reserven verschafft. Amerika exportiert jetzt mehr Öl und raffinierte Produkte als es importiert, und der Verbrauch von Öl aus dem Ausland in den USA ist der niedrigste seit 1970.

Auch sagte man uns, dass erneuerbare Treibstoffe helfen würden, einen gefährlichen, vom Menschen verursachten Klimawandel zu verhindern. Dies setzt voraus, dass das Klima getrieben wird durch anthropogenes Kohlendioxid – und nicht durch Änderungen des solaren Outputs, kosmische Strahlen, Meeresströme und andere mächtige natürliche Kräfte, welche Eiszeiten, Kleine Eiszeiten, Warmzeiten Dürren und Überschwemmungen mit sich brachten. Es setzt voraus, dass Biotreibstoffe kein CO2 emittieren oder zumindest deutlich weniger als Benzin – in Wirklichkeit emittieren sie über ihre gesamte Lebensdauer mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, dieses Pflanzen düngenden Moleküls.

Außerdem erlebt die Menschheit im Gegensatz zur von Al Gore und den Computermodellen sowie Al Gores neuem Film geschürten Hysterie keine ungewöhnlichen oder beispiellosen Klima- und Wettervorgänge. Sehr unbequem für das, was Mr. Gore so hinaus posaunt: Tatsächlich ist seit Oktober 2005 kein einziger Hurrikan der Stärke 3 bis 5 mehr auf das US-Festland übergetreten, das sind rekordhafte 11 Jahre und 9 Monate. Er präsentiert einfach eine scheinbar endlose Folge von Wetter-Kalamitäten – was die australische Wissenschaftsautorin Jo Nova treffend als „primal weather porn” bezeichnet. Die Behauptung reflektiert absichtliche Verzerrung der Wahrheit und einen abgrundtiefen Angriff auf die Wissenschaft (seitens eines Mannes, der die Noten C und D [entspricht den Noten 3 bzw. 4 in D] in seinen einzigen beiden Wissenschafts-Vorlesungen am College erhalten hat).

Um eine weitaus vollständigere, faktischere und ehrlichere Klimawissenschaft zu bekommen, schaue man sich stattdessen den Dokumentarfilm Climate Hustle an.

Und außerdem – angesichts des Umstandes, dass China, Indien, das übrige Asien, Afrika, Polen und sogar Deutschland immer mehr Kohle verbrennen – und mehr Benzin und Erdgas – steigen die atmosphärischen CO2-Konzentrationen immer weiter. Aber inzwischen verzeichnete Grönland die kälteste Juli-Temperatur jemals [auf Deutsch auch hier]. Außerdem sind die globalen Temperaturen nach dem El Nino von 2015/16 wieder auf das Niveau des Stillstands von 1998 bis 2017 gesunken.

Davon unbehelligt wird uns das unsterbliche RFS aber erhalten bleiben. Allerdings hat die EPA einen zuvor noch nie vernehmbaren Vorschlag in die Welt gesetzt: das RFS-Gesamtziel zu reduzieren, und zwar für 2018 unter dem Niveau von 2017. Das ist eine winzige Reduktion, und die EPA hat nicht vor, die 15-Milliarden-Gallonen-Verpflichtung für „konventionellen“ Treibstoff zurückzufahren, zumeist für Mais. Aber der Vorschlag zeigt, dass ein kleiner, gesunder Keimling von Realismus wurzelt..

Die Reduktion gilt für Zellulose-Biotreibstoff. Das politische Ziel sind 4,25 Milliarden Gallonen [1 Gallone = ca. 4 Liter] im Jahre 2018. (Setzt man ein Ziel, erreicht man es auch – scheint man zu denken). Die EPA schlägt vor, das gesetzliche Ziel für 2018 um 24 Millionen zu reduzieren, zuvor waren es 31 Millionen für das Jahr 2017. Aber die tatsächliche Produktion und der Verbrauch dieses Treibstoffes belief sich im Jahr 2015 auf magere 2,2 Millionen Gallonen. Diese minimale Reduktion ist ein richtiger erster Schritt, aber weit größere Reduktionen der gesetzlichen Ziele sind realistisch und werden gebraucht, zusammen mit einer vollständigen Überarbeitung des RFS-Programms.

Etwas über 15 Milliarden Gallonen Bio-Äthanol aus Mais ist im Jahre 2016 erzeugt worden – aber 143 Milliarden Benzin sind verkauft worden. Das bedeutet, dass das gesamte Äthanol Anreicherungen über 10% erfordern würden (E10-Benzin) – weshalb Big Ethanol harte Lobbyarbeit leistet für Vorschriften der Regierung (oder zumindest Genehmigung) für mehr E15-Benzin (15% Äthanol). Raffinierer bezeichnen die derzeitige Lage als die „blend wall.”

Aber E15 schädigt Motoren und Treibstoff-Systeme in älteren Autos und Motorrädern, ebenso wie kleine Motoren für Boote und Gartengeräte, und der Verbrauch von E15 macht deren Garantien ungültig. Man findet bereits E15-Pumpen, aber Null-Äthanol-, also reine Benzinpumpen, is a tall order. Außerdem verbrauchen die USA zur Herstellung von Äthanol bereits 40% seiner Maisernte, angebaut auf fast 40 Millionen Acres – unter Verwendung von Milliarden Gallonen Wasser zur Bewässerung der Maisfelder. Außerdem kommen noch gewaltige Mengen Dünger, Pestizide und fossile Treibstoffe dazu.

Vieles des Überbleibsels aus der Äthanol-Destillation wird als Tierfutter verkauft. Allerdings bereichert das RFS-Programm relativ wenige Maisbauern, während die Kosten für die Produzenten von Rind- und Schweinefleisch, Geflügel und Fisch steigen – ebenso wie für Arme, Minderheiten, die Arbeiterklasse und afrikanische Familien. Mit Äthanol ist auch die Reichweite im Vergleich zu Benzin um ein Drittel geringer. Man kann also mit einer Tankladung E10 nicht so weit fahren wie mit Benzin und mit E15 noch weniger weit.

Äthanol-Verkäufe involvieren auch viele Komplexitäten – und manchmal betrügerische Praktiken – beim Kauf und Verkauf von Erneuerbaren-Identifikationsnummern [Renewable Identification Numbers, or RINs]: Zertifikate und Zuschüsse für Äthanol. Große integrierte Ölgesellschaften reichern mehr Benzin damit an als sie raffinieren, damit sie mehr RINs einheimsen können als sie brauchen. Dies wiederum erlaubt es ihnen, RINs zu horten und die Preise in die Höhe zu treiben, welche unabhängige Raffinierer zahlen müssen. Sie müssen diese RINs kaufen, um dem Gesetz Genüge zu tun. Große Einzelhandelsketten wie Cumberland Farms, Sheetz, Wawa und Walmart reichern Treibstoff an und sammeln RINs, sind aber dazu gar nicht verpflichtet: sie verwenden RINs als Subventionen und die großen Mengen davon, um niedrigere Preise von den Raffinierern anzuordnen. Dies verschafft ihnen einen unfairen Vorteil gegenüber den Eigentümern kleiner Tankstellen.

Unter dem Strich steht dabei, dass kleine Tankstellen hart in Bedrängnis geraten und oftmals in die Pleite getrieben werden. Kleine Raffinierer und jene an der Ostküste, welche keine großen Handels- und Einkaufsketten besitzen, sind gezwungen, teure RINs von integrierten Ölgesellschaften, mit denen sie im Wettbewerb stehen, zu kaufen. Dies macht deren kleiner Outfits zu einem Nachteil und bedroht ihre Fähigkeit, im Geschäft zu bleiben. Das bedeutet, dass Arbeitsplätze im Bereich Stahl und Raffinerien ebenso wie Profite der Arbeiter in Gefahr sind. Alles in allem bereitet RFS eine Fülle von Problemen für illusorische Vorteile.

All diese harten Fakten überzeugten das Umweltkomitee des US-Senats beinahe davon, für eine Gesetz zu stimmen, welches einige der ausufernden RFS-Vorschriften revidiert hätte. Dazu kam es nicht, aber die politischen Machenschaften zeigen, dass selbst einige fortschrittliche Demokraten anfangen, das RFS in Frage zu stellen.

Euthanasie und begleiteter Selbstmord werden zunehmend populär in einigen Staaten und Ländern. Die Perspektive „progressiver Ethiker“ wie Peter Singer lautet, dass es wohl an der Zeit ist, die gleichen Prinzipien auf Regierungsprogramme anzuwenden, deren Sinn abhanden gekommen ist oder die niemals hätten ins Leben gerufen werden dürfen.

Und schließlich sollten politisch erzeugte, politisch korrekte Energieprogramme – auf einer fragwürdigen Grundlage übertriebener oder künstlich herbeigeredeter Klima-, Umwelt-, Verbraucher- oder Sicherheitsängste – nicht länger einfach so Auswirkungen auf Landverbrauch, Habitate, Natur und Umweltqualität haben, ebensowenig wie auf Verbraucher- und Beschäftigungsangelegenheiten. Sie müssen das gleiche legislative, regulative, aktivistische und judikative Verfahren durchlaufen, das auch für Öl, Gas, Kohle und Kernkraft gilt.

Diese Verfahren sollten auch angewendet werden auf Wind- und Solarprogramme, auf Elektrofahrzeuge und Batterien ebenso wie auf RFS. Dies würde unserer Regierung einige dringend benötigte Integrität und Zuverlässigkeit zurückbringen.

Link: http://www.cfact.org/2017/07/29/biofuel-justifications-are-illusory/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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2 Kommentar(e)

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1
Peter Georgiev

Es ist ohnehin reiner Selbstbetrug die E10 Rechnung. Alles, was in den Tank gesteckt wird kommt (als CO2) aus den Auspuff wieder raus. Aufgrund des niedrigeren Brennwertes ist sogar aus den km gerechnet der CO2 Ausstoss geringfügig höher. Es ist nur ideologisch aufgeteilt in guten (Bio) und bösen CO2.

Im Moment nutzt es der Autoindustrie den CO2- Ausstoss der Flotte um 5% schönzurechnen. Einen anderen Nutzen hat der Humbug nicht, nur Nachteile.

2

Ja, richtig wir brauchen keinen Bio Sprit mehr.
"Den Grünen ist jetzt der ultimative ökologische Durchbruch gelungen : sie haben das erste Auto mit Windkraft entwickelt.
Das Fahrzeug soll in Kürze der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Bei einer geheimen Präsentation vor der Parteispitze haben die Grünen erstmals ein Auto mit Windkraftantrieb vorgestellt. Zwei Windräder auf der Motorhaube nutzen den Fahrtwind und setzen ihn direkt in Energie um."
"Fancar" so die interne Beschreibung für das neue Wind-Vehikel. Die genaue Funktionsweise des "Fancars" halten die Grünen bisher geheim, das Patent sei aber bereits angemeldet."

na, also jetzt wird´s ernst, oder ?
gesehen auf mmnews.
was für ein herrlicher Sportwagen, obwohl er nicht grün ist. Hier wurde geschlampt.

nachsehen auf, und fachmännisch beurteilen :

http://tinyurl.com/y9bpjvs4