Earth Overshoot Day: ein anthro­pogenes Märchen

David Middleton
Ich glaube, dass die Historiker der Zukunft erstaunt und fasziniert sein werden darüber, wie das Anthropozän mit immer mehr Mythen und Märchen angefüllt worden ist als die Kulturen der antiken Griechen, Römer und Germanen zusammen…


Bis zum 2. August 2017 werden wir mehr von der Natur verbraucht haben als unser Planet im gesamten Jahr erneuern kann.

Wir verbrauchen mehr ökologische Reserven, als die Natur regenerieren kann. Dazu gehören Überfischung, Roden von Wäldern und Emissionen von mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre als die Wälder verkraften können.

http://www.overshootday.org/

„An irgendeinem Punkt riskieren wir, nicht mehr nur wenige Ressourcen zu haben, sondern Ressourcen-Verknappung“

AEUHHH????

Mein persönlicher Overshoot-Day liegt möglicherweise Anfang Januar … Also werde ich mal deren Rechner benutzen … und das Ergebnis ist:

Verdammt! Mein Earth Overshoot Day liegt Ende Januar! Ich muss mehr fahren!

Auf der Sonnenseite steht, dass der größte Anteil meines Overshoots ein GEWALTIGER Kohlenstoff-Fußabdruck ist:

Ich frage mich, ob ich bzgl. Overshoot Ausnahmen bekomme wegen der Tatsache, dass ich Anteil hatte an der Entdeckung von sehr viel mehr Öl und Gas als ich persönlich verbraucht habe.

Nun hatte ich meinen Spaß und über dieses einzelne Anthropozän-Märchen gelacht. Hier aber möchte ich auf Björn Lomborg verweisen, der das Märchen höchst exzellent widerlegt hat:

Ein Planet reicht!

Veröffentlicht am 2. August 2017 in Green Business

Bjorn Lomborg, Präsident am Copenhagen Consensus Center

Oftmals hören wir die Story, dass die Menschen die Ressourcen der Welt unersättlich ausbeuten und weit über ihre Verhältnisse bzgl. des Planeten Erde leben. Am „Earth Overshoot Day“ behaupten Campaigner wie das Global Footprint Network, dass wir bis zum 2. August bereits die natürlichen Ressourcen für dieses ganze Jahr aufgebraucht haben und dass die Erde über den Rest dieses Jahres in „ökologische Schulden“ treibt.

Weit mehr als ein Jahrzehnt lang haben der World Wildlife Fund und andere Organisationen komplizierte Berechnungen durchgeführt, um unseren „ökologischen Gesamt-Fußabdruck“ auf dem Planeten zu bestimmen. In ihrem Narrativ bräuchte das Bevölkerungswachstum und der höhere Lebensstandard von heute 1,7 Planeten. Außerdem beuten wir die Ressourcen so schnell aus, dass wir bis zum Jahr 2030 zwei Planeten bräuchten für unser Fortbestehen. Falls jedermann plötzlich auf den amerikanischen Lebensstandard gehoben werden würde, würden wir fast fünf Planeten brauchen. Die Botschaft ist eindeutig – der WWF sagt uns, dass wir vor einem drohenden „ecological credit crunch” stehen und einen Kollaps des Ökosystem in größtem Umfang riskieren.

Aber diese Angstmache ist fast vollständig betrügerisch. Der ökologische Fußabdruck versucht, all unseren Verbrauch zu erfassen und diesen mit dem zu vergleichen, was verfügbar ist. Im Grunde ist das etwas Vernünftiges, und wie jedwede Messung, welche versucht, viele unterschiedliche Aspekte des menschlichen Verhaltens abzuschätzen, werden die Inputs vereinfacht.

Insgesamt belaufen sich die irgendwie als problematisch definierten Felder auf 67% des biologisch produktiven Feldes der Erde. Hier scheint es kaum ein Problem zu geben – eine Erde reicht eindeutig aus.

Was aber den ökologischen Fußabdruck so exorbitant steigen lässt sind CO2-Emissionen. Eindeutig ist es nicht so einfach, wie man CO2 in Güterverbrauch umrechnet. Also entschloss sich der ökologische Fußabdruck, dieses Problem zu umgehen, indem der Bereich der Emissionen umgerechnet wird auf den Bereich der Wälder, der benötigt wird, um dieses zusätzliche CO2 aufzunehmen.. Dieser Einzelfaktor macht 101% der zur Verfügung stehenden planetarischen Ressourcen aus und ist der einzige Grund, warum wir auf einmal mehr als einen Planeten brauchen.

Unter dem Strich: Man macht uns weis, dass wir den CO2-Ausstoß auf Null bringen und Bäume pflanzen müssen, um dies zu erreichen. Das bedeutet, dass wir heute auf allen verfügbaren Bereichen des Planeten Wälder pflanzen müssen. Da wir bereits 67% verbrauchen ist der Grund, warum sie uns sagen dürfen, dass uns der Planet ausgeht. Aber die Botschaft ist eindeutig unvernünftig.

Eindeutig verbrauchen wir weniger als einen Planeten, und wenn man in die Zukunft blickt auf noch bessere landwirtschaftliche und erneuerbare Technologie, wird sich der Verbrauch wahrscheinlich verringern. Anstatt in Panik zu geraten ob der Prophezeiungen nicht nachhaltiger Fußabdrücke sollten wir uns auf die derzeit bestehenden Probleme konzentrieren: Millionen Menschen aus der Armut zu befreien, während man die Art von Innovation fördert, welche zukünftige Risiken hinsichtlich Verschmutzung eliminiert und unser Land produktiver macht. Auf diese Weise werden wir sicherstellen, dass eine Erde für uns alle ausreicht.

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Dr. Lomborgs Logik hinsichtlich Umweltangelegenheiten ist immer wohltuend. Ich habe immer eine Ausgabe von The Skeptical Environmentalist bei mir.

Link: https://wattsupwiththat.com/2017/08/03/earth-overshoot-day-an-anthropocene-fable/

Übersetzt von Chris Frey EIKE

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